[Wirre Gedanken] Das iPhone 5C, iPhone 5S und der Fingerabdruckscanner. Ein paar Gedanken dazu.

Marcel Am 11.09.2013 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:40 Minuten

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Nun ist die apple’sche Keynote ein paar Stunden vorbei – Zeit genug also, das gesehene und vorgestellte einmal etwas sacken zu lassen und sich seine Meinung darüber zu bilden. Auch ich möchte hier einmal meine Gedanken niederschreiben, etwaiges Durcheinander in den Gedankengängen möchte ich an dieser Stelle schon einmal vorab entschuldigen. Wirre Gedanken halt.

Fangen wir doch mal mit dem iPhone 5C an. Die Gerüchte gingen vorher von einem günstigen Mittelklasse-Smartphone aus – iPhone 5Cheap kursierte sogar teilweise umher. Was ist es geworden? Ich weiß es nicht. Preislich beginnt das Kunststoff-iPhone bei 599 Euro für 16 GB, die 32 GB-Version gibt es für 699 Euro – damit ist das vormals vermutete „Billig-iPhone“ lediglich 100 Euro günstiger als der „größere“ Bruder, bei Verträgen könnte dieser Unterschied sogar noch etwas geringer ausfallen. Und hier frage ich mich, welche Zielgruppe man mit dem 5C ansprechen möchte. Jene Leute, die 600 Euro für ein Smartphone ausgeben, sind sicherlich auch bereit 700 Euro für ein Smartphone zu zahlen, zumal die Zahlen bei Verträgen noch was niedriger werden und damit erschwinglicher. Die Farbauswahl kann natürlich ein Pluspunkt und Kaufkriterium sein, dennoch hat das iPhone 5C für mich persönlich keine Daseinsberechtigung – dafür hätte es nochmals mindestens 100 Euro günstiger sein müssen.

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Dann das iPhone 5S. Dass das keine „Neuentwicklung“ werden würde, war klar – dafür braucht man eigentlich keine Leaks. 3G -> 3GS, 4 -> 4S. Da war dieser Schritt eigentlich eine logische Fortführung der Produktentwicklung. So manch einer wirft hier das Wort fehlende Innovationsführerschaft in den Raum? Mal davon abgesehen, dass Apple nie wirklich „Innovationsführer“ (was auch immer das sein soll) war, denn meiner Meinung nach hat Apple nur bestehende Konzepte aufgegriffen (egal ob 2007 mit dem iPhone oder 2010 mit dem iPad) und diese erfolgreich weiterentwickelt und vermarktet: Die angepriesene Dual-LED bestehend aus zwei unterschiedlichen LEDs, deren Farbe sich „mischt“ und der derzeit stark kritisierte Fingerabdruckscanner sind für mich „Innovationen“. Vielleicht nicht das richtige Wort, aber zumindest selten in einem Smartphone gesehen. Auch einen mobilen Prozessor basierend auf der 64-bit Architektur habe ich bislang nicht wirklich gesehen. Ist eher was zum Thema „Ist halt da“ – war es aber zu Beginn der 64-bit-Ära auf dem PC ebenso. Aktuell sicherlich nicht unbedingt notwenig, aber ein richtiger Schritt in die Zukunft und wird wohl auch bei Android auf kurz oder lang ankommen.

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Ja, der Fingerabdruckscanner. Gerade die Fraktion der Piratenwähler führt hier scheinbar wieder mal ein wenig Wahlkampf. Ja, der Fingerabdruckscanner beziehungsweise die biometrischen Daten können Missbraucht werden. Apple selbst gibt an, dass diese Daten lediglich als Hashwert gespeichert werden und lediglich auf dem Gerät verbleiben – sie werden weder synchronisiert, noch in der iCloud abgelegt. Kann man glauben, muss man wohl auch. Drittentwickler? Bekommen keinen Zugriff auf Touch ID. Ich habe gar nichts gegen die Diskussion um diesen Scanner; das aber sollte man weder über Facebook, noch über Google+ machen – macht halt irgendwie unglaubwürdig. Ebenso sollte man niemals in die Staaten geflogen sein, denn auch hier werden bei Einreise Fingerabdrücke in digitaler Form gescannt und gespeichert. Noch lachen alle über Apple, in einem Jahr (vielleicht auch zwei) werden wohl alle Geräte der oberen Preisklasse einen derartigen Scanner besitzen. By the way: Android besitzt seit Urzeiten schon die Möglichkeit, das Gerät über die Gesichtserkennung zu entsperren. Wo bleiben hier die Verschwörungstheoretiker?

Was ich auch schon häufiger gelesen habe ist die Frage, ob nun neben einer erhöhten Diebstahlrate auch die Zahl der Verstümmelungen anwächst. Ja, ich weiß, dass dies eher polemetischer Natur ist und nicht ganz ernst gemeint sein dürfte, dennoch gab es vor der Veröffentlichung auch schon die „Warnung“ von Sicherheitsexperten, dass man einen Fingerabdruckscanner einfach umgehen kann. Ja, kann man. Allerdings soll dieser Scanner auch vielmehr davor „schützen“, dass lustige Freunde im Alkoholwahn die ein oder andere Facebook Nachricht unter eurem Namen posten und dass Fremde keinen Zugriff auf eure Daten bekommen. Im Fall der Fälle kommt man mit nötiger krimineller Energie grundsätzlich an eure Daten, egal ob mit Touch ID oder Entsperrcode. Nur, weil es eine Gesichtserkennung in Android gibt, rollen ja auch keine Köpfe, oder? Finden die Scanner weiter verbreiten (wie oben geschrieben) kann es meiner Meinung nach definitiv ein wenig abschreckend wirken – zumindest aber sind eure Daten vor den Blicken „einfacher“ Diebe geschützt.

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Was ich schade finde, ist hingegen die Tatsache, dass man sich noch immer der Technologie NFC verweigert. NFC ist nicht neu und kann DAS Thema der nächsten Jahre werden, die Möglichkeiten, gerade in Bezug auf bargeldloses Bezahlen öffnen sich damit neue Möglichkeiten. Und auch wenn es bereits etliche Geräte mit NFC (allen voran wären hier die Lumia-Smartphones aus dem Hause Nokia zu nennen) gibt: Mit einem iPhone, dass das Feature unterstützt, würde es auch in der breiten Masse ankommen. Nicht, dass sich das S4 zum Beispiel schlecht verkaufen würde – aber aus Marketingsicht zieht solch ein Feature bei einem iPhone immer noch etwas mehr.

Was mir sonst noch fehlt? Neben dem oben angesprochenem NFC eigentlich nur die Möglichkeit, das Gerät beziehungsweise den darin verbauten Akku kabellos zu Laden. Sicherlich kein K.O.-Kriterium, aber dennoch eine feine Sache. Gerät auflegen, fertig. Habe ich bei meinem Lumia und dem Nexus 4 richtig zu schätzen gelernt, tolle Sache.

Mit iOS7 hat man seitens Apple noch ein Eisen im Feuer – mir gefällt das System richtig gut und auch die siebte Ausgabe des Systems wird sowas von rund laufen, dass ich die (wenn auch sehr wenigen) kleinen „Unrundunden“ meines Nexus 4 wieder bewusster wahrnehme. Apple hat eben einfach den Vorteil, das System auf eine Hand voll Geräte optimieren zu können (auch wenn diese lange unterstützt werden) – etwas, was Microsoft mit Windows Phone in Zukunft wohl ebenfalls ausnutzen wird. Auch ein Wechsel von einem auf’s andere Gerät ist easy going, bekannte Apps laufen weiterhin – auch das ist ein typisches „Merkmal“ von Apple.

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Alles in allem war die Präsentation der beiden Geräte keine reine Enttäuschung, man muss es einfach mal realistisch sehen. Was wäre innovativ? Irgendwann kommen die Geräte an einem Punkt, an dem nur noch kleine Optimierungen und Extras den Unterschied ausmachen – und das hat Apple meines Erachtens nach nicht weniger getan als Nokia, Samsung und Co. Zwar bleibt mir das iPhone 5C zwar noch immer ein Rätsel, aber ich tendiere doch immer mehr dazu, mein iPhone 5 in Rente zu schicken (es steht sowieso eine Vertragsverlängerung an) und mich an das iPhone 5S zu wagen. Denn trotz des Schattens gibt es auch Licht und das iPhone 5S ist eine konsequente Weiterentwicklung des iPhones. Nur, dass man von Apple – warum auch immer – immer ein wenig mehr erwartet…

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