[Wirre Gedanken] Ey, Spotify: Wieso diskriminierst du meine lokale Musik? Reichlich nervig.

Marcel Am 20.11.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:54 Minuten

spotify

Musik-Streaming. Eigentlich eine tolle Sache, bekommt der gemeine Nutzer immerhin für einen schmalen Zehner im Monat Zugriff auf Millionen an Songs aus allen unterschiedlichen Musik-Genre – und das sogar noch legal. Spotify, Apple Music, Google Play Music, Rdio, Deezer, Amazon Prime Music – inzwischen gibt es einige Dienste, die einen größer, die anderen kleiner. Zwar habe ich zum Start einmal Apple Music ausprobiert, bin allerdings nach zwei Monaten dann doch wieder zum Noch-Platzhirsch zurückgekehrt. Der Grund dafür liegt weniger in der Verfügbarkeit der Songs begründet, denn hier dürften sich Spotify und Apple Music nicht großartig voneinander unterscheiden.

Vielmehr war mir die ganze Integration in iTunes und die Musik.app von iOS zu kotzig – gerade in Kombination aus eigenen Musikdateien, gekaufter iTunes-Musik und Songs aus Apple Music. Irgendwann blickt man einfach nicht mehr durch, in Sachen Usability ist die Kombination aus iTunes und Apple Music einfach grauenhaft. Spotify hingegen ist meiner Meinung nach aufgrund des Fokus auf Musik deutlich angenehmer und übersichtlicher – sofern man nur auf Online-Musik setzt. Kann ich aber nicht, denn während ich einen Großteil „meiner“ Musik inzwischen über den Spotify-Katalog hören kann, sieht noch immer bei vielen Interpreten anders aus, sodass ich gezwungen bin, weiterhin einen Teil Musik lokal zu speichern, was Spotify aber scheinbar nicht mag. Klar, Spotify kann lokale Dateien abgreifen und schiebt diese dann in den Ordner „Lokale Dateien“. Problem: Ist dennoch scheiße.

spotify-lokale-musik

Fangen wir mal mit der Synchronisation an. Dass diese grundsätzlich erst einmal nur  funktioniert, sofern sich mobiles Gerät und Desktop-Rechner im gleichen WiFi-Netzwerk befinden? Geschenkt, ist zwar unschön, aber daran könnte und kann man sich sicherlich gewöhnen. Auch lassen sich lokale Musikdateien man wie gewohnt von Spotify-Songs gewohnt in Playlists schieben – allerdings sind diese Tracks dann eben nicht über iPhone und iPad verfügbar. Dazu müsste ich die gesamte Playlist für den Offline-Zugriff speichern, was ich aber nicht grundsätzlich machen möchte. Nur die lokalen Dateien speichern? Möp, geht nicht – dazu müsste ich ebenfalls eine Playlist nur für lokale Songs anlegen und diese Offline speichern. Okay, das würde gehen, ist aber auch eher semi-geil.

Was Spotify hier schlichtweg fehlt, ist eine Art Cloud-Speicher, wie sie zum Beispiel Apple und Google bietet. 10.000 Tracks (oder von mir aus auch weniger oder mehrere Preisstufen) auf den Spotify-Servern hochladen und dies dann ohne vorherigen Download auf das Smartphone oder Tablet abspielen. Wäre wirklich eine geile Sache, zumal dann eben auch der WLAN-Zwang zur Synchronisation verschwinden würde, was gerade im Urlaub und bei vergessener Synchronisation eine praktische Angelegenheit wäre. Auch der Sync zwischen Desktop A und Desktop B wäre somit machbar, denn auch dies ist mit dem aktuellen Status Quo nicht möglich, was mich als Mehrgeräte-Nutzer mit Desktop und Notebook ein wenig abfuckt. Das aber ist nicht alles, denn Spotify schafft es, die lokalen Tracks noch weiter auszugrenzen und zu diskriminieren.

Auf den ersten Blick sieht die Liste der lokalen Dateien in der Spotify-App aus, wie jede andere Playlist- und Alben-Ansicht ebenfalls. Songtitel, Interpret, Album. Hier würden sich einige zwar sicherlich mehr ID3-Tags wünschen, damit lässt sich meiner Meinung nach aber leben. Aber: Habt ihr schonmal versucht, ein lokal gespeichertes Album zu hören? Möp. Schonmal versucht, nur Songs von einem Künstler zu hören, wobei ihr alte, nicht auf Spotify verfügbare Alben lokale gespeichert habt? Mööp. Schonmal versucht, einen bestimmten lokalen Song über die Spotify-Suche in der App zu finden? Möööp. All das ist nicht möglich, denn Spotify legt lokale Tracks nur in den entsprechenden Ordner ab, ansonsten werden diese aber nicht weiter integriert.

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So fehlen jene Songs, Alben und Künstler in den entsprechenden Ansichten der Spotify-Apps, egal auf welchem System man schaut. Auch die Suche spuckt eben nur Spotify-Mukke aus und durchsucht lokale Songs ebenso wenig. Aber auch hier könnte das Zauberwort wieder „Playlist“ heißen, denn theoretisch könnt ich nun für jedes lokale Album eine eigene Playlist anlegen. Ist aber erstens scheiße weil umständlich, zweitens löst es nicht das Problem, dass ich diese Tracks nicht über die Künstler- oder Albenansicht und App-Suche von Spotify auffinden kann, geschweige denn kombiniert hören kann.

Ist in meinen Augen einfach nur mega nervig und für mich auch ein wenig unverständlich, wieso Spotify dies nicht besser handhabt. Wieso nicht einfach lokale Dateien als getrennte Musikquelle nutzen, mit der man dann genauso arbeiten kann, wie mit Songs und Alben aus der Spotify-Datenbank – sprich einzelne Tracks zu „Meine Songs“ hinzufügen und all den Kram. Was in diesem Zusammenhang ebenfalls ganz cool wäre (aber wohl auch seltener der Fall): Eine Meldung á l a „Hey, dein lokaler Song XY ist nun auch auf Spotify verfügbar. Sollen wir ihn austauschen (und löschen)?“ – aber das wäre dann wohl auch zu viel des Guten, eine anständige Integration würde ja fürs erste schonmal reichen.

Wie eine nahtlose Symbiose aus lokaler Musik und Online-Songs aussieht, hat Apple mit Apple Music gezeigt. Wieso ich aber dennoch nicht dort bin und mich mit dem wie gesagt schlechten iTunes-und-Apple-Music-Ding anfreunde? Weil ich andere Spotify-Features, wie zum Beispiel die geteilten Playlists und Informationen über neue Alben zu schätzen gelernt habe und mir diese bei Apple Music ein wenig fehlten. Also hat es irgendwie etwas von einer Pest-oder-Cholera-Entscheidung, bei der ich Spotify eben als das geringere Übel empfinde. Mal schauen, ob man seitens Spotify hier irgendwann nochmal etwas verbessert oder ob man Nutzer mit lokalen Tracks weiterhin dieser kleinen Quälereien aussetzt – oder ob Apple auf der diesjährigen WWDC etwas besseres zeigt, wäre mir auch recht.

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