Kürzlich habe ich die Elgato Avea Flare vorge­stellt, eine smarte LED-Stimmungs­leuchte mit Bedienung via App. Nun folgt eine weitere smarte Leuchte, die auf den Namen Yeelight hört und aus dem Hause des chine­si­schen Herstellers Xiaomi stammt, die bekanntlich neben Smart­phones auch allerlei weiteres Gedöns herstellen. Bisher hat mich noch kein Xiaomi-Gadget enttäuscht, die Produkte sind durch die Bank von hoher Qualität und Verar­beitung, hinzu kommt ein Preis, der oftmals ein gutes Stück unter dem vergleich­barer Konkurrenz-Produkte liegt. Nun also hatte ich, dank GearBest, die Xiaomi Yeelight Lamp ein paar Wochen zum Test daheim – ob die smarte Leuchte die zugege­be­ner­maßen hohen Erwar­tungen gerecht werden konnte, möchte ich in den folgenden Zeilen aufzeigen. 

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Ausge­packt und angeschaut

Wie für Xiaomi üblich, kommt das Yeelight in einem schlichten, braunen Karton – nichts aufre­gendes für hochwertige Produkte, aber irgendwie passt es zum Image der Chinesen. Im Inneren aber präsen­tiert sich eine Lampe, deren Design schlicht und modern ist. Die Höhe des Zylinders misst in etwa 21 Zenti­meter, der Durch­messer beträgt in etwa 10 Zenti­meter. Also klein genug, um auch auf dem Nacht­tisch Platz zu finden, gleich­zeitig aber auch groß genug, um als Leuchte in Wohn- oder Arbeits­zimmer platziert zu werden. Die Lampe selbst ist sehr gut verar­beitet, Spaltmaße oder unsauber ausge­fräste Ränder sucht man vergeblich – sei es nun bei dem Gehäuse an sich oder auch die oben angebrachten Buttons. 

Einziger kleiner Kritik­punkt am Gehäuse wäre die Wahl der Materialien: Denn während der untere Teil der Lampe aus einem Aluminium-ähnlichem Material besteht (zumindest fühlt es sich so an), ist der obere Teil nur aus einfachem Kunst­stoff gefertigt und fühlt sich auch so an. Echtes Milchglas wäre sicherlich einen ganzen Tick hochwer­tiger, fairer­weise muss man sagen, dass dies zum einen den Preis hochge­trieben hätte, zum anderen sieht man meiner Meinung nach aber auch keinen großen Unter­schied – erst recht nicht, wenn die Lampe einge­schaltet ist. In so fern würde ich es lediglich als „nice to have“ abtun. 

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Auf der Oberseite des Yeelight befinden sich zwei Buttons: einmal der Power-Button zum Ein- und Ausschalten der Lampe und eine schmalere Taste zum Wechsel der Leuchtmodi. Ebenfalls auf der Oberseite unter­ge­bracht wurde ein Touch­panel zum Wechseln der Helligkeit und der Farbe – dazu aber später mehr. Wie man sieht: man muss die Lampe nicht zwangs­läufig mit dem Smart­phone steuern, auch wenn dies natürlich der bevor­zugte Weg ist – vor allem, wenn man sämtliche Funktionen der smarten Leuchte nutzen möchte. 

Zu guter Letzt gibt es an der Unter­seite noch einen Strom­stecker. Was ich etwas schade finde: Man hat hier einen proprie­tären Stecker genutzt, ein MicroUSB-Stecker wäre sicherlich toll gewesen – gleiches gilt übrigens auch für einen integrierten Akku, den man hier ebenfalls vergeblich sucht. Aber gut, weiß man vorher, würde die Lampe nur nochmal etwas besser (und wohl auch etwas teurer) machen und für den statio­nären Einsatz in der Bude ist es auch in Ordnung so. Apropos: Von Haus aus kommt das Yeelight natürlich mit einem US-Strom­stecker, für den Betrieb in Deutschland benötigt ihr also noch einen Adapter, ich persönlich kann euch diese hier empfehlen. (Nachtrag: Bei GearBest legt man euch im Normalfall einen passenden Adapter bei) 

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Kurz noch ein paar technische Daten zum Yeelight: Im Inneren der Lampe werkelt eine hochwertige OSRAM-LED, die bis zu 16 Millionen verschiedene Farben darstellen kann. Die Nennleistung beträgt 10 Watt, die maximale Helligkeit liegt bei rund 300 Lumen. Wäre also vergleichbar mit einer alten 30 Watt Glühbirne, das Yeelight ist also auch hell genug, um noch ein Buch oder etwas anderes lesen zu können. Die Farbtem­pe­ratur der Lampe hat im übrigen eine Bandbreite von 1700 bis 6500K – also von sehr gelblichem, warm-weißen Licht, bis hin zum erhel­lenden kalt-weiß ist das ganze Spektrum vorhanden. 

App-Funktionen des Yeelight

Wie bereits erwähnt, ist die Bedienung der smarten Leuchte natürlich eine App vorge­sehen, die für iOS und Android zu haben ist – alles andere wäre ja auch wenig „smart“. Vorab: Die Apps stehen aktuell nur in engli­scher Sprache zur Verfügung. Ist aber eigentlich auch nicht weiter schlimm, denn ich denke mal, die paar engli­schen Wörter in den Apps sollten keine Hürde darstellen. Wer dennoch eine deutsche Lokali­sierung bevorzugt, der bekommt zumindest für Android auch eine inoffi­zielle, deutsch­spra­chige App vor – ihr müsst nur bedenken, dass die inoffi­zielle App bei einem Firmware-Update unter Umständen Probleme machen kann und im Falle von App-Updates mit neuen Funktionen erhaltet ihr auch diese erst mit etwas Verzö­gerung. Die Apps funktio­nieren einwandfrei und sehen auch recht schick aus. Das Hinzu­fügen neuer Lampen ist übrigens ganz simpel: Lampe einschalten, App starten, suchen lassen, fertig. 

Yeelight
Entwickler: Yeelink
Preis: Kostenlos

Werfen wir einmal einen kurzen Blick in die Funktionen der App bezie­hungs­weise der Yeelight Lamp. Im einfachen Betrieb gibt es drei unter­schied­liche Modi, die sich in der App natürlich aktivieren lassen. Im „Hue“-Modus könnt ihr per Wisch nach links und rechts eine beliebige Farbe für die Lampe auswählen, ein Wisch nach oben und unten regelt die Helligkeit bezie­hungs­weise Inten­sität der Lampe. Wer keine Lust auf farbiges Licht hat, kann auch den „White“-Modus nutzen, welcher auf ein (wie der Name schon verrät) weißes Licht wechselt, wobei sich die Farbtem­pe­ratur per Wisch nach links oder rechts ändern lässt. Im „Flow“-Modus wechselt die Lampe automa­tisch mit fließendem die Farbe. Ihr könnt vier verschiedene Farben festlegen, die für den Farbwechsel genutzt werden sollen – wahlweise per einfachem Farbkreis oder aber, indem ihr ein Foto in die App ladet und über den Farbpicker die gewünschten Farben auswählt. 

Das alleine ist schon ganz cool, aller­dings kann die Yeelight Leuchte auch noch mehr. So könnt ihr zum Beispiel bis zu fünf Zeitpläne einrichten, nach denen sich die Lampe automa­tisch ein- und wieder ausschaltet. Ebenfalls ganz brauchbar, schade ist aller­dings, dass Xiaomi diese Zeitpläne auf maximal fünf beschränkt hat – es lassen sich zwar auch alle Wochentage in einen Zeitplan aufnehmen, je nach Gewohn­heiten sind diese aber zu wenig. Ihr wollt noch ein wenig Licht, während ihr in im Bett liegt? Kein Problem, dank Sleep Timer kann sich die Lampe auch nach 16 Minuten automa­tisch ausschalten. In diesem Zusam­menhang ist auch die Verknüpfung mit dem Fitnessband Mi Band praktisch: sobald das Band erkennt, dass ihr einge­schlafen seid, schaltet sich die Lampe ebenfalls nach 15 Minuten ab. Sehr cool – leider funktio­niert die Kopplung zwischen Band und Lampe nur mit der Android-App. 

Zu guter Letzt gibt es dann auch noch einen Nacht­modus und Licht­wecker. Beim Nacht­modus lässt sich eine Zeitspanne angeben, in der sich die Lampe mit einer sanften Berührung auf den oberen Rand einschalten lässt – inklusive einem sanften Licht. Ist vor allem für den Einsatz auf dem Nacht­tisch und nächt­liche WC-Besuche gedacht. Der Licht­wecker hingegen weckt euch auf sanfte Art und Weise auf. Eine halbe Stunde vor der angege­benen Weckzeit schaltet sich die Lampe auf niedriger Hellig­keits­stufe und mit sehr warmweißen bis gelblichen Licht ein. Sowohl Farbtem­pe­ratur, als auch Helligkeit werden nun im Laufe der 30 Minuten stetig und fließend erhöht, bis sie letztlich in hellem Weiß leuchtet. Für mich nicht ganz so geeignet (Decke über den Kopf und fertig ), Licht­wecker haben aber genug Freunde. 

Yeelight-Steuerung ohne Smart­phone

Wie gesagt lassen sich sämtliche Funktionen der Leuchte nur in Kombi­nation mit der App nutzen. Wer aller­dings nur kurz den Leuchtmodi, die Farbe oder die Helligkeit wechseln möchte, der kann dies auch direkt an der Lampe erledigen – praktisch, wenn man bereits im Bett liegt und zum Beispiel noch etwas liest und für eine kurze Änderung nicht das Handy in die Hand nehmen möchte. Ein- und Ausschalten lässt sich die Lampe natürlich über den Power-Button, mittels des schmalen, kleineren Buttons lässt sich zwischen den Leuchtmodi (Farbe, Weiß oder Farbwechsel) wechseln. Die Helligkeit lässt sich hierbei verändern, indem ihr den Finger über das obere Touch­panel gleiten lasst – haltet ihr dabei den kleinen Button gedrückt, könnt ihr auf gleiche Weise die Farbe der Lampe ändern. Nichts weltbe­we­gendes, aber erwäh­nenswert und definitiv praktisch – trotz aller „smartheit“.

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Fazit und tl;dr

Mit der Yeelight Lamp hat Xiaomi mal wieder mehr als ordent­liche Arbeit geleistet, es gibt eigentlich nichts, was man irgendwie groß kriti­sieren könnte. Eine starke und saubere Verar­beitung, lediglich den „Lampen­schirm“ hätte man mit echtem Milchglas noch hochwer­tiger machen können. Aber aufgrund des doch stabilen Materials und den (vor allem bei einge­schal­teter Lampe) kaum bis nicht erkenn­baren Unter­schieds wäre dies Jammern auf hohem Niveau. Die Apps für iOS und Android sind nett designt und funktio­nieren ebenfalls einwandfrei und die Lampe selbst bietet neben den reinen Leuchtmodi noch einige nette Zusatz­funk­tionen, die gerne mitge­nommen und genutzt werden. Einzige Sache, die ich mir noch gewünscht hätte, wäre ein USB-Stecker zum Laden des Smart­phones…

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Vor allem aber spricht der Preis Bände: Etwa 45-50 Euro muss man für die Xiaomi Yeelight Lamp einplanen. Ein fast lächer­licher Preis, bedenkt man einmal den großen Funkti­ons­umfang und vor allem die Preise von ähnlichen Produkten anderer Hersteller, die quali­tativ nicht deutlich besser sein können. Zu haben ist die smarte Lampe natürlich über Import-Shops (aber um einiges teurer) und natürlich in den einschlä­gigen China-Shops wie zum Beispiel bei Gearbest – zum aktuellen Stand zahlt man dort noch am wenigsten für die Lampe. Ich jeden­falls bin ein großer Fan der Lampe und kann nichts anderes, als eine absolute Kaufemp­fehlung auszu­sprechen. Wirklich. Ein. Tolles. Teil.