Fanta­s­tical 2 für OS X veröf­fent­licht: Sau gut gelungen. Sau teuer.

Am 25.03.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:38 Minuten

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Das Entwickler-Team von Flexibits hat ihre Kalender-App Fanta­s­tical für den Mac in Version 2.0 veröf­fent­licht und dabei nicht nur Anpas­sungen für Yosemite imple­men­tiert, sondern eine völlig neue App entwi­ckelt.

Auf dem iPhone und iPad gehört Fanta­s­tical 2 für mich zu den absoluten must haves – mit Ausnahme von Calenders 5 von Readdle ist keine andere Kalender-App derartig umfang­reich und dennoch intuitiv. Auch die App für den Mac gehörte für mich zu den ersten Instal­la­tionen, nach dem Update auf Yosemite wirkte diese optisch jedoch eher wie ein Fremd­körper auf dem System, zumal diese im Gegensatz zu den mobilen Apps eher eine Ergänzung zur OS-X-eigenen Kalender.app darstellte, als ein wirklicher Ersatz. Mit Version 2.0 ist man diese Proble­ma­tiken nun einmal angegangen und hat bei Fanta­s­tical 2.0 for Mac kein Stein auf dem anderen gelassen. So gibt es neben der besagten Menübar-App auch eine völlig eigen­ständige Kalender-App im Fenster­modus.

Hier gibt es eben wie man sieht eine Monats­über­sicht inklusive einer Liste aller Termine und Erinne­rungen, rechts im Hauptteil gibt es eine detail­liertere Ansicht, welche ihr entweder in der Tages-, Wochen-, Monats- oder Jahres­an­sicht anzeigen lassen könnt. Sämtliche Ansichten habe sicherlich ihre Vor- und Nachteile, ich persönlich nutze jedoch in der Regel nur die Monats­an­sicht. Jeder wie er mag.

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Eine Beson­derheit von Fanta­s­tical für iOS ist die Eingabe von Terminen und Erinne­rungen in natür­licher Sprache. „Klausur am 30.06.2015 von 10 bis 12 Uhr“ erkennt also die Details wie Titel, Datum und Uhrzeit des Termins und stellt diese Werte direkt ein. Erspart lästiges Klicken und ist definitiv eine angenehme Sache, die ich nach paarma­ligem Nutzen auch auf dem Mac nicht mehr missen möchte. Was aber schade ist: Scheinbar erkennt das System keine Schlag­wörter wie „jede Woche“ – oder ich bin zu doof, jeden­falls wäre das ebenfalls noch eine tolle Sache.

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Eine weitere sehr inter­es­sante Funktion sind die Kalen­der­gruppen. Denn statt wie üblich einfach nur verschiedene Kalender ein- und ausblenden zu können, lassen sich zusam­men­ge­hörige Kalender und Listen in einer Gruppe zusam­men­fassen. In meinem Falle hätte ich also in der Gruppe „Hochschule & Arbeit“ alle Termine, die genau diese beiden Dinge betreffen. Der Clou ist aber: Diese Kalen­der­gruppen lassen sich nicht nur von manuell auswählen, sondern auch anhand eines Aufent­halts­ortes automa­tisch aktivieren. So könntet ihr also im Büro automa­tisch die Gruppe „Arbeit“ aktivieren lassen können – erspart lästiges klicken und dürfte wirklich eine praktische Angele­genheit sein. Hätte ich auch gerne auf dem iPhone und iPad.

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Auch das Menübar-Overlay wurde wie erwähnt runderneuert und präsen­tiert sich fortan im typischen Yosemite-Look. Suche für Termine, Monats­an­sicht, Termin­liste – inklusive der Möglichkeit, Kalender-Gruppen zu wechseln. Rudimentär und im Vergleich zum Vorgänger nicht viel Neues, aber deutlich hübscher. Gefällt. Ebenfalls vorhanden ist auch ein Kalender-Widget für die Mittei­lungs­zen­trale von OS X, hier werden aber nur sämtliche Termine der Reihe nach aufge­listet, leider fehlt eine entspre­chende Monats­an­sicht wie man sie zum Beispiel mit Month­lyCal erhält. 

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Ein Blick in die Einstel­lungen von Fanta­s­tical 2 für OS X ist zwar ebenso unspek­ta­kulär, dennoch gibt es auch hier ein paar nennens­werte Punkte. Die Auswahl des Standard­ka­lenders, der Beginn der Woche und der Tage und so weiter dürften recht üblich sein für derartige Apps, daneben lässt sich aber auch das dunkle Theme in ein helles Theme verwandeln, das Dock- und Menübar-Icon lässt sich ausblenden, die Anzahl der Termine in der Übersicht lässt sich beschränken und derartige Dinge. Wie gesagt: Eigentlich unspek­ta­kulär, wer die App jedoch noch ein wenig an die eigenen Bedürf­nisse anpassen möchte, der sollte erst einmal einen Blick in diese werfen. 

Tja, Fanta­s­tical 2 für Mac. In meinen Augen definitiv die wohl beste Kalender-App für den Mac, auch der Apple-eigene Kalender wirkt dagegen wirklich unfunk­tional. Schicke Oberfläche, Schnell­zu­griff über die Menüleiste, natür­liche Sprache, Kalen­der­gruppen – all das sind Features, die ich bereits nach dem ersten Auspro­bieren lieb gewonnen habe und für die ich definitiv Verwendung habe. Der Haken an der Sache: Fanta­s­tical 2 ist so teuer, wie es gut ist. Bereits die iOS-Versionen sind keine Schnapper, mit der Mac-Version hat man aber den Vogel ordentlich abgeschossen: 39,99 Euro möchte man dafür haben – und das nur als Einfüh­rungs­an­gebot, der reguläre Preis soll auf 49,99 Euro steigen. 

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Ein Hammer-Preis mit dem ich bei der Ankün­digung definitiv nicht gerechnet habe – ich habe eher einen Preis um die 20-25 Euro vermutet, womit man preislich auch näher an den Vorgänger (19,99 Euro) gelegen hätte. Aber 40 bezie­hungs­weise 50 Euro? Heftige Sache, die mit Sicherheit zahlreiche poten­tielle Nutzer abschrecken wird. Als ich den Preis das erste mal gesehen habe, bin ich wirklich fast vom Stuhl gefallen und konnte mit dem Kopfschütteln gar nicht mehr aufhören. Nun habe ich mir die 14-tägige Testversion einmal etwas genauer angesehen und muss sagen, dass ich kurz davor bin zuzuschlagen. Bei wem das negative Gefühl auch nach dem Testen noch überwiegen sollte: Lasst ein paar Wochen verstreichen und schon wird Fanta­s­tical 2 sicherlich in dem ein oder anderen Bundle zu finden sein.

Fantastical 2 - Kalender und Erinnerungen
Entwickler: Flexibits Inc.
Preis: 39,99 €