Transmit 5: FTP-Client für den Mac mit einigen Neuerungen veröffentlicht – nicht mehr im Mac App Store

Marcel Am 19.07.2017 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:29 Minuten

Das FTP-Programm Transmit für den Mac hat nach über sieben Jahren ein großes Update auf die Version 5 spendiert bekommen und präsentiert sich nun mit einer modernen Oberfläche und mit einigen neuen Funktionen.

Für den Mac gibt es so einige FTP-Clients. Allen voran fallen häufig drei Namen: die kostenlosen FileZilla (für mich auf dem Mac unbenutzbar) und Cyberduck sowie die kostenpflichtigen Tools YummyFTP (welches immer wieder mal im Angebot ist) und Transmit aus dem Hause Panic. Letzteres ist seit geraumer Zeit das Tool meiner Wahl, auch wenn die Oberfläche noch ein wenig verstaubter wirkt, es als zum Beispiel bei YummyFTP der Fall ist. Dafür aber kann Transmit mit einer Reihe an kleinen Nebensächlichkeiten Punkte sammeln, vor allem „Transmit Disk“ ist eine nette Sache, mit der sich beispielsweise FTP-Server als virtuelle Laufwerke mounten lassen, sodass man wie gewohnt im Finder mit diesen arbeiten kann. Hinzu kommt, dass Transmit auch bei entfernten Ordnern mit tausenden Dateien eine ordentliche Geschwindigkeit bietet.

Nun haben die Entwickler Transmit 5 nachgelegt und das erste große Update seit 2010(!) veröffentlich – hätte wohl niemand mehr so wirklich mit gerechnet. Laut eigenen Angaben wurde Transmit 5 von Grund auf neu entwickelt, was man vor allem der überarbeiteten Oberfläche ansieht. Statt altem Mac-Look gibt es nun eine moderne Oberfläche vor die Augen. Insgesamt hat man den bewährten Aufbau mit kleineren Anpassungen zwar beibehalten, Transmit wirkt aber auf einem aktuellen Mac nicht mehr wie ein Fremdkörper. Wie gewohnt lässt sich Transmit wahlweise mit Einzelansicht des verbundenen Server nutzen oder aber in einer zwei geteilten Ansicht für lokale und entfernte Daten – oder eben für zwei gleichzeitig verbundene Server.

Funktionell hat sich aber natürlich ebenfalls etwas getan. So lässt sich mit Transmit fortan nicht nur eine Verbindung zu (S)FTP-, WebDAV- und Amazon S3-Servern aufbauen, sondern man unterstützt nun auch eine Reihe an Cloud-Anbietern, unter anderem Dropbox, Google Drive, Box, Microsoft Azure, Rackspace, Backblaze B2 und zahlreichen weiteren Diensten. Natürlich bieten Dropbox, Google Drive und Co. auch eigene Synchronisations-Apps für den Mac an, allerdings hat die Integration in Transmit auch Vorteile: So könnte man zum Beispiel einen Zweitaccount hinterlegen, den man nur dann verbindet, wenn man ihn wirklich benötigt. Beispielsweise um ein paar Daten in der Cloud zu sichern, ohne diese aber gezwungenermaßen auch wieder auf die Festplatte in den entsprechenden Cloud-Ordner herunterladen zu müssen.

Ebenfalls neu ist auch der Panic Sync. Mithilfe des Features lassen sich hinterlegte Zugänge und Favoriten mit anderen Macs (und endlich auch mit der iOS-App von Transmit sowie den Coda-Apps für macOS und iOS) synchronisieren. Wird einigen Nutzern sicherlich einen kleinen Schauer über den Rücken laufen lassen, die Entwickler betonen aber, dass die Synchronisation mit 256-Bit verschlüsselt wird und dass man externe Audits positiv abgeschlossen hat. Lässt sich natürlich nicht gänzlich kontrollieren, im Zweifel gibt es aber natürlich auch noch die von den Vorgänger-Versionen bekannten Import- und Export-Funktionen hinterlegter Accounts.

Die weiteren Neuerungen: Mit Transmit 5 lassen sich nun auch lokale oder Remote-Server miteinander abgleichen, bislang war dies lediglich Lokal-zu-Remote oder umgekehrt möglich. Ebenfalls hat man nochmals die Geschwindigkeit optimiert, laut Entwicklern ist die aktuelle Version bei manchen Aktionen bis zu 16x schneller als ihr Vorgänger, vor allem bei gut gefüllten Ordnern und größeren Dateien. Außerdem gibt es eine neue Aktivitätsansicht, eine neue Seitenleiste mit Dateiinformationen, eine Unterstützung für Tags, einen integrierten Batch Renamer und viele weitere Kleinigkeiten mehr. Alles in allem lohnt sich der Umstieg meiner Meinung nach, vor allem wenn man Transmit häufig im Einsatz hat und mehr möchte, als nur Dateien von der Platte auf seinen FTP-Server schubsen möchte.

Im Rahmen der Veröffentlichung gibt es Transmit 5 bis kommenden Mittwoch für rund 35 US-Dollar, danach steigt der Preis auf die regulär angeschlagenen 45 US-Dollar (also etwa 39 Euro) an. Der Preis gilt im übrigen sowohl für Neukunden, als auch für Bestandskunden, es gibt also keinen pauschalen Upgrade-Rabatt. Verständlich in meinen Augen, wenn man bedenkt, dass Transmit 4 rund sieben Jahre mit kostenlosen Updates versorgt wurde. Es gibt lediglich eine Ausnahme: Wer Transmit 4 nach dem 1. Juni gekauft hat, der bekommt das 5er-Update für lau. Und wer nicht die Katze im Sack kaufen möchte, der kann die angebotene Trial-Version sieben Tage lang uneingeschränkt ausprobieren.

Mit dem großen Update haben die Entwickler aber einen weiteren Schritt vollzogen, denn wie man angekündigt hat, wird Transmit 5 erst einmal nicht mehr im Mac App Store zu finden sein. Als Gründe nennt man unter anderem die fehlenden Möglichkeiten, eine kostenlose Demo-Version anzubieten, die nach Ablauf der Testphase bezahlt werden muss (wobei: was ist mit In-App-Käufen?). Auch die noch immer fehlenden Update-Preise kritisiert man, ebenso wie die Tatsache, dass man „nicht mal auf die Schnelle“ ein fehlerbereinigtes Update veröffentlichen kann, sondern immer durch die Apple’schen Kontrolleure muss. Etwas, was einige namhafte Entwickler in den letzten Monaten angebracht haben…

Projektseite von Transmit 5

Quelle Panik Inc.

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