Vodafone Curve Bike Light im Test: Smartes Fahrrad-Rücklicht mit integriertem GPS-Tracker

Marcel Am 21.08.2021 veröffentlicht Lesezeit etwa 8:19 Minuten

Im vergangenen Sommer ist der Mobilfunkanbieter Vodafone mit dem Curve in den Markt der GPS-Tracker eingestiegen. Im Gegensatz zu den üblicheren Bluetooth-Trackern bieten die GPS-Varianten den Vorteil, dass sich dank (zumeist integrierter) SIM-Karte der Standort zu jeder Zeit und von jedem Ort abrufen lässt. Im Falle eines Verlustes können Bluetooth-Tracker maximal noch den letzten bekannten Ort ausweisen, sofern sich der Gegenstand aber bewegt hat, hilft der Tracker nicht mehr sonderlich weiter – zumindest wenn man das riesige „Wo Ist?“-Netzwerk von Apple und dem im Vergleich dazu einiges kleinerem Tiel-Netzwerk einmal ausblendet. Diesen Vorteil erkauft man sich bei GPS-Trackern aber nicht selten mit einer monatlichen oder jährlichen Gebühr. Zurück zu Vodafone: Die haben die Curve-Familie jüngst mit dem Curve Fahrradlicht & GPS Tracker erweitert. Ein Gadget für Radfahrer, welches Fahrradlicht und GPS-Tracker miteinander kombiniert und darüber hinaus noch die ein oder andere Zusatzfunktion implementiert. Klingt interessant, habe ich mir mal angeschaut, hier nun mein Erfahrungsbericht.

Ziemlich großer Lieferumfang

Der Lieferumfang gibt alles her, was man für die Montage und den Betrieb des GPS-Trackers benötigt: den dreigeteilten Tracker, vier verschiedene Größen Gummischellen zur Befestigung des Trackers am Fahrrad, eine Torx-Schraube mit Sicherheitspin und passendem Schraubendreher, eine Blindabdeckung, zwei USB-C-Kabel zum Laden der beiden Komponenten, sowie ein kleines Täschchen für den Transport des Rücklichts oder auch des gesamten Trackers. Den üblichen Papierkram bestehend aus Kurzanleitung und Garantiegedöns gibt es natürlich auch, aber mal ehrlich: Wer schaut sich das an? Positiv festzuhalten wäre zuletzt noch, dass die Verpackung auf Plastik verzichtet. Noch schöner wäre es, hätte man bei der Umverpackung ebenfalls auf einfach recyclebarer Pappe gesetzt – ich behaupte einfach mal, dass der Schieber eine Beschichtung besitzt. Ja, in 2021 fällt sowas einfach bewusster ins Auge.

Rücklicht, Tracker und Montage

Wie bereits erwähnt ist das Gadget selbst dreigeteilt und besteht letztlich aus einer Halterung für die Sattelstütze oder einem anderen Gestänge, dem Modul mit dem GPS-Tracker und dem eigentlichen Rücklicht. Während der Tracker fest mit der Halterung verschraubt wird, wird das Rücklicht mit einer Vierteldrehung am Tracker befestigt – dank kleiner Kontakte kommunizieren beide Module miteinander. Die Montage am Rad selbst ist easy going: Die Kunststoffhalterung inklusive passender Gummischelle um die Sattelstütze legen, den GPS-Tracker platzieren und anschließend die Schraube mit dem mitgelieferten Schraubenzieher festdrehen. Wirkt dann am Rad tatsächlich etwas weniger mächtig als die drei Komponenten zunächst den Eindruck machten und dürfte im Alltag auch ausreichend stabil sein. Vorausgesetzt man hat die korrekte Gummischelle gewählt, wackelt und verrutscht nichts.

Der GPS-Tracker bleibt somit dauerhaft am Fahrrad und damit auch dauerhaft eingeschaltet, denn der Powerbutton ist rückseitig zur Halterung untergebracht. Das Rücklicht wiederum kann abgedreht und mitgenommen werden, der Ladeanschluss befindet sich auf der Rückseite des Lichts. Tracker und Licht haben separate Batterien und könnten getrennt voneinander per USB-C-Kabel geladen werden. Aber: Sobald die Akkulaufzeit des Trackers auf unter 40% fällt, wird dieser vom Rücklicht geladen. Letzteres sollte also immer ausreichend geladen werden, da es als Powerbank für den Tracker dient und gleichzeitig Strom durchs Leuchten verbraucht. Eine volle Akkuladung des Trackers reicht laut offiziellen Angaben für 4,5 Tage im Standby bzw. 7,5 Stunden wenn das Rad in Bewegung ist. Das Rücklicht kommt je nach gewähltem Lichtmodus ebenfalls auf 7,5 Stunden.

Einrichtung nur mit vielen Daten

Der Tracker ist installiert, nun kann es an die Einrichtung gehen. Diese setzt – wie die Nutzung generell – die Vodafone Smart App für iOS und für Android voraus. Vor der eigentlichen Einrichtung des Gerätes steht allerdings die Anmeldung und die hat es ein wenig in sich. Vorab: Wer seinen digitalen (Daten-)Fussabdruck so minimal wie möglich halten möchte, der kann an dieser Stelle nun aufhören zu lesen, denn Vodafone benötigt eine ganze Reihe an Informationen – genauer gesagt eine E-Mail-Adresse, eine Mobilfunknummer und Kameraaufnahmen der Vorder- und Rückseite eures Personalausweises sowie einem Selfie. Die Verifizierung ist gesetzlich vorgeschrieben, da da das Gerät eine integrierte Smart SIM von Vodafone besitzt und diese wie Prepaid-Karten seit 2017 verifiziert werden müssen. Ein wenig weird: der Scanprozess ist nur auf Englisch implementiert; Vodafone selbst betont aber, dass die Aufnahmen nach kurzer Zeit wieder gelöscht werden.

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Der Prozess ist also etwas umfangreicher als anfangs gedacht, dauert aber dennoch nur wenige Minuten. Im Anschluss gelangt ihr dann zur eigentlichen Oberfläche der App und könnt euren Curve Bike Tracker hinzufügen. Auch das ist, nicht zuletzt dank bebilderter Erklärungen, in kürzester Zeit und unproblematisch erledigt. Bebildert sich übrigens auch die weiteren Hilfestellungen zur Montage des Trackers – die natürlich nach der Einrichtung erfolgen sollte, auch wenn es hier anders herum beschrieben wurde. Eine Zahlungsmethode musste nicht zwingend hinterlegt werden, wohl aber der Curve Bike Service zahlungspflichtig bestellt werden. Die Kosten vorweg gegriffen: Die ersten 24 Monate zahlt ihr nichts, anschließend werden 2,99 Euro bei monatlicher beziehungsweise 1,99 Euro bei einem Vertrag über 24 Monate fällig. Macht also 35,88 bzw. 23,88 Euro im Jahr.

Features des Curve Bike und der App

In erster Linie wird das Curve Fahrradlicht & GPS Tracker als das vermarktet, was es ist: ein Rücklicht inklusive GPS-Tracker. Da Mehrwerte aber immer von Vorteil sind, wenn man mit einem Gadget (möglich auch regelmäßige) Einnahmen generieren möchte, hat Vodafone aber eine ganze Reihe an Zusatzfunktionen integriert, die sich in Features von Hard- und Software aufteilen. Nachfolgend einen Überblick darüber, was es der interessierte Radfahrer geboten bekommt.

  • Rücklicht mit Bremsfunktion: Das Rücklicht bietet je nach gewählter Leuchtstufe bis zu 40 Lumen, ist also ausreichend hell. Der Clou ist das Bremslicht: Dank Beschleunigungssensor erkennt das Rücklicht Bremsvorgänge und leuchtet heller auf, sobald ihr die Bremse betätigt. Dies funktioniert bereits bei schwächeren Bremsvorgängen sehr zuverlässig. Ist nun nicht unbedingt etwas neues, sondern gibt es inzwischen häufig zu finden und in meinen Augen eine sinnvolle Zusatzfunktion. Wichtig: Das Licht ist StVZO-konform.
  • Standortübermittlung: Über die App könnt ihr den Standort eures Rades (genau genommen des Trackers) einsehen und bei Bedarf in Echtzeit verfolgen. Wie bereits erwähnt macht sich hierbei die Smart SIM-Karte von Nutzen, die in über 100 Ländern funktioniert. Hier könnte bietet sich sicherlich nun ein munterer Spruch über Netzabdeckung in Deutschland an, das Vodafone-Netz ist bei uns aber soweit ausgebaut, dass es keine Probleme gab.

  • Aufprallerkennung: Der Beschelunigungssensor kann nicht nur kleinere Bremsvorgänge „in Bewegung“ erkennen, sondern kann ein Bremsen und Stoppen auch von Stürzen unterscheiden. In diesem Falle wird, sofern ihr nicht innerhalb 30 Sekunden wieder aufs Rad steigt, euer Standort per SMS oder Push-Benachrichtigung an ausgewählte Kontakte verschickt. Absolut suboptimal: Diese Kontakte müssen euren vertrauenswürdigen Kontakten hinzugefügt werden (siehe folgend). Einfach nur eine Rufnummer oder Mail-Adresse angeben? Möp. Wäre hoch sinnvoll – fanden aber nicht die Vodafone-Entwickler. Schade.
  • Zonen: Ihr könnt in der Smart App Zonen erstellen, also virtuelle Grenzen um Orte eurer Wahl – zum Beispiel „Zuhause“ oder „Arbeit“. Sobald der Curve Bike Tracker nun einen dieser Bereiche betritt oder verlässt, erhaltet ihr eine Benachrichtigung auf euer Smartphone.
  • Sicherheitsmodus: Den Standort des Rads zu erfahren, wenn dieses im heimischen Keller steht, ist natürlich etwas unnötig. Viel relevanter ist der Tracker jedoch im Falle eines Diebstahls und hier kommt der Sicherheitsmodus ins Spiel. Dieser wird automatisch aktiviert, wenn ihr das Rücklicht abnehmt – kann aber auch manuell in der App aktiviert werden. Ist der Sicherheitsmodus aktiviert, erhaltet ihr eine Benachrichtigung, sobald euer Rad bewegt wird und die Echtzeitverfolgung des Standortes wird aktiviert, natürlich auf Kosten der Akkulaufzeit.
  • Vertrauenswürdige Kontakte: Ihr könnt bis zu neun Familienmitglieder oder Freunde als Gast per Mobilfunknummer zu eurem Tracker hinzufügen. Anschließend können diese die aktuelle Position des Trackers, eingerichtete Zonen und die Fahrtenübersicht einsehen – je nach zugewiesener Benachrichtigung. Damit das möglich ist, müssen diese natürlich ebenfalls die Vodafone Smart App nutzen und einen Account eingerichtet haben. Könnte man drauf verzichten – blöd nur, dass das Hinzufügen als vertrauenswürdiger Kontakt Voraussetzung für die Benachrichtigung der Sturzerkennung ist.
  • Weitere Funktionen: Alle zurückgelegten Strecken werden aufgezeichnet und nach Beendigung der Fahrt in der Fahrtenübersicht angezeigt. Außerdem könnt ihr einen virtuellen Fahradpass hinterlegen und die Ladestände des GPS-Trackers und des Rücklichts anzeigen lassen. Für Letztere erhaltet ihr auch eine Benachrichtigung, sobald eines von beiden einen niedrigen Batteriestand aufweist.

Die Sache mit dem Diebstahlschutz

Ein Punkt, der gerne ausgiebig diskutiert wird: Wie effektiv schützt ein GPS-Tracker vor Diebstahl? Meine Meinung: Null. Es steht ja nicht fett am Rad, dass der Standort getrackt wird. Kommentare die man zu Geräten dieser Art findet: Der Dieb schlägt den Tracker kurzerhand ab oder lässt gleich den Sattel mitsamt Stange und Tracker da. Es gibt natürlich verstecktere Varianten (z.B. im Rahmen), aber so(ooo) offensichtlich ist das ganze nicht. In der Praxis aber auch nur bedingt relevant: Professionelle Diebesbanden passen sich technischen Entwicklungen an und arbeiten inzwischen häufig mit Störsendern, die sämtliche Signale blockieren – bei Autodiebstählen gang und gäbe. In Fällen von Diebstahl „aus Gelegenheit“ oder Beschaffungskriminalität dürfte der GPS-Tracker einen Nutzen bringen – da behaupte ich, dass der Spaß unauffällig genug ist. Übrigens auch der Grund, wieso mir eine Alarmanlage nicht fehlt: Die wäre bei Ertönen tatsächlich schnell abgetreten und wenn sich Passanten schon nicht an dem Versuch das Schloss zu knacken stören, dann auch nicht bei ertönendem Alarm.

tl;dr und Fazit

Das eigentliche Gadget besteht aus drei Komponenten, die sich in Halterung für die Sattelstütze, dem GPS-Modul und dem Rücklicht aufteilen. Dank der Gummischellen im Lieferumfang ist die Montage schnell und einfach erledigt – einzig die Einrichtung erfordert aufgrund gesetzlicher Vorgaben viele Daten. Für den Alltag gut gelöst ist die Tatsache, dass das Rücklicht als Powerbank für den GPS-Tracker dient, sodass es ausreicht, die Leuchte regelmäßig zu laden. Vodafone selbst gibt an, dass das Rücklicht bei täglicher zweistündiger Bewegung des Rades einmal in der Woche aufgeladen werden sollte – was ich in etwa bestätigen kann. Ich habe keine explizite Zeit gemessen, aber mal erhielt ich die Benachrichtigung nach 6, aber auch mal nach 8 Tagen. Passt soweit und die gängigen Fahrradleuchten von Amazon müssen nicht seltener ans Ladekabel.

Die Smart App von Vodafone ist optisch durchaus gelungen und modern umgesetzt und bietet neben den Hardwarefunktionen des Rücklichts (Stichwort Bremsleuchte) eine Reihe an Zusatzfunktionen. Für Freunde von Statistiken gibt es die Fahrtenübersicht, während andere sich an dem Sicherheitsmodus oder der Sturzerkennung erfreuen können. Letztere ist in meinen Augen aber absolut witzlos umgesetzt, denn ich möchte im Fall des Falles Kontakte informieren, ohne dass ich diesen die Vodafone-App mitsamt eines Accounts aufzwingen möchte. Sorry, aber das bringt mich etwas in Rage und ist mir in der Umsetzung völlig unverständlich: Lasst mich doch einfach Rufnummern und vielleicht noch eine passende Bezeichnung des Kontaktes hinterlegen, an die dann eine SMS rausgeht. Deutlich(st) unkomplizierter und dennoch ebenso effektiv. Bitte? Danke!

Sieht man von dem letzten Punkt ab, wirkt der Curve Bike Tracker und die dazugehörige App aber schon durchdacht. Natürlich: 119 bzw. 169 Euro und zusätzlich anfallende Kosten von 1,99/2,99 € sind kein Pappenstiel. Vor allem wenn man bedenkt, dass es Leuchten mit Bremserkennung auf Amazon für um 40 Euro gibt und auch ein versteckter(er) Apple AirTag solides Wiederfinden erlaubt. Im Detail hinkt der Vergleich aber, denn es ist kein einfaches Rücklicht und die Standortverfolgung per GPS bietet Vorteile. Es ist letztlich ein Gadget, welches beide Welten miteinander verbindet und mittels Software um weitere Funktionen ergänzt. Gemessen an den Funktionen und der Verarbeitung geht der Kaufpreis in Ordnung, die regelmäßige Gebühr für den IoT-Dienst von Vodafone nachvollziehbar. Ob es die Mehrwerte letztlich aufwiegen, muss jeder Radfahrer für sich entscheiden. Erkenntnis: Für mich reicht die „Low Budget“-Version aus Lichtern und AirTag.

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