Neato Botvac D5 Connected im Test: Staubsaugerroboter mit intelligenter Routenplanung

Marcel Am 29.10.2017 veröffentlicht Lesezeit etwa 14:29 Minuten

Mit Saugrobotern ist es irgendwie ein wenig wie mit Spülmaschinen: Hatte man niemals eine, vermisst man es nur bedingt. Hat man jedoch eine, so möchte man sie nicht mehr missen. Seit etwas mehr als zwei Jahren dreht hier ein Vorwerk VR200 seine täglichen Runden und zu einem der wichtigsten technischen Gerätschaften mutiert. Zuletzt konnte ich mir mit dem ECOVACS Deebot M81Pro einen vergleichsweise günstigen Vertreter seine Zunft anschauen: Solider Saugroboter, aber eben nicht mehr. Nun folgt mit dem Neato Botvac D5 Connected eine weitere elektrische Haushaltshilfe, der preislich in einer anderen etwas Liga spielt, dafür aber auch mehr verspricht: 360 Grad-Laser, Reinigungsfläche von bis zu 420m², WiFi- und App-Anbindung und sogar eine Unterstützung für Amazon Alexa, Google Home und IFTTT ist an Bord. Ob der Mehrpreis auch wirklich einen Mehrpreis liefert, konnte ich in den letzten Wochen herausfinden.

Ein Blick in die Verpackung

Wirft man einen Blick in die Verpackung, wird man nicht großartig enttäuscht – aber auch nicht wirklich überrascht. Während ECOVACS seinem M81Pro zum Beispiel ein Set Ersatz-Seitenbürsten mitliefert, beschränkt sich Neato auf das notwendigste. Sprich neben dem Sauger und der Ladestation findet ihr in der Verpackung noch eine Kombi- und Seitenbürste, einen zwei Ultra-Leistungsfilter, ein Reinigungswerkzeug und einen vier Meter langen Magnetstreifen, der sich beliebig kürzen lässt und quasi als Barriere für den Staubsaugerroboter herhalten kann. Wie gesagt: Das Grundpaket für den ersten Start und kein allzu großer Kritikpunkt – aber ein Set Ersatzteile ist halt immer nett, immerhin reden wir von Haushalt-Gadgets von mehreren hundert Euro.

Der Neato Botvac D5 Connected

Beim Blick auf den Neato Botvac wird man unweigerlich an den Vorwerk VR200 erinnert, denn auch die Botvac-Modelle kommen nicht in der sonst eher üblichen runden Variante, sondern in D-Form daher. Die Gemeinsamkeiten sind natürlich nicht zufällig: Neato Robotics stellte Vorwerk sein Grundmodell zur Verfügung (ich glaube der Botvac D85 war es), dass das Wuppertaler Unternehmen noch an diversen Punkten optimiert hat (dass Vorwerk Neato inzwischen komplett übernommen hat, lasse ich an dieser Stelle aus). Aber sei es drum, inzwischen sind über zwei Jahre vergangen und auch Neato hat seine Botvac-Linie an einigen Stellschrauben optimiert, daher belassen wir es einmal auf den kleinen spaßigen Hinweis und kümmern und nun wieder um den Botvac D5 Connected.

Dieser kommt mit einem mattschwarzen Kunststoffgehäuse daher, dieses ist wertig verarbeitet. Keine scharfen Kanten, keine ungewollten Spaßmaße, nichts klappert. Aber ehrlich: Bei einem Gerät von etwas über 500 Euro darf man es auch sicherlich erwarten. Mit seinen Abmessungen von etwa 33,6 x 31,9 x 10 Zentimeter dürfte er vom Volumen her nicht sonderlich größer ausfallen als andere Modelle, lediglich die Höhe von zehn Zentimetern fällt um ein, zwei Zentimeter aus dem Rahmen. Dies kann aber Fluch und Segen zugleich sein, denn so muss man keine Sorge haben, dass der Sauger auch unter Kommode X fährt und sich dort im eventuell vorhandenen Kabelsalat verheddert.

Auf der Oberseite findet sich recht prominent der BotVision getaufte, rotierende Laser, mit dem der Neato-Sauger seine Umgebung scannt und entsprechend seine Route plant. An der Front findet sich ein Stoßdämpfer mit Drucksensor, während die Rückseite mit den Abluftöffnungen und den Ladekontakten ausgestattet wurde. Außerdem finden sich auf der Oberseite Start-Taste, sowie LEDs zur visuellen Anzeige des Akkustandes und vorliegenden Informationen – diesem müssen dann aber über die App in Erfahrung gebracht werden, denn ein Display sucht man vergeblich. Auch ein kleiner Tragegriff aus Metall findet sich auf der Oberseite und natürlich die übliche Abdeckung für den Staubbehälter.

Der Staubbehälter fasst etwa 0,7 Liter und ist damit ausreichend groß, dass der Sauger auch mal ein paar Tage ohne Leerung durch die Wohnung fahren kann – natürlich je nach Schmutz- und Staubaufkommen. Der Staubbehälter lässt sich leicht entnehmen und einlegen, zum Entleeren muss der vorderseitig angebrachte Filter entfernt werden. Schade: Auch hier gibt es keine Absaugöffnung für Allergiker, um den Behälter durch ansetzen des üblichen Haushaltstaubsaugers leeren zu können. Dies hat meines Wissens nach nur der Vorwerk VR200.

Bei den Filtern bietet Neato drei unterschiedliche Modelle an: Standardfilter, Hochleistungsfilter und Ultra-Hochleistungsfilter. Diese unterscheiden sich darin, wie feine Partikel aufgefangen werden können. Von Haus aus wird der Botvac D5 Connected mit dem Ultra-Hochleistungsfilter ausgestattet, dieser fängt Kleinstpartikel bis hinunter zu 0,3 Mikrometer ab. Ich persönlich habe in der Vergangenheit meinen Vorwerk-Sauger immer mit dem Standardfilter genutzt, was sich natürlich auch im Preis niederschlägt. Für Allergiker ist die Wahl des Filters aber nicht ganz unwichtig.

Die Haupt- und Seitenbürste sind logischerweise an der Unterseite angebracht. Bei der etwa 27,5 cm breiten Hauptbürste handelt es sich um eine Kombibürste, die für den Betrieb auf unterschiedlichen Bodenflächen geeignet ist und auf jedem Bodenbelag zu einem guten Ergebnis führt. Die Seitenbürste ist oberhalb der Hauptbürste angebracht und für mein Empfinden ein wenig zu kurz geraten. Beides führt dazu, dass der Botvac D5 mit der Bürste nicht zu 100% in Ecken kommt. Allerdings wird dieser Umstand durch die direkt am Seitenrand anliegende Hauptbürste ausgeglichen.

Die Ladestation ist ebenfalls mattschwarz gehalten und vergleichsweise kompakt. Vor allem die Rückseite ist durchdachter als bei einigen anderen Herstellern, denn neben einer Kabelführung für „überstehendes“ Kabel gibt es an beiden Seiten Aussparungen, sodass man nicht gezwungen ist, das Kabel links von der Ladestation abführen zu müssen, wenn die Steckdose aber eigentlich rechts ist. Aufgestellt werden sollte sie mit einem seitlichen Abstand von 30-50 Zentimeter anderen Objekten – meiner Erfahrung nach tun es aber auch schon 15 Zentimeter, denn durch die intelligente Navigation schiebt der Sauger sie nicht durch die Gegend, sondern dockt vorsichtig an.

Die Einrichtung des D5 Connected

Der Botvac D5 Connected besitzt keine Fernbedienung, aus diesem Grunde wird man fast dazu gezwungen, die App zu nutzen. Natürlich lässt sich der Reinigungsvorgang auch über den Start-Button starten, pausieren und abbrechen – dann aber verpasst man vielerlei zusätzliche Möglichkeiten. Also: Smartphone raus und die App installiert, die für iOS und Android zu haben ist. Auch hier gilt wieder: Keine App-Nutzung ohne Account. Nachvollziehbar, um auch unterwegs Push-Benachrichtigungen erhalten zu können. Verwunderlich, dass niemand auf die Idee einer Account-losen Kopplung von Gerät und Saugroboter kommt. Ist aber ein anderes Thema.

Neato Robotics
Preis: Kostenlos
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Hat man sich dann einmal durch die wenigen Schritte zur Account-Erstellung (lediglich E-Mail-Adresse und Passwort werden abgefragt) getippt, kann es auch schon an die Einrichtung des Saugroboters gehen. Das entsprechende Robotermodell auswählen, den Kopplungsmodus aktivieren, den Sauger mit dem heimischen WiFi verbinden, einen Namen vergeben und schon ist die Einrichtung abgeschlossen. Ist schnell gemacht, vor allem auch, weil Neato die ganze Prozedur Schritt für Schritt durchgeht und neben Texterklärungen auch kurze Erklärbär-Videos eingebunden hat. Vorbildlich.

Die App ist zwar ein wenig Comic-artig, aber dennoch sehr ansehnlich und vor allem übersichtlich. Die Startseite beherbergt neben einer aktuellen Status-Info und Update-Hinweise auch den Akkustand mit Restlauf- oder Restladeanzeige auch einen Button zum starten, pausieren und abbrechen des Ladevorgangs. Die Reinigungsoptionen fallen recht spärlich aus, hier habt ihr die Wahl zwischen einem Haus- und Spot-Modus. Ersterer ist der reguläre „Saug alles“-Modus für die gesamte Wohnung, während der Spotmodus eine Fläche von etwa 2×2 Metern reinigt – falls ihr mal Katzenstreu oder ähnliches verschüttet habt. Sauger absetzen, Spotreinigung starten, warten, fertig.

So ein Saugroboter ist natürlich unter anderem dazu gedacht, euch Arbeit abzunehmen – auch wenn ihr nicht zuhause seid. Daher schon fast obligatorisch: Ihr könnt in der App verschiedene Zeitplanungen festlegen. Hierbei könnt ihr für jeden Wochentag eine andere Startzeit festlegen und bei Bedarf sind auch mehrere Reinigungsvorgänge möglich. Ebenfalls an Bord: Eine Statistik über die Reinigungszeit in Stunden und die gereinigte Fläche und einer Erinnerungsfunktion, den Staubbehälter regelmäßig zu leeren beziehungsweise die Bürsten auszutauschen. In welchen Abständen, könnt ihr ebenfalls in der App festlegen.

Lasset die Reinigung beginnen

Dann wollen wir den Saugroboter einmal freilassen. Sobald der Botvac D5 mit der Reinigung beauftragt wurde, scannt dieser mit seinem BotVision-Laser zunächst den Raum und teilt diesen in jeweils 304 x 457 Zentimeter große Segmente auf. Im Anschluss daran beginnt er zunächst mit der Reinigung der Kanten und nimmt auch diese Informationen in seine Planung auf – erst danach beginnt er mit der Reinigung der eigentlichen Fläche. Und genau hier unterscheiden sich die hochpreisigen Saugroboter von den günstigeren Modellen wie den zuvor getestet DEEBOT M81Pro: Statt wild durch die Räume zu fahren und bei einem Hindernis schlicht die Richtung zu ändern, navigiert der Botvac D5 intelligent durch den Raum und fährt nach und nach (mit etwas erhöhter Geschwindigkeit) seine Bahnen ab. Einer der großen und entscheidenden Vorteile der Laser-Saugroboter.

Die Planung kann dennoch unter Umständen etwas wirr erscheinen. Denn gerade bei größeren Räumen (aber nicht nur) kann es vorkommen, dass der Sauger die Reinigung von Raum A bei der Hälfte beendet und zunächst zu Raum B übergeht. Aufgrund der Kartierung kehrt er jedoch während des Reinigungsvorgangs nochmal zurück in Raum A um die ausgelassene Fläche zu reinigen. Also nicht wundern, wenn euch die Fahrt ein wenig unlogisch erscheint. Weiterer Vorteil der BotVision-Navigation: Werden während der Reinigung Gegenstände verschoben, erfasst der Laser dies und nimmt Änderungen an der Kartierung vor, sodass er dennoch die Räume komplett reinigen kann und vor allem auch den Weg zurück zur Ladestation findet. Dennoch funktionieren Saugroboter natürlich am besten, wenn man diese in Ruhe lässt und während eines Reinigungszyklus nichts verändert.

Bei seiner Fahrt durch die Wohnung registriert der Neato Objekte und Hindernisse, in der Regel auch frühzeitig, sodass ein Kontakt vermieden wird. Dennoch kann es immer wieder mal vorkommen, dass er gelegentlich gegen Wände oder Objekte fährt. Da sich in der Front keine weiteren Sensoren befinden, kann der Neato nur seinen Laserturm als „Auge“ nutzen. Entsprechend werden Hindernisse, die weit unter der „Augenhöhe“ liegen, nicht zu 100% erkannt. Auch die Lichtmenge in dem Raum sowie die Farbe und Textur eines Objekts wirken sich auf den Roboter aus, da sein Navigationslaser unterschiedlich von verschiedenen Oberflächen (beispielsweise Spiegel und glänzende Objekte) reflektiert wird. Diese nicht korrekt erkannten Objekte werden aber spätestens vom Drucksensor in der Front erkannt und anschließend kartiert und umfahren.

Tipp und Zusatzbemerkung: Wer Angst um seine Vasen hat, der kann in der App auch die Option „Extra Care (Schon-Reinigung)“ aktivieren. Damit hält der Neato einen vergrößerten Abstand zu Objekten und vermeidet enge Bereiche, damit er sich nicht verkanten kann – beispielsweise Stuhlbeine. Die größere Pufferzone bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch, dass gewisse Stellen eben nicht gesaugt werden.

Sollte sich der Neato einmal festgefahren haben, merkt er dies in der Regel von selbst und arbeitet „nach hinten“, versucht sich also selbst zu befreien, was zwar etwas Zeit in Anspruch nimmt, in den allermeisten Fällen auch funktioniert. Etwa 420 Quadratmeter kann der Botvac D5 mit einer Akkuladung reinigen. Sollte ihm aber während der Reinigung einmal der Saft ausgehen, kehrt er zwischenzeitlich zur Ladestation zurück, wartet dort bis sich genügend Strom im Akku befindet und kehrt dann wieder zu jenem Punkt zurück, an dem er die Reinigung unterbrochen hat. Funktioniert zuverlässig – wie auch die Fahrt zur Ladestation bei Unterbrechung oder Beendigung der Reinigung.

Bereiche, in oder auf denen der Neato nicht reinigen soll, lassen sich mithilfe des beiliegenden Metallstreifens (aka „Hindernismarkerstreifen“) markieren oder abtrennen. Der Neato erkennt diese Streifen durch Sensoren an der vorderen Unterseite meidet den Bereich. Können ganze Räume sein oder auch einzelne Bereiche in einem Raum – zum Beispiel unter oder vor dem Hochflorteppich im Wohnzimmer oder vor zerbrechlichen oder niedrigen Objekten. Solltet ihr in eurer Wohnung Schwellen oder Schwingstühle haben: Kein Problem, der Neato D5 kommt über Hindernisse mit einer maximalen Höhe von knapp zwei Zentimetern – auch wenn es dabei ordentlich rumpeln kann. Treppen und andere Abgründe? Kein Problem – diese werden von den Sturzsensoren zuverlässig erkannt und vermieden.

Teppiche mit mittellangem oder kurzem Flor oder Quasten machen wie auch dickere Stromkabel nur selten Probleme. Kabelgewusel mit dünnen Kabeln und hochflorige und mit langen Quasten ausgestatteten Teppichen sollten allerdings entweder beseitigt oder aber durch die Hindernismarker ausgegrenzt werden. Anderenfalls können sich diese in der rotierenden Hauptbürste oder der Seitenbürste verfangen und der Sauger bricht seine Reinigung mit einer Fehlermeldung ab. Auch wenn die Navigation noch so intelligent ist: Eine Wohnung muss zunächst einmal „Saugroboter sicher“ gemacht werden, wozu jene Punkte gehören. Neato hat diesbezüglich ein sehr nettes Video veröffentlicht, dass sich vor allem Neubesitzer eines Saugroboters zu Herzen nehmen sollten:

Fazit zur Reinigung? Tadellos. Die 60qm-Wohnung mit einigen Hindernissen und Fallstricken reinigt der Botvac D5 in rund 50 Minuten, sowohl die Laminat- als auch die Teppichflächen sind nachher zuverlässig gereinigt. Durch die D-Form, der weit vorne platzierten Bürste in Kombination mit der Seitenbürste und der Saugleistung von 45 Watt wurde die gesamte Wohnung zur vollsten Zufriedenheit gereinigt. Einziger kleiner Mangel: Der Saugroboter ist vergleichsweise laut, rund 71 dB bringt er auf die Ohren. Lässt sich für eine gewisse Zeit aushalten, zumal er meistens seine Tour fährt, wenn wir unterwegs sind. Trotzdem wäre ein Eco-Modus (wie ihn der Botvac Connected und D7 Connected bietet) sehr, sehr angenehm. Eine reine Marketingentscheidung, diese beim D5-Modell zu streichen. ¯\_(ツ)_/¯

Wartung ist auch mal notwendig

So ein Saugroboter kann einem ungeliebte Arbeit abnehmen, dennoch benötigt ihr regelmäßig ein wenig Zuwendung. Reinigung und Wartung. So muss je nach Schmutzaufkommen der Staubbehälter nach zwei, drei (oder ganz vorsichtig auch vier oder fünf) Reinigungsvorgängen geleert werden. Auch die HEPA-Filter sollten regelmäßig gereinigt werden, indem sie mit dem Handsauger abgesaugt werden – eine Reinigung des Filters mit Wasser und Seife wird nicht empfohlen. Da die Hauptbürste ein entscheidender Punkt für eine gute Reinigungsleistung darstellt, sollte auch diese immer wieder mal unter anderem mit der beiliegenden Reinigungsbürste auf Vordermann gebracht werden, denn vor allem Haare wickeln sich gerne mal um die Bürste oder des Kugellagers auf.

Ist aber alles recht zügig gemacht und ehrlicherweise halte ich eine Reinigung alle drei bis vier Wochen durchaus als akzeptabel – offiziell aber sollte es natürlich häufiger geschehen. Nach gewisser Zeit sollten die Bürste und der Filter dann aber auch mal ausgetauscht werden, Neato empfiehlt einen Wechsel der Bürste alle sechs und einen Wechsel des Filters alle 1-2 Monate. Kommt natürlich immer auf die Häufigkeit des Saugens und die Menge des Schmutzes an, meiner Erfahrung nach kann man die Abstände aber guten Gewissens erhöhen. Vor allem bei der Bürste sieht man es ganz gut, wenn sie abgenutzt ist – mein Vorwerk-Sauger bekommt jährlich eine neue Bürste spendiert.

Alexa, Google Assistant und IFTTT

Für Spielkinder wie ich es bin hält Neato aber noch ein paar smarte Schmankerl bereit, denn die Sauger der Connected-Reihe lassen sich auch mit Amazon Alexa, einem Facebook-Chatbot und neuerdings auch dem Google Assistant steuern und besitzen eine IFTTT-Anbindung. Bezüglich Alexa reicht es schon aus, den dazugehörigen Skill zu aktivieren und diesen mit seinem Neato-Account zu verknüpfen. Direkt im Anschluss könnt ihr mit einem knappen „Alexa, sage Neato zu reinigen“ die Wohnungsreinigung starten – dauert keine 5 Sekunden. Neben dem Start-Kommando gibt es eine Hand voll weiterer Befehle, die zwar durch das „sage Neato zu…“ etwas merkwürdig klingen, aber gut funktionieren:

  • Alexa, sage Neato zu reinigen.
  • Alexa, sage Neato zu stoppen.
  • Alexa, sage Neato zu pausieren.
  • Alexa, sage Neato fortzufahren.
  • Alexa, sage Neato Wie voll ist mein Roboter
  • Alexa, frage Neato nach dem Batteriestand
  • Alexa, sage Neato meinen Roboter zu finden (nur mit dem Botvac D5)
Neato
Neato
Entwickler: Neato Robotics
Preis: Kostenlos

Die Zusammenarbeit mit dem Facebook Chatbot und Google Assistant konnte ich zwar nicht ausprobieren, dafür aber die erwähnte IFTTT-Anbindung dank des offiziellen Neato-Kanals. Als Aktionen stehen euch hier Start, Pause, Fortfahren, Abbruch und Andocken zur Verfügung. Auf diese Weise lässt sich enorm viel herumspielen, beispielsweise kann der Saugvorgang automatisch gestartet werden, wenn ihr einen bestimmten Bereich verlasst oder beendet werden, wenn ihr nach Hause kommt. Sehr toll ist natürlich, wenn ihr ein Smart Home-System verwendet, welches ebenfalls mit IFTTT agieren kann, denn dann sind nochmal mehr Möglichkeiten offen. Beispielsweise aktiviere ich nun beim Verlassen der Wohnung mit einer Szene die Alarmanlage und lasse den Sauger los. IFTTT finde ich fast schon toller als die Anbindung an Sprachassistenten.

Unterschiede zum Botvac D3 und D7

An dieser Stelle einmal ein kurzer Blick über den Tellerrand, genauer gesagt auf die weiteren Modelle der Connected-Reihe – genauer gesagt den D3 und D7. Grundsätzlich sind die Modelle allesamt identisch, besitzen aber ein paar grundlegende Unterschiede, vor allem Softwareseitig. Allein gemein ist die Form, die Laser-Navigation, die SponFlow-Reinigung, die Anbindung an Alexa, IFTTT und den Google Assistant und die App-Steuerung. Der Connected D3 stellt das Einsteigergerät der Reihe dar und kommt ohne Seitenbürste (wichtig!) daher und kennt auch keine Hindernismarker. Darüber hinaus besitzt er mit rund 170 m² die kleinste Reinigungsfläche pro Akkuladung.

Der Connected D7 stellt das High-End-Gerät der Neato-Sauger dar: 465 m2 pro Ladezyklus, eine Hardware-Fernbedienung, 2-Spot-Reinigung (jeder Bereich wird zweimal abgefahren) und als großes Highlight den Floor Planer. Hierbei zeichnet der Sauger ebenfalls per Laser eure Räume auf und ermöglicht auf diese Weise ein interessantes Steuern der Reinigung. Beispielsweise könnt ihr euren Sauger morgens nur in der Küche fahren lassen und Mittags im Wohnzimmer – oder auch bestimmte Bereiche in einem Raum als No-Go-Area markieren, quasi virtuelle Hindernismarker.

Ob es einem der jeweilige Mehrpreis (UVP: D3 499,99 € – D5 649,99 € – D7 899,99 €) wert ist, muss man für sich entscheiden. Der Floor Planer ist eine nette und praktische Spielerei, allerdings dürfte es sich hierbei um eine reine (künstliche) Software-Beschränkung handeln. Ist zumindest für mich, unsere Wohnung und den Tagesablauf nicht ganz so wichtig, viel relevanter finde ich die fehlende Seitenbürste des D3. So bietet der Connected D5 meiner Meinung nach das beste Paket aus Preis und Leistung der Reihe.

Fazit: Ohne Vergleich fast keine Kritik

Nachdem der Neato Botvac D5 Connected hier einige Wochen seine Runden gedreht hat, gibt es eigentlich nicht viel, was man kritisieren könnte: Die Verarbeitung ist (wie eigentlich auch nicht anders erwartet) super, es sind alle wichtigen Funktionen inklusive Spielereien wie Alexa und IFTTT an Board und vor allem die Reinigungsleistung lässt sowohl auf Hartböden, als auch auf Teppichen nichts zu Wünschen übrig. Lediglich die Lautstärke und damit verbunden den fehlenden Eco-Modus kann man als Kritikpunkte herannehmen – allerdings für Leute, die den ganzen Tag nur zuhause sind (und vielleicht dort arbeiten) eine Sache, die beachtet werden sollte. Bei mir fährt der Saugroboter grundsätzlich in Abwesenheit, daher rücken die Punkte etwas in den Hintergrund.

Klar: es gibt günstigere Modelle, der DEEBOT M81Pro ist rund 200 Euro günstiger. Aber: Die D-Form und die Lasernavigation sind goldwert. Kein stupides „Drive and Bump“, sondern ein systematisches Abfahren der Flächen. Führt zu einem insgesamt besseren Reinigungsergebnis (da keine Flächen ausgelassen werden) und dazu, dass der Roboter mit Hindernissen und Problemen besser zurechtkommt. Auch die Reinigungszeit beträgt nur einen Bruchteil, da keine Flächen doppelt gesaugt werden. Der Aufpreis ist es in meinen Augen immer wert.

Ich bin bekennender Fan des VR200 von Vorwerk, den ich auch nach dem Test als den komplettesten Saugroboter werten würde. Der VR200 besitzt allerdings Ultraschall-Sensoren in der Front und erkennt dadurch auch niedrigere Objekte zuverlässiger, des Weiteren besitzt auch der Laserturm einen Bumper, es gibt eine Kletterhilfe und die Position der Seitenbürste empfinde ich in einigen Situationen als vorteilhafter. Dass er sich ohne Einschränkungen ohne App und Account nutzen lässt: Kommt drauf an was ihr wollt, ich persönlich finde die Smart Home- und noch mehr die IFTTT-Verknüpfung der Neato Connected-Serie ebenfalls als großen Vorteil.

Dafür ist der VR200 aber (je nach Preislage des D5) um 200-250 Euro teurer und es stellt sich die Frage, ob die Punkte diesen Aufpreis wert sind. Meiner Meinung nach nur minimal und wohl auch nur dann, wenn man keinen direkten Vergleich hat. Denn aufgrund der vorhandenen (Reinigungs-)Leistung gehört der Botvac D5 Connected ohne große Zweifel zu den besten Saugrobotern auf dem Markt. Trotzdem muss man sich immer bewusst sein: Ein Saugroboter ersetzt keine manuelle Reinigung mit dem Staubsauger, auch wenn dieser inzwischen immer seltener zum Einsatz kommt. Je nach räumlichen Begebenheiten reicht es aus, den Handstaubsauger nur noch alle 1-2 Wochen aus dem Schrank zu holen.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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