Im Moment ist der Begriff des „Smart Home“ in aller Munde und es kommen immer mehr Sensoren auf den Markt, die mehr oder minder praktisch sind. Füllstand der Milch­flasche im Kühlschrank ermitteln? Braucht denke ich (noch) niemand. Viel inter­es­santer sind diesbe­züglich für mich Sensoren, die sich rund um Sicherheit, Steck­dosen und dergleichen drehen. Ich habe mich schon ein paar Male als großer Fan des Elements-System aus dem Hause Gigaset geoutet. Ja, auch hier gibt es inzwi­schen einige Hersteller, ich aber habe privat besagtes System im Einsatz und hatte über die zwei, drei Jahre keinerlei Probleme, weswegen ich das System nur empfehlen kann. 

Begonnen mit dem Elements Safety Kit, einer kleinen Alarm­anlage für die heimi­schen vier Wänden, welches dann mit der dazuge­hö­rigen Gigaset Camera (wahlweise als Stand­aloen-IP-Kamera oder ins System einge­bunden) weiter­ge­sponnen wurde. Nun habe ich zwei weitere Geräte aus dem Elements-Fundus erhalten: Eine Steckdose (genannt Plug) und einen Funktaster (genannt Button). Beide Elements-Zusätze habe ich mir einmal ein wenig genauer angeschaut, die folgenden Zeilen spiegeln meine Eindrücke wieder und erzählen euch, was die beiden Sensoren können oder auch nicht können. 

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Gigaset Elements Plug

Beginnen wir einmal mit der Elements Steckdose. Bekanntlich gibt es etliche Steck­dosen, die sich fernsteuern lassen. Ein Klassiker sind sicherlich die „alten“ Funksteck­dosen, die auch ich aktuell noch im Einsatz habe. Günstigste Möglichkeit, wobei ich kein Fan der Discounter-Angebote sind und statt­dessen die vergleichs­weisen hochprei­sigen Funksteck­dosen von Inter­techno und einen Funktaster verwende. Aber inzwi­schen gibt es auch verschie­denste Steck­dosen, die sich mittels WiFi nutzen lassen, zum Beispiel von AVM, Devolo und von wem noch alles – nun betritt eben auch Gigaset das Gebiet der Steck­dosen, wenngleich diese natürlich eine bereits existie­rende Basis-Station voraus­setzen, sie lassen sich also nicht „für sich“ nutzen. 

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Was mir bei den Elements Steck­dosen nach dem ersten Blick besonders positiv aufge­fallen ist, ist die Größe der Zwischen­stecker. Während andere Funksteck­dosen doch ordentlich Volumen besitzen (siehe zum Beispiel die Inter­technos), sind die Abmes­sungen der Elements-Steckdose mit ihren etwa 5,5 x 5,5 x 2,7 Zenti­metern sehr kompakt. Sieht in der Wand schon deutlich besser als, vor allem, wenn man die Steck­dosen nicht immer verstecken kann – und auch in Mehrfach­steck­dosen bleibt ein wenig mehr Platz, was einen großen Pluspunkt darstellt. Technische Infos? Die Steck­dosen besitzen einen internen Überspan­nungs­schutz und haben eine maximale Leistung von 16 A/3.680 Watt. Ist schon ordentlich, solltet ihr aber im Kopf haben, falls ihr eure 10fach-Steckdose mit Multi­me­dia­gedöns dranhauen solltet.

Vor der Nutzung muss die Steckdose natürlich erst einmal mit der Basis-Station gekoppelt werden. Ist eigentlich recht simpel, kann – wie in meinem Falle – aber auch etwas ungünstig werden. Funkti­ons­weise: Das Hinzu­fügen in der App aktivieren, kurz für etwa zehn Sekunden den Button an der Steckdose und der Basis­station gedrückt halten, schon wird die Verbindung herge­stellt und es kann ein Name für die Steckdose vergeben werden. 

Was in meinem Falle nur etwas ungünstig ist: Ich habe die Basis­station ziemlich „verbaut“, muss ja nicht immer auf dem Schrank herum­stehen. Die Kabel sind so verlegt, dass ein spontanes Umbauen nicht möglich ist, die Steck­do­sen­leiste so gewählt, dass kein unnötiger Platz verschwendet wird. Findet nun mal einen Platz für die Steckdose, noch dazu unter dem Schrank, sodass ihr komfor­tabel beide Buttons betätigen könnt. Aber gut, muss ja pro Steckdose nur einmal gemacht werden.

Verbindung steht, schon kann es losgehen. Ohne weiteres Zubehör (den Funktaster, siehe unten) und anderen Einstel­lungen habt ihr nun erst einmal zwei Möglich­keiten, die Steck­dosen ein- und ausschalten zu können: Zum einen natürlich direkt an der Steckdose selbst, hier reicht ein kurzer Druck auf den Pairing-Button aus und schon geht euch ein Licht an. Umgekehrt schaltet ein weiterer Druck die Steckdose natürlich wieder aus. 

Ist aber wenig „smart“, also gibt es auch den Weg über die Elements-App für iOS und Android. Dazu geht ihr in eure System­über­sicht, wählt den Punkt „Plug“ (wer hat sich den Namen ausge­dacht, wtf?) und schon erhaltet ihr eine Übersicht über alle verbun­denen Steck­dosen und könnt diese nun jede für sich ein- und ausschalten – auf Wunsch auch mit Timer, sodass sie nach einer festge­legten Zeit automa­tisch wieder ausge­schaltet werden. 

Aber auch das ist zugegeben nur bedingt „smart“ und so gibt es auch ein paar Vorlagen im Regel­ma­nager für die Steck­dosen. Hier könnt ihr zum Beispiel festlegen, dass bei Erkennen des „Homecoming“-Modus (sprich: erst Tür öffnen, dann Bewegung) festge­legte Steck­dosen automa­tisch einge­schaltet werden. Da dies am heiligen Tage nur bedingt sinnvoll ist, lässt sich die Regel dahin­gehend erweitern, dass das automa­tische Einschalten nur zwischen 17 und 22 Uhr statt­finden soll. Des Weiteren könnt ihr aber auch festlegen, dass die Steck­dosen automa­tisch zu einer bestimmten Uhrzeit einge­schaltet und wieder ausge­schaltet werden sollen – wahlweise auch täglich, nur an bestimmten Wochen­tagen, wöchentlich und so weiter. Sicherlich ganz praktisch, wenn man sich im Urlaub befindet. 

Gigaset Elements Button

Kommen wir nun zum Elements Button, einem eigentlich recht klassi­schen Funktaster. Dieser besitzt mit Abmes­sungen von etwa 5,5 x 5,5 x 2,7 Zenti­metern nahezu die identi­schen Ausmaße wie auch die Sensoren für Tür und Fenster. Selbiges gilt im übrigen auch für die Form und die Verar­beitung – sprich wie auch andere Erwei­te­rungen und auch die Steckdose besteht auch der Button aus weißem Kunst­stoff. Betrieben wird der Funktaster mit einer 3 Volt CR123A-Batterie – AAA-Batterien wären zwar bekannter, aller­dings sind die CR123A-Batterien (kennen einige sicherlich aus Fotoap­pa­raten oder Taschen­lampen) zum einen kleiner und weisen im Schnitt eine höhere Kapazität auf. Gehe ich nach meinen Erfah­rungen der Tür- und Fenster­sen­soren, so dürfte auch beim Button die Laufzeit einer Batterie etwa ein Jahr betragen. 

Positives und negatives? Gibt es natürlich. Was mir ganz gut gefällt und eine nette Idee ist: Der eigent­liche Taster lässt sich austau­schen. Standard­mäßig ist dieser mit einem weißen Taster versehen, dem Liefer­umfang liegen aber auch noch weitere Farben (Orange, Blau, Grün und Violett) bei. Diese lassen sich einfach austau­schen – der Vorteil ist eben, dass ihr euch zum einen die Farbe aussuchen könnt, die euch am besten gefällt, zum anderen aber natürlich auch, um eventuell mehrere genutzte Buttons farblich unter­scheiden zu können. 

Was mir negativ aufge­fallen ist: Der Button lässt sich mittels beilie­gendem (rückstandslos entfern­barem) doppel­sei­tigem Klebeband an der Wand befes­tigen. Damit man den Button aber auch noch abnehmen kann, gibt es extra einen kleine Wandhal­terung, in die er Button einge­schoben werden muss. Doof: Meine Wandhal­terung lässt sich nur so schwer in den Button schieben, dass man die Wandhal­terung immer wieder von der Wand reißen würde. Abhilfe brachte es, die kleinen „Nippel“ an der Wandhal­terung mit einer feinen Feile zu besei­tigen.

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Wie auch alle anderen Sensoren und auch die Steckdose zuvor, muss der Button vor der Nutzung mit dem System gekoppelt werden. Gleiches Verfahren wie oben angegeben: Button zusam­men­bauen, Verbin­dungs-Taste am Funktaster und der Basis-Station für einige Sekunden gedrückt halten, Namen eingeben, fertig. Ist in wenigen Sekunden erledigt und völlig unpro­ble­ma­tisch.

Habt ihr ihn dann einmal zu eurem System hinzu­gefügt, könnt ihr euch auch schon ans Werk machen. Denn damit euer Button auch arbeiten und Befehle ausführen kann, müsst ihr erst einmal ein paar Regeln erstellen, was wie auch bezüglich der Steckdose über den Regel­ma­nager erledigt werden kann. Eigentlich ist es ganz simpel, denn ihr könnt den Button mit vier unter­schied­lichen Aktionen belegen, je nachdem, wie lange ihr den Taster betätigt. Derzeit gibt es einen kurzen Klick, einen doppelten Klick (etwas langsamer hinter­ein­ander), einen längeren Klick (etwa zwei Sekunden) und einen sehr langen Klick (etwa sechs Sekunden). Je nachdem, welche Aktion ihr durch­führt, leuchtet entspre­chend das Lämpchen am Button auf und ein Ton ertönt – letzterer lässt sich in den Einstel­lungen des Tasters auch deakti­vieren.

Welche Möglich­keiten ihr habt? Zugegeben sehr übersichtlich: Ihr könnt zum einen den Alarm-Modus eures Systems verändern. Also zum Beispiel auf „Zuhause“, „Indivi­du­eller Modus“ oder „Außer Haus“ wechseln. So könnt ihr den Button zum Beispiel in direkter Nähe eurer Türe hängen und vor Verlassen der Wohnung den Alarm scharf­stellen – und bei Wieder­ein­treten den Alarm deakti­vieren. Klingt doof, weil der Alarm bei beiden Situa­tionen direkt auslöst? Klar, dafür aber gibt es die Zeitver­zö­gerung: So könnt ihr zum einen einstellen, dass die Aktionen mit einer festge­legten Verzö­gerung auslösen soll, umgekehrt lässt sich auch eine Zeitver­zö­gerung für den Alarm festlegen, sodass ihr nach Betreten der Wohnung eine festge­legte Zeit habt, in der ihr den Modus wechseln könnt, bevor der Alarm losschlägt. Unschön, aber theore­tisch fixbar: Die Alarm­ver­zö­gerung funktio­niert aktuell nur, wenn sich das System im „Außer Haus“-Modus befindet. 

Wie angesprochen könnt ihr mit dem Button aber auch eure Steck­dosen ein- und ausschalten, was ebenfalls über eine der Regeln möglich ist. Hierbei könnt ihr wahlweise eine oder mehrere Steck­dosen ansprechen, ist eigentlich recht simpel. Ein kurzer Klick würde zum Beispiel die ausge­wählten Steck­dosen einschalten, ein längerer Klick würde sie wiederum ausschalten. Funktio­niert ohne Probleme und (ohne aktivierte Zeitver­zö­gerung des Buttons) auch ohne eine zu lange Zeitdif­ferenz – geht schneller und teilweise auch zuver­läs­siger, als mit meinen „alten“ Funksteck­dosen, deren Funksignal auch schonmal gestört waren und die ein oder andere Steckdose vergessen hatten. 

Hardware gut. Software … nunja

Sowohl Steckdose, als auch der Funktaster funktio­nieren aus Hardware­sicht ohne Probleme und gefallen mir sehr gut. Hier gibt es aber viele Sensoren, die ähnliche Arbeit verrichten und die Hardware ist nur selten das Problem. Vielmehr zeigt sich auch bei diesen beiden Sensoren, dass das Problemkind nahezu aller „Smart Home“-Hersteller die Software ist – wie ich auch schon im Bericht zur Gigaset Camera bemerkt habe. Viele Ideen, wenig zu Ende gedacht. Ich habe oben bewusst ein paar Punkte ausge­lassen, die ich als deutlich verbes­se­rungs­würdig halte. Da man diese aber mit kommenden App- und Firmware-Updates aber korri­gieren könnte, fasse ich diese mal hier stich­punkt­artig zusammen und streiche oder ergänze die entspre­chenden Punkte, sollten sie mal nachge­reicht werden. 

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  • Steckdose: Auf kurz oder lang werden hier einige Steck­dosen zu finden sein. Möchte man nun alle Steck­dosen mit dem Smart­phone einschalten, kann dies bei zehn oder mehr Steck­dosen nervig sein. Wieso kein Schalter „Alle“?
  • Steckdose: Was wünschenswert wäre, wäre eine Möglichkeit, nicht nur sämtliche Steck­dosen in der App aufzu­listen, sondern diese auch in Gruppen (zum Beispiel „Wohnzimmer“, „Küche“ und so weiter) zusam­men­fassen zu können. So ließen sie sich nicht nur einzeln oder (siehe Punkt oben) alle aufeinmal ein- und ausschalten, sondern eben auch per Gruppe. In der App wäre dann eine Reihen­folge „Alle → Gruppen → Einzel­steck­dosen“ wünschenswert.
  • Steckdose: Nicht unprak­tisch wäre die Möglichkeit, Steck­dosen mit einem Alarm verknüpfen zu können – oder eben eine Regel „Wenn Alarm“ erstellen zu können. So könnte man bei Alarm auch gleich die volle Bude hell beleuchten. 
  • Steckdose: Fährt man in Urlaub, kann man die Steck­dosen natürlich automa­tisch Ein- und Ausschalten lassen, um so Anwesenheit vorzu­täu­schen. Doof nur, dass derartige Technik natürlich bekannt ist und auch schnell durch­schaut werden kann – denn immerhin schalten sich die Steck­dosen zur gleichen Zeit ein und aus. Ideal wäre hier eine Option, die Zeitspanne des Einschalten zufällig um 15 (oder eine andere Zahl) Minuten nach vorne oder hinten verschieben zu können, wie auch das Ausschalten. Zufall ftw.
  • Button: Gute Sache, dass man mit dem Button den Alarm­modus nun auch, ohne das Smart­phone heraus­kamen zu müssen, deakti­vieren kann – in Kombi­nation mit der Zeitver­zö­gerung des Buttons und des Alarms. Aller­dings gibt es wie gesagt nur die vier angespro­chenen Aktionen. Heult nun die Sirene los, könnten Unbefugte einfach mal am Button herum­drücken und den Alarm so abschalten (sofern sie a) die richtige Aktion treffen und b) überhaupt wissen, wozu der Button ist). Etwas doof – daher würde ich mir eine Möglichkeit wünschen, selbst Aktions­aus­löser festzu­legen. Quasi wie eine Art Morsecode: Dreimal kurz, einmal lang, oder so ähnlich. Würde die Möglich­keiten auch erhöhen.
  • Button: Schön wäre auch eine Art „Umkehr­funktion“ gewesen. So könnte man quasi den einfachen Druck auf den Taster mit zwei unter­schied­lichen Funktionen belegen. Druck 1 schaltet alle Steck­dosen ein, ein nochma­liger Druck schaltet alle Steck­dosen wieder aus. Würde die verfüg­baren Aktionen pro Button erhöhen, wenn man schon nicht den oberen Punkt „Morsecode“ umsetzen möchte.

Fazit zum Plug und Button

Zusam­men­fassung des ganzen? Die Steck­dosen gefallen mir besonders gut, da die Abmes­sungen sehr kompakt ausge­fallen sind. Beide Zusatz­geräte für das Elements-System lassen sich sehr einfach einrichten und sind im Betrieb so unpro­ble­ma­tisch, wie auch der Rest des Systems (sieht man von meinen anfäng­lichen Problemen mit der Gigaset Camera einmal ab, hier merkt man eben, dass diese nicht von Gigaset selbst entwi­ckelt wurde). Zumindest in meiner Wohnung absolut zuver­lässig, gilt eben auch für die Steckdose und den Funktaster. An letzterem ist eben besonders praktisch, dass man den Alarm nun schnell ein- und ausschalten kann, ohne immer zuvor an das Smart­phone denken zu müssen. 

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So gut die Sache im Einfachen aber auch funktio­niert, so zeigt sich aber eben auch hier wieder, dass die die Hersteller vor allem in Sachen Software das so genannte „Smart Home“ leider nicht „smart“ genug machen und ihre durchaus inter­es­santen Ansätze nicht komplett zu Ende denken. So gibt es eben die oben genannten Punkte, die mir persönlich aufge­fallen sind. Das aber sind Dinge, die Gigaset mit simplen App-Updates nachschieben könnte und dann gäbe es eigentlich nicht mehr viel an beiden Elements-Gerät­schaften und deren Funktion auszu­setzen. Bleibt zu hoffen, dass man sich zukünftig mehr Mühe gibt, denn das ganze System bietet viel Potential für Verbes­se­rungen (wie auch die Systeme anderer Hersteller wohlge­merkt, das zieht sich quer durchs „Smart Home“). 

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Der Funktaster fällt mit 35 Euro noch günstiger aus, als die Steck­dosen, die mit einem Straßen­preis von etwa 45 Euro zu Buche schlagen. Macht bei mir ein stolzes Sümchen, wenn man bedenkt, dass ich 9 Funksteck­dosen im Einsatz habe – sämtliche Dekolampe und andere LED-Strips hängen eigentlich daran. Dennoch würde ich den Wechsel wohl wagen, denn mit den angespro­chenen Software-Updates ließe sich einiges auf inter­es­santer Art und Weise verknüpfen und vergleichbare Steck­dosen (nicht die „Old-School“-Funksteckdosen) befinden sich preislich ebenfalls in dieser Größen­ordnung. Empfehlung? Meiner­seits gibt es trotz den erwähnten Software-Optimie­rungs­punkten den Daumen nach oben.