Browser-Alter­native: Vivaldi als finale Version 1.0 veröf­fent­licht

Am 07.04.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:26 Minuten

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Anfang 2015 wurde mit Vivaldi eine weitere Browser-Alter­native als erste Preview-Version veröf­fentlicht, nun ist die finale Version 1.0 für Windows, OS X und Linux veröf­fent­licht worden.

Seit der Veröf­fent­li­chung des Chrome-Browsers vor einigen Jahren hat sich auf dem Browser­markt nur wenig getan – zwar haben sich die Markt­an­teile sehr deutlich verschoben, mobile Browser werden immer stärker und auch funktionell gibt es hier und da mal kleinere Neuerungen, aber die (relevanten) Kandi­daten sind unver­ändert. Mit Vivaldi ist Anfang 2015 ein neuer Browser in einer ersten Vorschau­version veröf­fent­licht worden, welcher unter der Schirm­herr­schaft von Jon Stephenson von Tetzchner, ehema­liger Gründer und CEO von Opera, entwi­ckelt worden ist. Dabei möchte man sich etwas von den restlichen Browsern abheben, indem man laut eigenen Angaben mit „vielen Zusatz­funk­tionen und umfang­reichen Perso­na­li­sie­rungs­mög­lich­keiten“ punkten möchte. 

Großen Wert legte man bei Vivaldi auf das arbeiten mit Tabs: So lassen sich Tabs zum Beispiel in „Stacks“ gruppieren, sprich überein­ander zu stapeln und so thema­tisch zu sortieren oder auch neben­ein­ander in einem Tab anzeigen – definitiv eine praktische Sache, sobald man sich einmal daran gewöhnt hat. Des Weiteren gibt es bei Mausüber­fahrt eine Tab-Vorschau, geöffnete Tabs lassen sich als Sitzungen abspei­chern. Ebenfalls sehr praktisch ist die Möglichkeit, Webseiten in einer Sidebar parallel zum Haupt­fenster anzeigen zu lassen – zum Beispiel um die mobile Twitter-Seite oder Facebook dauerhaft im Blick zu haben. Auch Notizen lassen sich erstellen und direkt mit Webseiten verknüpfen, gerade für Recherchen nützlich. 

vivaldi-1-0-2eWeitere Annehm­lich­keiten: Mittels Textbe­fehlen lassen sich verschie­denste Funktionen im Stile von Spotlight aufrufen, es lässt sich per Button zur ersten Seite auf einer Webseite zurück­springen, Aktionen und Lesezeichen lassen sich mit einem Tastatur-Shortcut versehen und Vivaldi unter­stützt auch Mausgesten, zum Beispiel um in einem Tab vor und zurück zu springen. Direkt beim ersten Start lassen sich Farbschema und die Platzierung der Tableiste (oben, unten oder seitlich mit Vorschau) festlegen. Gefällt mir auch optisch recht gut und da der Browser auf Chromium basiert, lassen sich etliche Chrome-Erwei­te­rungen nutzen. 

Vivaldi zielt vor allem auf die „alten“ Opera-Nutzer ab, die den Browser damals zu schätzen gewusst haben, als dieser noch mit integriertem Mail-Client und RSS-Reader daher kam. Zwar lässt auch Vivaldi diese beiden Features noch vermissen, es wird aber daran gearbeitet. Der Mail-Client ist sogar schon in der Mache, wurde aber bis zur Version 1.0 nicht fertig, ebenso steht eine Sync-Funktion ganz weit oben auf der To-Do-Liste der Entwickler. Finan­ziert wird das ganze übrigens durch Partner­schaften mit anderen Diensten und Webseiten: Vivaldi wird mit einer Reihe an Lesezeichen ausge­liefert, durch die eben die finan­zi­ellen Mittel für die Entwicklung reinge­spült wird. 

Aber ob man als frischer Kandidat wirklich eine Chance hat, sich nennens­werte Markt­an­teile anzueignen? Sieht man mal von den system­ei­genen Browsern IE/Edge und Safari ab, haben eigentlich nur noch Chrome und Firefox eine größere Relevanz, selbst Opera ist eher ein Nischen-Browser, trotz vieler prakti­scher Funktionen und einer inzwi­schen sehr guten Perfor­mance. Zu hoffen wäre es jeden­falls, denn Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Wer sich selbst einmal einen Eindruck vom neuen Browser verschaffen möchte: Vivaldi steht für Windows, Mac OS X und Linux kostenlos zum Download bereit, wahlweise als 32bit- oder 64bit-Version. Und falls ihr Vivaldi einmal auspro­biert habt: lasst doch mal eure Meinung da.

Vivaldi für Windows, OS X und Linux

via Product Hunt Quelle Vivaldi