In den letzten Wochen habe ich mit dem Teufel Rockster XS und dem JBL Pulse 2 zwei mobile Bluetooth-Lautsprecher vorge­stellt, die in Sachen Klang und Design zwar sicherlich ganz weit oben auf der Rangliste stehen, was sich aller­dings auch am Preis bemerkbar macht, denn die veran­schlagten 180-200 Euro pro Modell sind ebenfalls in der Spitzen­gruppe der mobilen Lautsprecher zu finden. Qualität und Leistung ist ein nicht unwich­tiger Faktor, ob man aber bereit ist, soviel Geld in die Hand zu nehmen, ist ebenfalls eine wichtige Frage und ich behaupte mal, dass viele aufgrund des Preises Abstand nehmen – je nachdem, wozu und wie häufig man den Lautsprecher benötigt. 

Mit dem Bamster XS hat Teufel aber auch für jene Zielgruppe einen entspre­chenden Lautsprecher im Angebot. Dieser wurde im letzten Dezember vorge­stellt und ist nicht nur günstiger als das „Premium-Modell“ in Form des Rockster XS, sondern auch deutlich kleiner, denn der Bamster XS kommt im „Hosen­ta­schen-Format“ daher und ist nicht viel größer als ein aktuelles Smart­phone. Teufel verspricht vollmundig, dass es keinen besseren mobilen Lautsprecher in dieser Preis- und Größen­klasse gibt und man trotz des fehlenden Volumens nicht auf einen ordent­lichen Sound verzichten muss. Zuviel versprochen? We will see…

Too long, didn’t read?

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Beginnen wir einmal mit dem Liefer­umgang, denn hier zeigt sich Teufel doch recht spendabel: Neben dem Lautsprecher selbst (welch Überra­schung) gibt es auch ein MicroUSB-Kabel zum Laden des Akkus, ein Klinken­kabel zur Direkt­ver­bindung und ein kleines Silikonpad, welches man auf harten Unter­gründen wie Holzti­schen unter den Lautsprecher legen kann. Des Weiteren gibt es aber auch noch eine Filztasche zum für den sicheren Transport des Bamster XS, die einen sehr gut verar­bei­teten Eindruck hinter­lässt – und einen dazuge­hö­rigen Karabiner, mit dem sich Tasche und Lautsprecher auch zum Beispiel am Rucksack befes­tigen lassen. 

Mit seinen Abmes­sungen von etwa 14 x 7,5 Zenti­metern und einer Höhe von 2,3 Zenti­metern ist der Bamster XS wirklich sehr kompakt – so kompakt, dass man ihn eben wie erwähnt locker in eine der vorderen oder hinteren Jeans­tasche stecken kann (sofern man nicht gerade hautenge Hipster-Hosen trägt). Dank der leicht abgerun­deten Kanten muss man dabei auch keine Angst haben, dass sich der Lautsprecher in den Stoff schneidet. Mit einem Gewicht von 200 Gramm ist der Bamster XS auch sehr leicht geworden, dennoch wirkt er durch die verwen­deten Materialien (ABS und Aluminium) sehr robust. 

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Die Front (oder besser gesagt Oberseite) des Bamster XS ist nahezu vollständig vom ABS-Kunst­stoff bedeckt, natürlich inklusive des Lochmusters für die Lautsprecher. Unter­brochen wird die Abdeckung lediglich durch ein kreis­rundes Bedienfeld, welches zweige­teilt ist: die Innere Taste mit dem prägnanten Teufel-T dient zum Pairing von Bluetooth-Geräten und der Wieder­ga­be­steuerung (Play und Pause), der äußere Ring ist zum Verändern der Lautstärke. Schade: Man hätte dem äußeren Ring sicherlich auch noch zwei Tasten zum Vor- und Zurück­springen von Songs spendieren können.

Ansonsten eben ein doch recht Teufel-typisches, markantes und schlichtes Design ohne viele Spiele­reien. Gefällt mir. Der Rahmen besteht wie erwähnt aus Aluminium, an der Stirn­seite findet man neben dem Power­button auch den MicroUSB-Stecker zum Laden des internen Akkus und ein Klinken­stecker vor, falls man einmal Wieder­ga­be­geräte nutzen möchte, die nicht via Bluetooth funken – oder weil man die Übertragung mittels Bluetooth nicht hören kann. Was etwas schade ist, ist die Tatsache, dass man die Stecker weder „von Innen heraus“ oder durch eine Abdeckung geschützt hat – der Bamster XS ist also nicht gegen (Spritz-)Wasser geschützt. 

Das Pairing mit dem Smart­phone oder einem anderen Bluetooth-fähigen Gerät funktio­nierte in meinem Test ohne Probleme – kurz etwa drei Sekunden den Teufel-Button gedrückt halten, den Lautsprecher auf dem Smart­phone auswählen, fertig. Die Verbindung ist stabil und ohne Aussetzer. Nutzt man den Bamster XS in Kombi­nation mit einem Smart­phone (sicherlich wohl der häufigste Weg), kann man den Lautsprecher dank integriertem Mikrofon auch direkt als Freisprech­ein­richtung nutzen – die Sprach­qua­lität ist zwar nicht überragend, aber durchaus in Ordnung. Man versteht zumindest alles.

Der integrierte Akku bringt 1.300 mAh auf das Daten­blatt und soll laut Teufel auf rund 14 Stunden Musik­wie­dergabe kommen. Solche Angaben sind natürlich immer relativ und davon abhängig, wie gut eure Bluetooth-Verbindung ist und auf welcher Lautstärke ihr die Musik dröhnen lasst. Aber: Wie auch schon beim Rockster XS kommt die Teufel-Angabe der Realität recht nahe, in meinen Versuchen brachte der BAMSBams­terER XS es auf eine Laufzeit von 12 bis knapp 13 Stunden. Kein schlechter Wert. Geht dem Lautsprecher einmal der Saft aus, ist er mit Netzteil binnen zwei Stunden wieder voll geladen. 

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Kommen wir nun aber zum eigentlich wichtigsten Faktor: Dem Sound des kleinen Lautspre­chers. Dazu erst einmal ein paar nackte technische Fakten, für jene, denen sie etwas sagen. Teufel hat dem Bamster XS zwei langhubige Breit­band­laut­sprecher spendiert und der einge­baute Class-D Digital­ver­stärker leistet 3 Watt – klingt im ersten Moment nicht sonderlich viel, aber dazu gleich ein paar Worte. ;) Der Frequenz­be­reich liegt zwischen 150 und 20.000 Hz, der maximale Schall­druck bei 94 dB/1m. Soviel also einmal dazu.

Die Sound­qua­lität hängt natürlich immer von vielen Faktoren ab: Wieder­ga­be­gerät, Verbindung (Bluetooth oder Kabel), Quell­ma­terial – und natürlich vom persön­lichen Gehör. Ich habe mal so getestet, wie es inzwi­schen sicherlich nicht selten passiert: Mit Spotify-Mukke in hoher Qualität (sprich 320 Kbit/s) und einer Bluetooth-Verbindung. Grund­sätzlich waren meine Erwar­tungen nach dem Test des Rockster XS doch recht hoch, aber nicht zu hoch. Man muss eben realis­tisch bleiben und im direkten Vergleich fehlt dem kleinen Bamster XS eben schlicht Volumen – was aber durch die langhu­bigen Breit­band­treiber ein wenig kompen­siert werden soll. 

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Dennoch: Ich wurde nicht enttäuscht, sondern war sogar ein klein wenig überrascht, welche Leistung Teufel aus so einem kleinen Lautsprecher heraus­zaubert – was wohl auch dadurch erreicht wird, dass das Gerät seinen Unter­grund zum Schwingen bringt und damit als externen Resonanzraum verwendet. Egal ob stimmen­lastige Hörspiele, der gute alte Eurodance und Popmusik, satter Rock und Metal – wirkliche Aussetzer gab es keine. Statt­dessen aber gibt es einen sehr ausge­wo­genen Klang ohne rauschende Höhen und Mitten. 

Laut Teufel liegt die maximale Lautstärke bei etwa 94 Dezibel, also in etwa vergleichbar mit einem Press­luft­hammer. Diese vergleichs­weise hohe maximale Lautstärke hat Vor- und Nachteile. Der Nachteil: Bei hoher Lautstärke, auf dem iPhone ab dem vorvor­letzten Strich, klingt der Sound ein wenig blechern, ohne aber hörbar zu übersteuern. Letzteres kann man lediglich bei sehr Chor- und Orchester-lastiger Musik, wie bei älteren Nightwish-Tracks, vernehmen. Der Vorteil wiederum: Mit 1-2 Metern Abstand relati­vieren sich die Punkte aber wieder ein wenig und bereits auf mittlerer Stufe dürfte die Lautstärke für einen kleineren Kreis ausrei­chend sein – beim Picknick im Park, am Strand oder beim gemüt­lichen Grill­abend im Garten. 

Der Bass ist natürlich quer durch die Genre-Bank ein wenig verhal­tener und schwä­chelt ein wenig, was aber eben auch nicht wirklich überrascht. Trotz der durch­dachten Konstruktion fehlt eben schlichtweg das Volumen, um entspre­chend viel Luft bewegen zu können. Aber mit allen genannten Minus-Pünktchen kann man in Anbetracht der Größe sicherlich leben, man muss die Klang­qua­lität eben immer in Relation zur Größe sehen und diesbe­züglich schlägt sich der Bamster XS super – ich würde fast behaupten, dass es in dieser Größen- und Preis­klasse aktuell keinen besseren Lautsprecher gibt. 

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Fazit und tl;dr

Und damit habe ich das Fazit auch schon ein wenig vorweg genommen: Ja, ich mag den Teufel Bamster XS und es gibt eine klare Kaufemp­fehlung – der kleine Mann steht auch auf meiner Sommer-Wunsch­liste nun ganz oben. Die Verar­beitung ist einfach Teufel-typisch Spitze und auch optisch gibt es rein gar nichts auszu­setzen (Vorsicht: Geschmacks­sache). Nice to have: der Liefer­umfang mit passender Filztasche und Karabiner. Lediglich für den fehlenden Schutz vor (Spritz-)Wasser und Staub oder Sand gibt es einen kleinen Daumen nach unten. Ein Punkt, den ich durchaus erwartet hätte, wäre dann wohl etwas für den Bamster XS II oder so – bis dahin müssen halt im Notfall die guten alten Zip-Lock-Beutel herhalten.

Beim Klang muss man natürlich erwar­tungs­gemäß ein paar Abstriche machen: Höhen und Mitten sind ordentlich, der Klang auch bei höherer Lautstärke noch sehr angenehm, lediglich bei voll aufge­drehter Lautstärke und beim Bass schwä­chelt der kleine Lautsprecher ein wenig, wenn man dies größen­be­dingt überhaupt als „echte Schwäche“ betiteln kann. Ist eben immer ein Spagat zwischen „Kompakt und günstig“ und „Nahezu perfekter Sound“ und diesbe­züglich hat der Bamster XS einen meiner Meinung nach anstän­digen Kompromiss gefunden. Bedenkt man außerdem, dass sich etliche Nutzer bereits mit Smart­phone-Lautspre­chern oder 20, 30 Euro Böllern zufrieden geben, so kann man die klang­lichen Schwächen wohl als Jammern auf hohem Niveau abtun.

Ja, der Teufel Rockster XS zum Beispiel liefert einen „fetteren“ Sound, aller­dings ist er auch deutlich größer und vor allem rund 100 Euro teurer als der 80 Euro teure Bamster XS. Es kommt eben nicht selten auf die persön­lichen Bedürf­nisse an und wer den Lautsprecher nur für ein paar Sommer­abende nutzen möchte, hat vielleicht auch eine Schmerz­grenze was den Preis anbelangt. Und ich behaupte mal, dass man mit Blick auf die Preis/Leistung nichts verkehrt macht. Zu haben ist der Bamster XS übrigens sowohl bei Amazon oder bei Teufel direkt. Tipp: Direkt beim Hersteller bestellen, hat den Vorteil, dass ihr den Lautsprecher acht Wochen testen und bei Nicht­ge­fallen zurück­senden könnt. Aber wer will das schon?