Mit dem Rockster hat der Berliner Sound-Spezialist Teufel im letzten Jahr einen ziemlich deftigen Lautsprecher vorge­stellt, der zwar irgendwie noch als mobiler Lautsprecher vermarktet wurde (immerhin lässt er sich ohne Strom­an­schluss mit einer Autobat­terie nutzen), mit seinen 32 Kilogramm und den rund 1.000 Euro ist er dann aber doch eher etwas für stationäre Teufel-Fans – auch wenn der Teufel Thunder­truck schon sehr mobil ist. Sind wir mal ehrlich: auch optisch ein geiles Teil, dennoch wohl eher etwas aus der Kategorie „Prestige“, oder nicht?

Anders hingegen sieht es mit dem kleineren, handlichen Modell aus – dem Teufel Rockster XS, quasi eine kleine, mobile Variante des 115-Dezibel-Monsters. Mobile Lautsprecher gibt es natürlich zur Genüge, vom billigen 20 Euro Dröhner vom ALDI bis hin zu hochprei­sigen Varianten wie eben dieser Rockster XS – denn wie von Teufel gewohnt, ist dieser mit rund 180 Euro eher nicht zu den günstigen Lautspre­chern. Ob der Preis aber durch die sonst gewohnte Teufel-Qualität gerecht­fertigt ist? We will see. 

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Angefasst und angeschaut

Was das grund­sätz­liche Design des Rockster XS angeht, so ist dieses weitest­gehend dem des großen Bruders nachemp­funden. Im Gegensatz zu vielen anderen Bluetooth-Lautsprecher, die entweder als Kubus oder in Form einer Pille auf den Markt kommen, bringt der Rockster XS eine sehr markante Trapez-ähnliche Form mit sich. Das Gehäuse besteht aus mattiertem Aluminium, was das etwa 17,8 x 8,6 x 6,9 Zenti­meter großes Gehäuse nicht nur sehr hochwertig in der Hand macht, sondern auch ordentlich Gewicht mit sich bringt: 720 Gramm bringt der Rockster XS auf die Waage, deutlich mehr als vergleichbare mobile Lautsprecher. Auf Vorher und Rückseite befindet sich jeweils eine Lautspre­cher­ab­de­ckung, auf denen das Teufel-Logo und jener Schriftzug prangt. Die Verar­beitung? Auch abseits der Materi­alwahl absolut spitze – Spaltmaße, wackelnde oder nicht Druck­feste Elemente sucht man vergeblich, es könnte schlicht nicht besser sein. 

Ober- und Unter­seite des Rockster XS ist jeweils in Silikon-Bumper angebracht, die leicht überstehen und diesen bei vor leichten Stürzen schützen sollen. Einziger kleiner Kritik­punkt: Silikon ist bekannt dafür, schnell und viel Schmutz und Staub annehmen zu können – sieht nicht schön aus, lässt sich aber mit einem feuchten Lappen mit einem Wisch wieder besei­tigen. Auf der Oberseite gibt es die gängigen Buttons zur Steuerung der Musik­wie­dergabe, die einen sehr guten und angenehmen Druck­punkt haben. An der Unter­seite findet sich der Power-Button des Lautspre­chers und hinter einer Abdeckung liegen dann auch Anschlüsse für USB und einem optio­nalen Klinken­stecker. Kleine Beson­derheit: während der MicroUSB-Stecker zum Laden des Lautspre­chers selbst dient, lässt sich über den USB-A auch das Smart­phone mit Strom versorgen. 

Übrigens lässt sich der Lautsprecher nicht nur senkrecht stehend nutzen, sondern kann auch waage­recht liegend betrieben werden. Letzteres gefällt mir persönlich besser, ist aber natürlich Geschmack­sache. Mir persönlich gefällt das Design und die Teufel-typische Kombi­nation aus schwarzer Grund­farbe mit roten Akzenten sehr gut, auch wenn sich der Lautsprecher natürlich nicht wie andere 20, 30 Euro Lautsprecher in der Hosen- oder Jacken­tasche verstauen lässt. Aber diesen Punkt spielt der Rockster XS durch die Musik­qua­lität locker wieder ein, aber dazu im folgenden mehr. Bemerkung am Rande: Der Lautsprecher ist zwar gegen Spritz­wasser geschützt, aller­dings nicht komplett wasser­dicht. Kurzer Regen­einfall oder Wasser­spritzer am Pool oder am See verkraften er also, direkt mit ins Wasser nehmen sollte man ihn aber nicht. 

Angeschaltet und angehört

Über den Power-Button lässt sich der Lautsprecher – wie man sicherlich nur schwer erraten kann – einschalten. Gekoppelt wird der Rockster XS über Bluetooth, was schnell getan ist. Bluetooth am Handy einschalten, mit dem Rockster XS verbinden, fertig. Wer ein Android-Smart­phone besitzt, der kann das Gerät auch einfach an die schmale Seite des Lautspre­chers halten, denn dank NFC lässt sich dieser auch fast automa­tisch mit dem Smart­phone koppeln – natürlich nur, sofern euer Androide eine NFC-Schnitt­stelle mit sich bringt. Einmal vorab: Der Lautsprecher besitzt einen integrierten Akku mit 4.400 mAh, was laut Teufel eine Wieder­ga­be­dauer von 14 Stunden bringen soll. Ist natürlich immer von einigen Faktoren wie zum Beispiel der Lautstärke abhängig, eine zweistellige Zahl von Stunden sind aber locker drin. 

Ein Lautsprecher kann noch so fein aussehen, aber wenn der Sound Kacke ist, ist der ganze Lautsprecher Kacke. Nun verziert ein dickes Teufel-Logo den Rockster XS. Heißt also gleich auch eine bessere Qualität? Kurz und schmerzlos: Ja. Ich könnte hier nun von dem techni­schen Innen­leben quatschen, dass der Rockster XS zum Beispiel auf dem Zwei-Wege-Prinzip setzt und zwei 46-mm-Breit­band­laut­sprecher besitzt, die von einem Class-D-Verstärker angesteuert werden – oder auch von dem 100-mm-Tieftöner auf der Rückseite. Aber ganz ehrlich? Habe ich absolut null Ahnung von. Ehrlich gesagt gibt es bei mir bei Sound­sys­temen und Mini-Anlagen eine Preis­grenze (irgendwo so bei 250-300 Euro), bei der ich keinen wirklichen Unter­schied mehr wahrnehme. Gehör und so. 

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Dennoch: Verglichen mit anderen mobilen Lautspre­chern, die natürlich auch deutlich kompakter sind, ist der Rockster XS eine wahre Wucht, die Qualität macht ordentlich Laune. Wirkt der Bass viele kleinerer Lautsprecher immer ein wenig blechern und dumpf, so ist er beim Rockster XS sehr lebendig, ohne aber zu dominant zu sein. Der Klang ist schön satt und kraftvoll, sei es nun bei guter handge­machtem Rock und seiner Ableger oder eher elektro­nische Tanzmusik. Ich war ehrlich gesagt mehr als positiv überrascht, was für ein Volumen der kleine Mann mit sich bringt. Was auch gelungen ist: Dreht man die Lautstärke hoch, kann er für seine Größe ordentlich Wumms geben, ohne dabei zu verzerren oder blechern zu wirken – gerade das ist ja nicht selten ein Problem bei seinem kleineren Kollegen. 

Der Rockster XS profi­tiert natürlich von den Randseiten aus Silikon, denn egal wie man den Lautsprecher nun auch positio­nieren mag (Klang­un­ter­schiede sind meiner Meinung nach minimal und Geschmack­sache), so dienen die Bumper dazu, den Lautsprecher zu entkoppeln, wodurch Bass-Vibration nicht oder nur sehr minimal auf die Oberfläche (wie zum Beispiel der Tisch­platte) treffen – für einen Sound nicht unwichtig, man erinnere sich nur mal an die ganzen aufge­motzten Autos, bei denen das Klappern der Nummern­schilder deutlicher zu vernehmen ist, als der eigent­liche Sound. Was mir aufge­fallen ist: Dreht man die Lautstärke ordentlich auf und hat gerade recht basslastige Musik am Laufen, kann es vorkommen, dass sich der Lautsprecher in der waage­rechten Position sich ein paar Milli­meter bewegt – der Bass hat also ordentlich Kraft – ohne aber dabei für die Ohren unangenehm zu wirken. 

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Bereits mit der normalen Lautstärke lässt sich ohne Probleme ein kleiner bis mittel­großer Raum beschallen, am See oder im Garten dürfte es ebenfalls keine Probleme geben – dafür müsste man den Lautsprecher meiner Meinung nach nicht einmal vollstens aufdrehen. Wer es dennoch noch ein wenig lauter mag, der kann auch den Outdoor-Modus aktivieren: drückt ihr einmal auf den mittig platzierten Button an der Oberseite des Rockster XS werden fortan die Höhen und Mitten ein wenig angehoben, was zwar einer­seits für eine gefühlt deutlich höhere Maximallaut­stärke sorgt, anderer­seits aber auch den Bass etwas vermissen lässt. Dennoch: Klang­tech­nisch eine ganz große Nummer von Teufel. Ich habe zwar in dieser Preis­klasse keine direkten Vergleiche, wirklich besser kann man den Sound, zumindest bei dieser Gehäu­se­große, aber kaum noch machen. 

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Stereo-Connect und Party-Modus

Zwei Dinge noch zum Rockster XS, denn Teufel hat seinem kleinen Lautsprecher zwei kleinere Features spendiert, von denen mindestens ein sicherlich sehr geil sein kann: Stereo-Connect. Mit dieser Funktion lassen sich zwei Rockster XS mitein­ander koppeln, womit man eine echte Stereo-Wiedergabe erzeugen kann. Konnte ich mangels zweitem Lautsprecher zwar nicht auspro­bieren, aufgrund der Sound­qua­lität eines Einzelnen dürften zwei Boxen im Stereo-Betrieb aller­dings ordentlich fetzen – sowohl was den Klang, auch die Lautstärke angeht. Koppeln soll recht simpel sein: Beide Lautsprecher einschalten und an beiden drei Sekunden lang die Bluetooth- und Play/Pause-Taste gedrückt halten, schon sollten sich die beiden Lautsprecher mitein­ander verbinden. 

Ebenfalls praktisch könnte der Party-Modus sein: So lässt sich der Rockster XS nicht nur mit einem Gerät, sondern mit zwei verschie­denen Geräten via Bluetooth koppeln. Kann eine praktische Sache sein, denn während die eine Person über ihr Smart­phone Musik wiedergibt, kann Person Nummer Zwei schonmal das nächste Lied aus ihrem Musik­ordner auswählen und dieses anschließend abspielen. Was hierbei nur zu Beachten wäre: Startet die Wiedergabe auf einem der beiden Geräte, wird die bisher laufende Wiedergabe des anderen Geräts sofort gestoppt. 

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Fazit und tl;dr

Der Rockster XS glänzt durch eine sehr markante Form und noch mehr mit einer hochwer­tigen Material-Auswahl und Verar­beitung – selbst mit bösem Auge lässt sich nichts negatives finden. Aber auch beim Sound kann der Lautsprecher durch die verschie­denen Musik­genre hindurch vollends überzeugen: ein satter, fetter aber nicht zu dominanter Bass, gepaart mit einer sehr diffe­ren­zierten Akustik und anstän­digen Höhen. Selbst bei maximaler Lautstärke übersteuert der Rockster XS nicht und der Sound bleibt konstant gut. 

Bei lauten Garten­partys mit vielen Leuten und große Räume kommt er zwar – auch im lauteren Outdoor-Modus – nicht ganz mit, für kleinere Räume, Perso­nen­runden oder auch einen netten Sommer-Abend im Park ist die Lautstärke aber mehr als ausrei­chend. Hinzu kommt die mit über zehn Stunden ausrei­chend lange Akkulaufzeit, nicht selten dürfte das Smart­phone vorher den Geist aufgeben. Einziger kleiner Wermuts­tropfen: Der Lautsprecher ist nur vor Spritz­wasser geschützt, eine komplette Wasser­fes­tigkeit wäre aber sicherlich nicht verkehrt gewesen. 

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Dennoch hat die gewohnte Teufel-Qualität aber natürlich ihren Preis, denn der Rockster XS wechselt für rund 180 Euro den Besitzer. Zwar geht es – gerade bei statio­nären Lautsprecher-Boxen und -Systemen noch viel viel weiter hinauf, verglichen mit den Preisen anderer mobilen Bluetooth-Lautspre­chern ist das aber ein ganzer Batzen Geld, bei dem man nicht selten erst einmal kurz schlucken muss. Was den Sound betrifft, so gehört der Teufel Rockster XS definitiv zu den besten Bluetooth-Lautspre­chern in kompaktem Maß auf den Markt. 

Aller­dings muss natürlich jeder für sich entscheiden, ob es ihm das Wert is oder ob nicht auch ein Lautsprecher für 50 – 80 Euro ausreicht – kommt eben zum einen darauf an, wieviel ihr ausgeben wollt und könnt und wie häufig ein mobiler Lautsprecher bei euch zum Einsatz kommen würde. Da es euch Teufel aber ermög­licht, den Rockster XS (und natürlich andere Systeme und Lautsprecher) acht Wochen lang auspro­bieren zu können, geht ihr eigentlich kein Risiko ein und solltet es auf einen Versuch ankommen lassen. Was ihr aber auf keinen Fall tun dürft: testet den Rockster XS nicht mit dem günsti­geren Lautsprecher eurer Wahl – ansonsten habt ihr einen „Kauf mich“-Floh im Ohr, den ihr wohl nur schwer wieder los werdet.