Crypto­mator: Open-Source-Tool verschlüsselt eure Daten in der Cloud – für OS X, Windows, Linux und iOS

Am 10.03.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:28 Minuten

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Das Open-Source-Tool Crypto­mator möchte eure Daten in der Cloud auf einfache Art und Weise schützen und ist für Windows, Mac OS X, Linux und sogar für iOS verfügbar.

Cloud-Dienste wie Dropbox, OneDrive und Co. erfreuen sich großer Beliebtheit, irgendwo zurecht, denn immerhin sind die dort abgelegten Daten auf nahezu jedem anderen Rechner verfügbar. Dazu sind die Daten auch noch sicher, zumindest wenn man den Infor­ma­tionen der Anbieter glauben schenken mag, denn die Defini­tionen von „sicher“ können durchaus unter­schiedlich ausfallen – und sollte einmal ein virtu­eller Einbruch erfolg­reich sein, liegen eure Daten letztlich ohne Schutz in eurem Account. Mit Crypto­mator ist nun ein kleines Tool als finale Version 1.0 veröf­fent­licht worden, welches einen univer­sellen Schutz bei der Sicherung von Daten in der Cloud gewähr­leistet möchte. 

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Dazu erstellt das Tool einen Ordner (genannt Tresore, es sind aber de facto nur Ordner), in dem eure Dateien abgelegt werden und welcher mit einer AES256-Verschlüs­selung gesichert ist – sofern euer Verschlüs­se­lungs­kennwort sicher genug ist, dürfte dies auch ausrei­chend abgesi­chert sein. Verschlüsselt wird übrigens nicht nur der eigent­liche Inhalt der Dateien, sondern auch die Datei­namen. Diese Ordner können natürlich dazu dienen, Daten lokal vor den Augen Dritter zu verbergen – Haupt­zweck der durch Crypto­mater verschlüs­selten Tresore ist aber natürlich der Einsatz in der Cloud, wobei auch hier eure Dateien in Echtzeit verschlüsselt werden, bevor sie wieder in die Cloud geladen werden. 

Die Desktop-Anwendung steht dabei für Windows, Mac OS X und Linux zu haben und sich sehr einfach gehalten, die Perfor­mance ist ebenfalls nicht zu beanstanden. Habt ihr einen Tresor einge­bunden und mittels Passwort entsperrt, wird der Inhalt dieses Tresors als WebDAV-Ordner in euer System einge­bunden. Der Grund, wieso man sich seitens der deutschen Entwickler Sebastian Stenzel und Tobias Wagemann für WebDAV entschieden hat, liegt schlicht darin, dass es von jedem unter­stützten System unter­stützt wird. Ist aber auch relativ egal, denn auch auf diese Weise könnt ihr ganz normal mit dem Ordner arbeiten, als wäre es ein angeschlos­sener USB-Stick. 

Neben den drei Desktop-Apps gibt es auch eine App für iOS, die ebenfalls sehr rund läuft. Diese erlaubt es euch, die Tresore aus eurem Cloud-Account (unter­stützt werden bislang Dropbox, iCloud, OneDrive und Google Drive) zu entsperren und die dortigen Daten zu öffnen oder auch teilen zu können. Dabei werden die Tresore nie komplett auf euer Gerät geladen, sondern direkt aus der Cloud ausge­lesen und im Falle des Hochladens einer neuer Datei auch direkt wieder „on the fly“ verschlüsselt. Was schade ist: Dateien lassen sich zwar aus anderen Apps heraus in einem Tresor speichern, leider fungiert Crypto­mator nicht als Speicherort für den Document Picker, was die Arbeit noch komfor­tabler machen würde. Dennoch: auch die iOS-App funktio­niert einwandfrei. 

Crypto­mator ist übrigens Open Source, genauer gesagt steht es unter der MIT / X Konsortium License zur Einsicht auf GitHub bereit. Demnach sind die Desktop-Apps völlig kostenlos zu haben (eine Spende ist aber immer gerne gesehen) – für die iOS-App hingegen werden 1,99 Euro fällig. Sicherlich nun kein Ersatz für die „großen“ Verschlüs­se­lungs­tools wie TrueCrypt oder VeraCrypt, vielmehr kann man Crypto­mator eher als Alter­native zu BoxCrypt sehen. Mir persönlich sagt Crypto­mator aber mehr zu, da die Nutzung wirklich simpel ist und nicht viel simpler sein könnte, bleibt bei mir erst einmal im Einsatz. Übrigens: Eine App für Android ist ebenfalls geplant. 

Crypto­mator für Mac, Windows und Linux

via TNW