Vivaldi: Version 3.0 für Windows, Mac und Linux ab sofort verfügbar, Android-Version verlässt Beta

Marcel Am 22.04.2020 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:43 Minuten

Vivaldi 3.0 für Windows, Mac und Linux kommt unter anderem mit einem neuen Blocker für Tracking und Werbung daher, darüber hinaus wurde der mobile Ableger für Android in finaler Version veröffentlicht.

Der mit seinen immerhin schon vier Jahren noch vergleichsweise junge Browser Vivaldi weist zwar nur minimal bessere relative Nutzerzahlen auf wie die ein oder andere Bundestagspartei – aber die, die Vivaldi nutzen sind durchaus zufrieden. Immerhin legen die Entwickler seit der ersten Version ein hohes Tempo an den Tag und haben mit jedem Update neue, teils außergewöhnlichere Funktionen implementiert; z.B. zeitgesteuerte Themes, eine Integration von Philips Hue und Tab-Benachrichtigungen, um nur mal drei Dinge zu nennen. Definitiv kein schlechter Browser, lediglich an Nutzern fehlt es ein wenig. Ob der Zuwachs mit der nun veröffentlichten Version 3.0 für Windows, Mac und Linux deutlicher ausfällt kann zwar bezweifelt werden, die Neuerungen fallen aber dennoch groß aus.

Privatsphäre steht bei Vivaldi seit der ersten Version hoch im Kurs und man verzichtet darauf, Nutzerdaten auszuwerten. Nun versucht man auch, Webseiten von der Datensammelei abzuhalten und hat der Version 3.0 hierzu einen Tracker-Blocker implementiert, der beispielsweise Tracking-Cookies durch Drittanbieter wie Facebook, Google und Co. unterbindet. Der Blocker basiert auf dem Tracker Radar von DuckDuckGo, deren Suchmaschine bereits die Standard-Suchmaschine in Vivaldi darstellt. Ob der Tracker-Blocker standardmäßig ein- oder ausgeschaltet ist liegt an euch, ebenso könnt ihr diesen aber auch für bestimmte Webseiten aktivieren oder deaktivieren – entweder über das Schildsymbol in der Adressleiste oder über die Datenschutz-Einstellungen des Browsers.

Mit dem Tracker-Blocker einher geht auch der neue, direkt in den Browser integrierte Werbeblocker, mit dem sich aufdringliche Werbung blockieren lässt. Ist bekanntlich aber immer ein zweischneidiges Schwert, da sich einige Webseiten nur auf diese Weise finanzieren und Nutzer fair platzierte und gestaltete Werbung oftmals auch nicht pauschal wegblocken wollen. Aus diesem Grunde ist der Werbeblocker im Gegensatz zu seinem Tracking-Pendant standardmäßig deaktiviert. Ihr könnt aber, wie oben erwähnt, auch den Werbeblocker für jede Webseite aktivieren oder auch dauerhafte Ausnahmen in den Einstellungen hinterlegen. Tipp: Den Werbeblocker grundsätzlich deaktivieren und nur für Webseiten mit übermäßig viel oder deplatzierte Werbung aktivieren – quasi als invertierte Whitelist, wie es z.B. auch die Blocker-Erweiterung Adguard für jeden Browser macht.

Ebenfalls neu in der Version 3.0 ist die schnellere Navigation durch die Links auf einer Webseite. Macht man als typischer Tastatur-und-Maus-Nutzer wohl seltener, wer aber primär die Tastatur nutzen möchte, der musste sich bislang ewig mittels Tabulator-Taste der Reihe nach durch alle Links drücken. Nun aber könnt ihr mittels Shift + Pfeiltasten schneller und auf direkterem Wege zum gewünschten Link navigieren. Zu guter Letzt lässt sich die Uhrzeit in der Statusleiste etwas besser anpassen, sodass ihr euch nun wahlweise ein analoges Zifferblatt, das aktuelle Datum oder die Sekunden anzeigen lassen könnt. Wie auch die Countdown-Timer und Erinnerungen eher eine Spielerei, die aber beim Stöbern durchs Netz bei vielen Nutzern auf Gegenliebe stößt. So unterschiedlich können Nutzer ticken, um das Wortspiel dann mal doch noch bringen zu können.

Last but not least ist nun auch Vivaldi Mobile für Android in finaler Version veröffentlicht worden. Erstmalig ist die Beta vor rund acht Monaten im Google Play Store aufgeschlagen und seitdem hat sich einiges getan. Wie auch der große Desktop-Bruder hat man auch der mobilen Entwicklungsversion regelmäßig mit neuen Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten bedacht und inzwischen liegen beide Versionen nahezu gleichauf. So findet man auch im mobilen Vivaldi den neuen Tracker- und Werbeblocker, Panels für Lesezeichen, Notizen und Downloads, eine Screenshot-Funktion, fliegender Wechsel zwischen den Suchmaschinen, Sync mit anderen Vivaldi-Instanzen und vieles mehr. Besonders stolz zeigt man sich für die Benutzeroberfläche, die zwar nicht so „einzigartig“ ist, sich aber letztlich super bedienen lässt – auch mit dunklem Theme. Man hat also vieles richtig gemacht, fraglich ist, ob man gegen die Wucht der vorinstallierten Browser ankommt…

Vivaldi für Windows, macOS und Linux

Quelle Vivaldi

Artikel teilen

Kaufempfehlung*

Schreibe den ersten Kommentar

Schreibe eine Antwort

⚠ Mit dem Nutzen des Kommentarbereiches erklärst du dich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.