Twitter: 140 Zeichen­limit fällt – Shitstorm incoming?

Am 24.05.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:46 Minuten

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Wie Twitter heute verkündet hat, wird das Zeichenlimit von 140 Zeichen in den kommenden Monaten nach und nach fallen. Positiv: es wird keine unbeschränkt langen Tweets geben, dennoch gibt es Diskussionspotential.

In den letzten Monaten gab es immer wieder mal das Gerücht, dass man sich seitens Twitter vom 140-Zeichenlimit abwenden wolle. Nun hat man die Katze offiziell aus dem Sack gelassen und verkündet, wie genau man dabei vorgehen wolle. Glücklicherweise bleibt das Limit grundsätzlich bei den gewohnten 140 Zeichen, dennoch wird es fortan mehr Platz für Tweet-Inhalte geben, denn man wird verschiedenste Anhängsel fortan nicht mehr bei der Zählung berücksichtigen. Grundsätzlich lesen sich die vorgestellten Änderungen seitens Twitter wie folgt:

  • Antworten: Beim Antworten auf einen Tweet werden @Nutzernamen nicht länger zu den 140 Zeichen zählen. So werden Unterhaltungen auf Twitter einfacher und direkter.
  • Anhänge: Für angehängte Fotos, GIFs, Videos und Umfragen werden keine Zeichen der 140 Gesamtzeichen mehr benötigt. Das gleiche gilt für Anhänge bei zitierten Tweets.
  • Eigene Tweets retweeten und zitieren: In Zukunft habt Ihr die Möglichkeit, eigene Tweets zu retweeten oder zu zitieren, um beispielsweise einen neuen Blickwinkel hinzuzufügen, einen Kommentar zu ergänzen oder einen wichtigen Tweet noch einmal hervorzuheben.
  • Tschüss, .@: Neue Tweets, die direkt mit einem @Nutzername beginnen, erreichen in Zukunft alle Follower. Die Formulierung “.@Nutzername” - also mit einem Punkt vor dem @Nutzernamen - wird nicht mehr nötig sein. @Antworten können mit einem Retweet mit allen Followern geteilt werden.

Gerade letzteres dürfte für einen kleinen bis mittelgroßen Shitstorm sorgen. Zur Erklärung: Startet ihr eine Twitter-Konversation mit "@Nutzername Wie gehts?", so sehen dies fortan alle Nutzer, sprich eben das, was zuvor mit ".@Nutzername" explizit erreicht wurde. Unterscheiden muss man dabei zwischen dem gewohnten Antworten auf einen Tweet, denn auch wenn hier ebenfalls ein "@Nutzername" zum Einsatz kommt, so sehen dies wie bisher auch nur jene Follower. Twitter-intern wird eben unterschieden, ob es sich bei ”@Nutzername" um eine "Initialzündung" war oder ob es sich um einen Antwort-Tweet handelt.

Die Änderungen werden allerdings nicht sofort umgesetzt, stattdessen sollen sie in den "kommenden Monaten" freigeschaltet werden. In erster Linie möchte man mit den verkündeten Änderungen Entwickler erreichen, denn damit Nutzer von Third-Party-Clients von diesen profitieren können, müssen Entwickler die Implementierung der Twitter-API anpassen. Bleibt zu hoffen, dass es eine Möglichkeit geben wird, die besagten "@Nutzername"-Tweets zumindest über Dritt-Apps ausblenden zu können, klingt in meinen Augen schon recht nervig...

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Quelle Twitter