Android: Underburn reguliert Display-Helligkeit anhand angezeigter Inhalte

Marcel Am 16.11.2017 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:01 Minuten

Android-Smartphones (und auch iPhones) besitzen seit einigen Jahren schon eine automatische Helligkeit, die zunächst nur den Umgebungslichtsensor zur Justierung der Bildschirmhelligkeit genutzt hat. Mit Android 5.0 hat Google den Algorithmus erweitert, sodass der Helligkeitsgraph nun immer um die vom Nutzer eingestellte Helligkeitsstufe verläuft – adaptive Helligkeit genannt. Funktioniert seit jeher eigentlich recht zuverlässig und ohne größere Probleme, zusätzlich gibt es eine immer breitere Unterstützung eines dunklen Theme für Apps und Hersteller ergänzen ihre Systemsoftware häufiger um einen Blaulichtfilter á la f.lux beziehungsweise Nightshift. Beides zusätzliche Annehmlichkeiten, die das Lesen auf dem Smartphone gerade in dunkleren Umgebungen angenehmer gestalten.

Entwickler und XDA-Devs-Mitglied out386 hat sich dennoch einmal ein paar Gedanken darüber gemacht, wie man die automatische Justierung der Bildschirmhelligkeit noch weiter verfeinern könnte, herausgekommen ist eine kleine Android-Apps namens Underburn. Denn das Problem an der aktuellen Lösung trotz aller Ansätze:  Ein dunkles Theme ist zwar für die Augen im Dunkeln deutlich stressfreier, aber a) kommt nicht jede App mit einem solchen daher und b) wirkt dies natürlich nicht auf andere Inhalte wie Webseiten, Bilder und Co. Kennt sicherlich jeder, dass man das Gefühl hat die Augen verbrennen, weil man z.B. in der dunklen Twitter-App ein helles Bild geöffnet hat. Genau an diesem Punkt setzt nun Underburn an, dass eine inhaltssensitive Bildschirmhelligkeit mit sich bringt.

Heißt also: Je nach angezeigtem Bildschirminhalt wird die Helligkeit nach unten oder oben angepasst. Bei dunkleren Inhalten wird sie ein wenig aufgedreht, bei hellen Bildschirminhalten wird sie etwas heruntergeregelt. Dies passiert aber auch nicht von 0 auf 100, sondern sie wird fließend erhöht bzw. reduziert, sodass auch dies für die Augen nicht zu anstrengend wird. Um unterschiedlichen Nutzervorlieben gerecht zu werden bietet die App eine Grundkonfiguration, für die ihr die maximale und minimale Helligkeit festlegen könnt (oder müsst). Hierbei sei angemerkt, dass Underburn nicht mit der adaptiven Bildschirmhelligkeit harmoniert: solange Underburn also aktiv ist, wird die native Auto-Helligkeit ignoriert.

Der Trick ist eigentlich ganz simpel, denn Underburn greift auf die Android Media Projection API zurück und erstellt pro Sekunde vier Screenshots, die dann analysiert werden. Kleine Überraschung: der zusätzliche Akkuverbrauch fällt gar nicht mal so gravierend aus wie es klingt, gleiches gilt auch für die CPU-Last. Hinzu kommt, dass die App keinen Wakelock auslöst wenn das Display aus ist, keinerlei Root-Rechte benötigt. Aufgrund des Screenshot-Tricks dürfte aber klar sein, dass Underburn nicht für die Alltagsnutzung, sondern vielmehr für die Nutzung in den Abendstunden und der Nacht gedacht ist (diesbezüglich wäre eine Zeitplanung ganz nett gewesen). Funktionierte auf meinem Nexus 5X ganz gut und ist durchaus eine für die Augen angenehme Sache.

No data is ever collected, stored on your device, transmitted, or abused in any way. Underburn doesn’t even have any analytics or the permissions needed to access the Internet.Underburn | out386

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