Facetune 2 für iOS ist da: Selfie-Tuning mit zahlreichen Neuerungen und neuem Preis-Modell

Marcel Am 26.11.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:11 Minuten

facetune2

Die App Facetune dürfte inzwischen hinlänglich bekannt sein, immerhin war die App zumindest im App Store auch nach einigen Jahren ein Dauergast auf den oberen Chart-Platzierungen. Quasi ein virtueller Schönheitschirurg, mit dem sich eure Selfies aufpimpen lassen: so lässt sich zum Beispiel die Haut glätten, Bildbereiche wie zum Beispiel Zähne aufhellen (Hollywood lässt grüßen), Details wie Augen hervorheben, das Gesicht schmaler machen und einiges mehr. Nun haben die Entwickler von Lightricks (die sich übrigens auch für das tolle Enlight verantwortlich zeichnen) Version 2 von Facetune für iPhone und iPad im App Store veröffentlicht und damit eine ganze Reihe an Neuerungen einfließen lassen, die sowohl den funktionellen Umfang, als auch das Preis-Modell betreffen.

Facetune 2
Facetune 2
Entwickler: Lightricks Ltd.
Preis: Kostenlos+

Auf den ersten Blick hat man gar nicht so viel verändert: Die Oberfläche ist ein wenig überarbeitet und moderner geworden, auch die altbekannten Werkzeuge der ersten Version sind allesamt vorhanden. So könnt ihr auch mit Facetune 2 das Gesicht und einzelne Gesichtspartieren verändern (schmaler machen, Lächeln verstärken und ähnliches), das Bild zuschneiden und drehen, einzelne Werte wie Helligkeit, Kontrast, Farbe und Schärfe justieren, sowie Lichteffekte und Vignette hinzufügen. Auch die Retusche-Werkzeuge kennt man eigentlich: mit diesen lassen sich zum Beispiel die Zähne bleichen, Augendetails hervorheben, die Haut glätten, Lichtkorrekturen vornehmen und derlei Dinge. Für ganz eilige gibt es auch ein automatisches Retusche-Tool, welches die Einstellungen automatisch vornimmt.

Funktionierte bereits beim Vorgänger gar nicht mal so schlecht, Facetune 2 agiert noch etwas „intelligenter“, hier hat man die Prozesse im Hintergrund ordentlich aufpoliert. So erkennt die App nun zum Beispiel automatisch bestimmte Gesichtsbereiche wie Augen, Nase und Mund, was gerade bei der manuellen Bearbeitung Vorteile mit sich bringt – denn so könnt ihr die Zähne nun einfach „Überwischen“, ohne große Sorgen haben zu müssen, dass auch Lippen und weitere Mundpartien mit dem Pinsel in Berührung kommen. Funktioniert überraschend gut, war ich echt von angetan. Neu hinzugekommen ist auch eine Live-Bearbeitung während der Kamera-Aufnahme und eine ganze Reihe an klassischeren Filtern, mit denen sich der komplette Look des Bildes noch etwas verändern lässt.

Das wäre einmal der Funktionsumfang der kostenlosen Version, denn im Gegensatz zum Original-Facetune steht die zweite Version kostenlos im App Store zum Download bereit. Allerdings gibt es stattdessen eine Vielzahl an In-App-Käufen und auch ein Abo-Modell hat Einzug gefunden. Mittels In-App-Käufen könnt ihr diverse zusätzliche Werkzeuge kaufen, die Preise schwanken hier zwischen 0,99 und 2,99 Euro. Hierzu gehören neben weiteren Auto-Werkzeugen für Gesicht, Details und Augen auch eine bessere Licht-Option, Unschärfeeffekte, Wechsel des Hintergrunds, Mattieren, zahlreiche weitere Filter und mehr – kann man sich wirklich dumm und dämlich kaufen, wenn man denn wirklich alles benötigt. Gut hierbei, dass man die jeweiligen Werkzeuge und Filter vor dem Kauf anhand eines Demo-Fotos ausprobieren kann – so kauft man nicht die Katze im Sack.

Neben diesen In-App-Käufen gibt es aber auch noch ein neues Abo-Modell, mit dem sich dann sämtliche IAP-Features freischalten lassen und welches auch noch Zugriff auf zwei, drei weitere Funktionen bietet, die nur mit einem Abonnement zugänglich sind – die Dunkelkammer oder auch die Augenoptimierung zum Beispiel. Preis? 19,99 Euro für ein ganzes Jahr, 13,99 Euro für sechs Monate oder 3,99 Euro im Monat. Die Entwickler begründen ihren Schritt damit, dass man als Firma eben schauen muss, dass regelmäßig Geld hereinkommt – zum einen um das Unternehmen selbst, aber auch Forschung und Entwicklung neuer (intelligente) Funktionen finanzieren zu können. Auch wenn ich die Abo-Preise als viel zu hoch empfinde (zum Start sind diese um 50% reduziert), gehe ich da grundsätzlich mit: mit jahrelangen kostenlosen Updates ist dies nur schwer machbar.

Das eigentliche Problem ist eben der App Stores, da diese keine preislichen Optionen bei einem großen App-Update bieten. Also müssen die Entwickler kreativ werden und haben eigentlich nur drei Möglichkeiten: einstellen einer neuen kostenpflichtigen App, jegliche neuen Features nur nach erneutem In-App-Kauf oder der Einführung eines Abonnements. Sorgt alles für ein wenig Unmut, auch wenn die Entwickler dies im Falle von Facetune 2 recht gut gelöst haben: Sämtliche Features des Vorgängers sind kostenlos enthalten, wer mehr benötigt kann einzelne Features nachkaufen oder nutzt eben das Abo, um sämtliche Funktionen zu bekommen. Wie dem auch sei: blendet man das Preismodell einmal aus, macht Facetune 2 seinen Job sehr gut – da gibt es nur wenig dran zu rütteln.

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