Fenix für iOS ist da: Twitter-App springt von Android aufs iPhone und iPad

Marcel Am 29.11.2018 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:12 Minuten

Twitter versucht seit Jahren krampfhaft, die Nutzer davon zu überzeugen, dass die eigene App die beste Nutzererfahrung biete. Und: Angesichts des Funktionsumfangs ist sie das inzwischen auch. Aber nicht, weil man die App so viel verbessert hat, sondern weil man Entwicklern immer dickere Stöcke zwischen die Beine geworfen hat. Zuletzt mit der Deaktivierung der bisherigen API im August diesen Jahres. Seitdem müssen Apps auf Streaming und Benachrichtigungen für Likes/Retweets verzichten und können Benachrichtigungen für Erwähnungen und DMs nur mit einigen Minuten verzögert raushauen. Letzteres kann man als Nutzer auch positiv als Entschleunigung aufnehmen, dennoch besitzt es einen etwas bitteren Beigeschmack – auch wenn es Twitter natürlich zusteht, Schnittstellen nicht mehr zur Verfügung zu stellen.

Dennoch: Apps für Twitter werden auch weiterhin entwickelt, wenngleich diese im gefühlten Momentum nicht mehr so enthusiastisch aufgenommen werden, wie es noch vor einigen Monaten der Fall war. Aktuellste Neuerscheinung ist Fenix von Entwickler Matteo Villa. Kein Unbekannter hier im Blog, immerhin reiht sich sein Fenix zusammen mit Falcon Pro, Talon und Signal zu den besseren Twitter-Apps für Android ein. Schon seit einer ganzen Weile – genauer gesagt seit Anfang Oktober – steht Fenix für iOS als Beta über das TestFlight-Programm interessierten Nutzern zur Verfügung, nun hat Matteo den Sprung in den App Store gewagt. Und wie auch der Android-Pendant gibt es auch die iOS-Version nicht für lau, stattdessen werden (vorerst reduzierte) 3,49 Euro für die alternative Twitter-App veranschlagt – mein aktueller Favorit TweetBot ruft dagegen 5,49 Euro auf.

Fenix kommt mit einer recht schlank designten Oberfläche daher, die ganz nett ausschaut. Standardmäßig kommt die UI hell daher, alternativ gibt es aber auch drei weitere Graustufen und ein schwarzes Theme zur Auswahl – die Akzentfarben lassen sich frei Schnauze anpassen, was auch für die Textgröße gilt. Die Timeline, beziehungsweise eure Leseposition, lässt sich über Tweet Marker mit anderen Twitter-Apps synchronisieren. Neben dem recht prominenten „Neuer Tweet“-Button, der aber nicht so recht ins Gesamtbild von iOS passen mag, gibt es vier weitere Shortcuts, die ihr nach eurem Gusto anordnen könnt; zur Auswahl stehen eure Timeline, Erwähnungen, DMs, gelikte Tweets, euer eigenes Profil und gespeicherte Suchen. Apropos Profile: Diese wirken aufgeräumt und in meinen Augen angenehmer, als die neue TweetBot-Ansicht…

Darüber hinaus bietet Fenix auch Filter für unerwünschte Nutzer, Hashtags oder Keywords, versteht sich auch mit mehreren Twitter-Account (leider ohne „One Timeline“-Feature), bietet auf dem iPad ein mehrspaltiges Layout und stellt eure Timeline in chronologischer Reihenfolge dar. Was ich zwiespältig betrachte: Fenix filtert, wie fast alle Third-Party-Clients, Werbung und bezahlte Tweets aus eurer Timeline. Natürlich gibt es viele Nutzer, die keine Werbung mögen. Andererseits kann auch Twitter nicht von Luft und Liebe seiner Nutzer leben und so haben die Entwickler ihren Teil zu den massiven Einschränkungen für ihre Apps sicherlich auch ihren Taler dazu beigetragen – wer weiß, ob Twitter sonst so rigoros agiert hätte. Das aber mal beiseite geschoben: Fenix ist eine nette Alternative zu dem sonst fast alleinigen Platzhirsch TweetBot, die sich einen Tick schlanker anfühlt.

Fenix for Twitter
Fenix for Twitter
Entwickler: Matteo Villa
Preis: 3,49 €
Fenix 2 for Twitter
Fenix 2 for Twitter
Entwickler: mvilla
Preis: 2,39 €

Quelle @mttvll/@fenix_app

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