Xtorm Charger Boost: Mobiles Ladegerät für Apple Watch und Smartphones mit 4.000 mAh im Kurztest

Marcel Am 25.06.2017 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:52 Minuten

Smartwatches und besonders die hochpreisige Apple Watch erhitzen seit jeher die Gemüter: die einen halten sie für absolut unnötig, andere hingegen möchten sie nicht mehr missen und dann gibt es noch die Gruppe „Kann man haben, muss man aber nicht“. Ich zähle mich zu den Letzteren, eine Smartwatch ist kein „Must have“-Gadget, hat man sich aber einmal an die gewöhnt, möchte man sie nicht mehr missen – alleine und vor allem aufgrund eines schnellen Blicks auf eingehende Benachrichtigungen. Nun ist es aber so, dass gerade die Apple Watch kein Langläufer ist, auch bei eher passiver Nutzung (sprich überwiegend nur die Anzeige der Benachrichtigungen) ist die erste Generation nach spätestens 12 bis 18 Stunden leer, wobei es natürlich auch die Menge der Benachrichtigungen ankommt.

Nun lässt sich die Watch an einem beliebigen USB-Anschluss laden, auch an einer handelsüblichen Powerbank. Sofern man das entsprechende Kabel dabei hat. Dies führt zumindest bei mir zu zwei nervigen Dingen: Zum einen muss ich das Kabel erst aus dem Watch-Stand entfernen und zuhause wieder einbauen, zum anderen ist das Kabel in der Standard-Ausführung recht lang und gerade unterwegs hat man das Problem, dass die magnetische Ladefläche des Kabels bei Bewegung im Rucksack oder ähnliches gerne mal verrutscht und somit den Ladevorgang der Watch unterbricht. Mag ein spezieller Fall sein, letzteres Problem hatte ich jedenfalls auf einem Städtetrip vor einigen Wochen.

Mit dem Apple Watch Charger Boost (XPD17) hat das Unternehmen Xtorm aber eine praktische Lösung parat: eine Powerbank, die euch auch unterwegs ein einfaches Laden eurer Apple Watch erlaubt.

Die Powerbank misst etwa 7,6 x 7,6 x 2,6 Zentimeter und bringt etwa 125 Gramm daher. Optisch ist sie recht minimalistisch und unauffällig und erinnert ein wenig an einen Stein. Das Gehäuse besteht zwar aus Kunststoff, dieser ist jedoch leicht gummiert, was einen wertigen und auch robusten Eindruck hinterlässt – die einwandfreie Verarbeitung unterstützt das Gefühl zusätzlich. Die Powerbank muss manuell über einen Schalter ein- und ausgeschaltet werden, eine automatische Erkennung fehlt leider, damit lässt sich aber leben. Außerdem gibt es auch noch vier blaue LED zur Ladestandsanzeige der Powerbank.

Der magnetische Ladepuck für die Apple Watch sitzt in der Mitte oberhalb der Powerbank, was zum einen den Vorteil hat, dass geschlossene Armbänder (wie einem Glieder- oder Millanaisearmband) einfach um die Powerbank gelegt werden können – zum anderen lässt sich das Armband aber auch etwas fester an die Powerbank anbringen, wodurch die Apple Watch eben nicht verrutscht und auf dem Ladepuck verbleibt – gerade wenn man wie ich die Watch unterwegs im Rucksack lädt nicht ganz irrelevant. Dank der integrierten 4.000 mAh lässt sich die Apple Watch +/- sechs Mal mit Strom befeuern, was bei der ersten Generation etwa zwei bis zweieinhalb Stunden in Anspruch nimmt.

An der seitlichen Front des Apple Watch Charger Booster finden sich zwei USB-Anschlüsse: einen MicroUSB-Anschluss zum Laden der Powerbank selbst, sowie einen handelsüblichen USB-A-Anschluss, mit dem sich wie gewohnt auch andere Gerätschaften (allen voran sicherlich Smartphones) mit Strom versorgen lassen. Xtorm gibt an, dass sich das iPhone 7 rund zwei Mal aufladen lässt, natürlich nur, sofern ihr die Powerbank nicht auch zum Laden der Apple Watch nutzt. Natürlich lassen sich iPhone und die Apple Watch auch parallel über die Powerbank laden, in diesem Falle lassen sich beide Geräte rund eineinhalb aufladen. Sind die 4.000 mAh einmal aufgebraucht, braucht es etwa zwei Stunden zum Aufladen des Akkus.

Ein kleiner Kritikpunkt ist allerdings die Leistung des USB-Anschlusses, denn dieser liefert maximal 1 Ampere. Sprich das Laden eines iPhone funktioniert zwar, macht aber nur wenig Spaß, da die Ladezeit um einiges höher ausfällt, als bei anderen externen Akkus. Als Notreservere und 2-in-1-Lösung für den Wochenendtrip aber durchaus zu gebrauchen. Etwas widersinnig ist allerdings die Tatsache, dass sich die Powerbank nur mit einem MicroUSB-Kabel aufladen lässt. Als reines Apple-Gadget hätte ich naturgemäß einen Lightning-Anschluss erwartet, was den Preis für die zusätzliche Zertifizierung (siehe unten) aber weiter angehoben hätte. Wiederum erfreulich ist, dass die Watch auch laden lässt, während die Powerbank selbst geladen wird.

Ein oftmals von Herstellern vernachlässigter Punkt ist die Apple-Zertifizierung. Im Gegensatz zu manch anderen um einiges günstigeren Produkten besitzt der Xstorm Apple Watch Charger Boost jedoch eine „Made for Watch“-Zertifizierung, sodass man keine Sorge haben muss, dass Apple das Gadget mit einem künftigen Systemupdate von der Benutzung ausschließt – war in der Vergangenheit z.B. mit billigen Lightning-Kabeln aus China bereits einmal der Fall. Dies schlägt sich aber auch auf dem Preis nieder, der derzeitige Straßenpreis beläuft sich auf knappe 80 €, in Deutschland wird die Apple Watch-Powerbank exklusiv über Gravis vertrieben und kann entweder im Gravis Store oder aber über Amazon erworben werden.

Sicherlich sind 80 Euro kein Schnapper, verglichen mit dem Preis für ein einfaches Watch-Ladekabel für 35 € und dem Apple Dock für 85 € relativiert sich der Preis aber wieder. Dass die Powerbank auch als Tischladegerät herhalten und auch das iPhone laden kann, macht sie zu einem praktischen Gadget für den Urlaub, ohne dass man das das heimische Ladekabel unter Umständen erst ausbauen muss. Käme der Xtorm Apple Watch Charge Boost mit einem Lightning-Anschluss und einer etwas höheren Spannung der USB-Ports daher, würde ich der Powerbank (auch mit einem etwas höheren Preis) das Prädikat „Must have für Watch-Nutzer“ spendieren – so aber ist es noch immer eine Empfehlung mit zwei kleineren Schwächen.

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