Basteltipp fürs Wochenende: AirTag im EC-Kartenformat für die Geldbörse

Marcel Am 08.05.2021 veröffentlicht Lesezeit etwa 1:59 Minuten

Es ist erst ein paar Tage her, dass Apple seinen Bluetooth-Tracker AirTag vorgestellt hat. In meinem Kurztest machte er einen zuverlässigen Eindruck und kann vor allem damit punkten, dass man ein großes Netzwerk an iPhones zur Übermittlung des aktuellen Standortes besitzt. Allerdings gibt es auch einen kleineren Haken, denn im Vergleich zum wohl größten Mitbewerber Tile ist man bei Weitem nicht so gut aufgestellt. Während Tile seine Tracker in den verschiedensten Größen und Formen für die verschiedensten Anwendungsszenarien anbietet, hat man beim AirTag von Apple nur diese eine Option. Und auch wenn der Tracker eigentlich bereits recht schlank ist, ist er für die ein oder andere Nutzung zu groß. Vor allem in der Geldbörse trägt er ordentlich auf und das noch stärker, wenn man diesen in ein Smart Wallet wie dem Ridge oder Aviator Wallet verfrachten möchte. Zwar gibt es dazu entsprechende Einsätze, die aber die Dicke des Kartenetui nahezu verdoppeln.

Dies ging Andrew Ngai ganz ähnlich und so hat er ein wenig Hand an den AirTag angelegt und diesen zunächst gänzlich auseinander genommen. Größte Herausforderung hierbei war es wohl, die festgeklebte Platine von der Kunststoffhaube mit Hilfe einer Heißluftpistole zu lösen. Anschließend packte er Hauptplatine und Batteriehalter in ein neues Gehäuse in Kartenform aus dem 3D-Drucker (das Modell dazu findet ihr auf Thingiverse) und verlötete die Verbindung zwischen den beiden Komponenten. Für halbwegs geübte wohl der leichteste Teil des Umbaus. Laut Andrew funktioniert die Ortungsfunktion (sofern nicht beschädigt wurde) wie im Originalzustand, lediglich der Piepsten ist nach Umbau nur sehr schwach zu vernehmen – immerhin fehlt das Gehäuse als kleiner Resonanzkörper, wie iFixit festgestellt hat. Eventuell lässt sich das AirCard-Gehäuse ein wenig optimieren, zumindest einen besseren Schutz der recht offen liegenden Komponenten wäre wohl nicht verkehrt.

Nun ist die Lautstärke des AirTag prinzipiell für Innenräume ausreichend, im Freien oder an Orten mit stärkeren Umgebungsgeräuschen hingegen ist der Suchton nur bedingt hilfreich bei der Suche. Wer mit dieser Einschränkung leben kann und die Ortungsfunktion des AirTag daher höher priorisiert, der kann sich ja mal an der kleinen Bastelei versuchen. Hierbei solltet ihr nicht gerade zwei linke Hände besitzen und einen 3D-Drucker zur Verfügung haben. Natürlich sollte man hierbei im Hinterkopf behalten, dass man im Falle eines Umbaus keinerlei Gewährleistung seitens Apple erwarten kann. Solltet ihr den frisch gelieferten AirTag also bereits beim Versuch, die Klebeverbindung zu lösen (wovor ich persönlich den größeren Respekt als vor dem Löten habe), irreparabel beschädigen, hättet ihr die 35 Euro für das Einzelstück auch gleich mit der Heißluftpistole verbrennen können. Dennoch: ich glaube ich muss mich zu gegebener Zeit einmal daran versuchen…

Bildquelle Andrew Ngal

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