Cat S42: Das fast unzerstörbare Outdoor-Smartphone ausprobiert

Marcel Am 22.08.2020 veröffentlicht Lesezeit etwa 12:33 Minuten

Smartphones werden nicht nur immer leistungsstärker, auch die Stabilität ist in den letzten Jahren nur bedingt besser geworden – vor allem im Vergleich zu den damaligen™ Handys (vor allem jene eines finnischen Herstellers). Nun muss man Smartphones dank diverser Oberflächenbehandlungen und einem stetig verbesserten Gorilla Glass nicht wie ein rohes Ei behandeln, es liegt aber einfach in der Natur der Sache, dass ein Gehäuse aus Alu und mit Glasfront Stürze nicht mehr so einfach wegsteckt, wie es noch vor 10-15 Jahren der Fall war – da hilft es auch nur bedingt, dass immer mehr Geräte wasserdicht werden, wenngleich somit ein häufiger Todesgrund für Smartphones wegfällt. Wer wirklich etwas robusteres benötigt, der findet inzwischen das ein oder andere Outdoor-Smartphone vor, die wesentlich mehr wegstecken. Wie zum Beispiel die Cat-Phones, die der Baumaschinenhersteller Caterpillar vom Lizenznehmer Bullitt Group produzieren lässt.

Zuletzt habe ich mir das Feature Phone Cat B35 angeschaut, man hat aber auch „echte“ Smartphones im Portfolio. Recht frisch auf dem Markt ist das Cat S42, dass neben den gewohnt hohen Standards in Bezug auf Stürze, Wasserfestigkeit und Umwelteinflüssen auch die Smartphone-Hygiene in den Fokus stellt. Letzteres ist sicherlich ein eher unspektakulären und banaleres Thema, in aktuellen Corona-Zeiten sind aber auch die banale Dinge nicht unwichtig. Mit dem Rugged-Phone zielt man nicht nur auf die „klassische“ Cat-Zielgruppe der Bauarbeiter und Outdoor-Fans ab, sondern auch auf jene, die beispielsweise im Sicherheits- oder Rettungsdienst und im Krankenhaus ihr Geld verdienen. Ob sich das Outdoor-Smartphone auch in der Praxis gut schlägt und wo die Stärken und Schwächen liegen, könnt ihr in den nun folgenden Zeilen nachlesen.

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Das ist das Cat S42

Im Gegensatz zu den Premium-Smartphones, die den Schwerpunkt zu einem nicht unwesentlichen Teil auch auf ein möglichst schlankes und modernes Design legen, orientieren sich Outdoor- und Rugged-Phones eher am Motto „Form follows Function“ – entsprechend fallen die Geräte um einiges satter und schwerer aus. Auch das Cat S42 macht hiervon keine Ausnahme und wirkt mit einem ersten Blick auf das Datenblatt mit Abmessungen von etwa 16,1 x 7,72 x 1,27 Zentimetern und einem Gewicht von 220 Gramm nicht gerade als Leichtgewicht. Interessanterweise merkt man dem Gerät sein Gewicht kaum an und wer sein Smartphone in eine gängige Silikon- oder Lederhülle packt, der wird bei den Abmessungen wohl ebenfalls keinen wirklichen Unterschied in der Hand und der Hosentasche feststellen. Kurzum: Das Smartphone liegt trotz seiner Größe gut und sicher in der Hand, auch mit dicke(ren) Handschuhen.

Die Ansprüche eines Outdoor-Smartphones richten sich primär an das Gehäuse, welches in diesem Falle durchweg aus Kunststoff besteht. Dies muss aber nicht immer negativ konnotiert sein, denn zum Einen handelt es sich hierbei um das wohl flexibelste Material und zum Anderen kommt es immer auch auf die Verarbeitung an sich an. Und diesbezüglich gibt es nicht viel auszusetzen: Durch die Schwarz mattierte Oberfläche haben es Fingerabdrücke und Mikrokratzer schwer und die leichte Gummierung fühlt sich nicht nur hochwertiger als glatte Plaste an, sondern sorgt auch für einen Anti-Rutsch-Effekt bei der Nutzung mit nassen Händen. Die Seiten sind dabei glatt gehalten, während die Rückseite mit einer feinen Riffelung versehen ist, die ebenfalls für eine sichere Handhabung sorgt und außerdem die mittig untergebrachte Hauptkamera schützt. Die vier Ecken sind darüber hinaus mit etwas gröberen Bumpern verstärkt, an der Vorderseite geht das Gehäuse etwa einen Millimeter über den Rand des Bildschirms hinaus.

Die Front an sich ist wenig spannend und beherbergt das Display, eine Ohrmuschel, die Frontkamera sowie eine kleine Benachrichtigungs-LED. Die breiten Ränder um das 5,5 Zoll Display fallen für diese Gerätekategorie typisch aus – vollflächige Displays treiben nicht nur den Preis in die Höhe, sondern sind bei Stürzen auch um einiges anfälliger. Buttons gibt es vier an der Zahl: An der rechten Seite die obligatorischen Power- und Lautstärke-Buttons, an der linken Seite gesellt sich noch eine programmierbare Taste hinzu, über die sich per kurzem oder langen Druck Aktionen ausführen lassen. Die Tasten besitzen einen guten Druckpunkt und geben ein leichtes Klick-Feedback bei Betätigung zurück. Was die Anschlüsse betrifft, so besitzt das Cat S42 einen gemeinsamen Schacht für zwei Nano-SIM-Karten und eine microSD-Speicherkarte, die Buchsen für Kopfhörer und microUSB-Ladekabel sind mit einer Abdeckung geschützt.

Bedienung auch mit Handschuhen

Gerade bei Nutzung in härteren Umgebungen auf der Arbeit oder in der Freizeit müssen sich Outdoor-Smartphones nicht nur mit den nackten Händen, sondern auch mit Handschuhen nutzen lassen. Hiermit sind nicht nur dünne Baumwollhandschuhe gemeint, sondern vor allem auch Arbeitshandschuhe oder wirklich schützende Winterhandschuhe. Und beides ist bei dem S42 möglich. Natürlich vertippt man sich hier und da mal, dies bleibt sicherlich nicht aus. Grundsätzlich befolgt das Display jedoch alle Berührungen ohne großes Murren, egal ob nun mit nassen Händen oder gefütterten Handschuhen. Mit Letzteren muss man zwar man ein wenig langsamer und zielgerichteter vorgehen, es sind aber auch keine Schläge notwendig, um den Touchscreen zum reagieren zu überreden. Interessanterweise werden trotz dieses Features keine unerwünschten Bedienungsversuche des Oberschenkels in der Hosentasche ausgelöst.

Auch die Bedienung der Buttons gestaltet sich mit Handschuhen als solide, wenngleich ich den gleichmäßigen Abstand der Buttons auf der rechten Seite als etwas umständlich empfand. Mit nackten Händen kann man den Powerbutton durch die Struktur zumindest noch erfühlen, mit Handschuhen ist dieser Vorteil aber dahin und durch die recht geringen vertikalen Abstände erwischt vor allem zum Anfang gerne mal zwei Buttons. Durchaus möglich, dass sich das Gefühl nach einiger Zeit verbessert, spontan hätte ich aber einen etwas größeren Abstand zumindest zwischen Power- und Lautstärke-Schaltern bevorzugt. Das Display wiederum kommt laut Datenblatt rund 450 nit respektive cd/m² und gehört damit technisch gesehen nicht zu den hellsten Displays – allerdings ist die Helligkeit ausreichend hoch, dass man auch unter der strahlenden Sommersonne ausreichend erkennen kann.

Robust und hygienisch

Wie es sich für ein gutes Outdoor-Handy gehört ist auch das Cat S42 dank des widerstandsfähigen Gehäuses und Corning Gorilla Glass 5 sturzfest. Von offizieller Seite übersteht das Gerät Stürze aus einer Höhe von bis zu 1,80 Meter auf Stahl oder deutliche Blessuren – beispielsweise wenn es aus der Hand oder von einer Arbeitsfläche zu Boden fällt. Habe ich, im Austausch von Stahl durch Beton, ein paar Male ausprobieren können und konnte tatsächlich keine Schäden vorfinden. Hierbei muss man aber differenzieren: Die Ecken und Kanten sind entsprechend geschützt und auch die Front ist durch den leichten Überstand bei flachem Aufprall geschützt. Zumindest das Innenleben, denn die gummierte Oberfläche kann natürlich ein paar Schrammen abbekommen. Und sollte das Smartphone einmal mit der Displayfront voran auf eine Kante oder eine stark unebene Oberfläche knallen, dann hilft sicherlich oftmals nur noch ein Displaytausch- glücklicherweise gibt es im Rahmen der 24 monatigen Gewährleistung auch eine Displaygarantie inklusive kostenloser Reparatur. Robust bedeutet eben nicht auch gleich unzerstörbar, das dauert wohl noch was.

Über der Sturzfestigkeit hinaus ist das S42 auch wasserdicht (Salz- und Süßwasser) und gegen Staub geschützt – zertifiziert ist das Gerät nach IP68. Heißt also, dass sich das Gerät ohne Gefahr auch bis zu 35 Minuten bei 1,5 Meter Wassertiefe nutzen und bedienen lässt und auch mal in den Sandhügel fallen darf. Immer vorausgesetzt, dass die Abdeckungen geschlossen sind, worauf ihr beim Öffnen vom System hingewiesen werdet. Und wenn es einmal in ganz harte Umgebungen kommen sollte: Das Cat S42 ist nicht nur vor Stürzen auf Beton und ins Wasser geschützt, sondern ist sogar gemäß der Militärnorm MIL SPEC 810H zertifiziert. Unter anderem hält es für bis zu 30 Minuten Temperaturveränderungen zwischen -30 °C und +75 °C stand und ist auch Vibrations-, sand-, salz-, nebel- und druckbeständig. Erwähnenswert, dass das Gerät demnach nicht nur Eiswasser und Sahara übersteht, sondern eben auch bedient werden kann.

Zu guter Letzt ein Punkt, den man so bis Anfang des Jahres sicherlich kaum auf den Schirm hatte: Die Smartphone-Hygiene. Zwar sind Smartphones inzwischen häufig mit einer Anti-Keim-Beschichtung ausgestattet, dennoch finden sich auf einem Smartphone-Display gemeinhin mehr Bazillen als auf einer Klobrille. Corona tut hierzu sein übriges und sorgt gemeinhin dafür, dass der Faktor Hygiene präsenter ist. Vor allem dann, wenn man das Gerät auf der Arbeit nutzt und sich dieses im Betrieb mit anderen Kollegen teilt. Nun kann eigentlich jedes Smartphone abgewaschen werden, die Cat-Phones können jedoch intensiver gereinigt werden. Ein Abspülen unter dem Wasserhahn oder eintauchen in Seifenwasser ist genauso möglich, wie die Verwendung von  Desinfektionsmitteln, antibakterielle Sprays und handelsüblicher Alkohol. Auch Reiniger auf Chlorbasis oder Bürsten stellen laut Hersteller kein Problem dar.

Performance und Akkulaufzeit

Wer High-End sucht, der wird das S42 aus der Liste an potentiellen Smartphones streichen müssen. Vielmehr sind Geräte aus dieser Geräteklasse weniger auf Höchstleitung ausgelegt, sondern auf einen möglichst geringen Stromverbrauch. Im Inneren werkelt ein Mediatek Helio A20 mit 4 Kernen á 1,8 GH, der von 3 GB RAM flankiert wird. Der interne Speicher beträgt 32 GB und kann via microSD-Karte auf bis zu 128 GB erweitert werden – und muss es wohl auch, denn rund 15 GB sind bereits durch das System belegt. Das Innenleben ist somit eher in der unteren Mittelklasse zu finden, ist aber für die meisten Anwendungen völlig ausreichend und im Outdoor-Segment auch schon wieder weiter oben angesiedelt. Tatsächlich nicht viel auszusetzen: Apps wie Browser, Mail, Musik und Co. laufen flüssig, auch die üblichen Casual Games sind ohne Probleme spielbar – lediglich bei rechen- und grafikintensiven Apps und Spielen knickt die Leistung ein. Mit Blick auf die Zielgruppe, den Anwendungszweck und den Preis definitiv solide.

Der fest verbaute und damit nicht austauschbare Akku kommt mit 4.200 mAh daher. Im Standby-Betrieb soll dieser erst nach mehreren Wochen schlapp machen, wobei es immer auf die Definition von „Standby“ ankommt: Mit den typischen Diensten wie WLAN, mobiles Datennetz und GPS aktiviert und bei zahlreichen Benachrichtigungen durch E-Mails und Co. wurden es bei mir immerhin zwei Wochen. Im Alltag verspricht der Hersteller bis zu zwei Tagen „echte“ Akkulaufzeit. Realistisch gesehen würde ich mir keine Sorgen machen, dass man nicht über den Tag und die Nacht kommt – dann aber wird es knapp. Immer eine schwierige Beurteilung, denn wer im Büro nichts zu tun hat und die Zeit mit surfen oder spielen totschlägt, bei dem wird der Akku früher zur neige gehen. Dennoch würde ich das Cat S42 als Langläufer bezeichnen. Was aber schade ist: Zwar ist der Akku dank Schnellladefunktion binnen 2½ Stunden wieder geladen, allerdings nur über Micro-USB. 2020 gehört sich eigentlich ein USB-C-Anschluss…

Android und Upgrade-Garantie

Positiv: Das Cat S42 kommt mit einem fast nackten Android 10 daher. Hier und da hat man zwar ein paar Einstellungen hinzugefügt, wie zum Beispiel die Konfiguration des linksseitig positionierten Shortcut-Buttons oder auch den Handschuhmodus für das Display, im Grunde hat man die Oberfläche aber so belassen, wie sie von Google ausgeliefert wird, was in meinen Augen definitiv positiv festzuhalten ist.

Im gleichen Zuge ist es jedoch schade, dass man nicht davon ablassen konnte, diverse Apps vorzuhalten. So liefert man beispielsweise eine Toolbox-App mit, in der sich vermeintlich für die Zielgruppe relevante Partner-Anwendungen rund um Geschäfts-Tools (z.B. Visitenkartenscanner und Rechnungs-Apps), App-Werkzeuge wie Wasserwaage und Kalkulatoren oder auch Push-to-Talk-Apps durchstöbern lassen. Ebenfalls an Bord ist mit OfficeSuite eine Office-Anwendung und mit OnGuard SOLO ist auch eine Buddy-App vorinstalliert. Damit kann man leben, zumal man die Anwendungen ohne Probleme wieder deinstallieren kann. Als weniger passend empfinde ich jedoch die vorinstallierten Apps für Facebook, Instagram und WhatsApp. Ja, werden sicherlich die meisten Nutzer eh früher oder später installieren – wirklich ins Bild von Cat und der Auswahl der zuvor genannten Anwendungen passt dies aber nicht. Geld machts möglich.

Was in Bezug auf Android 10 interessant ist: Ein Update auf das wohl im Herbst kommende Android 11 ist bereits angekündigt und versprochen. Allerdings gibt es keinen Zeitplan, im welchem zeitlichen Rahmen das Update bereitgestellt wird. Von Samsung und Co. ist man diesbezüglich nicht gerade eine schnelle Reaktion gewohnt, während die Umsetzung bei anderen Herstellern, die ein Update im Vorfeld angekündigt haben, deutlich schneller geht. Hoffnung bleibt, dass man nach finaler Veröffentlichung recht zeitnah in den Genuss von Android 11 kommt. Darüber hinaus gibt es auch eine Update-Garantie, die den Nutzern über einen Zeitraum von mindestens 3 Jahre regelmäßige Sicherheits-Updates für Android verspricht. Wohlgemerkt nur Sicherheits-Updates – eine Bereitstellung von Android 12 im nächsten Jahr sollte man nicht fest einplanen.

Die Kamera

Die Hauptkamera auf der Rückseite löst mit 13 Megapixel, bietet ein f/2.0-Objektiv und ist definitiv die größte Schwachstelle des Cat S42. Am Tage und bei sehr guten Lichtverhältnissen sind die Schnappschüsse mit kleiner Bearbeitung gerade noch zu gebrauchen, insgesamt lassen sie außer einer häufigen Überbelichtung aber vieles vermissen – Details, Farben, Kontraste. Für die Foto-Dokumentation auf der Arbeit oder zum Upload zu Facebook und Instagram können sie aber herhalten, für letzteres sorgt dann noch der ein oder andere Filter. Werden die Lichtverhältnisse aber schlechter – schattige Plätze und Innenräume reichen schon aus – nimmt die Bildqualität deutlich ab und bietet nur wenig Spaß an der Freude. Insgesamt kann man mit Alternativen Kamera-Apps wie z.B. Open Camera noch ein wenig mehr aus der Qualität herausholen, erwartet aber keine großen Sprünge.

Selbiges gilt auch für Videoaufnahmen und Selfies mit der Frontkamera. Sicherlich  ist die Kamera in aktuellen Smartphones neben dem Display einer der größeten Kostentreiber und bei einem Rugged-Phone in ihrer Priorität wohl auch eher zweitrangig. Zumindest seitens des Herstellers, beim Nutzer kommt es durchaus auf dem Einsatzzweck an. Sieht und nutzt man das Cat S42 in erster Linie Arbeitsgerät und möchte nur ein paar schnelle Schnappschüsse aufnehmen, dann ist die Qualität irgendwo in Ordnung, zumindest wenn ausreichend Tageslicht vorhanden ist. Möchte man das Smartphone aber auch bei Freizeit-Aktivitäten nutzen, dann erhofft man sich oftmals ein Mehr an Qualität – zum Beispiel auf der Skipiste, auf Segeltour oder beim Wandern und campen. In diesem Falle steigt die Kamera aber qualitativ aus und knips nur wenig angenehme Erinnerungsfotos.

Dinge, die nicht erwähnt wurden

  • Telefonieren kann das S42 natürlich auch noch, an der Sprachqualität gibt es nichts auszusetzen. Man versteht seinen Gegenüber klar und deutlich, was auch für den umgekehrten Weg gilt. Aber ehrlich: 2020 kann man sowas von einem ursprünglich für die Telefonie erfundenem Gerät auch erwarten, oder Je nach Netzbetreiber unterstützt das S42 auch VoLTE und VoWiFi.
  • Was die Konnektivität betrifft, so bietet das Cat S42 Bluetooth 5.0, das obligatorische GPS und auch NFC ist dabei – natürlich inklusive Unterstützung für Google Pay.
  • Der Lautsprecher ist in Ordnung und besitzt eine ausreichende maximale Lautstärke, klingt aber letztlich ein wenig blechern und dumpf. Für die Nutzung der Freisprechfunktion in ruhigeren Räumlichkeiten ausreichend, für den Konsum von Musik und Videos sind aber eher externe Kopfhörer empfohlen – von denen übrigens keine zum Lieferumfang gehören.
  • Wie auch beim Cat S41 kann auch das S42 als Powerbank für andere Geräte dienen – sofern man ein entsprechendes Kabel besitzt. Beim S41 war dies noch ein Key-Feature, zugunsten des Fokus auf die Akku-Performance wird dies beim S42 nicht mehr beworben und auch die entsprechende Battery-Share-App zur besseren Kontrolle des Ladevorgangs ist nicht an Bord. Für den Notfall aber gut zu wissen, dass es prinzipiell funktioniert, auch wenn man dann natürlich Abstriche bei der Akkulaufzeit in Kauf nehmen muss.

Fazit und tl;dr

Das Cat S42 zeigt sich beim Thema der Verarbeitung von seiner besten Seite, der ohne unerwünschte Spaltmaße verbaute und leicht gummierte TPU-Kunststoff fühlt sich alles andere als billig an und sorgt zusammen mit dem Corning Gorilla Glass 5 für ein sehr robustes Outdoor-Smartphone. Trotz der auf dem Papier satten Abmessungen und des Gewichtes liegt es gut und sicher in der Hand und kann bei Bedarf auch mit dickeren Handschuhen bedient werden. Das Display bietet mit 293 dpi genügend Schärfe und lässt sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesen. Stürze aus bis zu 1,8 Meter Höhe steckt das Gehäuse weg, zumindest wenn keine Unebenheit oder eine Kante auf dem Weg zum Boden den Weg kreuzen. Auch Wasser, Temperaturextreme oder auch starke Desinfektionsmittel können dem Gerät nur wenig anhaben.

Leistungstechnisch muss man natürlich Abstriche machen, für die alltägliche Nutzung ist die Performance aber ausreichend. Gleichzeitig ist der Akku so dimensioniert, dass man locker über den Tag kommt; bei geringerer Nutzung sind sogar bis zu zwei Tage drin. Einziger Kritikpunkt ist die Kamera des S42, die für heutige Verhältnisse nur wenig Spaß macht – und damit gilt nichtmal der Vergleich zu den Premium-Smartphones auf dem Markt, sondern ganz allgemein im Mittelklassebereich der letzten 2-3 Jahre. Klar, Cat zielt primär auf eine spezielle Zielgruppe, als Outdoor-Smartphone muss es sich aber auch bei freizeitlichen Outdoor-Aktivitäten beweisen. Und genau da wäre eine bessere Kamera wünschenswert, wenn man zumindest etwas mehr als grobe Schnappschüsse knipsen oder diese im Nachgang mit einer Bildbearbeitung halbwegs moderat aufhübschen möchte.

Wirklich viel kritisieren kann man aber angesichts des Preises von 249 Euro nicht – technisch hätte man sicherlich stärkere Kamerakomponenten einkaufen können, dann aber wäre der Preis angestiegen, wofür wiederum die restliche Hardware im Preis-/Leistungsgefüge gesunken wäre. Sieht man nämlich mal von der Kamera ab, bewegt man sich mit dem Gerät auf dem Niveau der soliden bis guten Mittelklasse – was für die Gerätegattung auch alles andere als selbstverständlich ist, oftmals gibt es irgendwelche Klopfer, die zwar stabil sind, bei der Nutzung aber nicht wirklich Spaß machen. Könnt ihr mit der Schnappschuss-Qualität der Aufnahmen leben, dann erhaltet ihr jedenfalls mit dem Cat S42 einen ausdauernden und vor allem sehr widerstandsfähigen Begleiter für die Nutzung in rauen Umgebungen oder für alle Arten von Outdoor-Aktivitäten. Egal ob privat oder beruflich.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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