Pixelmator Photo: Bye Einmalkauf, hello Abonnement & Mac-Version incoming

Marcel Am 18.08.2022 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:15 Minuten

Die Entwickler der Bildbearbeitungs-App Pixelmator Photo haben heute einen ersten Screenshot der Mac-Version gezeigt, gleichzeitig aber auch ein neues Preismodell verkündet: Bye Einmalkauf, hello Abonnement.

Pixelmator Photo für iPhone und iPad war schon zu Gast im Blog, derzeit meine Wahl wenn es um das Thema Bildbearbeitung geht. Ein Ableger des nicht weniger gelungenen Pixelmator Pro für macOS, der jedoch nicht zum Ziel hatte, die komplette Oberfläche aufs mobile Gerät zu bringen; stattdessen hat man den Fokus auf eine einfache Bedienung gesetzt, aber dennoch viele Werkzeuge und Funktionen untergebracht. Im Gegensatz zu Darkroom, welches sich eher an professionelle Nutzer richtet, kommen auch Ungeübte und Nicht-Fotografen ohne große Einarbeitung zu schnellen Ergebnissen, insbesondere die automatischen Bildverbesserungen mittels Machine Learning kann auch bei mir punkten. Und soll es dann doch mal mehr manuelle Anpassungen und Optimierungen werden, ist auch das über diverse Regler machbar. Bislang wurde die App für einmalige 7,99 € vertrieben – für App-Verhältnisse nicht wenig, aber in meinen Augen gerechtfertigt. Nun haben die Entwickler angekündigt, ab sofort auf ein Abonnement zu setzen.

In einem Blogpost erläutern die Entwickler auch ihre Beweggründe, die durchaus nachvollziehbar sind. Entwicklung kostet Geld und auch wenn immer mal wieder ein paar neue Nutzer hinzukommen, entfällt der größte Nutzerteil auf den Release einer App und einem gewissen Zeitraum danach. Klappt für das erste Jahr unter Umständen noch, irgendwann wird es aber kritisch (die Grafik stammt übrigens von Max Seelemann von Ulysses). Natürlich könnte man nun jedes Major-Release als neue App einstellen und Nutzer erneut zur Kasse bitten. Damit Nutzer aber von einem Upgrade überzeugt werden können, bedarf es entsprechend große Neuerungen, was wiederum die gefühlte Entwicklung verlangsamt, da Neuerungen zurückgehalten werden. Hinzu kommt, dass es seitens Apple, Google und Microsoft in den Stores kein rabattierter Upgrade-Preis für Nutzer der Vorgänger-App vorgesehen ist. Entweder lässt man also auch Bestandsnutzer den vollen Preis zahlen oder aber gewährt auch neuen Nutzern den Release-Rabatt.

Man kann es drehen und wenden wie man möchte, letztlich hat immer jeder etwas zu meckern. Letztlich ist es schlichtweg so, dass die Preismodelle in allen App Stores überholt sind. In den Anfangszeiten mit vergleichsweise einfachen Apps funktionierte das noch, inzwischen können mobile Apps aber sehr leistungsstark sein und große Entwicklerteams oder die Entwicklung als Hauptberuf erfordern. Da fehlt es einfach an Upgrade-Preismodellen, wenn man nicht neue Funktionen nur per In-App-Kauf zugänglich machen möchte (was ich durchaus interessant fände, allerdings aus irgendeinem Grund nur selten gesehen ist). Und dass so etwas kommen wird, daran glaube ich nicht mehr, denn Apple und auch Google fokussieren das Abo-Modell – logisch, gibt ja auch regelmäßige Einnahmen. Was Entwickler aber natürlich machen können: Den Umstieg auf ein Abonnement für Nutzer, die die App bereits gekauft haben, möglichst fair zu lösen.

Und das hat das Team von Pixelmator in meinen Augen halbwegs gut gelöst. Aber zunächst: Im monatlichen Abo ruft man 5,49 Euro auf, in meinen Augen viel, viel zu hoch. Jährlich sind es 26,99 Euro, was ich deutlich passender empfinde wenngleich ich mir das doch noch überlegen würde. Kein Bock auf Abo? Dann zahlt ihr 54,99 € für eine lebenslange Lizenz. Hui? Jau. Bestehende Nutzer erhalten alle weiteren Updates für lau – da soll es also keine Änderung ergeben, zumindest ist das der heutige Stand (hat ja bei Darkroom auch „lange“ funktioniert). Die Preise sind aber nur eine Art „Early Bird“-Angebote, denn im gleichen Atemzug hat man auch eine Mac-Version von Pixelmator Photo angekündigt, die aber wiederum nur mit einem aktiven Abonnement nutzbar ist. Zitat: „Darüber hinaus erhalten Frühabonnenten den Zugang zum gleichen monatlichen Preis, der sich mit Erscheinen der Mac-Version erhöht.“ Auf welchen Preis erhöht wird? Unbekannt.

‎Photomator by Pixelmator Team
‎Photomator by Pixelmator Team
Entwickler: Pixelmator Team
Preis: Kostenlos+

Ich habe Pixelmator Photo in der Vergangenheit gerne empfohlen. Aber auch wenn ich die Begründungen der Entwickler nachvollziehen kann, muss ich ehrlicherweise sagen, dass dies in der Zukunft wohl seltener passieren wird. Ich habe durchaus das ein oder andere Software-Abo für jene Apps, die ich gerne und häufiger nutze und Pixelmator Photo gehört durchaus dazu. In dem Fall finde ich die Preisgestaltung aber viel zu hoch gewählt, vor allem wenn der Preis dann mit Release der Mac-Version nochmal steigt. Einen Zehner im Jahr, vielleicht auch 15 € – da wäre ich noch im Boot geblieben, das wäre für mich mit Blick auf andere Apps oder auch der iOS-eigenen Bearbeitungsfunktionen noch „okay“. Mal schauen, wohin die Reise geht und ob man nochmal ein wenig nachjustiert. Und noch ein Wort zu Pixelmator Pro: Hier ist laut den Entwicklern auf absehbare Zeit kein Abo-Preismodell geplant. Aber es hatte ja auch niemand vor, eine Mauer zu bauen…

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