WesternDigital TV Live HD im (privaten) Kurztest

Marcel Am 01.12.2010 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:22 Minuten

WesternDigital TV Live HD im (privaten) Kurztest

Vor einiger Zeit hatte ich ich mal den Mediaplayer WD TV Live HD hier – ich brauchte halt einen Mediaplayer, um meine Daten vom NAS auf den TV zu streamen. Vorab sei schonmal gesagt: Die Bilder haben leider keine sonderlich gute Qualität, da ich mit der Ersatzkamera fotographieren musste, während meine Sony DSC WX1 zwecks Reparatur fort war.

Auf die genauen technischen Daten werde ich hier nicht eingehen, die könnt ihr hier nachlesen – hat den gleichen Effekt. Jedenfalls sieht der WD TV Live HD sehr hübsch aus, die Box ist nicht größer als (m)eine Hand.

Wie man sieht hat der Mediaplayer alle benötigten Anschlüsse. Über den USB-Anschluss könnt ihr entweder eure externen Festplatten und USB-Sticks anschließen, oder ihr hängt einen WLAN-Adapter an – die Firmware unterstützt von Haus aus relativ viele USB-Adapter. Da bei mir das WLAN – trotz n-Draft – ein wenig lahm ist, habe ich auf den LAN-Anschluss zurückgegriffen. Leider ist jedoch kein Gigabit-LAN, sondern nur ein 10/100er-Netzwerkanschluss vor. Ist aber derzeit wohl leider Standard bei den Mediaplayern. Positiv ist mir aufgefallen, dass das Gerät relativ schnell startet. Nach etwa 10 Sekunden war er bei mir immer sofort einsatzbereit, was wohl auch daran liegt, dass er nur in den StandBy-Modus versetzt werden kann. Der „Homescreen“ kommt sauber und klar strukturiert daher:

Von hier aus gelangt man zu jedem Menüpunkt: Videos, Musik, Fotos und Einstellungen. Zu letzterem kann ich nicht so viel sagen, nur eines: Sehr erfreulich fand ich, dass das Gerät schnell konfiguriert war – egal ob über LAN oder (auch von mir angetestet) WLAN. Unter Videos lassen sich im übrigen auch Videos von YouTube und Netflix anschauen. Letzteres leider nur in den USA. Aber das bekommt derzeit kaum ein Streamer richtig hin, in Deutschland gibt es nur sehr wenig Streamingmöglichkeiten mit richtigen HD-Inhalten. Sehr cool wäre eine Integration von Sendern, die TV-Serien in HD anbieten. Aber gut, das ist ein anderes Thema. Bevor ich nun auf die Navigation- und Filmdarbietung komme, erst einmal ein paar Worte zur Fernbedienung.

Diese ist – wie man unschwer erkennen kann – sehr klein gehalten und bietet nur die nötigsten Knöpfe. Dafür hat sie jedoch einen sehr guten Druckpunkt und eine Verzögerung ist auch so gut wie nicht vorhanden. Insgesamt habe ich nichts schlechtes an ihr gefunden. Nun aber zurück zu den Menüs – und zu dem Grund, wieso ich den WD TV Live HD zurückgeschickt habe. Testweise hatte ich mal eine externe USB-Festplatte mit Daten angeschlossen. Geht man nun in das Menü „Filme“, so muss man dort erst einmal weiter navigieren, bevor man dann zu den Daten gelangt. Ist auch Cover verfügbar, so bietet sich eine sehr hübsche Ansicht:

Sieht sehr hübsch aus und ist sogar relativ schnell. Ein drücken auf die „Play-Taste“ der Fernbedienung startet den ausgewählten Film. Auch dort ist das OSD sehr aufgeräumt und übersichtlich.

So, wäre hier nun Schluss, so muss ich sagen: Ich hätte das Teil behalten. Denn über die eher missglückte Möglichkeit, im Film vor- und zurückzuspringen hätte ich hinweg gesehen. Das Vorspulen ist nur mit maximal 16-facher Geschwindigkeit möglich, und selbst dort kommt mir das ganze sehr, sehr langsam vor. Aber gut, daüber hätte ich ja noch hinwegsehen können. Bisher hatte ich nur eine externe USB-Platte angeschlossen, aber ich habe meine Daten ja eigentlich auf dem NAS liegen. Also zurück und drauf auf den NAS. Und da ist der erste Haken: Um auf die Daten im Netzwerk zugreifen zu können, muss ich vom Homescreen aus mehrmals die Fernbedienung bedienen: Filme » (Auswahl) » Netzwerkfreigaben » (Auswahl) » NAS » Name der NAS-Freigabe. In meinen Augen zu viel. Dann die nächste Ernüchterung: Ich habe meine Filme sauber strukturiert auf dem NAS liegen, jeder Film hat eine Datei für das Cover. Verwendet ihr den Datenträger per USB wird auch alles schön angezeigt (siehe oben), sobald ihr jedoch auf eine Netzwerkfreigabe zugreift, sieht die Sache anders aus:

Wie man sieht: Dort werden nun die Filmdateien samt Cover angezeigt (so wie es sein sollte) und zusätzlich noch die Coverdatei. Für mich völlig unverständlich, zumal es per USB ja klappt. Leider ist es wohl eher ein Feature und kein Bug. Und das sind die beiden Hauptgründe, wieso ich den Mediaplayer zurückgeschickt habe. Ich möchte einen Mediaplayer, der nach dem Start ohne große Navigationstouren auf meinen NAS gelangt und mir die Daten dort anständig anzeigt.

Für mich unverständlich, wieso das scheinbar kein einziger der Mediaplayer hinbekommt. Die Teile werden doch als Netzwerkstreamer von den Herstellern beworben, doch wieso gibt es manche Features und Ansichten nur, wenn Daten entweder auf einer internen Festplatte oder auf einem USB-Datenträger liegen? Ein Netzwerkstreamer sollte in meinen Augen über einen Klick auf meine Daten zugreifen können…

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