Facetune 2 für iOS ist da: Selfie-Tuning mit zahlreichen Neuerungen und neuem Preis-Modell

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facetune2

Die App Facetune dürfte inzwi­schen hinlänglich bekannt sein, immerhin war die App zumindest im App Store auch nach einigen Jahren ein Dauergast auf den oberen Chart-Platzie­rungen. Quasi ein virtu­eller Schön­heits­chirurg, mit dem sich eure Selfies aufpimpen lassen: so lässt sich zum Beispiel die Haut glätten, Bildbe­reiche wie zum Beispiel Zähne aufhellen (Hollywood lässt grüßen), Details wie Augen hervor­heben, das Gesicht schmaler machen und einiges mehr. Nun haben die Entwickler von Lightricks (die sich übrigens auch für das tolle Enlight verant­wortlich zeichnen) Version 2 von Facetune für iPhone und iPad im App Store veröf­fent­licht und damit eine ganze Reihe an Neuerungen einfließen lassen, die sowohl den funktio­nellen Umfang, als auch das Preis-Modell betreffen. 

Facetune 2
Entwickler: Lightricks Ltd.
Preis: Kostenlos+

Auf den ersten Blick hat man gar nicht so viel verändert: Die Oberfläche ist ein wenig überar­beitet und moderner geworden, auch die altbe­kannten Werkzeuge der ersten Version sind allesamt vorhanden. So könnt ihr auch mit Facetune 2 das Gesicht und einzelne Gesichts­par­tieren verändern (schmaler machen, Lächeln verstärken und ähnliches), das Bild zuschneiden und drehen, einzelne Werte wie Helligkeit, Kontrast, Farbe und Schärfe justieren, sowie Licht­ef­fekte und Vignette hinzu­fügen. Auch die Retusche-Werkzeuge kennt man eigentlich: mit diesen lassen sich zum Beispiel die Zähne bleichen, Augen­de­tails hervor­heben, die Haut glätten, Licht­kor­rek­turen vornehmen und derlei Dinge. Für ganz eilige gibt es auch ein automa­ti­sches Retusche-Tool, welches die Einstel­lungen automa­tisch vornimmt. 

Funktio­nierte bereits beim Vorgänger gar nicht mal so schlecht, Facetune 2 agiert noch etwas „intel­li­genter“, hier hat man die Prozesse im Hinter­grund ordentlich aufpo­liert. So erkennt die App nun zum Beispiel automa­tisch bestimmte Gesichts­be­reiche wie Augen, Nase und Mund, was gerade bei der manuellen Bearbeitung Vorteile mit sich bringt – denn so könnt ihr die Zähne nun einfach „Überwi­schen“, ohne große Sorgen haben zu müssen, dass auch Lippen und weitere Mundpartien mit dem Pinsel in Berührung kommen. Funktio­niert überra­schend gut, war ich echt von angetan. Neu hinzu­ge­kommen ist auch eine Live-Bearbeitung während der Kamera-Aufnahme und eine ganze Reihe an klassi­scheren Filtern, mit denen sich der komplette Look des Bildes noch etwas verändern lässt. 

Das wäre einmal der Funkti­ons­umfang der kosten­losen Version, denn im Gegensatz zum Original-Facetune steht die zweite Version kostenlos im App Store zum Download bereit. Aller­dings gibt es statt­dessen eine Vielzahl an In-App-Käufen und auch ein Abo-Modell hat Einzug gefunden. Mittels In-App-Käufen könnt ihr diverse zusätz­liche Werkzeuge kaufen, die Preise schwanken hier zwischen 0,99 und 2,99 Euro. Hierzu gehören neben weiteren Auto-Werkzeugen für Gesicht, Details und Augen auch eine bessere Licht-Option, Unschär­fe­ef­fekte, Wechsel des Hinter­grunds, Mattieren, zahlreiche weitere Filter und mehr – kann man sich wirklich dumm und dämlich kaufen, wenn man denn wirklich alles benötigt. Gut hierbei, dass man die jewei­ligen Werkzeuge und Filter vor dem Kauf anhand eines Demo-Fotos auspro­bieren kann – so kauft man nicht die Katze im Sack. 

Neben diesen In-App-Käufen gibt es aber auch noch ein neues Abo-Modell, mit dem sich dann sämtliche IAP-Features freischalten lassen und welches auch noch Zugriff auf zwei, drei weitere Funktionen bietet, die nur mit einem Abonnement zugänglich sind – die Dunkel­kammer oder auch die Augen­op­ti­mierung zum Beispiel. Preis? 19,99 Euro für ein ganzes Jahr, 13,99 Euro für sechs Monate oder 3,99 Euro im Monat. Die Entwickler begründen ihren Schritt damit, dass man als Firma eben schauen muss, dass regel­mäßig Geld herein­kommt – zum einen um das Unter­nehmen selbst, aber auch Forschung und Entwicklung neuer (intel­li­gente) Funktionen finan­zieren zu können. Auch wenn ich die Abo-Preise als viel zu hoch empfinde (zum Start sind diese um 50% reduziert), gehe ich da grund­sätzlich mit: mit jahre­langen kosten­losen Updates ist dies nur schwer machbar. 

Das eigent­liche Problem ist eben der App Stores, da diese keine preis­lichen Optionen bei einem großen App-Update bieten. Also müssen die Entwickler kreativ werden und haben eigentlich nur drei Möglich­keiten: einstellen einer neuen kosten­pflich­tigen App, jegliche neuen Features nur nach erneutem In-App-Kauf oder der Einführung eines Abonne­ments. Sorgt alles für ein wenig Unmut, auch wenn die Entwickler dies im Falle von Facetune 2 recht gut gelöst haben: Sämtliche Features des Vorgängers sind kostenlos enthalten, wer mehr benötigt kann einzelne Features nachkaufen oder nutzt eben das Abo, um sämtliche Funktionen zu bekommen. Wie dem auch sei: blendet man das Preis­modell einmal aus, macht Facetune 2 seinen Job sehr gut – da gibt es nur wenig dran zu rütteln.