Airfoil für Mac und Windows: Multiroom-Musik­system via Software – für AirPlay- und Bluetooth-Lautsprecher

Lesezeit etwa 2:06 Minuten
airfoil-2

Musik im ganzen Haus: Wer seine AirPlay-Empfänger und Bluetooth-Lautsprecher zu einem Multi-Room-System umfunk­tio­nieren möchte, der sollte sich einmal die App Airfoil für Mac OS X und Windows anschauen.

Multi-Room-Sound­systeme sind eine wirkliche coole Sache, lassen sich so doch gleich mehrere Lautsprecher in verschie­denen Räumen mit einer einzigen Musik­quelle synchron befeuern. Doch „echte“ Systeme gehen ordentlich ins Geld und so wirklich kommt man hierbei auch nicht an den Vorreiter Sonos vorbei. Also muss eine Software­lösung her, mit denen man seine bestehenden Lautsprecher und Empfänger weiter nutzen, aber dennoch die Vorteile eines Multi-Room-Systems nutzen kann. Und eben jene Lösung bietet das Tool Airfoil, welches für Mac OS X und Windows zu haben und schon seit geraumer Zeit verfügbar ist, hier aber irgendwie noch nie so richtig Beachtung gefunden hat – unver­ständ­li­cher­weise.

airfoil-1

Airfoil greift die Sound­ausgabe einzelner Apps (iTunes, Spotify, Chrome und viele mehr ab, eigentlich fehlt keine) oder die normale System-Audio­ausgabe ab und sendet diese an verbundene Lautsprecher. Dabei werden nicht nur AirPlay-Lautsprecher und AppleTV unter­stützt, sondern auch einfache Bluetooth-Lautsprecher. Mithilfe der Satellite-App, die für alle wichtigen Platt­formen zur Verfügung steht (sprich OS X, Windows, iOS und Android), lassen sich sogar andere Rechner und Smart­phones als externer Lautsprecher nutzen und auch die Wiedergabe steuern (zumindest mit der iOS-App). Ist übrigens auch ein prakti­scher Tipp, um den alten Android-Knochen noch irgendwie recyclen zu können.

Die verbun­denen Lautsprecher lassen sich natürlich nicht nur einzeln ansteuern, sondern eben auch in Kombi­nation – auch die Lautstärke lässt sich entweder an die System­laut­stärke von OS X und Windows koppeln oder auch hier einzeln für jeden Lautsprecher festlegen. Praktisch ist hierbei auch die Gruppen-Funktion, mit der sich Lautsprecher zu Gruppen zusammen fassen – zum Beispiel, wenn man im Wohnzimmer zwei getrennte Bluetooth-Lautsprecher stehen hat oder um bestimmte Räume schnell zusammen mit Musik befeuern zu können. Zu guter Letzt ist auch noch ein kleiner Equalizer an Bord, aller­dings nur für die Wiedergabe an sich, nicht für die einzelnen Lautsprecher. 

Fazit nach einigem Testen: Sogar mit Bluetooth-Lautspre­chern konnte ich keine Aussetzer oder unsyn­chrone Wiedergabe feststellen, lediglich beim manuellen Wechsel von Songs kann es je nach Anzahl verbun­dener Geräte ein paar Sekunden dauern. Eine recht coole Sache, wenn man Musik zumeist vom Rechner aus wiedergibt und keine hunderte bis tausende Euros an Multi-Room-Lautsprecher ausgeben möchte. Mit den angeschla­genen 29 US-Dollar ist Airfoil deutlich günstiger und lässt sich zehn Minuten lang unbeschränkt auspro­bieren und auf Kompa­ti­bi­lität zu den heimi­schen vier Wänden prüfen – nach Ablauf der Zeit fügt sich ein unschönes Rauschen zur Musik hinzu, dennoch kann man weiterhin verschie­denste Konfi­gu­ra­tionen und Lautsprecher testen. 

Von meiner Seite aus eine klare Empfehlung. Wer es aber etwas günstiger bevorzugt und mit AirPlay-only-Empfängern zurecht kommt, der kann sich auch einmal das einfacher gestrickte Porthole anschauen.

Airfoil herun­ter­laden

Airfoil Satellite
Preis: Kostenlos
Airfoil Speakers for Android
Entwickler: Rogue Amoeba
Preis: Kostenlos