Cryptomator 1.4.0 unterstützt FUSE und Dokany zur Container-Einbindung

Marcel Am 06.11.2018 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:01 Minuten

Das Verschlüsselungstool Cryptomator für Windows, macOS und Linux ist in einer neuen Version 1.4.0 veröffentlicht worden, die eine bessere Performance durch eine direkte Einbindung der Container als virtuelle Laufwerke mitbringt.

Cryptomator war in der Vergangenheit schon häufiger zu Gast im Blog. Mit dem Open Source-Tool (Spenden sind gerne gesehen) lassen sich Daten sicher auf den Servern von Cloud-Diensten wie Dropbox, Google Drive und Co. ablegen. Dazu werden die gewünschten Dateien in einem Container abgelegt und einzelnd inklusive Dateinamen und Pfadstrukturen verschlüsselt. Wird also z.B. nur eine kleine Textdatei geändert, verändert sich auch nur die entsprechende verschlüsselte Datei. Dadurch muss nicht der gesamte Container erneut in die Cloud geladen werden, sondern nur jene bestimmte Datei. Macht BoxCryptor nicht ganz unähnlich, Cryptomator ist allerdings ohne Einschränkungen kostenlos nutzbar und setzt auf den nicht ganz unwichtigen Faktor Open Source.

Seit Sommer 2017 ist es jedoch etwas ruhig um das Projekt geworden, größere Releases gab es seit der Version 1.3.0 nicht mehr. Das aber aus gutem Grund, denn die Entwickler hatten ein kleines Mammut-Projekt vor sich: Statt Container auf Desktop-Systemen nur als WebDAV-Laufwerk einbinden zu können, plante man, diese als „echte“ virtuelle Laufwerke mounten zu lassen. Dazu mussten FUSE bzw. Dokany implementiert und ausführlich getestet werden. Dieses Projekt ist jetzt erfolgreich abgeschlossen worden, sodass die Version 1.4.0 nun für Mac, Linux und Windows zur Verfügung steht.

Durch das Mounten via FUSE/Dokany soll es nicht nur einen deutlichen Performance-Zuwachs geben, sondern es sollen auch einige Probleme der Vergangenheit angehören. Durch WebDav war es bislang so, dass Erstell- und Änderungsdaten der Dateien beim Verschieben in einen Container auf den aktuellen Zeitpunkt überschrieben wurden – ab sofort werden diese Informationen jedoch beibehalten. Darüber hinaus lassen sich unter Windows nun auch Dateien größer als 4 GB in einen Container verschieben und unter macOS wurde ein Fehler behoben, der WebDAV-Laufwerke verschwinden ließ. Schade ist nur, dass die jeweiligen Module FUSE für Linux und den Mac bzw. Dokany für Windows manuell installiert werden müssen – direkt in Cryptomator integriert würde die „Hemmschwelle“ sicherlich noch etwas weiter senken und ließe sich auch als portable Version fein nutzen.

Mehr rund um Cryptomator

Wer jedoch auf seinem System keine Kernelmodule installieren möchte, der kann seine verschlüsselten Container allerdings auch weiterhin als WebDAV-Laufwerke einbinden, natürlich mit den erwähnten Nachteilen. Für alle Fans von Open Source-Software ein interessanter Nebenaspekt: Wie auch Cryptomator und die dazugehörigen (Krypto-)Bibliotheken stehen auch die neu entwickelten und implementierten FUSE- und Dokany-Bibliotheken unter AGPL sowie einer kommerziellen Lizenz für Whitelabels zur Verfügung (Dual Licensing). Ich persönlich habe lange auf die FUSE-Unterstützung gewartet, da die WebDAV-Lösung aufgrund der genannten Probleme für mich nicht zufriedenstellend war. Jetzt aber bekommt Cryptomator eine neue Chance und zumindest die späteren Beta-Versionen liefen ganz rund.

Quelle Cryptomator

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