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Im Apple-Universum kann munter aktua­li­siert werden, denn Apple hat soeben den Schalter umgelegt und gleich drei größere Updates veröf­fent­licht. Das umfang­reichste dürfte sicherlich iOS 9.3 darstellen, mein persön­licher Favorit ist aller­dings das neue tvOS 9.2 für das Apple TV der vierten Generation, mit dem Apple zwei große Kritik­punkte an der Software beseitigt hat, denn fortan lassen sich Apps nun in Ordner einsor­tieren und statt bei Textein­gaben umständlich auf der Siri Remote herum wischen zu müssen, kann nun auch eine Diktier­funktion genutzt werden – oder alter­nativ ein Bluetooth-Keyboard, denn auch diese werden nun unter­stützt. Den Abschluss macht das watchOS 2.2 für die Apple Watch, wobei das Update eher umspannend. 

Die wichtigsten Neuerungen von iOS 9.3

Night Shift: Die wohl größte Neuerung von iOS 9.3 dürfte der neue „Nachtschicht“-Modus darstellen, der aller­dings nur für Geräte ab dem iPhone 5s, dem iPad Air und dem iPad Mini 2 aufwärts zur Verfügung steht. Mit diesem lässt sich ein Blauf­ilter über das Display legen, wodurch die Farbtem­pe­ratur verringert wird, was den Bildschirm je nach Inten­sität gelblicher bis rötlicher werden lässt. Dies soll für einen besseren Tag-Nacht-Rhythmus und einen besseren Schlaf sorgen, da da blaue Licht von LCD-Displays (welches wir als weißes Licht wahrnehmen) die Freisetzung des Schlaf­hormons Melatonin negativ beein­flussen soll. 

Der Blauf­ilter lässt sich entweder manuell bei Bedarf über das Kontroll­center aktivieren oder zu einer bestimmten Tageszeit – die entspre­chende Option findet ihr in den Einstel­lungen unter „Anzeige & Helligkeit → Night Shift„. Nach ein paar Tagen der Umgewöhnung eine doch sehr angenehme Sache, auch wenn die ursprüng­liche Idee dahinter natürlich nicht von Apple stammt – und übrigens auch nicht von den Entwicklern von f.lux, den Forscher predigen dies bereits seit Jahr(zehnt)en.

Übersicht­li­chere Health-App: Die Idee hinter dem Apple Health-Kit und der Health-App ist eigentlich recht gelungen, die Umsetzung ist aber noch ein wenig Verbes­se­rungs­würdig. Dies hat scheinbar auch Apple einge­sehen und auch der Health-App ein Update spendiert. Unter anderem sind Fitness-Apps von Dritt­an­bietern nun besser integriert, sodass deren Daten wie Gewicht oder Schlaf­zeiten nun auch direkt auf den Start­bild­schirm erscheinen. Auch lassen sich Tages­ziele, Bewegung und Aktivi­täten der Apple Watch nun direkt auf dem iDevice einsehen. 

Bessere Notizen-App: Freunde der Apple’schen Notizen-App haben auch allen Grund zur Freunde, denn auch diese hat ein paar neue Funktionen spendiert bekommen. So lassen sich einzelne Notizen nun auf Wunsch mit einem Passwort oder mittels TouchID vor fremden Augen schützen (zu finden über das Share-Sheet und den dortigen Punkt „Notiz geschützt“ – etwas doof gelöst). Außerdem lassen sich Notizen auf der Haupt­seite der App nun wahlweise alpha­be­tisch, nach dem Entste­hungs­datum oder nach dem Datum der letzten Änderung sortieren. 

Multi-User für iPads: Wer – wie ich – seit einer gefühlten Ewigkeit darauf wartet, dass Apple seinem iPad endlich mal eine Mehrbe­nutzer-Funktion spendiert, der kann sich nun schonmal ein wenig freuen, denn genau dies ist nun mit iOS 9.3 für das iPad integriert worden. Aller­dings mit einem dicken, fetten Haken: Denn das Multi-User-Feature steht nur für Bildungs­ein­rich­tungen zur Verfügung. Dennoch dürfte das die Vorfreude auf die WWDC 2016 erhöhen, immerhin ist es nicht ganz unwahr­scheinlich, dass man ein derar­tiges Feature mit iOS 10 auch für private iPads einführt. 

Mehr 3D Touch: Das mit dem iPhone 6s und iPhone 6s Plus einge­führte 3D Touch ist mit iOS 9.3 nun weiter ins System integriert worden. Apple hat diversen Apps nun neue Quick Actions spendiert, darunter Apple Wetter, Health, Aktien, Kompass, Einstel­lungen, sowie dem App und iTunes Store – vor allem der schnellere Zugriff auf bestimmte Einstel­lungs­menüs ist praktisch. Wird die Multi­tasking-Ansicht mittels 3D Touch geöffnet (fester Druck auf den linken Bildschirmrand), gibt das iPhone nun ein hapti­sches Feedback in Form einer sachten Vibration zurück. 

PDFs über iBooks synchro­ni­sieren: Nutzer, die mit mehr als einem Apple-Device unterwegs sind und häufiger mal PDFs auf dem iPhone oder iPad betrachten, können dies seit jeher auch mit der iBooks-App machen. Neu ist nun aber, dass sich zu iBooks hinzu­ge­fügte PDF-Dokumente über die iCloud zwischen verschie­denen Geräten synchro­ni­sieren lassen. Dies betrifft übrigens nicht nur die iBooks-App für das iPhone und iPad, sondern auch jene für den Mac. 

Live Photos und Wi-Fi Assist: Neben den oben genannten Punkten gibt es aber auch noch eine ganze Reihe an weiteren Kleinig­keiten vorzu­finden. So lassen sich Live Photos nun auch als vollauf­lö­sendes Einzelbild dupli­zieren – ohne, dass man den Live-Photo-Effekt über den Foto-Editor deakti­vieren muss. Der ebenfalls mit iOS 9 einge­führte Wi-Fi Assist (oder auch „WLAN-Unter­stützung“) greift nun auch bei sehr schlechten WLAN-Verbin­dungen auf die Mobilfunk-Verbindung zurück und für neugierige und skeptische Nutzer zeigt er nun auch in den Einstel­lungen unter „Mobiles Netz“ an, wieviel Daten­vo­lumen durch den Modus verbraucht wurde. 

Die wichtigsten Neuerungen von tvOS 9.2

Ordner für Apps: Endlich, Teil 1. Etwas, was mich schon zum Release des AppleTV 4 gestört hat, war die Tatsache, dass der Homescreen der Streaming-Box aus Cupertino keine Ordner mitge­bracht hat. Dies hat Apple mit dem tvOS in Version 9.2 aber korri­giert, ab sofort lassen sich die instal­lierten Apps in Ordner packen. Hierzu habt ihr zwei Möglich­keiten: Entweder ihr verschiebt zwei Apps über das Touchfeld der Siri Remote überein­ander (leichte Bewegung in eine Richtung, wie auf dem iPhone) oder aber ihr drückt bei „wackelndem“ App-Icon einmal die Play-Taste und könnt daraufhin per Menüpunkt einen neuen Ordner erstellen lassen oder die App in einen bereits bestehenden Ordner verschieben. 

Diktier­funktion: Endlich, Teil 2. Apple hat der vierten AppleTV-Generation bekanntlich eine Siri-Integration spendiert, die sogar recht zuver­lässig funktio­niert. Leider hat man die Sprach­steuerung bezie­hungs­weise Sprach­eingabe nicht wirklich weiter gedacht, denn trotz dessen, dass sich Texte über das Touchfeld der Siri Remote recht angenehm eingeben ließen, fehlte eine Diktier­funktion. Auch diese ist nun nachge­reicht worden. Befindet ihr euch in einem Einga­befeld, könnt ihr wie gewohnt die Siri-Taste gedrückt halten und dann das gewünschte Wort sprechen – schon wird es übernommen. Auch Passwörter lassen sich auf diese Weise eingeben, hier muss dann aber eben buchsta­biert werden (Tipp: „Großes S“ vs. „s“ ).

Unter­stützung für Bluetooth-Tasta­turen: Eine weitere Funktion, die vielen Nutzern der vierten Apple-TV-Generation bislang fehlte, war eine volle Unter­stützung von Bluetooth-Tasta­turen. Und auch hier hat Apple nun nachgelegt. Dank einer anstän­digen Integration ins tvOS lassen sich diese nun nicht nur zur schnel­leren Texteingabe nutzen, sondern es lässt sich auch mittels Pfeil­tasten durch verschiedene Elemente wechseln, während sich mit Escape zurück­springen lässt und die Leertaste quasi einen Klick auf das Touchfeld der Siri Remote simuliert. 

Bessere Foto-App: Ebenfalls eine größere Änderung hat die Foto.app des Apple TV erhalten, denn diese unter­stützt nun vollum­fänglich die iCloud Fotom­ediathek. Diese ist zwar standard­mäßig deakti­viert, kann jedoch ganz einfach über das iCloud-Menü in den Einstel­lungen des Apple TV aktiviert werden. Somit habt ihr kompletten Zugriff auf in die iCloud hochge­la­denen Fotos – inklusive einer Sortierung nach dem Zeitpunkt der Aufnahmen oder nach der guten, alten Alben-Ansicht und Filterung nach Fotos, Selfies, Panoramas, Videos und Co. Auch Live Photos lassen sich nun auf dem Apple TV anzeigen und abspielen. Fehlt eigentlich nur noch eine Multi-User-Funktion für die Streaming-Box, auch wegen Spiel­ständen.

Weitere Kleinig­keiten: Zu guter Letzt noch ein paar Kleinig­keiten, die sicherlich nicht ganz so relevant sind, aber dennoch einmal erwähnt werden sollten. Der App-Switcher hat sich optisch ein wenig näher an den Look des iOS-Pendants angeglichen, Siri kann nun auch nach Apps und Spielen im App Store suchen und es es lassen sich nun auch Album-Artworks aus Apple Music und iTunes Match als Bildschirm­schoner verwenden. 

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Die wichtigsten Neuerungen von watchOS 2.2

Mehrere Uhren: Wie heißt es doch oftmals so schön? „Wer kann, der kann.“ Und wer ganz viel kann, der kann ab sofort – in Kombi­nation mit iOS 9.3 – mehr als nur eine öde Apple Watch mit einem einzelnen iPhone koppeln. Dürfte aber vielmehr ein kleines Zugeständnis an Watch-App-Entwickler sein – oder habt ihr dieses Feature schon einmal vermisst?

Bessere Karten-App: Ja, das watchOS-Update fällt vergleichs­weise klein aus, dennoch gibt es noch etwas erwäh­nens­wertes. Apple hat das mit iOS 9 einge­führte „In der Nähe“-Feature nun auch in die Karten-App der Apple Watch integriert, sodass ihr nun auch direkt vom Handgelenk aus eine Suche nach inter­es­santen Orten initi­ieren könnt. Auf dem Glance-Screen der Karten.app gibt es dazu einen neuen Button, über den ihr nach einer weiteren Auswahl einer Unter­ka­te­gorie (Essen, Trinken, Shopping und dergleichen) entspre­chende Orte in der Nähe angezeigt bekommt und direkt dorthin navigieren könnt.