Windows 10 Anniversary Update veröf­fent­licht, die wichtigsten Neuerungen

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Fast pünktlich wie die Maurer hat Microsoft heute den Schalter umgelegt und das Ende Juni für heute angekün­digte „Anniversary Update“ – ursprünglich unter dem Codenamen „Redstone“ entwi­ckelt – offiziell über den Update-Mecha­nismus von Windows 10 freige­geben. Durch das Update erhält Windows 10 zahlreiche Neuerungen und Verbes­se­rungen, allen voran gibt es eine deutliche Aufwertung des Sprachas­sis­tenten Cortana, eine verbes­serte Stift­eingabe namens Windows Ink und mit Hello zielt nun auch die biome­trische Anmeldung in Anwen­dungen ein. Aber auch abseits davon gibt es eine ganze Reihe an Verbes­se­rungen, der Umfang des Updates liegt irgendwo zwischen den guten, alten Service-Packs und einer neuen Windows-Version. 

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Cortana: Micro­softs digitale persön­liche Assis­tentin wird ein wenig schlauer und hat eine Reihe an neuen Sprach­be­fehlen gelernt. So lässt sich nun zum Beispiel der Rechner per Zuruf ausschalten (bislang nur mit Bastelei möglich) und wird proaktiv – gibt also auf Wunsch über den Tag hinweg eigen­in­itiativ Ratschläge. Die Aktivierung von Cortana ist mit dem Update auch dann möglich, wenn sich das genutzte Gerät im gesperrten Modus befindet – ganz ohne vorhe­riges Einloggen. 

Windows Ink: Zwar unter­stützt Windows 10 bereits seit dem Release vor einem Jahr die Eingabe mittels Touchpen, dies war aber auf einige wenige Apps beschränkt. Dank des „Anniversary Update“ wird die Stift­eingabe nun aber quer durch sämtliche Anwen­dungen unter­stützt, inklusive Office 365. Aller­dings ist diese Unter­stützung nicht von Haus aus gegeben, statt­dessen müssen Entwickler ihre Apps anpassen, was aber recht einfach erledigt sein soll. Macht aber natürlich nur bei der Verwendung vom Surface Pro 4 oder Surface Book so richtig Sinn. 

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Einheit­liche Spiele­plattform: Windows 10 soll fortan eine einheit­liche Spiele­plattform für Entwickler dienen. So wird zum Beispiel der vormals eigen­ständige Xbox Store mit dem Windows Store zusam­men­gefügt und dank des Xbox Play Anywhere Programm können einmal gekaufte Spiele auf beiden Platt­formen bespielt werden – natürlich nur, sofern von den Spiel­ent­wicklern unter­stützt, zum Start soll dies bei Gears of War 4 und Forza Horizon 3 der Fall sein. Auch Spiel­stände und Erfolge werden dabei synchro­ni­siert, außerdem lässt sich Cortana nun auch auf der Xbox nutzen. 

Windows Hello: Wie auch die Stift­eingabe ist auch Windows Hello schon seit der ersten Version von Windows 10 integriert, das neuste Update wertet aber auch dieses Feature nochmals ordentlich auf. So kann man künftig nicht nur den PC mittels Finger­ab­druck- und Iris-Scanner schützen, sondern auf Wunsch auch einzelne Anwen­dungen. Außerdem kann man sich im Edge-Browser auf diesem Wege auch auf Webseiten einloggen. 

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Virtuelle Desktops: Windows 10 bietet von Haus aus virtuelle Desktops an, mit denen man zum Beispiel geöffnete Fenster nach „Privat“ und „Beruf“ trennen kann. Nun lassen sich auf diesen einzelne Fenster anpinnen, sodass diese auf allen Desktops angezeigt werden. Dazu klickt ihr einfach mit der rechten Maustaste auf das gewünschte Fenster in der „Virtuelle Desktop“-Ansicht und wählt im Kontextmenü den entspre­chenden Befehl aus. 

Startmenü: Das Startmenü von Windows 8.1 war ein graus, mit Windows 10 hat Microsoft hier einen kleinen Schritt zurück gemacht und quasi eine Kombi­nation aus dem altbe­kannte Startmenü von Windows 7 und dem neuen Start­screen von Windows 8.1 einge­führt – was ich sehr gelungen finde. Das „Anniversary Update“ dreht nun nochmal an der ein oder anderen Stell­schraube: die Ansichten „Meist­ver­wendete Apps“ und „Alle Apps“ in einer Ansicht vereint und in einer vertikal ausge­rich­teten Seiten­leiste am linken Rand gibt es häufig aufge­rufene Startmenü-Einträge und Windows-10-Funktionen wie Einstel­lungen, Explorer und Ein/Aus.

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Wi-Fi Sense: Windows 10 kam ursprünglich mit einer Funktion namens Wi-Fi Sense daher, die zugleich für ordentlich Kritik sorgte. War die Funktion aktiviert, so wurden WiFi-Passwörter mehr oder weniger automa­tisch mit bekannten Kontakten (aus Outlook, Skype und Facebook) geteilt, sodass diese sich sofort in die entspre­chenden WiFi-Netzwerke einloggen konnten. Laut Microsoft aber nutzen zu wenig Nutzer diese Funktion, weswegen man sich die Kapazi­täten für die Pflege der Funktion zukünftig spart und Wi-Fi Sense wieder aus Windows 10 entfernt hat. 

Microsoft Edge: War der Internet Explorer noch ein kleines No Go, sieht es mit dem neuen Edge-Browser deutlich anders aus – unter Windows wird dieser gerne von mir genutzt. Nach dem Update könnt ihr fortan Erwei­te­rungen wie in Chrome, Firefox und Co. nutzen, instal­lierbar über den Windows Store. Weitere Neuerungen des Browsers: Tabs lassen sich anheften, markierte Worte und URLs lassen sich an Cortana weiter­reichen und Web-Benach­rich­ti­gungen lassen sich nun im Action Center anzeigen. 

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Action Center: Das Icon für das Aufrufen des Action Center von Windows 10 präsen­tiert sich nun deutlich promi­nenter, dieses hat man nun ganz nach rechts verfrachtet. Die Benach­rich­ti­gungs­leiste selbst macht einen etwas struk­tu­rier­teren Eindruck und Benach­rich­ti­gungen bieten nun auch eine gewisse Inter­aktion an. So lassen sich zum Beispiel Erinne­rungen um eine bestimmte Zeitspanne nach hinten verschieben oder Mails direkt löschen. Die Buttons für die Schnell­zu­griffe auf bestimmte System­funk­tionen lassen sich nun ebenfalls nach eigenem Gusto hinzu­fügen, entfernen oder neu anordnen. 

Das einmal ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen von Windows 10, zumindest für den gemeinen Endnutzer. Natürlich gibt es aber auch noch eine Vielzahl an Kleinig­keiten: Die Uhr in der Tankleiste erscheint nun auf allen Monitoren unten rechts und bietet bei Klick einen Kalender inklusive Termine, Universal-Apps können in ihrem Icon in der Taskleiste einen Benach­rich­ti­gun­gen­zähler anzeigen, der Explorer hat ein überar­bei­tetes Icon und derlei Kleinig­keiten. Das Update ist wie gesagt ab sofort verfügbar, der Download kann aller­dings aufgrund des Ansturms etwas dauern. Und falls ihr noch nicht auf Windows 10 aktua­li­siert haben solltet: Mit einem kleinen Trick ist das Update auch weiterhin kostenlos möglich.