Universalfernbedienung: Logitech Harmony One Advanced im Test

Marcel Am 06.02.2010 veröffentlicht Lesezeit etwa 6:11 Minuten

Logitech Harmony One

Der letzte, und dritte Teil meiner kleinen Testreihe rund um Universalfernbedienungen ist nun schon etwas her. Nachdem ich nun drei Philips-Fernbedienungen getestet habe, kommt nun eine Logitech-Fernbedienung an die Reihe. Aber nein, nicht eine. Sondern DIE Logitech-Fernbedienung. Oder auch DIE Universalfernbedienung. Denn mit der Harmony One Advanced hat Logitech alles richtig gemacht. Alles.

Warum die Universalfernbedienung meiner Meinung nach absolute Oberklasse ist, und wieso ich mich dennoch für eine andere Universalfernbedienung entschieden habe, könnt ihr nun in den folgenden zwei Beiträgen zum Thema Universalfernbedienungen nachlesen.

Aussehen und Co.

Die Harmony One ist zwar etwas länger als jede andere getestete Fernbedienung, aber dennoch liegt sie 1a in der Hand. Die Rückseite hat eine nette, gummiartige Oberfläche, wordurch sie sehr griffig ist. Durch die „Wellen“ an der Rückseite passt sie super in die Hand.

Die wichtigsten Tasten – also alles unter dem Steuerkreuz –  sind direkt mit dem Daumen steuerbar. Lediglich die schwarze Klavierlackoberfläche würde einen halben Punkt abzug geben, Fingerabdrücke lassen sich so absolut nicht vermeiden. Jedenfalls haben die Tasten einen sehr guten Druckpunkt und sind auch nicht zu laut.

Der Touchscreen der Harmony One ist sehr gut lesbar, hell und man erreicht den gewünschten Menüpunkt, ohne den falschen zu erwischen. Die Reaktion ist super: Anders als zum Beispiel bei der Philips Prestigo 9320 reicht eine leichte Berührung aus.

Die Konfiguration von Geräten

Mit der Software Philips Configo hat Philips alles richtig gemacht. Doch Logitech geht noch einen Schritt weiter in Richtung Perfektion. Denn meiner Meinung nach ist die Logitech Harmony Remote Software wirklich genial. Nicht wundern: Die Bilder stammen nun mit meiner Logitech Harmony 900 – dazu gibt es in einem Folgepost noch mehr Informationen. Die Software und deren Möglichkeiten sind aber identisch – ihr müsst das „900“ oben einfach in eurem Kopf durch „One“ ersetzen. Jedenfalls werden zuerst einmal die Geräte hinzufügt und angezeigt. Dabei bietet die Logitech Datenbank noch mehr Geräte als die Philips-Sofware, es ist nahezu alles dabei:

Habt ihr alle Geräte hinzugefügt, werden sie schön übersichtlich angezeigt:

Jedes der eingerichteten Geräte kann noch weiter „optimiert“ werden: So können die unterschiedlichen Eingänge konfiguriert werden – jedoch sind fast alle Geräte schon nahezu perfekt eingestellt. Sollte mal etwas nicht klappen, so gibt es auch eine sehr gute Fehlerbehebung:

Die Geräte können jedoch nicht geordnet werden. Ist jedoch nicht weiter tragisch, da die Harmony nicht auf die Geräte aufsetzt, sondern auf Aktionen. Auch mit der Fernbedienung selbst muss man so gut wie nie in die Geräteliste wechseln. Dazu aber gleich mehr.

Die Konfiguration von Aktionen

Sind alle Geräte eingerichtet, müssen noch Aktionen eingerichtet werden. Aktionen sind quasi Verkettungen von Befehlen. Wollt ihr zum Beispiel eine DVD schauen, so werden die Befehle „TV an“, „DVD an“, „TV Eingang XY“, „DVD Start“ automatisch nacheinander ausgeführt. Dabei werden nicht benötigte Geräte ausgeschaltet. Das Hinzufügen von Aktionen ist genauso simpel wie das Einrichten der Geräte, hier hat Logitech einen sehr guten Assistenten zurechtgebastelt:

Wie man sieht: Jede erdenktliche Option wird abgefragt. Wo wird die DVD eingelegt? Wodrauf wird geschaut? Wie wird die Lautstärke geregelt? Welcher Eingang muss gewählt werden? Und so weiter. Alle eingerichteten Aktionen werden ebenso wie die Geräte angezeigt:

Im Prinzip war es das auch schon. Man kann die Aktionen natürlich noch weiter konfigurieren und umbennenen, aber wenn ich alles abbildern würde was möglich ist, na, das würde den Rahmen sprengen. Aber wie gesagt: Die Software ist quasi Selbsterklärung und sowohl Geräte, als auch Aktionen sind mit dem Asssistenen schon fast perfekt eingerichtet. „Otto Normal“ würde es sicherlich dabei belassen, ohne etwas negatives zu merken.

Geräte vs. Aktionen

Wie bereits angedeutet: Bei der Harmony One sind die Aktionen das Herzstück. Dies wird auch deutlich, wenn man sich den Touchscreen anschaut: Als „obersten“ Menüpunkt gibt es immer die Aktionen („Activities“). Alles, was mit einer Aktion zu tun hat, wird blau dargestellt:

Über den Menüpunkt „Geräte“ gelangt man jedoch auch zu der Geräteübersicht, welche sich mit der Farbe Orange verbündet hat.

Eine leichte Berührung auf eines der Geräte und schon findet man fast alle Funktionen des Gerätes wieder. Teilweise sind es sogar mehr Funktionen, als die Originalfernbedienung besitzt. So kann man an seinem Fernseher zum Beispiel auf Knopfdruck den Eingang wechseln und und und:

Und hier sieht man wieder: Unten findet man wieder einen Menüpunkt, der einem zu den Aktionen bringt. Ich persönlich habe die Geräteliste und deren Funktionen im Gebrauch der Harmony One noch nie benötogt – dafür laufen die Aktionen zu perfekt. Und genau das ist der Unterschied zu den Philips Fernbedienungen: Hier funktioniert alles.

Die Aktionen

Kommen wir nun zurück zu den Aktionen – ein drücken auf den Button „Activities“ reicht, um zu der Liste der Aktionen bzw. die aktuelle Aktion zu gelangen. Um die Funktion der Aktionen zu erklären, benötigen wir einen kurzen Versuchsaufbau. Nehmen wir folgendes:

Wir haben einen Fernseher, auf dessen Scartanschluss ein DVB-T-Receiver steckt. Am Anschluss HDMI befindet sich ein Mediastreamer. Da wir derzeit gerade Fernseh gucken, ist letzterer natürlich ausgeschaltet. Nun aber wollen wir uns einen Film über unseren Streamer anschauen, also drücken wir auf die Aktion „Streaming“ (oder je nachdem wie sie benannt ist ;)).

Nun fängt die Harmony One an, die Aktionen Streaming zu starten, was uns die Fernbedienung auch mitteilt:

So, das was nun passiert, ist im Prinzip das, was ihr auch mit x-Fernbedienungen machen würdet: Der DVB-T-Receiver wird ausgeschaltet, der Fernseher wird auf den Eingang HDMI umgeschaltet, der Streamer wird angeschaltet und fertig. Es werden alle alle Geräte, die in der aktuellen Aktion nicht benötigt werden, ausgeschaltet. Natürlich kann man auch bestimmte Geräte davon herausnehmen (z.B. falls man Lampen mit der Fernbedienung steuert), aber das brauchen wohl die wenigsten, daher ist es kein Standard. Ist alles gestartet, so werden auf dem Touchscreen virtuelle Tasten angezeigt:

Natürlich nur all jene, die auf den „normalen“ Tasten keinen Platz gefunden haben. Und auch nur jene, die man wirklich benötigt. Wenn man die Liste mal mit der Liste der einzelnen Geräte vergleicht, wird man feststellen, dass einiges fehlt. Aber die virtuelle Taste um den Eingang zu wechseln wird hier ja auch nicht mehr benötigt. Ebenso werden viele andere Optionen nicht angezeigt – eben nur das, was wirklich benötigt wird. Wer es lieber etwas individuell mag, der kann die Softkeys und sämtliche Tastenanordnung natürlich per Software verändern.

Sollte mal etwas nicht ganz hinhauen, z.B. weil der Streamer nicht angeschaltet worden ist, so hilft die Taste „Help“ weiter. Dort öffnet sich ein Fehlerassistent, der euch Dinge abfragt und gegebenfalls korrigiert. So werden z.B. Fragen gestellt wie „Ist der Fernseher an? – Ja/Nein“, „Ist der Streamer an? – Ja/Nein“ und so weiter. Nach jeder Änderung wird gefragt ob das Problem nun gelöst ist. Sollte also wirklich mal etwas nicht klappen, wieso auch immer, dann funktioniert es. =)

So, zurück zu unserem Versuchsaufbau. Wir haben den Film nun zuende geschaut und wollen ins Bett. Also, was machen wir? Richtig, wir schalten alles aus. Doch da wir ja nun eine Universalfernbedienung mit Aktionen haben, müssen wir nicht alle Geräte einzelnd ausschalten. Ein Druck auf „Off“ ganz oben auf der Fernbedienung reicht und alle Geräte, die noch angeschaltet sind, werden deaktiviert. In unserem Falle natürlich nur der Streamer und der Fernseher, denn alles andere ist ja schon ausgeschaltet.

Fazit

So, das war mal eine kurze Vorstellung der Logitech Harmony One Advanced. Wie gesagt: Eine Kurze. Würde ich sämtliche Optionen für Geräte und Aktionen vorstellen, und würde ich sämtliche Einrichtungsoptionen und Bedienungsmöglichkeiten der Fernbedienung zeigen, würde das den Rahmen einer ganzen Webseite sprengen. Im Ganzen gilt eben: Der Assistent ist sehr, sehr gut umgesetzt und im Prinzip funktioniert so schon alles, wie es soll. Aber: Man kann alles ändern. Wirklich alles. „Otto Normal“ würd aus diesem Grunde nur den komfortablen Assistenten nutzen, „Hifi Jörg“, also der mit den zich Geräten und Funktionen, wird sicherlich nachjustieren. Aber bei beiden funktioniert alles genau so, wie gewünscht.

Logitech hat mit der Harmony One alles richtig gemacht. Wirklich alles. Sei es die Einrichtung, die Aktionen oder auch die interaktive Hilfeoption. Es wirkt alles schon sehr perfekt. Und meiner Meinung nach mit Abstand das Beste, was auf dem Markt ist. Klar, mit 134€ ist die One etwas teuerer als manch andere Fernbedienung, aber es läuft einfach alles. Ich kann die Fernbedienung – im Gegensatz zu den anderen – nur Empfehlen. Zwar sind auch andere Logitech Harmonys super, aber dank Touchscreen ist diese einfach nur genial. Wer also mit seiner Philips oder One for all Fernbedienung rumkrückt, dem kann ich nur empfehlen: Testet die Logitech Harmony One Advanced, ihr werdet begeistert sein!

Und trotzdem habe ich mich nicht für die Harmony One entschieden, sondern für die aktuellere Harmony 900. Wieso und welshalb, dazu in einem Folgepost mehr. Das Fazit unterschreibe ich dennoch. =)

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