Verschwindet das Thema „Einheitliche Ladegeräte“ bald wieder vom Tisch?

Marcel Am 15.04.2013 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:59 Minuten

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Derzeit geht ein kleiner, kleiner Aufschrei durch die ein oder anderen Techseiten, denn die freiwillige Vereinbarung diverser Smartphone-Hersteller, ihre Geräte mit einem universellen Ladegerät auszustatten, lief bereits Ende 2012 ab und bis jetzt ist eine erneute Einigung bei Weitem noch nicht sichtbar. Eine wirkliche Begründung dafür gibt es nicht, man ließ lediglich verlauten, dass der aktuelle Standard für leistungsstärkere Smartphones nicht ausreichend sei. Also das Ende des einheitlichen Ladegerätes?

Man muss dabei allerdings bedenken, dass es DAS einheitliche Ladegerät so gar nicht gibt und auch nie gab. In der ursprünglichen Vereinbarung ging es zwar um einheitliche Netzteile, die als Ausgang einen USB-Typ-A-Anschluss besitzen (so die explizite Aussage der Vereinbarung), ein Micro-USB-Anschluss hingegen ist keine Pflicht, solange die Hersteller Adapter zur Verfügung stellen, so wie es Apple zum Beispiel macht – diese müssen nichtmal direkt beiliegen, es reicht wenn diese eben irgendwo verfügbar sind, denn sonst würde Apple kein reines Lightning-Kabel beilegen. Ist zwar vielleicht etwas gegen den Idealfall, aber nicht gegen die Vereinbarung.

Dem normalen Kunden ist es eigentlich auch scheißegal, was für einen Anschluss sein Smartphone besitzt, solange er ein entsprechendes Netzteil in der Verkaufsverpackung findet. Wofür würde er unbedingt ein einheitliches Netzteil für alle Geräte benötigen? Im Regelfall hat Otto Normal nur ein Smartphone oder Mobiltelefon, nicht drei oder vier.

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Was die EU mit der Vereinbarung 2009 bezwecken wollte: Hersteller sollten nach einer Anlaufphase ihren Smartphones keine Netzteile mehr beilegen und damit rund 50.000 Tonnen Elektroschrott pro Jahr vermeiden. Allerdings liegen sämtlichen Smartphones noch immer Netzteile bei, was ich allerdings auch richtig finde. Sparen wir mit der Vereinbarung wirklich Schrott? Würde mich mal interessieren, denn ich würde fast wetten, dass sich die Zahl der Netzteile in privaten Kreisen nicht verringern würde. Smartphones sind teuer und so passiert es oftmals, dass Altgeräte bei einem Neukauf weitergegeben und weiterverkauft werden – inklusive dem Netzteil. Findet das Altgerät nun ohne Netzteil (weil Verkäufer X benötigt dieses ja weiterhin) einen neuen Nutzer, so muss sich dieser auch wieder ein Netzteil zulegen. Ist ein geschlossener Kreislauf wie ich finde. Ach, er braucht kein Netzteil, weil er es am Rechner zum Beispiel laden kann? Macht Otto Normal nicht oder nur kaum, wie ich so festgestellt habe.

Der Micro-USB-Anschluss hat sich bei vielen namhaften Herstellern auch schon vor der Vereinbarung relativ gut durchgesetzt und ich würde mal behaupten, ohne Vereinbarung ändert sich hier nichts. Es geht lediglich um die modularen Netzteile (die von Apple und anderen großen Herstellern auch schon vor der Vereinbarung genutzt wurden) – und ich denke mal, dass jetzt kein Hersteller hingehen wird und wieder irgendwelchen Schrottteile produzieren wird, sondern lediglich die Leistung erhöhen wird…

Oder habe ich hier irgendetwas übersehen? Ich lasse mich gerne belehren – also lasst mal so eure Meinung hören.

via Gizmodo Heise

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