Zum Scheitern verurteilt? Canonical kündigt „Ubuntu Edge“ via Crowdfunding an und sammelt 32 Millionen US-Dollar

Marcel Am 22.07.2013 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:05 Minuten

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Ubuntu for Phones an sich ist ja eigentlich schon ein alter Hut, hatte ich ja auch schon ein paar Male hier im Blog. Das System selbst macht einen guten und erfrischenden Eindruck, gerade was die umfangreich implementierte Gestensteuerung betrifft. Was aber bislang fehlte waren Ankündigungen für Hardware, auf denen das mobile Betriebssystem vertrieben werden soll – dementsprechend haben die Jungs und Mädels von Canonical heute Tacheles geredet und „irgendwie“ ein Smartphone mit Ubuntu for Phones vorgestellt: Ubuntu Edge. Die Besonderheit: Es bietet eine Dual-Boot-Funktion für Ubuntu und Android, die Finanzierung erfolgt über Crowdfunding – jenes Modell, welches sich inzwischen vor allem dank Kickstarter großer Beliebtheit erfreut.

Heißt also: Man hat zwar die technischen Daten und ein paar Render-Bilder des Smartphones offen gelegt, das Projekt selbst muss aber eben erst noch finanziert werden: satte 32 Millionen US-Dollar möchte man dazu auf der Crowdfunding-Plattform Indiego sammeln. Ein dicker Batzen. Die technischen Daten lesen sich eigentlich recht schick – was übrigens auch für das Smartphone an sich gilt, auch wenn es natürlich erst einmal lediglich Rendering-Bilder sind.

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  • Display: 4,5 Zoll mit 1280 x 720 Pixel, 300 ppi
  • CPU: unbekannt, erwähnt wird nur die „schnellste Multi-Core CPU“
  • Arbeitsspeicher: 4 GB RAM
  • Interner Speicher: 128 GB
  • Hauptkamera: 8 Megapixel
  • Frontkamera: 2 Megapixel
  • Sensoren: GPS, Kompass, Barometer, Gyroscope, Beschleunigungs- und Umgebungslichtsensor
  • Konnektivität: LTE, WiFi 802.11n, Bluetooth 4.0, NFC
  • Akku: Li-Ion-Akku
  • Abmessungen: 124 x 64 x 9 Millimeter
  • System: Ubuntu for Phones und Android (Dual-Boot)

Natürlich lesen sich die Daten sehr gut, allen voran natürlich die 4 GB Arbeitsspeicher und der dicke 128 GB interner Speicher. Interesse? Dann solltet ihr euch beeilen, denn nur noch heute könnt ihr euch mit 600 US-Dollar (etwa 455 Euro) beteiligen um euch das Ubuntu Edge zu sichern – ab morgen zahlt ihr für ein einzelnen Phone runde 830 US-Dollar, also rund 630 Euro.

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Wieso ich dennoch der Meinung bin, dass das Ubuntu Edge scheitern wird? Das Gerät soll – sollte die Finanzierung klappen – erst im Mai 2014 an die Unterstützer verschickt werden. 05/2014, das sind also noch lange zehn (!) Monate. Schaut man sich nun einmal an, wo wir und vor gut einem Jahr in Sachen Smartphones befanden, dann wird noch sehr viel Wasser den Fluss hinunterfließen. Ich prophezeie einfach mal: sollte das Smartphone so in zehn Monaten auf den Markt kommen, dann klingen die Daten definitiv nicht mehr so rosig, auch wenn zum Beispiel die Dual-Boot-Möglichkeit und die Möglichkeit, das Smartphone via Display in einen „echten“ Desktop-PC zu wandeln recht interessant klingen – wie es dann produktiv aussieht, sei mal dahingestellt.

Es wird sicherlich eine Menge an Geld (sicherlich dank einiger Großinvestoren, welche durchaus benötigt werden) zusammenkommen – aber ob man die geplante Summe erhalten wird? Glaube ich nicht dran. Das Ubuntu Edge ist eher was für (ähm) „Kenner“ – und wer von denen, die sich einigermaßen auskennen, würden jetzt 800 US-Dollar für ein Smartphone auf den Tisch legen, welches er in (überspitzt gesagt) einem Jahr in den Händen halten wird – wohlwissend, dass der technische Fortschritt immer weiter geht…

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