Fantastical 3: Großes Update für iOS & macOS bringt neue Features, teures Abo und Account-Zwang 🤦‍♂️

Marcel Am 30.01.2020 veröffentlicht Lesezeit etwa 4:12 Minuten

Fantastical, eine der besten Kalender-Apps für iOS und macOS, hat ein großes Update erhalten. Mit diesem gehen aber nicht nur neue Features einher, sondern auch ein teures Abo-Modell und ein Account-Zwang.

Kalender-Apps gibt es zur Genüge und neben Drittentwickler-Apps liefert auch Apple selbst entsprechende Apps bereits ab Werk auf iPhone, iPad und dem Mac mit. Aber keine dieser Apps hat mich so richtig glücklich gemacht, sodass ich seit einigen Jahren – schon seit der ersten Version und noch mehr nach den Updates  auf die Version 2 im Jahr 2014/2015 – zufriedener Fantastical-Nutzer bin. Nun ist es nicht so, dass ich Power-User in Sachen Kalender bin, aber es waren halt viele Kleinigkeiten, die mich von Fantastical überzeugt haben: Eine hübsche Oberfläche, Monatsansicht mit farbigen Punkten für Termine mitsamt einer Liste aller Termine und die Möglichkeit, Termine zu duplizieren. Dies sind nur drei der Features, die ich bei Alternativen vermisse und die mich dazu verleitet haben, die teuren Apps (iPhone 5,49€, iPad 10,99€ und Mac 54,99€) zu kaufen.

Mit dem nun erfolgten, großen Update auf die Version 3 können mich aber andere Entwickler als Nutzer zählen. Denn mit dem Update gibt es nicht nur einige feine Neuerungen, sondern auch ein neues Preismodell. Adios Einmalkauf, hallo Abo. Und das hat es in sich: Bei monatlicher Zahlung ruft man 5,49€ auf, jährlich sind es 43,99€. Da ist mir schon die Kinnlade runtergefallen. Ich bin kein grundsätzlicher Abo-Verweigerer, mit dem üblichen Einmalkauf kann man die Entwickler über Jahre eben nur schwer ernähren – irgendwann sinken die Neukäufe und das Geld geht aus. Upgrade-Modelle sind in den üblichen Stores halt nicht vorgesehen und so ist das Abo eigentlich die einzige Möglichkeit, für einen dauerhaften und vor allem auch konstanten Geldfluss zu sorgen. Aber 45 Latten für eine Kalender-App? Puh. Rechnet man mal den vormaligen Kaufpreis zusammen und bricht ihn auf die Nutzungsdauer seit dem Release herunter, ist das fast das Vierfache.

Nun gibt es noch einen weiteren Punkt, der für mich so gar nicht klargeht: Neue Nutzer müssen einen (zumindest kostenlosen) Fantastical-Account erstellen. Der von den Entwicklern angegebene Hauptgrund ist die optimierte Synchronisation zwischen den Geräten und die neu entwickelte App für die Apple Watch, die nun unabhängig vom iPhone läuft. Gut, die Entwickler haben bestimmte ihre Gründe, den Sync nicht über die iCloud abzuwickeln. Hat man aber keine Apple Watch, möchte die App dort nicht nutzen oder besitzt gar keine LTE-Watch, muss man dennoch einen Account erstellen. Glücklicherweise bietet Fantastical neben der Registrierung via Mail auch „Anmelden mit Apple“ an, wodurch man sich anonym registrieren kann. Ebenso betont man, dass Kalenderdaten und Aufgaben nicht mit Flexibits geteilt werden, auch Passwörter verbleiben einzig und allein auf dem Gerät. Trotzdem eine Sache, die mich stören würde beziehungsweise es auch tut…

…und da können die Entwickler noch so oft betonen, dass man als bestehender Nutzer alle Features behält, die man zuvor in der gekauften Version von Fantastical 2 besaß und dass der Account nur für neue Nutzer notwendig ist. Denn: Löscht ihr die App und installiert ihr diese neu, müsst ihr euch auch als Bestandsnutzer einen Account erstellen. So gewollt oder ein Fehler? Man weiß es nicht. Wenigstens aber behält man die Funktionen, die man auch vorher bereits von Fantastical 2 her kannte. Nur mit dem Unterschied, dass die App über ein Duzend Einstellungsmöglichkeiten und neue Ansichten bietet, die aber neu sind und entsprechend ein Abo voraussetzen. Sobald ihr einen solchen Punkt anwählt, erhaltet ihr einen Bildschirm mit der Aufforderung, doch ein Abo abzuschließen. Mega nervig.

Was aber gibt es für Neuerungen in Fantastical 3? Je nach Plattform fallen diese unterschiedlich aus, teils sind sie aber auch identisch. Neue Features, die auch Bestandsnutzer kostenlos nutzen können sind eine Wettervorschau im Kalender, neue Sync-Möglichkeiten für ToDoIst und Google Tasks, Dateianhänge für Google Kalender und ein verbesserter Parser. Neue Features, die hingegen ein Abo betreffen: Die neue Tages-, Wochen-, Monats- und Jahresansicht auf dem iPhone und iPad (auf dem Mac bereits vorhanden), verstecken von Terminen und Zusammenführen von gleichen Terminen aus verschiedenen Kalendern (zuvor nur auf dem Mac), eine erweiterte Wetter-Vorschau, diverse abonnierbare Kalender für Sportereignissen und anderen eventuell interessanten Events, Kollaboration-Tools, Vorlagen für Termine und Aufgaben und viele weitere Kleinigkeiten und Anpassungen.

Ich sag mal so: Optisch und funktionell bleibt Fantastical 3 sicherlich an der Spitze, vor allem die Oberfläche ist wirklich fein und gelungen. Dennoch bleibe ich dabei: Nichts mehr für mich. Egal ob man nun neuer Nutzer oder Bestandsnutzer ist: Wirklich Spaß macht Fantastical ohne Abo auf keine der Plattformen. Neue Nutzer erhalten so wenig Features, dass man auch gleich beim Apple Kalender bleiben kann. Bestandsnutzer erhalten zwar mehr Features, gleichzeitig aber auch an wirklich jeder noch so kleinen Stelle einen Hinweis, dass man eben doch nicht die Vollversion nutzt. In beiden Fallen gibt es mehr beiläufige Werbung auf Features des Premium-Abonnements als bei Schlag den Raab Star Hennsler Star Besten auf Pro7. Nein, das macht einfach keinen Spaß. Wirklich nicht. Von dem mir nicht ganz klar werdenden Account-Zwang sogar mal abgesehen.

Wie gesagt hätte ich Fantastical Premium abonniert, denn auch wenn ich nicht hunderte Termine am Tag pflegen muss, so brachte mir die App durchaus einen Mehrwert. Aber für 45 Euro im Jahr? Ähm, no. Meine Grenze läge irgendwo bei 10-15 Euro, das hätte ich durchaus akzeptiert. Eventuell wäre es ratsamer gewesen, den Preis für private Nutzer zu reduzieren und die neuen Werkzeuge zur besseren Kollaboration im Team gesondert abzuhalten. Ganz ähnlich, wie es auch Readdle bei Spark macht – da ist alles fein. Auch wäre eine neue App wohl von Vorteil gewesen, denn ohne die ganze Werbung und die Premium-Symbole zur Kennzeichnung solcher Features hätte ich die App wohl auch weitergenutzt. Meine Empfehlungen für Alternativen? Auf dem iPhone und iPad würde ich mal ein Auge auf Calendars 5 von Readdle oder Calendars 366 werfen, auf dem Mac dürfte die Standard-App in Ordnung gehen oder die Menübar-App Calendars 366 II.

‎Calendars 5 von Readdle
‎Calendars 5 von Readdle
Entwickler: Readdle Inc.
Preis: 7,99 €+
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‎Calendar 366
‎Calendar 366
Entwickler: Vincent Miethe
Preis: 7,99 €
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‎Calendar 366 II
‎Calendar 366 II
Entwickler: Vincent Miethe
Preis: 16,99 €
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Quelle Fantastical

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