Windows 10 Anniversary Update veröffentlicht, die wichtigsten Neuerungen

Marcel Am 02.08.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:50 Minuten

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Fast pünktlich wie die Maurer hat Microsoft heute den Schalter umgelegt und das Ende Juni für heute angekündigte „Anniversary Update“ – ursprünglich unter dem Codenamen „Redstone“ entwickelt – offiziell über den Update-Mechanismus von Windows 10 freigegeben. Durch das Update erhält Windows 10 zahlreiche Neuerungen und Verbesserungen, allen voran gibt es eine deutliche Aufwertung des Sprachassistenten Cortana, eine verbesserte Stifteingabe namens Windows Ink und mit Hello zielt nun auch die biometrische Anmeldung in Anwendungen ein. Aber auch abseits davon gibt es eine ganze Reihe an Verbesserungen, der Umfang des Updates liegt irgendwo zwischen den guten, alten Service-Packs und einer neuen Windows-Version.

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Cortana: Microsofts digitale persönliche Assistentin wird ein wenig schlauer und hat eine Reihe an neuen Sprachbefehlen gelernt. So lässt sich nun zum Beispiel der Rechner per Zuruf ausschalten (bislang nur mit Bastelei möglich) und wird proaktiv – gibt also auf Wunsch über den Tag hinweg eigeninitiativ Ratschläge. Die Aktivierung von Cortana ist mit dem Update auch dann möglich, wenn sich das genutzte Gerät im gesperrten Modus befindet – ganz ohne vorheriges Einloggen.

Windows Ink: Zwar unterstützt Windows 10 bereits seit dem Release vor einem Jahr die Eingabe mittels Touchpen, dies war aber auf einige wenige Apps beschränkt. Dank des „Anniversary Update“ wird die Stifteingabe nun aber quer durch sämtliche Anwendungen unterstützt, inklusive Office 365. Allerdings ist diese Unterstützung nicht von Haus aus gegeben, stattdessen müssen Entwickler ihre Apps anpassen, was aber recht einfach erledigt sein soll. Macht aber natürlich nur bei der Verwendung vom  Surface Pro 4 oder  Surface Book so richtig Sinn.

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Einheitliche Spieleplattform: Windows 10 soll fortan eine einheitliche Spieleplattform für Entwickler dienen. So wird zum Beispiel der vormals eigenständige Xbox Store mit dem Windows Store zusammengefügt und dank des Xbox Play Anywhere Programm können einmal gekaufte Spiele auf beiden Plattformen bespielt werden – natürlich nur, sofern von den Spielentwicklern unterstützt, zum Start soll dies bei Gears of War 4 und Forza Horizon 3 der Fall sein. Auch Spielstände und Erfolge werden dabei synchronisiert, außerdem lässt sich Cortana nun auch auf der Xbox nutzen.

Windows Hello: Wie auch die Stifteingabe ist auch Windows Hello schon seit der ersten Version von Windows 10 integriert, das neuste Update wertet aber auch dieses Feature nochmals ordentlich auf. So kann man künftig nicht nur den PC mittels Fingerabdruck- und Iris-Scanner schützen, sondern auf Wunsch auch einzelne Anwendungen. Außerdem kann man sich im Edge-Browser auf diesem Wege auch auf Webseiten einloggen.

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Virtuelle Desktops: Windows 10 bietet von Haus aus virtuelle Desktops an, mit denen man zum Beispiel geöffnete Fenster nach „Privat“ und „Beruf“ trennen kann. Nun lassen sich auf diesen einzelne Fenster anpinnen, sodass diese auf allen Desktops angezeigt werden. Dazu klickt ihr einfach mit der rechten Maustaste auf das gewünschte Fenster in der „Virtuelle Desktop“-Ansicht und wählt im Kontextmenü den entsprechenden Befehl aus.

Startmenü: Das Startmenü von Windows 8.1 war ein graus, mit Windows 10 hat Microsoft hier einen kleinen Schritt zurück gemacht und quasi eine Kombination aus dem altbekannte Startmenü von Windows 7 und dem neuen Startscreen von Windows 8.1 eingeführt – was ich sehr gelungen finde. Das „Anniversary Update“ dreht nun nochmal an der ein oder anderen Stellschraube: die Ansichten „Meistverwendete Apps“ und „Alle Apps“ in einer Ansicht vereint und in einer vertikal ausgerichteten Seitenleiste am linken Rand gibt es häufig aufgerufene Startmenü-Einträge und Windows-10-Funktionen wie Einstellungen, Explorer und Ein/Aus.

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Wi-Fi Sense: Windows 10 kam ursprünglich mit einer Funktion namens Wi-Fi Sense daher, die zugleich für ordentlich Kritik sorgte. War die Funktion aktiviert, so wurden WiFi-Passwörter mehr oder weniger automatisch mit bekannten Kontakten (aus Outlook, Skype und Facebook) geteilt, sodass diese sich sofort in die entsprechenden WiFi-Netzwerke einloggen konnten. Laut Microsoft aber nutzen zu wenig Nutzer diese Funktion, weswegen man sich die Kapazitäten für die Pflege der Funktion zukünftig spart und Wi-Fi Sense wieder aus Windows 10 entfernt hat.

Microsoft Edge: War der Internet Explorer noch ein kleines No Go, sieht es mit dem neuen Edge-Browser deutlich anders aus – unter Windows wird dieser gerne von mir genutzt. Nach dem Update könnt ihr fortan Erweiterungen wie in Chrome, Firefox und Co. nutzen, installierbar über den Windows Store. Weitere Neuerungen des Browsers: Tabs lassen sich anheften, markierte Worte und URLs lassen sich an Cortana weiterreichen und Web-Benachrichtigungen lassen sich nun im Action Center anzeigen.

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Action Center: Das Icon für das Aufrufen des Action Center von Windows 10 präsentiert sich nun deutlich prominenter, dieses hat man nun ganz nach rechts verfrachtet. Die Benachrichtigungsleiste selbst macht einen etwas strukturierteren Eindruck und Benachrichtigungen bieten nun auch eine gewisse Interaktion an. So lassen sich zum Beispiel Erinnerungen um eine bestimmte Zeitspanne nach hinten verschieben oder Mails direkt löschen. Die Buttons für die Schnellzugriffe auf bestimmte Systemfunktionen lassen sich nun ebenfalls nach eigenem Gusto hinzufügen, entfernen oder neu anordnen.

Das einmal ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen von Windows 10, zumindest für den gemeinen Endnutzer. Natürlich gibt es aber auch noch eine Vielzahl an Kleinigkeiten: Die Uhr in der Tankleiste erscheint nun auf allen Monitoren unten rechts und bietet bei Klick einen Kalender inklusive Termine, Universal-Apps können in ihrem Icon in der Taskleiste einen Benachrichtigungenzähler anzeigen, der Explorer hat ein überarbeitetes Icon und derlei Kleinigkeiten. Das Update ist wie gesagt ab sofort verfügbar, der Download kann allerdings aufgrund des Ansturms etwas dauern. Und falls ihr noch nicht auf Windows 10 aktualisiert haben solltet: Mit einem kleinen Trick ist das Update auch weiterhin kostenlos möglich.

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