Apple veröffentlicht iOS 9.3, tvOS 9.2 und watchOS 2.2: Die wichtigsten Neuerungen im kurzen Überblick

Marcel Am 21.03.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 6:09 Minuten

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Im Apple-Universum kann munter aktualisiert werden, denn Apple hat soeben den Schalter umgelegt und gleich drei größere Updates veröffentlicht. Das umfangreichste dürfte sicherlich iOS 9.3 darstellen, mein persönlicher Favorit ist allerdings das neue tvOS 9.2 für das Apple TV der vierten Generation, mit dem Apple zwei große Kritikpunkte an der Software beseitigt hat, denn fortan lassen sich Apps nun in Ordner einsortieren und statt bei Texteingaben umständlich auf der Siri Remote herum wischen zu müssen, kann nun auch eine Diktierfunktion genutzt werden – oder alternativ ein Bluetooth-Keyboard, denn auch diese werden nun unterstützt. Den Abschluss macht das watchOS 2.2 für die Apple Watch, wobei das Update eher umspannend.

Die wichtigsten Neuerungen von iOS 9.3

Night Shift: Die wohl größte Neuerung von iOS 9.3 dürfte der neue „Nachtschicht“-Modus darstellen, der allerdings nur für Geräte ab dem iPhone 5s, dem iPad Air und dem iPad Mini 2 aufwärts zur Verfügung steht. Mit diesem lässt sich ein Blaufilter über das Display legen, wodurch die Farbtemperatur verringert wird, was den Bildschirm je nach Intensität gelblicher bis rötlicher werden lässt. Dies soll für einen besseren Tag-Nacht-Rhythmus und einen besseren Schlaf sorgen, da da blaue Licht von LCD-Displays (welches wir als weißes Licht wahrnehmen) die Freisetzung des Schlafhormons Melatonin negativ beeinflussen soll.

Der Blaufilter lässt sich entweder manuell bei Bedarf über das Kontrollcenter aktivieren oder zu einer bestimmten Tageszeit – die entsprechende Option findet ihr in den Einstellungen unter „Anzeige & Helligkeit → Night Shift„. Nach ein paar Tagen der Umgewöhnung eine doch sehr angenehme Sache, auch wenn die ursprüngliche Idee dahinter natürlich nicht von Apple stammt – und übrigens auch nicht von den Entwicklern von f.lux, den Forscher predigen dies bereits seit Jahr(zehnt)en.

Übersichtlichere Health-App: Die Idee hinter dem Apple Health-Kit und der Health-App ist eigentlich recht gelungen, die Umsetzung ist aber noch ein wenig Verbesserungswürdig. Dies hat scheinbar auch Apple eingesehen und auch der Health-App ein Update spendiert. Unter anderem sind Fitness-Apps von Drittanbietern nun besser integriert, sodass deren Daten wie Gewicht oder Schlafzeiten nun auch direkt auf den Startbildschirm erscheinen. Auch lassen sich Tagesziele, Bewegung und Aktivitäten der Apple Watch nun direkt auf dem iDevice einsehen.

Bessere Notizen-App: Freunde der Apple’schen Notizen-App haben auch allen Grund zur Freunde, denn auch diese hat ein paar neue Funktionen spendiert bekommen. So lassen sich einzelne Notizen nun auf Wunsch mit einem Passwort oder mittels TouchID vor fremden Augen schützen (zu finden über das Share-Sheet und den dortigen Punkt „Notiz geschützt“ – etwas doof gelöst). Außerdem lassen sich Notizen auf der Hauptseite der App nun wahlweise alphabetisch, nach dem Entstehungsdatum oder nach dem Datum der letzten Änderung sortieren.

Multi-User für iPads: Wer – wie ich – seit einer gefühlten Ewigkeit darauf wartet, dass Apple seinem iPad endlich mal eine Mehrbenutzer-Funktion spendiert, der kann sich nun schonmal ein wenig freuen, denn genau dies ist nun mit iOS 9.3 für das iPad integriert worden. Allerdings mit einem dicken, fetten Haken: Denn das Multi-User-Feature steht nur für Bildungseinrichtungen zur Verfügung. Dennoch dürfte das die Vorfreude auf die WWDC 2016 erhöhen, immerhin ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass man ein derartiges Feature mit iOS 10 auch für private iPads einführt.

Mehr 3D Touch: Das mit dem iPhone 6s und iPhone 6s Plus eingeführte 3D Touch ist mit iOS 9.3 nun weiter ins System integriert worden. Apple hat diversen Apps nun neue Quick Actions spendiert, darunter Apple Wetter, Health, Aktien, Kompass, Einstellungen, sowie dem App und iTunes Store – vor allem der schnellere Zugriff auf bestimmte Einstellungsmenüs ist praktisch. Wird die Multitasking-Ansicht mittels 3D Touch geöffnet (fester Druck auf den linken Bildschirmrand), gibt das iPhone nun ein haptisches Feedback in Form einer sachten Vibration zurück.

PDFs über iBooks synchronisieren: Nutzer, die mit mehr als einem Apple-Device unterwegs sind und häufiger mal PDFs auf dem iPhone oder iPad betrachten, können dies seit jeher auch mit der iBooks-App machen. Neu ist nun aber, dass sich zu iBooks hinzugefügte PDF-Dokumente über die iCloud zwischen verschiedenen Geräten synchronisieren lassen. Dies betrifft übrigens nicht nur die iBooks-App für das iPhone und iPad, sondern auch jene für den Mac.

Live Photos und Wi-Fi Assist: Neben den oben genannten Punkten gibt es aber auch noch eine ganze Reihe an weiteren Kleinigkeiten vorzufinden. So lassen sich Live Photos nun auch als vollauflösendes Einzelbild duplizieren – ohne, dass man den Live-Photo-Effekt über den Foto-Editor deaktivieren muss. Der ebenfalls mit iOS 9 eingeführte Wi-Fi Assist (oder auch „WLAN-Unterstützung“) greift nun auch bei sehr schlechten WLAN-Verbindungen auf die Mobilfunk-Verbindung zurück und für neugierige und skeptische Nutzer zeigt er nun auch in den Einstellungen unter „Mobiles Netz“ an, wieviel Datenvolumen durch den Modus verbraucht wurde.

Die wichtigsten Neuerungen von tvOS 9.2

Ordner für Apps: Endlich, Teil 1. Etwas, was mich schon zum Release des AppleTV 4 gestört hat, war die Tatsache, dass der Homescreen der Streaming-Box aus Cupertino keine Ordner mitgebracht hat. Dies hat Apple mit dem tvOS in Version 9.2 aber korrigiert, ab sofort lassen sich die installierten Apps in Ordner packen. Hierzu habt ihr zwei Möglichkeiten: Entweder ihr verschiebt zwei Apps über das Touchfeld der Siri Remote übereinander (leichte Bewegung in eine Richtung, wie auf dem iPhone) oder aber ihr drückt bei „wackelndem“ App-Icon einmal die Play-Taste und könnt daraufhin per Menüpunkt einen neuen Ordner erstellen lassen oder die App in einen bereits bestehenden Ordner verschieben.

Diktierfunktion: Endlich, Teil 2. Apple hat der vierten AppleTV-Generation bekanntlich eine Siri-Integration spendiert, die sogar recht zuverlässig funktioniert. Leider hat man die Sprachsteuerung beziehungsweise Spracheingabe nicht wirklich weiter gedacht, denn trotz dessen, dass sich Texte über das Touchfeld der Siri Remote recht angenehm eingeben ließen, fehlte eine Diktierfunktion. Auch diese ist nun nachgereicht worden. Befindet ihr euch in einem Eingabefeld, könnt ihr wie gewohnt die Siri-Taste gedrückt halten und dann das gewünschte Wort sprechen – schon wird es übernommen. Auch Passwörter lassen sich auf diese Weise eingeben, hier muss dann aber eben buchstabiert werden (Tipp: „Großes S“ vs. „s“ ).

Unterstützung für Bluetooth-Tastaturen: Eine weitere Funktion, die vielen Nutzern der vierten Apple-TV-Generation bislang fehlte, war eine volle Unterstützung von Bluetooth-Tastaturen. Und auch hier hat Apple nun nachgelegt. Dank einer anständigen Integration ins tvOS lassen sich diese nun nicht nur zur schnelleren Texteingabe nutzen, sondern es lässt sich auch mittels Pfeiltasten durch verschiedene Elemente wechseln, während sich mit Escape zurückspringen lässt und die Leertaste quasi einen Klick auf das Touchfeld der Siri Remote simuliert.

Bessere Foto-App: Ebenfalls eine größere Änderung hat die Foto.app des Apple TV erhalten, denn diese unterstützt nun vollumfänglich die iCloud Fotomediathek. Diese ist zwar standardmäßig deaktiviert, kann jedoch ganz einfach über das iCloud-Menü in den Einstellungen des Apple TV aktiviert werden. Somit habt ihr kompletten Zugriff auf in die iCloud hochgeladenen Fotos – inklusive einer Sortierung nach dem Zeitpunkt der Aufnahmen oder nach der guten, alten Alben-Ansicht und Filterung nach Fotos, Selfies, Panoramas, Videos und Co. Auch Live Photos lassen sich nun auf dem Apple TV anzeigen und abspielen. Fehlt eigentlich nur noch eine Multi-User-Funktion für die Streaming-Box, auch wegen Spielständen.

Weitere Kleinigkeiten: Zu guter Letzt noch ein paar Kleinigkeiten, die sicherlich nicht ganz so relevant sind, aber dennoch einmal erwähnt werden sollten. Der App-Switcher hat sich optisch ein wenig näher an den Look des iOS-Pendants angeglichen, Siri kann nun auch nach Apps und Spielen im App Store suchen und es es lassen sich nun auch Album-Artworks aus Apple Music und iTunes Match als Bildschirmschoner verwenden.

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Die wichtigsten Neuerungen von watchOS 2.2

Mehrere Uhren: Wie heißt es doch oftmals so schön? „Wer kann, der kann.“ Und wer ganz viel kann, der kann ab sofort – in Kombination mit iOS 9.3 – mehr als nur eine öde Apple Watch mit einem einzelnen iPhone koppeln. Dürfte aber vielmehr ein kleines Zugeständnis an Watch-App-Entwickler sein – oder habt ihr dieses Feature schon einmal vermisst?

Bessere Karten-App: Ja, das watchOS-Update fällt vergleichsweise klein aus, dennoch gibt es noch etwas erwähnenswertes. Apple hat das mit iOS 9 eingeführte „In der Nähe“-Feature nun auch in die Karten-App der Apple Watch integriert, sodass ihr nun auch direkt vom Handgelenk aus eine Suche nach interessanten Orten initiieren könnt. Auf dem Glance-Screen der Karten.app gibt es dazu einen neuen Button, über den ihr nach einer weiteren Auswahl einer Unterkategorie (Essen, Trinken, Shopping und dergleichen) entsprechende Orte in der Nähe angezeigt bekommt und direkt dorthin navigieren könnt.

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