Eine runde Apple Watch? Hoffentlicht nie. Oder warum ihr keine runde Smartwatch haben wollt…

Marcel Am 15.05.2018 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:05 Minuten

Immer wieder kommen Gerüchte auf, dass Apple eine runde Apple Watch plant – im Frühjahr wurden diese sogar durch ein Apple-Patent nochmals genährt. Ebenso gibt es einige Schreihälse, die eine runde Watch fordern. Denn immerhin sind und waren Armbanduhren schon immer rund und haben dies gefälligst auch in Zukunft zu sein, anderenfalls ist es keine Uhr. Die Frage ist nur: Will man wirklich eine runde Smartwatch nutzen? Ich behaupte mal ganz frei in die Runde: Nein, möchte man nicht. Genauso frei stelle ich die Behauptung auf, dass Apple entsprechende Konzepte sicherlich irgendwo tief in der Schublade hat, diese aber letztlich nicht umsetzen wird – nicht im nächsten Jahr und auch nicht in den nächsten Jahren. Dies hat drei große Gründe…

Punkt 1: Design als Alleinstellungsmerkmal. Schaut man sich mal auf dem Markt der Smartwatches um, wird man schnell feststellen: Apple ist eigentlich der einzige Hersteller, der ein mehr oder weniger quadratisches Gehäuse und Display im Angebot hat. Okay, es gibt noch ein paar China-Klone für’n Appel und ’n Ei, den Billigkram lasse ich aber mal außen vor. Samsung? LG? Motorola? Huawei? Nokia? Fossil? Diesel?  Viele weitere Hersteller? Hier gibt es allesamt nur runde Uhren, die sich letztlich nur schwer auseinanderhalten lassen. Die Apple Watch hingegen erkennt man auf den ersten Blick und genau das ist etwas, was Apple möchte. Immerhin hat man auch den Homebutton und nun eben die Notch des iPhone als optisches Alleinstellungs-, Abgrenzungs- und Erkennungsmerkmal genutzt.

Punkt 2: Eine Smartwatch ist keine Uhr. Als Smartphones noch nischig waren, galt für eine gut designte App: Möglichst viel Skeuomorphismus. Sprich die Benutzeroberfläche sollten sowohl optisch, als auch bei der Bedienung ältere, vertraute Gegenstände nachahmen. Eine Radio-App sah wie ein Retro-Radio aus und ließ sich über große Drehschalter bedienen, die Notiz-App hatte liniertes Papier als Hintergrund und dergleichen. Skeuomorphismus in Apps möchte nun aber niemand mehr und auch Apple hat sich davon verabschiedet. Die Apple Watch ist eine Smartwatch und eine Smartwatch ist keine klassische Uhr. Sieht man mal von digitalen Uhren ab (die häufig ebenfalls nicht mehr rund waren oder sind), werden klassische Uhren von Zahnrädern angetrieben. Und was hat eine Smartwatch nicht? Richtig, mechanische Zeiger.

Punkt 3: Inhalte sind nicht rund. Der dritte Punkt ist der in meinen Augen deutlichste. Während klassische Armbanduhren nur die Uhrzeit anzeigen (oder noch ein paar Zusatzinformationen), dient eine Smartwatch nur nebensächlich der Uhrzeit-Funktion. Vielmehr steht die Anzeige von Informationen im Vordergrund: Kommende Termine, aktuelles Wetter, Benachrichtigungen diverser Apps und und und. Das einzige, bei dem runde Displays Vorteile hätten, ist die Anzeige von klassischen Zifferblättern – ohne irgendwas. Ein rechteckiges Display wie es die Apple Watch mitbringt kann ebenso ein rundes virtuelles Zifferblatt anzeigen, gleichzeitig aber auch noch zusätzliche Icons und Informationen in den Ecken darstellen – also 1:0 für das eckige Display.

Aber auch bei der Anzeige von weiteren Inhalten siegt das eckige Display. Bei der Textdarstellung würde auf einem runden Display viel zu viel Platz verschwendet – Bücher sind ja bekanntlich auch nur selten rund. Bilder wären natürlich möglich, aber auch hier muss man entweder Bildbereiche abschneiden oder nutzt nicht das volle Display, wohingegen man auf einem eckigen Display in die volle Höhe oder Breite gehen kann. Was Inhalte betrifft, ist ein rundes Display in meinen Augen in Sachen Benutzerfreundlichkeit eine No-Win-Situation. Natürlich gibt es durchaus Anzeigen, die auch auf einem runden Display ohne zu viele Kompromisse darstellbar wären (zum Beispiel Einstellungen oder fixe Inhalte), die meisten Inhalte lassen sich auf einem eckigen Display aber deutlich besser und platzsparender unterbringen.

Insgesamt macht eine runde Smartwatch also nur wenig Sinn. Nun könnte Apple sicherlich ein Design entwerfen, welches sich auch von anderen Uhren zumindest in einigen Details abgebt – dieser ist demnach nur für Apple gültig. Viel allgemeiner wirken jedoch die Punkte 2 und 3, denn dies dürfte vielleicht auch einer der Gründe sein, wieso sich runde Smartwatches trotz ihrer Vielfalt nicht derart durchgesetzt haben. Man muss sich halt von dem Gedanken verabschieden, eine Smartwatch sei eine reguläre Armbanduhr und sollte dieser möglichst nahe kommen. Denn genau dies ist nicht der Fall, es ist eher lediglich ein ähnliches Produkt. Man trägt es am Arm und es KANN die Uhrzeit anzeigen.Primär aber dient die Smartwatch der Versorgung anderer Informationen und damit der Erweiterung oder Ergänzung des Smartphones. Und diese haben ja auch keine Tasten mehr, obwohl es ja letztlich „nur“ Telefone sind, oder?

Konzept via Alcion I, II, III

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Kaufempfehlung*

1 Kommentare vorhanden

Ich würde sofort zuschlagen wenn es eine Apple Watch in rund geben würde. Ich finde eckige Smatwatches pottenhässlich. Man schau sich mal die tolle Tag Heuer Connected an, so muss eine Smartwatch aussehen. Einfach geil!

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