Atom Beta: GitHub’s neuer Code-Editor auf dem Mac angeschaut

Marcel Am 31.03.2014 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:22 Minuten

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Vor rund einem Monat hat GitHub erstmals einen eigenen Editor namens Atom vorgestellt, an dem die Entwickler laut eigenen Angaben rund sechs Jahre gewerkelt haben sollen. Bislang befindet sich der Atom benannte Editor in einer geschlossenen Beta-Phase für die ihr euch auf dieser Seite registrieren könnt – ich habe dank Charles meine Einladung nun erhalten und konnte so einmal einen ersten Blick auf den eigentlich recht viel versprechenden Editor werfen. Bislang gibt es die Beta ausschließlich für Mac OS X, Versionen für Windows und Linux sind dabei aber geplant und befinden sich auf der Roadmap, man darf aber davon ausgehen, dass sie diese Version fast 1:1 gleichen. Und „gleichen“ ist auch ein gutes Stichwort, denn statt das Rad neu erfinden zu wollen hat man sich optisch mehr als deutlich am beliebten Sublime Text orientiert.

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So findet man auch in Atom eine rudimentäre Ordnernavigation (wahlweise links oder rechts) vor, es gibt Syntax Highlighting für verschiedene Programmier- und Auszeichnungssprachen, Tabs und dergleichen – im Grunde all das, was man eben auch von Sublime her kennt, sogar die Shortcuts des Editors hat man seitens GitHub übernommen. Der Hauptunterschied besteht aber unter der Haube: Denn während Sublime eine geschlossene, native App darstellt, ist Atom im Grunde eine Webapp auf Basis des Node.js-Framework, wodurch Drittentwickler eine einfache Möglichkeit bekommen sollen, Plugins und sonstige Dinge für den GitHub-Editor auf den Weg zu bringen. Aber zurück zum eigentlichen, mittels Shortcut CMD + T und CMD + Shift + P (oder einfach nur CMD + P) lassen sich wie auch bei Sublime zwei Boxen einblenden, mit denen man per Codezeile zwischen Dateien eines Projektes (Ordner) wechseln kann oder bestimmte Funktionen des Editors ausführen kann, sodass man für diese Zwecke auf die Maus verzichten kann:

Ebenfalls eine sehr nette Funktion ist der doppelte Cursor, mit denen man mehrere Bearbeitungen gleichzeitig durchführen kann indem ihr beim Klick die CMD-Taste gedrückt haltet – sofern diese identisch sind natürlich. Auch ganz nett: Per Rechtsklick auf eine Funktionszuweisung lässt sich auch direkt zur Funktion-Definition springen.

Natürlich gibt es des Weiteren auch eine Suchfunktion, Autocomplete, Markdown-Support mit Live-Vorschau und dergleichen, eine tief gehende Git-Integration und aufgrund des JavaScript-Frameworks und HTML5 laufen unter der Haube sogar die Chrome DevTools, mit denen man sich die Arbeit nochmals etwas erleichtern kann und gerade in Sachen HTML/CSS eine feine Sache ist – aufrufbar übrigens via Shortcut CMD + Alt + T:

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Atom versteht sich des Weiteren auch auf Snippets für sämtliche Programmier- und Auszeichnungssprachen. Ist zum Beispiel HTML als Sprache ausgewählt, reicht die Eingabe von „blockquote“ gefolgt von einem Tab um einen kompletten vorgefertigten Block einzufügen, „for“ in PHP fügt eine komplette for-Schleife ein und so weiter und so fort. Eine Übersicht erhaltet ihr dabei in den Einstellungen von Atom – die Zahl an Snippets ist für jede Sprache sehr umfangreich und kann über den Punkt „Open in Atom“ eben selbst im Editor geöffnet und bearbeitet werden, sodass man die vorgefertigten Snippets auch anpassen oder erweitern kann:

Und wo wir gerade bei den Einstellungen sind: Hier lassen sich eine ganze Reihe an unterschiedlichen Optionen verstellen, sei es die Tab- und Zeilenlänge, die Anzeige der Zeilennummern und dergleichen und natürlich dürfen auch unterschiedliche Themes nicht fehlen und auch eine Übersicht über alle verfügbaren Tastatur-Shortcuts finden man an dieser Stelle vor:

Wie bereits erwähnt möchte man Drittentwicklern dabei eine möglichst einfache Möglichkeit an die Hand geben, eigene Pakete für Atom auf den Markt zu bringen um so den Editor nach belieben zu erweitern oder dessen äußeres Erscheinungsbild zu verändern. Bereits jetzt in der Beta-Phase gibt es eine ganze Reihe an zusätzlichen Paketen und Themes wie zum Beispiel einen Zen-Modus, einen Color-Picker, VIM-Mode und sogar der Streaming-Dienst Rdio lässt sich in den Editor implementieren – musikalische Untermalung soll ja oftmals die Produktivität fördern.

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Ja, GitHubs Atom-Editor erinnert mehr als nur ein wenig an Sublime Text, aber gerade unter der Haube kann man sich dann wiederum deutlich vom Vorbild trennen. Nun bin ich kein „Hardcore-Entwickler“, sodass für mich persönlich sogar der Funktionsumfang von Espresso ausreicht, Atom macht aber einen sehr guten Eindruck, lässt in meinen Augen keine wichtigen Funktionen vermissen, ist erweiterbar und läuft bei mir zumindest stabil. Einzig und allein die Frage nach dem Lizenzmodell steht derzeit noch im Raum, denn Atom ist weder Closed Source, noch Open Source. Wie genau das ganze nach der Beta aussehen wird ist derzeit noch offen wie die Macher selbst angegeben haben, es könnte aber wohl alles auf einen kostenpflichtigen Editor hinauslaufen – aber bis die finale Version veröffentlicht wird,  wird noch einiges an Wasser den Rhein hinunterfließen.

Zur Projektseite von Atom.io

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