[WTF des Tages] Babypod: Vaginale Musik­be­schallung für ungeborene Babys

Am 05.01.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:40 Minuten

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Mal wieder etwas ganz feines aus dem Bereich des „WTF des Tages„: der Babypod. Es ist ja inzwi­schen gar nicht mehr unüblich, ungebo­renen Babys bereits im Bauch der Mutter mit Musik zu beschallen, was sich positiv auf die Entwicklung des Gehirns auswirken soll – manche Eltern sind sogar der festen Überzeugung, man könne so den Musik­ge­schmack des Kindes im späteren Leben prägen oder bereits während der Schwan­ger­schaft aus dem Kleinen mittels musika­li­scher Früherziehung Frühför­derung einen kommenden Mozart machen. Damit der Fötus aber auch etwas von der Musik mitbe­kommt, muss die Musik entweder sehr laut aufge­dreht oder aber zum Beispiel mit auf den Bauch aufge­legte Kopfhörer näher heran gebracht werden. 

babypod-1Alles quatsch„, so die Aussage der gynäko­lo­gische Klinik Institut Marquis aus Spanien. Denn laut ihren Unter­su­chungen ist Haut ein absoluter Sound-Killer, denn die Töne sollen nur sehr verzerrt und gedämpft beim Fötus ankommen. Logisch, ist ja auch eine ordent­liche Haut- und Fettschicht dazwi­schen, dazu Weich­teil­gewebe und was-weiß-ich-nicht-alles. Tja, und was macht der Gynäkologe mit einem großen Faible für die japanische Erfinder-Kultur? Richtig, er entwi­ckelt etwas „passendes und intui­tives“: den Babypod, der ab sofort für rund 150 Euro zu haben ist. Quasi eine Art Loveball mit angeschlos­senem Lautsprecher und passender Android-App (iOS und Windows Phone sollen folgen). So vaginal einge­führt beschallt das Teil also direkt von Innen heraus den Fötus mit 54 Dezibel, also in üblicher Wohnungs­laut­stärke.

babypod3Der Vorteil dieser Lösung besteht eben darin, dass das Ungeborene die Töne fast mit der gleichen Inten­sität und Klarheit hören, wie sie erzeugt werden. In Tests konnte man beobachten, dass das Baby reagiert, indem es seinen Kopf bewegt, die Zunge mehrmals heraus­streckte und sogar Bewegungen mit dem Mund machte. Vielleicht ja auch nur eine Art Abwehr­ver­halten gegen klassische Musik oder diversen Helene-Fischer-Titeln mit dem das Ungeborene zugedröhnt wird? Weiß man nicht. Netter­weise hat der Hersteller auf Batterien und Bluetooth verzichtet, um gesund­heit­liche Gefahren für das Baby und die Mutter auszu­schließen. Was man aber vergessen hat, wäre eine Art Vibra­ti­ons­modus, damit Frau, während sich Rübenkopf vergnügt, auch ein wenig Ablenkung hat. 

Würde ich glatt unter „braucht niemand“ einordnen, aber bekann­ter­weise kaufen schwangere Eltern aber viel Mist, wenn man ihnen erzählt, aus ihrer Chantalle-Jaqueline könnte eine weitere Vanessa Mae werden…

via mobiFlip