Auspro­biert: VisorTech TV-Simulator NX6593 soll Einbrecher abschrecken

Lesezeit etwa 3:27 Minuten
visortech-tv-simulator-7

Gadgets rund um die Sicherheit der heimi­schen vier Wände sind eine tolle Sache und vor allem inzwi­schen auch für „den kleinen Mann“ erschwinglich geworden. Musste man bis vor ein paar Jahren noch tief für profes­sio­nelle Systeme in die Tasche greifen, lassen sich inzwi­schen Alarm und weitere Sicher­heits-Gadgets vergleichs­weise kosten­günstig erwerben – ich persönlich bin bekanntlich ein Fan des Gigaset Elements Kit. Nun habe ich mir ein weiteres kleines Gadget vorge­stellt, welches während eurer Abwesenheit, wie zum Beispiel im Urlaub, ein wenig für Einbrüchen schützen kann: einen TV-Simulator NX6593 von VisorTech (respektive Pearl). 

Es gibt einige Faktoren, die darüber entscheiden, ob versucht wird, eure Wohnungstür zu öffnen oder nicht. Natürlich schrecken sichere Türschlösser und Mecha­nismen gegen ein Aushebeln ab, aber auch diese Versuche kann man häufig bereits im Vorfeld unter­binden. Zum Beispiel – wie inzwi­schen häufig genutzt – Steck­dosen mit Schalt­zeiten, sodass es während eurer Abwesenheit so aussieht, als sei jemand zuhause. Die gleichen Absichten verfolgt auch der kleine Fernseh-Simulator, aller­dings schaltet er keine Lampen ein und aus, sondern simuliert (wie man es am Namen schon erraten kann) einen laufenden Fernseher. 

Dazu sind in der kleinen und sehr unschein­baren Box (die Abmes­sungen betragen etwa 8,2 x 5,4 x 7,3 Zenti­meter) rund 15 farbige LEDs verbaut. Einmal einge­schaltet erzeugen diese LEDs ein für Fernseher typisches Flacker­licht – nur werden hier keine Bildwechsel vorge­nommen, sondern die LEDs strahlen schlicht unter­schied­liche Farben in verschie­denen Zeitab­ständen und Reihen­folgen aus. Letztlich ist es aber für das mensch­liche Augen nichts anderes und dementspre­chend wirkt das ganze von der Straße aus täuschend echt – auch dank der recht leucht­starken LEDs. 

Logisch: Blickt man direkt durch’s Fenster in den Raum, erkennt man schnell, dass es sich nur um einen Simulator handelt – obwohl, sofern man das Gerät nicht sieht, könnte es ja auch noch aus einem anderen Raum kommen. Bemerkung zwischen­durch: Die Strom­ver­sorgung erfolgt über ein Netzteil mit 5V/1A, der Strom­ver­brauch liegt im Standby (Dämme­rungs­modus aktiv, aber nicht einge­schaltet) bei etwa 0,2 Watt, einge­schaltet sind es ebenso schmale 0,4 – 0,8 Watt. Einen integrierten Akku gibt es hier aller­dings nicht, was etwas schade ist, da man die kleine Kiste sonst schnell mal in einem anderen Raum platziert hat. Ist aber nicht allzu tragisch, denn als Stecker kommt MicroUSB zum Einsatz, sodass man dennoch sehr flexibel ist, was die Strom­ver­sorgung angeht. 

Um die Wirkung noch ein wenig zu verstärken, besitzt der VisorTech NX6593 auch einen Slot für eine microSD-Speicher­karte (maximal 32 GB, forma­tiert mit FAT32). Über diese lassen sich Audio-Dateien (unter­stützt werden MP3, MVA und WAV) über einen integrierten Lautsprecher abspielen. Sei es Musik, Audio-Spuren von Spiel­filmen oder aufge­nommene Stimmen oder andere Geräusche – zusammen mit den Licht­ef­fekten verstärkt vor allem die Wiedergabe von Spielfilm-Audio die Wirkung des TV-Simulators nochmals etwas mehr. Der Lautsprecher bietet 2 Watt Leistung, die maximale Lautstärke wird mit 55 Dezibel angegeben – also in etwa „normale Gesprächs­laut­stärke“. Die Klang­qua­lität ist natürlich nicht allzu hoch, aber eben zweck­mäßig.

Um den TV-Simulator nicht an eine Schalt­zeituhr anschließen zu müssen, bietet der NX6593 auch eine automa­tische Ein- und Abschalt­au­to­matik. Cleverer Ansatz: Das Gerät besitzt keine Eingabe einer fixen oder variablen Uhrzeit zum Ein- und Ausschalten des Simulators, statt­dessen schaltet sich die kleine Box dank des integrierten Licht­sensors bei Dämmerung automa­tisch ein und wahlweise nach 4 oder 8 Stunden (je nach Regler­po­sition) auch wieder automa­tisch aus. Funktio­nierte in meinem Testlauf durchweg zuver­lässig – lediglich bei sehr dunklen Tagen kam es vor, dass das Teil bereits um 16 Uhr lief, aber für dunkle Wolken kann das Gerät ja nichts.

visortech-tv-simulator-10

Natürlich: Der TV-Simulator ist, wie auch Zeitschalt­steck­dosen, keine Garantie dafür, dass nicht in euren heimi­schen vier Wänden einge­brochen wird oder ein Versuch gestartet wird – immerhin finden viele Einbrüche auch tagsüber bei hellem Tages­licht statt. Dennoch: Alles, was irgendwie Zweifel säht, dass eine Wohnung doch nicht so unbewohnt ist, wie es scheint und etwas verun­si­chern kann ist erst einmal positiv zu bewerten. Dabei wirkt der TV-Simulator in oberen Stock­werken – oder zumindest solchen, wo man nicht direkt in die unteren Räume oder Wohnungen schauen kann – natürlich etwas stärker, da man eben nur das echt ausse­hende Licht­ge­flacker sieht. In unteren Etagen sollte man natürlich versuchen, das Gerät vor äußeren Blicken zu verstecken. 

Ich jeden­falls bin der Meinung, dass ein TV-Simulator wie eben dieser VisorTech NX6593 eine anständige Ergänzung zu den erwähnen Steck­dosen mit Schaltuhr ist. Natürlich gibt es günstigere Geräte dieser Art, dafür aber bietet der NX6593 eben auch 15 recht leucht­starke LEDs, eine Möglichkeit, Audio-Dateien mittels microSD-Speicher­karte wieder­geben zu können und einen Dämme­rungs­sensor. Die rund 38 Euro sind meiner Meinung nach gut inves­tiert – dennoch müsst ihr euch natürlich auch weiterhin vor der Abfahrt um den Brief­kasten kümmern, überlau­fende Brief­kästen dürften der Verräter Nummer Eins sein.