Things 3: Aufgabenmanager für macOS und iOS in generalüberholter Version

Marcel Am 18.05.2017 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:09 Minuten

Die Stuttgarter Software-Schmiede Cultured Code hat eine von Grund auf neugeschriebene und designte Version ihrer hochpreisigen, aber beliebten Aufgabenverwaltung Things veröffentlicht.

Things gehört seit Jahren zu den beliebtesten Mac-Anwendungen, wenn es um das Verwalten und Erledigen von Aufgaben geht – trotz des vergleichsweise hoch angesetzten Preises, denn für das „Rundum-Sorglos-Paket“ bestehend aus den Apps für macOS, iPhone und Apple Watch, sowie für das iPad werden locker flockige 80 Euro fällig. Nun haben die Entwickler nach gut vier Jahren Entwicklungszeit eine generalüberholte Version in Form von Things 3 veröffentlicht, die das bewährte „Get things done“-Konzept von David Allen beibehält, gleichzeitig aber auch eine neue und moderne Oberfläche und eine ganze Hand voll neuer Funktionen und kleineren Detail-Verbesserungen mit sich bringt.

Einer der großen Pluspunkte an Things war schon seit jeher, dass man sich jeden Tag aufs Neue Aufgaben aus dem Eingangsordner picken kann, die man an Tag X erledigen möchte – man muss also nicht vorab schon ein Fälligkeitsdatum hinzufügen, sondern kann diese flexibel und spontan bestimmen. Klappt natürlich auch mit anderen Taskmanager, allerdings oftmals nicht so komfortabel wie bei Things. Solltet ihr die gewählten Aufgaben einmal doch nicht alle abarbeiten, so verschiebt sie Things automatisch zum nächsten Tag, ohne euch warnend ein „Hey, das sollte bis gestern erledigt sein“-Schild vorzuhalten. Besonders praktisch: Aufgaben lassen sich neuerdings auch auf „Heute Abend“ terminieren.

Ein weiterer Unterschied beim Anlegen von Aufgaben, die sich wie üblich verschiedenen Projekten wie „Arbeit“ und „Privat“ einsortieren lassen, ist die Tatsache, dass man nicht nur Fälligkeitsdaten hinzufügen lassen, zu denen eine Aufgabe oder erledigt sein muss. Stattdessen lässt sich in Things auch ein Zeitpunkt hinterlegen, ab dem man sich mit Aufgabe XY beschäftigen möchte, darüber hinaus ist aber natürlich auch die klassische Deadline möglich oder beides. Eine derartige flexible Terminangabe mit Start- und Endzeitpunkten gibt es zwar ebenfalls in der ein oder anderen Aufgabenverwaltung, allerdings eher in professionellen Tools wie OmniFocus oder auch 2Do.

Neu in Things 3 hinzugekommen ist die Möglichkeit, sich seine Kalender beziehungsweise die enthaltenen Termine direkt in Things anzeigen zu lassen, wodurch sich die Planung eurer Aufgaben ebenfalls erleichtern soll. Aufgaben können nun nicht mehr nur wie angesprochen mit einem Datum versehen werden, sondern auch mit einer Uhrzeit, die gleichzeitig als Erinnerung fungiert. Angelegte Projekten (aka Listen) lassen sich durch Überschriften gliedern, was bei zahlreicheren Aufgaben für eine bessere Übersicht sorgt und Aufgaben können nun auch Unteraufgaben (heißen hier Checklisten) beinhalten.

Außerdem wurde die Übersichtsseite verbessert und durch eine „Upcoming“-Ansicht ergänzt. In dieser findet ihr nicht nur die Aufgaben des aktuellen Tages vor, sondern auch geplante und wiederkehrende Aufgaben, Deadlines und Kalender-Einträge der kommenden Tage. Weitere Neuerungen: Termine lassen sich nun in „natürlicher Sprache“ eingeben (also zum Beispiel „Morgen dies und das erledigen“) und ein neuer „Magic Plus-Button“ auf iPhone und iPad soll das Erstellen neuer Aufgaben, Headlines und Projekte intuitiver gestalten. Dieser Button lässt sich an eine beliebige Position ziehen, je nachdem, wohin man diesen verschiebt, erzeugt er ein anderes, passendes Objekt. Ungemein praktisch, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat.

Neben diesen größeren Neuerungen gibt es aber natürlich auch eine Vielzahl an kleineren Details, unter anderem lassen sich Aufgaben auf dem iPhone und iPad nun komfortabler von A nach B verschieben und eine Fortschrittsanzeige zeigt euch den aktuellen Stand von Projekten an. Vor allem aber macht man sich zahlreiche Schnittstellen von macOS und iOS zu Nutze: So lassen sich auf dem Mac mehrere Fenster mit unterschiedlichen Projekten öffnen und auch Schnellzugriffe für die TouchBar der aktuellen MacBook Pro gibt es, während es unter iOS eine Unterstützung des Split View-Modus, Quick Actions auf dem Homescreen und ein überarbeitetes Today Widget gibt.

Wie man sieht haben die Entwickler also nicht nur an der Oberfläche geschraubt, sondern auch viele größere und kleinere Funktionen implementiert, die sich die Nutzer laut eigenen Aussagen am häufigsten gewünscht haben. Die Oberfläche sieht meiner Meinung nach einfach nur schick aus und dadurch, dass sie auf allen Geräten nahezu identisch aufgebaut ist, ist der Wechsel zwischen den Geräten ohne großes Umdenken möglich. Apropos Wechsel zwischen den Geräten: Über die kostenlose Things Cloud lassen sich Projekte, Aufgaben und Co. über alle genutzten Geräte hinweg synchronisieren – erfahrungsgemäß funktioniert dies bei Things völlig unproblematisch.

Gefällt mir also eigentlich ganz gut, allerdings gibt es einen Punkt, weswegen Things 3 für mich nicht nutzbar ist: Es lassen sich noch immer keine Listen für andere Nutzer freigeben und gemeinsam bearbeiten. Things ist demnach nur für einzelne Nutzer gedacht, nicht für das Arbeiten im Team. Außerdem schade, dass man nicht auch gleich den Sprung auf Windows und Android wagt, man ist also an das Apple’sche Universum gebunden. Sicherlich genauso gedacht, wer allerdings neben dem Mac ein Gerät mit Android nutzt (Tablet oder Smartphone), der dürfte als Zielgruppe aber leider herausfallen. Wer sich daran aber nicht stört, der bekommt mit Things 3 eine der durchdachtesten Aufgabenverwaltungen für macOS und iOS.

Diese Tatsache hat allerdings ihren Preis, denn Things gehörte nie zu den Schnäppchen, rund 80 Euro wurden für alle drei Apps fällig und Things 3 lassen sich die Entwickler nochmals bezahlen, es gibt also kein kostenloses Update für Bestandskunden. Wirkt auf den ersten Blick vielleicht frech und überteuert, allerdings darf man nicht außer Acht lassen, dass andere Aufgabenverwaltungen den Things-Funktionsumfang nur dann bieten, wenn man ein Pro-Abo besitzt, welches im Falle von ToDoIst mit etwa 30 Euro zu Buche schlägt. Dafür hat man dann aber auch wieder drei, vier Jahre Ruhe, sodass sich der hohe Anschaffungspreis wieder relativiert. Und: Wer sich noch bis zum 25. Mai für einen Wechsel entscheidet, der bekommt die Apps bis dahin mit 20% Rabatt.

 

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