ZAGG Slim Book: Universelle Tastaturhülle für das iPad mini 4 ausprobiert

Marcel Am 23.05.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 5:51 Minuten

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Produktives Arbeiten mit dem iPad? Meiner Meinung nach ohne Hilfsmittel nur bedingt möglich – sei es nun mit den „älteren“ Modellen oder auch mit den neuen iPad Pros. Konsumieren von Medien, Surfen im Web, kleinere Aufgaben erledigen – all das geht sicherlich ohne Probleme auch nur mit dem Touchscreen und genau hier können die iPads (und auch andere Tablets mit Android) ihre Stärke ausspielen. Knackpunkt ist dann allerdings das Schreiben von längeren Texten wie Artikel, Mails, Mitschriften in der Uni und dergleichen. Da dauert es mit der On-Screen-Tastatur einfach viel zu lange, sodass man hierzu definitiv auf eine Hardware-Tastatur zurückgreifen sollte.

Nun unterstützt iOS eigentlich seit jeher gängige Bluetooth-Tastaturen, aber immer zwei Geräte mitschleppen zu müssen, ist auch alles andere als komfortabel. Also haben sich Hersteller ans Werk gemacht und passende iPad-Hüllen mit fest verbundener Tastatur produziert, von denen mich aber bislang auch noch kein Modell so richtig überzeugen konnte. Entweder war die Hülle schlecht und unvorteilhaft, die Tastatur mies (schlechter Anschlag, wabbelnde Tasten, schlechte Verarbeitung) oder die Art und Weise der Kombination (zum Beispiel eine dauerhafte Verbindung) sagte mir schlicht nicht zu.

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In den letzten Wochen hatte ich aber mal die Möglichkeit, eine Tastatur aus dem Hause ZAGG zu testen, genauer gesagt das ZAGG Slim Book für das iPad mini der vierten Generation (funktioniert aber auch mit der dritten Generation, da baugleich). Dieses besteht aus zwei Modulen: zum einen natürlich die Tastatur mitsamt des Akkus, zum anderen eine Hülle für das iPad mini. Beide Teile lassen sich entweder miteinander oder getrennt voneinander nutzen – etwas, was ich für mich persönlich als wichtig erachte. Meine Eindrücke zum ZAGG Slim Book möchte ich nun ein wenig ausführen.

Beginnen wir erst einmal mit der iPad-Hülle und beginnen dann auch schon den ersten größeren Kritikpunkt, denn die Hülle besteht leider durch die Bank aus Kunststoff. Zwar ist die Verarbeitung nicht groß zu beanstanden, denn immerhin passt das iPad mini genau in die Hülle, die Aussparungen für die Buttons und Stecker sind sauber ausgestanzt und es gibt keine scharfen Kanten – irgendwie habe ich aber vor allem mit Blick auf den Preis ein klein wenig mehr erwartet. Außerdem hätte das Case auch gerne einen Tick dünner sein dürfen, auch wenn das iPad mitsamt der Hülle noch immer gut in der Hand liegt und sich bedienen lässt.

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Hat man das iPad einmal in die Hülle gepackt, kann man dieses nun einfach in das vorhandene Scharnier an dem Tastatur-Modul stecken, dank der verbauten Magnete hält dieses überraschend gut – ich hatte zu keinem Zeitpunkt die Befürchtung, dass sich die beiden Module voneinander lösen. In diesem Modus kann man das Slim Book nun wie ein Notebook nutzen und auf und zu klappen. Einmal aufgestellt bleibt das iPad wirklich fest in seiner Position, wobei es ein wenig wabbelig ist. Nicht, dass es nun bei jedem Tastenanschlag wackeln würde, aber gerade bei der Touchbedienung kann dies etwas unangenehm sein.

Was mir persönlich auch etwas missfällt: Klappt man das „Display“ auf, so drückt die Längsseite die Tastatur ein wenig hoch, sodass diese keilförmig nach oben steht. Kann man nun rein auf die Bauart des Scharniers schieben, kann man aber auch mit dem Stichwort „Ergonomie“ begründen. Ich für meinen Teil bevorzuge zwar auch minimal ansteigende Tastaturen wie zum Beispiel das Apple Magic Keyboard, im Falle des Slim Book ist mir die Erhöhung aber ein wenig zu viel, zumal diese eben auch noch je nach Ausrichtung des iPads stärker oder schwächer ausfällt.

Ansonsten gibt es aber nicht mehr viel, was man an der Tastatur selbst aussetzen könnte. Die Unterseite des Tastatur-Moduls besteht wie auch die iPad-Hülle aus Kunststoff, während man auf eine Oberseite aus Aluminium gesetzt hat, die in Kombination mit den schwarzen Tasten sicherlich nicht ohne Zufall an ein MacBook erinnert. Insgesamt fühlt sich der Tastatur-Teil vor allem auf der Oberseite sehr gut an und ist auch ordentlich stabil, auch bei Druck gibt keine Stelle nach oder lässt sich verbiegen und auch ein Knarzgeräusch versucht man vergeblich zu vernehmen. Sehr gefällig. Positiv kann man zusätzlich festhalten, dass das Slim Book zusammengeklappt gerade einmal 1,5 Zentimeter misst – fast alle vergleichbaren Tastatur-Hüllen fallen dicker aus.

Die Tasten selbst sind sehr angenehm, „schwimmen“ nicht in ihren Aussparungen und haben einen anständigen Druckpunkt. Allerdings: Bedingt durch die Kompaktheit des iPad minis fällt natürlich auch die verfügbare Fläche der Tastatur recht klein aus, sodass die Tasten nicht nur kleiner, sondern auch enger beieinander stehen, was in den ersten Tagen erst einmal ein wenig nervig und vor allem ungewohnt ist. Blindes Tippen wie auf der Mac-Tastatur? Fehlanzeige. Je mehr Stunden ich dann aber mit dem Slim Book verbracht habe, umso flüssiger lief das ganze, auch wenn man sicherlich nicht das Level erreicht, welches man auf einer „richtigen“ Tastatur hat.

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Verbunden wird die Tastatur natürlich ganz unproblematisch via Bluetooth und wie von einer speziell für iOS entworfenen Tastatur bietet sie natürlich auch ein paar Sondertasten beziehungsweise hat gängige Tasten von PC-Tastaturen durch iOS-Sonderfunktionen ersetzt. So gibt es statt der Escape-Taste einen Homebutton, man kann das iPad per Tastendruck sperren, Siri aktivieren, die Multitasking-Ansicht öffnen und auch Mediatasten sind vorhanden. Ansonsten gibt es ein vollständiges deutsches Tastaturlayout, inklusive Umlaute.

Die Tastatur besitzt eine (für mich als notwendig erachtete) integrierte Hintergrundbeleuchtung in drei unterschiedlichen Helligkeitsstufen und mit sieben verschiedenen Farben: Weiß, Rot, Violett, drei unterschiedlichen Blau-Tönen und Grün – ist also für jeden Geschmack etwas dabei. Ein ganz großer Pluspunkt dürfte auch die angegebene Akkulaufzeit sein, denn ZAGG gibt diese mit langen zwei Jahren an. Variiert natürlich je nach Nutzung und ob die Tastatur immer beleuchtet wird, aber selbst wenn die Akkuladung letztlich nur bei einem Jahr liegen sollte, ist dies schon enorm.

Das ZAGG Slim Book kann übrigens auf vier unterschiedliche Arten genutzt werden. Zuerst natürlich als „Notebook“-Ersatz mit aufgeklapptem iPad, aber wie erwähnt kann das iPad mitsamt der Hülle auch schnell vom Tastatur-Modul getrennt und eigenständig als Tablet-PC genutzt werden. Etwas abgewandelte Varianten dieser beiden Möglichkeiten: Das iPad lässt sich aber auch umgekehrt in das Scharnier stecken, sodass man das Konstrukt entweder hochgeklappt als Video-Display nutzen kann, oder komplett zusammengeklappt in einer Art Buch-Modus. Kann man nutzen, muss man aber nicht, wollte ich nur mal erwähnt haben.

Fazit zum ZAGG Slim Book für das iPad mini 4? Meiner Meinung nach die derzeit beste Tastatur-Hülle für das iPad mini und die „ältere“ Air-Generation der großen iPads, denn auch für diese Modelle gibt es ein entsprechendes Slim-Book-Modell. Die Verarbeitung ist sehr gut und hochwertig, die Akkulaufzeit dürfte fast länger ausfallen, als man das iPad-Modell nutzt, die Bluetooth-Verbindung ist zuverlässig, es gibt eine Hintergrundbeleuchtung für die Tasten, zusammengeklappt ist die Kombination noch relativ flach und man kann das iPad auch schnell eigenständig nutzen. In so fern sind eigentlich alle für mich relevanten Punkte erfüllt.

Allerdings gibt es neben den Lichtblicken auch Schattenseiten. Da wäre erst einmal die Wahl der Materialien, denn mit rund 100 Euro ist das Slim Book kein Schnapper und diesbezüglich hätte ich zumindest etwas hochwertigere Materialien erwartet – ein komplettes Gehäuse aus Aluminium wäre absolut spitze gewesen, hätte ich gefeiert. Der zweite Kritikpunkt liegt natürlich schlicht an der Größe des iPad minis, was eben folgerichtig zu kleineren und enger aneinander liegenden Tasten führt. Erfordert eben Kompromissbereitschaft und ein gewisses „Eintippen“ – erwartet aber nicht, das ihr ein perfektes Tippgefühl wie bei einer großen Tastatur bekommt.

Eine ultimative Kaufempfehlung kann man demnach nicht geben. Ja, meiner Meinung nach sind die 100 Euro aufgrund der Materialien grenzwertig. Andererseits gibt es eben auch viele positive Alleinstellungsmerkmale, die das ZAGG Slim Book zu der wohl am gelungensten Tastatur-Hülle machen. Letztlich kommt es aber darauf an, was ihr von einem solchen erwartet und wie häufig ihr es benötigt – Gelegenheitsnutzer finden sicherlich günstigere Alternativen. Ansonsten lässt sich nur sagen: Probiert es aus, vor allem das Tippgefühl muss und sollte persönlich erprobt werden – die Geschmäcker sind hier zu unterschiedlich.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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