Feedreader: Reeder 4 für iOS und macOS veröffentlicht

Marcel Am 26.04.2019 veröffentlicht Lesezeit etwa 3:30 Minuten

Entwickler Silvio Rizzi hat nach langer Entwicklungs- und Wartezeit Version 4 seines Feedreaders Reeder für iOS und Mac veröffentlicht – mit einigen Neuerungen wie Bionic Reading und einen „Später Lesen“-Dienst via iCloud.

Reeder gehörte für viele Jahre zu meinen absoluten Pflicht-Apps, auch wenn Silvio Rizzi sich für die Weiterentwicklung und Anpassungen der Apps regelmäßig viel Zeit genommen hat – immerhin nur ein Nebenprojekt des italienischen Entwicklers. Nun braucht es bei einer funktionierenden App auch nicht immer viele Neuerungen, mit der vom Kern auf erneuten Feedly-App schaute ich aber einmal über den Tellerrand und fand Gefallen daran, sodass ich Reeder nach fast acht Jahren vom iPhone entfernte. Auf dem Mac sah die Sache noch weniger rosig aus, hier setze ich aber schon seit längerer Zeit auf ReadKit, einfach um mir getrennte Apps für Feeds und Pocket sparen zu können. Nach fast vier Jahren gibt es nun also Reeder 4 für iPhone und iPad und auch den Mac und damit unternahm ich dennoch den Versuch, zu meiner „alten Liebe“ zurückzufinden.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Version 4 nicht sonderlich von seinem Vorgänger, sowohl auf dem iPhone und iPad, als auch auf dem Mac. Muss es aber auch gar nicht, rein optisch ist die minimalistische(re) Oberfläche durchaus ein Pluspunkt. Schließlich möchte man möglichst ablenkungsfrei (sprich: flott) durch seine ungelesenen Feeds stöbern. Trotzdem fallen stellenweise auch ein paar optische Neuerungen ins Auge, denn Reeder hat ein paar neue (helle und dunkle) Themes spendiert bekommen und kann nun auch ein Vorschaubild in eurer Artikelliste anzeigen. Ebenso gibt es ein paar neue Animationen und Übergänge, die zwar keinen großen Nutzen mitbringen,  insgesamt aber einen frischeren Eindruck hinterlassen. Wie üblich lassen sich gelesene Artikel ausgrauen, die Schriftgröße festlegen und die Sortierreihenfolge ändern.

Optisch wie gesagt nur kleinere Anpassungen ans Jahr 2019, funktionell gibt es drei größere Neuerungen. Die wohl interessanteste hört auf den Namen Bionic Reading – eine Lesemethode, mit der sich Texte schneller und bewusster lesen lassen sollen. Dies möchte die Methode durch sogenannte Fixationspunkte erreichen, einfach gesagt sind dies Wortteile, die fettgedruckt dargestellt werden. Ähnlich wie bei Wörtern mit verdrehten Buchstaben vervollständigt das Gehirn diese Wortfetzen und springt dann im Text schneller weiter. Ist keine Erfindung von Silvio Rizzi, sondern die Idee entstammt aus der Feder von Renato Casutt, seines Zeichens gelernter Schweizer Typograph und Typographischer Gestalter. Sieht im ersten Moment ungewohnt aus, muss man für sich selbst herausfinden, ob es einem taugt oder eher ablenkend ist.

Zu den weiteren wesentlichen Neuerungen der Version 4 zählt dann noch eine Suchfunktion, die die aktuelle Artikelliste nach Schlagworten durchsucht. Habe ich seinerzeit bei Reeder oft vermisst, aber schöner wäre es, wenn die Suche von Haus aus auch direkt das Archiv mit durchsucht. Zu guter Letzt bringt Reeder nun auch einen eigenen „Später Lesen“-Dienst mit, der sich via iCloud zwischen der iOS- und Mac-App synchronisiert. Leider in meinen Augen etwas unnötig, denn die Feed-Dienste bieten so etwas von Haus aus an und Links „von außen“ lassen sich nicht hinzufügen – mit Share Sheet-Erweiterung wäre es vielleicht eine Alternative zu Pocket. Apropos Pocket: Der Dienst ist komplett gestrichen worden, zum Hinzufügen müsst ihr nun das Teilen-Menü von iOS bzw. Mac in Anspruch nehmen. Lässt sich zwar per Wisch aufrufen, ist aber nicht ganz so elegant.

Ansonsten hat sich bei den unterstützten Feed-Diensten aber nichts getan, neben lokalen RSS-Feeds werden auch weiterhin Feedly, Feedbin, Feed Wrangler, FeedHQ, NewsBlur, The Old Reader, Inoreader und BazQux Reader unterstützt, als externer „Später Lesen“-Dienst steht immerhin noch Instapaper auf der Liste. Andere Features, auf die ich gehofft hätte, glänzen weiterhin durch Abwesenheit – hierzu gehört zum Beispiel die Möglichkeit, „alle Beiträge oberhalb“ (Nachtrag: geht per Longpress) oder noch besser, Artikel automatisch beim Scrollen als gelesen markieren zu können erhofft. Gerade letzteres ist etwas, was ich in der Feedly-App als sehr komfortabel empfinde und man so auch mal eben in seine Artikel schauen kann, ohne diese gänzlich abzuarbeiten zu müssen. Zwar bleibt Reeder im Idealfall an der Stelle stehen, dies wissen aber ja Apps auf anderen Systemen nicht.

Insgesamt ist Reeder 4 eine gelungene App, die sich während der Nutzung auch gut anfühlt – die Preise von 5,49 beziehungsweise 10,99 Euro für die beiden Apps sind durchaus in Ordnung. Wer mit Reeder 3 bisher zufrieden ist und nichts vermisst, der kann die App natürlich weiterbenutzten – halt solange, bis die Dienste etwas an der API verändern oder Apple neue System-Features oder Geräte einführt und Anpassungen notwendig werden. Mich persönlich hat Reeder 4 aber leider vorerst nicht zurückgewonnen, die offizielle Feedly-App passt trotz diverser Schwächen besser zu meinem aktuellen Workflow. Aber natürlich habe ich die App auch weiterhin auf dem Schirm und warte auf etwaige Updates mit Verbesserungen oder weiteren Neuerungen – die Wartezeit dürfte aber wie von Reeder gewohnt etwas länger ausfallen…

Reeder 4
Reeder 4
Entwickler: Silvio Rizzi
Preis: 5,49 €
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Reeder 4
Reeder 4
Entwickler: Silvio Rizzi
Preis: 10,99 €
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