[Wirre Gedanken] Widgets in iOS? Nein, bitte nicht. Oder: Wieso ich diesen Minimalismus liebe.

Marcel Am 22.03.2013 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:47 Minuten

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Fragt man mal so den ein oder anderen nach einer DER Stärken von Android gegenüber zum Beispiel iOS, so fällt häufig das Wort „Widgets“. Jene kleinen Mini-Apps, welche man direkt auf dem Homescreen platzieren kann und so zum Beispiel auf die schnelle ein Statusupdate bei Facebook hochjagen oder kurz durch die aktuellen Mails blättern kann. „Widgets“ – jenes Feature, welches ich seit jeher noch nie verstanden habe.

Mal ein kleines Szenario: Ich habe meinen Homescreen – nein, nicht einen, sondern drei, vier Stück von diesen, zwischen denen ich munter hindurch switchen kann. Für jeden Homescreen stellt mir Android und diverse installierte Apps nun etliche Widgets zur Verfügung und ich bin diesen nicht abgeneigt. Was habe ich also? Eine Hand voll Homescreens, zugekleistert mit überwiegend hässlichen Widgets. Eine einheitliche Designlinie? Fehlanzeige.

Die einen sind im Holo-Design, die anderen sind bunt. Die einen hell, die anderen dunkel. Manche weisen eine Transparenz auf, manche nicht. Die einen benötigen den halben Homescreen und zeigen dennoch nur auf einem Viertel etwas an. Super. So sieht ein schicker Homescreen aus.

Ja, ich kann verstehen, dass es sicherlich das ein oder andere Widget geben könnte, was für den ein oder anderen vielleicht praktisch ist. Facebook Quicklinks. Steuerung für den Medienplayer. E-Mail-Schnellansicht. Und dennoch kann ich damit so gar nichts anfangen. Sofern ich mein Smartphone in der Hand halte, sei es auf der Couch, unterwegs oder sonst wo, so sieht mein Nutzungsverhalten ungefähr wie folgt aus (und hier spanne ich mal den Vergleich zu iOS):

  • Es hat geklingelt beziehungsweise vibriert: Dann möchte ich gerne wissen was los ist. Schön, dass mir die Systeme (iOS und Android) dazu eine passende Meldung auf dem Lockscreen oder im Benachrichtigungscenter anzeigen, inklusive kurze Info was Sache ist. Ein Wisch und schon gelange ich vollautomatisch in die App und bin so wieder Up-to-date. Widgets? Unnötig.
  • Ich möchte surfen: Ich entsperre mein Smartphone und öffne die App – egal ob iOS oder Android, ich suche mich also kurz durch den App Drawer beziehungsweise den Homescreen. Wer die gesuchte App häufiger nutzt, der wird vielleicht eine Verknüpfung im Dock haben beziehungsweise diese auf die erste Seite gelegt haben. Widgets? Unnötig.
  • Ich möchte ein Video auf YouTube schauen: Ich entsperre mein Smartphone und öffne die YouTube-App. Widgets? Unnötig.
  • Ich möchte meine Termine im Kalender einsehen: Ich entsperre mein Smartphone und öffne meine Kalender-App. Widgets? Unnötig. Man muss sich ja erstmal durch die Homescreens angeln.
  • Ich möchte eine SMS schreiben: Ich entsperre mein Smartphone und öffne die Nachrichtenapp. Widgets? Unnötig.

Ich könnte diese Liste bis ins unendliche fortführen, aber man kann sicherlich schon erkennen: Immer dann, wenn ich mein Smartphone aus der Tasche hole, habe ich ein bestimmtes Ziel. Ich möchte eine App öffnen und diese nutzen. Wo bringen mir Widgets hier nun Vorteile?

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Ich kann vielleicht den aktuellen Song pausieren kann oder diesen überspringen. Kann ich bei iOS sogar vom Lockscreen aus und auch unter Android kann ich das vom Notificationcenter aus – je nachdem, wie „gut“ die App ist. ;) Eine Schnellwahlleiste von Facebook? Jede Wette: man setzt nicht nur ein Statusupdate ab, man schaut auch schnell mal, was die anderen Leute so treiben. Das gleiche auch bei dem E-Mail-Widget: eine neue Mail verfassen kann ich darüber nicht, dazu muss ich wieder die App öffnen. E-Mails lesen? Hab ich doch schon – dafür gab es ja schließlich eine Benachrichtigung, inklusive „Kaltstart“ zur App. Widgets bieten einfach bei weitem nicht die Funktionen wie die entsprechende App, ich bin fast immer gezwungen, doch die App zu starten.

Ja, dass Widgets unnötig sind mag meine subjektive Meinung sein und die zwinge ich auch niemandem auf. Es ist sicherlich nicht unbedingt falsch, dass Android eine Vielzahl an Personalisierungsmöglichkeiten von Haus aus mitliefert – ich muss es ja nicht nutzen. Aber Widgets als eines DER Features von Android bezeichnen? Ich bitte euch…

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