Virtualisierung auf dem Mac: UTM nun in Version 4 verfügbar

Marcel Am 21.10.2022 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:46 Minuten

Die Open-Source-Virtualisierung UTM für macOS ist in der finalen Version 4 veröffentlicht worden und bringt unter anderem eine deutsche Lokalisierung und Unterstützung für mehrere Displays mit.

Im Bereich der Virtualisierungssoftware finden sich unter macOS einige empfehlenswerte Kandidaten – Parallels Desktop, VMware Fusion oder auch VirtualBox sind da sicherlich bekannte Namen. Ebenfalls im Spiel ist auch UTM Virtual Machines, ebenfalls ein Open-Source-Programm, welches auf QEMU aufbaut und sich darüber hinaus das Hypervisor-Virtualisierungsframework von Apple auf Silicon-Macs zu Nutze macht. Aber auch Nutzer mit Intel-Macs können auf UTM zurückgreifen, benötigt aber eben ein klassisches x86-/x64-Betriebssystem. UTM lässt sich recht einfach konfigurieren, die Besonderheit stellen aber die vorkonfigurierten Maschinen dar, die ihr euch auf der Projektseite herunterladen könnt. Achtung: Die jeweiligen ISO-Files zur Installation des Systems benötigt ihr natürlich dennoch, die Downloads stellen nur eine Erstkonfiguration bereit.

UTM läuft auf meinem M2-MacBook recht flüssig und angenehm durch, da kann man schon viel mit Windows herumspielen. Einzig auf intensive Spiele muss man verzichten, denn UTM bietet keine GPU-Emulation und daher auch keine Unterstützung für OpenGL und DirectX. Da müsste man dann auf Parallels setzen, kostet aber eben. Nun ist frisch die Version 4.0 von UTM in finaler Version an den Start gegangen, mit dem das Programm unter anderem eine vollständige deutsche Lokalisation erhalten hat – neben weiteren Sprachen wie Französisch, Spanisch, Chinesisch und mehr. Ebenfalls erwähnenswert, dass man für die Nutzung nun macOS 11.3 und iOS 14 (wenn man basteln möchte) voraussetzt, da man auf die jeweiligen Apple-Frameworks zurückgreift, um möglichst viel nativ abzuarbeiten, was natürlich der Performance zu Gute kommt. Wer ältere Systeme nutzt, der muss sich mit UTM 3.x zufriedengeben.

Neben diesen „organisatorischen“ Änderungen bietet UTM 4 aber auch eine Unterstützung für mehrere Bildschirme und Headless-Displays. Es lassen sich keine oder mehr Bildschirme und Terminalkonsolen konfigurieren. Auf dem Mac wird für jeden Bildschirm und jedes Terminal ein neues Fenster erstellt; unter iOS sind auf dem iPad ebenfalls mehrere Fenster möglich, während auf dem iPhone (und auf dem iPad) ein externes Display oder AirPlay genutzt werden kann. Mit Veröffentlichung von macOS Ventura kann sich UTM die neuen Virtualisierungs-Frameworks zu Nutze machen, beispielsweise können GUI-Linux-VMs mit EFI-Boot erstellt werden. Auch die Verzeichnisfreigabe unter macOS Ventura funktioniert nun und die Rosetta x86_64-Emulation wird für Linux-VMs auf Apple Silicon unterstützt (siehe hier). Probleme kann es noch für Nutzer mit M1-Chips geben, diese sollen in einem zukünftigen Update im Nachgang behoben werden.

Zu guter Letzt wurde auch die Installation von Windows 11 und 11 vereinfacht. Treiber für Windows und das ISO-Image lassen sich nun mit einem einzigen Klick herunterladen und mounten (macOS: Diskettensymbol im VM-Fenster, iOS: 3D-Touch-Kontextmenü auf dem Startbildschirm). Praktisch: Das ISO-Image enthält nun eine „Autounattend.xml“, die vom Windows-Installationsprogramm erkannt wird und die korrekten Treiber installiert, die Anforderungen für sicheres Booten/TPM umgeht und die SPICE-Tools bei der ersten Anmeldung installiert. Dinge, die man zuvor noch händisch machen musste und eine große Erleichterung bringen. Weiterführend geben die Entwickler an, dass sich die Größe von QEMU-Festplatten-Images nun in den Laufwerkseinstellungen erweitern lässt und Linux-Gastsysteme nun auf VirtFS-Freigaben für QEMU zurückgreifen können.

Ganz zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis: Das Konfigurations-Backend wurde mit der neuen Version grundlegend überarbeitet und einmal mit UTM v4 gespeicherte (lies: es reicht schon UTM v4 gestartet zu haben) VMs lassen sich im Nachgang nicht mehr in älteren UTM-Versionen verwenden. Solltet ihr euch also die Option eines späteren Downgrades auf die Version 3.x offen halten wollen, ist ein Backup eurer virtuellen Maschinen angesagt. Das komplette Changelog aller Änderungen von der ersten Beta 4.0.0 bis zur nun finalen Version 4.0.8 mitsamt weiterführenden Dokumentationslinks findet ihr auf der Release-Seite bei GitHub. Den Download der finalen Version 4.0.8 gibt es wie gewohnt entweder auf der Projektseite oder ebenfalls auf GitHub. Darüber hinaus kann UTM auch im Mac App Store gekauft werden, möchte man die Entwickler unterstützen.

‎UTM Virtual Machines
‎UTM Virtual Machines
Entwickler: Turing Software, LLC
Preis: 11,99 €

Quellcode GitHub

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