Yeedi Vac Hybrid im Test: Was leistet der Budget-Saugroboter?

Marcel Am 27.02.2022 veröffentlicht Lesezeit etwa 12:23 Minuten

Ein Haushalt-Gadget, welches ich nicht mehr missen möchte? Saugroboter. Vor einigen Jahren noch eher speziell, konnten sie in den letzten 1-2 Jahren in vielen Haushalten einnisten. Für mich – wenn man es einmal gewohnt ist – so unabdingbar wie Waschmaschine und Spülmaschine. Man wird halt mit der Zeit faul. Mein derzeitiger Favorit ist der Deebot T8 AIVI aus dem Hause Ecovacs, auch wenn ich die Absaugstation des Nachfolgers T9+ in der Testzeit zu schätzen gelernt hatte. Aber: Frisch auf den Markt geworfene Flaggschiffe liegen nicht selten bei einer UVP von 800 Euro aufwärts und selbst bei der Vorjahresserie lässt man noch 400-500 Euro von seinem Konto abbuchen. Aber nicht jeder kann oder möchte diese Beträge für Technik frei machen und so finden sich inzwischen auch duzende Budget-Saugroboter auf den gängigen Verkaufsplattformen.

Ein Hersteller, der diesen Markt besetzt hat, ist Yeedi. Chinesische Marke, die mal nicht in irgendeiner Form mit Xiaomi verbandelt ist, sondern ein Tochter-Unternehmen von ECOVACS darstellt. Und an dieser Stelle schonmal die Warnung: Der Name wird noch häufiger fallen, denn sowohl bei der Hardware als auch bei der Software ist diese Beziehung unverkennbar. Das aktuellste Budget-Modell aus dem Hause Yeedi hört auf den Namen Vac Hybrid und liegt in einer Preisklasse um 250 Euro – je nachdem, wo man gerade ein Angebot findet. Also rund ein Viertel des Preises aktueller Flaggschiffe ohne Absaugstation. Dennoch sollen die Käufer nicht mit einer schlechteren Saugleistung und Nutzererfahrung leben müssen, vielmehr verspricht der Vac Hybrid dennoch eine automatische Teppicherkennung, Kartenerstellung, Wischfunktion und mehr. Ob er wirklich überzeugen kann?

Design: Bekannt und doch neu

Ich hatte euch ja bereits vorgewarnt und da ist auch schon die erste Erwähnung, denn auf den ersten Blick kann man den Vac Hybrid mit einem der Deebot-Modelle des Mutterunternehmen verwechseln. In Sachen Form und Farbgebung ist man jedenfalls sehr klassisch unterwegs, auffälligste Designabweichung dürfte der fehlende Laserturm auf der Oberseite des Saugroboters darstellen. Richtig: Der Yeedi Vac Hybrid verzichtet auf Lidar und setzt auf eine rein optische Navigation, was entsprechende Nachteile mit sich bringt, dazu aber später mehr. Ein Vorteil wiederum ist die geringere Höhe von rund acht Zentimetern, wodurch der Saugroboter in vielen Fällen einiges tiefer unter Möbeln wie Betten und Schränken kommt – da können die fehlenden 1-2 cm schon einiges ausmachen. Beim Durchmesser wiederum unterscheidet sich der Sauger mit seinen knapp 35 Zentimetern nicht sonderlich von anderen Modellen auf dem Markt.

An der Oberseite direkt zugänglich gibt es nur einen Start-Stopp-Button, der Rest ist unter der großflächigen Klappe verborgen. Unter dieser finden sich ein Ein- und Ausschalter, ein Reset-Taster sowie QR-Code zur schnellen Einrichtung, ein Reinigungswerkzeug und der Staubbehälter. Hier ist man wirklich identisch zu Deebot-Saugern unterwegs. Der Staubbehälter kann mittels Hebel schnell und unkompliziert entnommen und zum Mülleimer getragen werden, per Klickmechanismus springt die Klappe mit HEPA-Filter dann auf und lässt Staub und Schmutz in den Eimer herausfallen. Einfach und halbwegs sauber, aber nur bedingt bis gar nicht allergiefreundlich. Das Fassungsvermögen von 400ml des Staubbehälters würden einige als zu gering bezeichnen, für uns ist dieser aber bei täglicher Reinigung für eine Woche ausreichend. Der Staubbehälter dürfte inzwischen aber schon zu den größeren Versionen zählen, da neuere Modelle oftmals ein geringeres Volumen haben, um die Absaugstationen zu pushen – ist aber ein anderes Thema.

Die Unterseite gibt ein identisches Bild ab, auch hier ist die identische Plattform zwischen Yeedi und ECOVACS nicht zu verkennen. Es gibt eine Hauptbürste mit Gummilamellen und Fasern, gummierte Räder mit Steighilfe, verschiedene Sensoren zur Erkennung von Treppenstufen und Teppichen und eine Seitenbürste. Ja, eine Seitenbürste. Kleiner Spoiler: Ich war skeptisch, was die fehlende Seitenbürste betraf, aber zumindest auf Hartböden macht diese einen geringeren Unterschied, als man vielleicht vermuten würde. Ansonsten finden sich natürlich auch die gewohnten Bumper an der Vorderseite des Gerätes und verschiedene Sensoren an den Seiten. Ebenfalls an Bord ist ein Wassertank, welcher mit einem Mehrwegwischtusch ausgestattet werden kann, womit der Saugroboter auch als Wischroboter genutzt werden könnte. Noch ein Spoiler: Vergesst es.

Die Ladestation ist unspektakulär, was aber fast schon positiv gemeint ist. Mit einer Breite von etwa zehn Zentimetern fällt sie recht klein aus und dank Kabelaufwicklung hat man kein unnötiges Kabelgewirr um sie herumliegen. Da die Ladestation aus Kunststoff gefertigt ist, führt die geringe Größe natürlich auch zu einem geringen Gewicht, was wiederum zur Folge hat, dass sie sich bei kleinster Berührung verschieben kann. Hier hilft aber ein kleiner Streifen doppelseitiges Klebeband oder eine Anti-Rutsch-Unterlage weiter. Ansonsten kann man festhalten, dass die Verarbeitung des Roboters und der Ladestation eigentlich nicht viel Potential fürs Meckern besitzt – es wackelt und klappert nichts. Auch zu große Spaltmaße oder scharfe Kanten sucht man vergeblich, was in dieser Preisklasse nicht ganz selbstverständlich ist. Zumindest hier hat Yeedi, abgesehen von den technischen Abweichungen, nicht wirklich Einsparungen an der Qualität vorgenommen.

Einrichtung & Einblick in die App

Wie üblich hat auch Yeedi eine eigene App zur EInrichtung und Nutzung des Saugers im App Store für iOS und für Android. Und ebenso wie inzwischen fast üblich bedarf es auch hier die Einrichtung eines kostenlosen Accounts, wobei man diesen auch völlig unproblematisch per App löschen kann. Für einige eine Randnotiz, für mich aber das mindeste und insbesondere bei chinesischen Herstellern gar nicht so häufig gesehen. Ansonsten nochmal der Hinweis auf die Zusammengehörigkeit von Yeedi und ECOVACS, denn auch wenn die App optisch anders gestaltet ist, so sind der Aufbau und die Elemente an sich nahezu identisch. In dem Falle aber gar nicht negativ, denn auch wenn die Gestaltung etwas verspielter anmutet, gefällt sie mir stellenweise sogar besser als die Oberflächen von ECOVACS, die sich ja je nach verwendetem Robotermodell unterscheiden können.

‎yeedi
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Preis: Kostenlos
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Die Einrichtung des Saugers ist, wie bereits von ECOVACS gewohnt, schnell und einfach erledigt: Den vorhandenen Sauger in der App auswählen, den QR-Code  unter dem Deckel scannen, das heimische WLAN auswählen und das dazugehörige Passwort eingeben, fertig. Dauert keine zwei Minuten, auch weil die App Schritt für Schritt durch die einzelnen Todos leitet. Nach der initialen Einrichtung möchte der Yeedi Vac Hybrid dann seine ersten Runden durch eure Wohnung drehen. Hierbei solltet ihr darauf achten, dass keine Türen geschlossen sind oder andere Hindernisse auf dem Boden herumstehen, denn mit der ersten Reinigungsfahrt erstellt der Roboter eine Karte. Positiv überrascht war ich, dass die Kartenerstellung auch ohne Laserturm recht gut funktioniert: Zwar weist sie weniger Details auf, als ihre Pendants mit LIDAR-Navigation, ist aber doch recht stimmig.

Das System versucht Räume bereits automatisch einzuteilen, was nicht immer korrekt funktioniert. Aber: Kann natürlich korrigiert werden, sodass ihr Räume nach eurem Gutdünken zusammenführen, teilen und aus einem fixen Namenskatalog benennen könnt. Auch können virtuelle Grenzen und Sperrzonen, die vom Sauger nicht überfahren werden, erstellt werden – wahlweise auch nur fürs Saugen oder Wischen. Teppiche werden zuverlässig automatisch erkannt und beim Wischen ausgelassen, sollte dies aber mal nicht der Fall sein oder bestimmte Bereiche nicht feucht gewischt werden, müsst ihr diese Bereiche manuell ausgrenzen. Wobei man dies nicht machen muss, denn wie bereits erwähnt, taugt die Wischfunktion – positiv ausgedrückt – nicht viel. Aber natürlich müssen diese Grenzen nicht zwingend aufs Wischen bezogen werden, je nach Wohnung gibt es ja sicherlich auch noch andere Bereiche, für die eine Sperrung empfehlenswert wären, zum Beispiel wenn sich Kabel nicht „robotersicher“ verstecken lassen.

Ansonsten besitzt die App alle Features, die man von einer solchen erwartet. Primär könnt ihr natürlich den Sauger auf die Reise schicken und den Reinigungsvorgang vorzeitig beenden. Soll nicht die ganze Karte gereinigt werden, könnt ihr auch einzelne Räume auswählen oder manuell einen bestimmten Bereich festlegen – letzteres habe ich inzwischen zu schätzen gelernt, da in akuten Fällen nur eine bestimmte Fläche gesaugt werden kann. Nützlich empfinde ich auch die Reinigungssequenz, mit der ihr festlegen könnt, in welcher Reihenfolge die Räume durchgesagt werden – die festgelegte Reihenfolge gilt auch dann, wenn nur bestimmte Räume manuell zur Reinigung ausgewählt werden. Ansonsten gibt es das übliche: Reinigungspläne und Ruhezeiten, kleinere Einstellungen zur Reinigung (auch je Raum), eine Übersicht über den Zustand der Bürsten und des Filters und einen Reinigungsverlauf. Wenig Spielereien, aber alles dabei, was man benötigt.

Der Yeedi Vac Hybrid on Tour

Navigation: Eingangs bereits erwähnt und mit Blick auf den Vac Hybrid bereits ersichtlich, navigiert der Saugroboter nicht per LIDAR durch eure Wohnung, sondern setzt auf eine optische Navigation mit Hilfe der nach oben gerichteten Kamera. Zuerst einmal das positive: Die Raumerkennung funktioniert dank zusätzlicher optischer Sensoren, Gyrosensor um dem vSLAM-Algorithmus (Visual Simultaneous Localization And Mapping) ganz zuverlässig – vorausgesetzt, ihr habt einmal eine vollständige Karte eurer Räumlichkeit erstellen lassen. Nach anfänglicher Skepsis scheint der Roboter aber mit der Zeit dazu zu lernen, denn nach drei bis vier Runden wurde die Navigation deutlich besser. Wände und große Hindernisse, die von der Kamera erfasst werden (also etwas über Kniehöhe) werden zuverlässig erkannt und abgefahren, hier merkte ich nach den ersten Reinigungsvorgängen kaum einen Unterschied zu der LIDAR-gestützten Navigation.

Trotzdem bringt die optische Navigation aber natürlich Nachteile mit sich. Bei Dachschrägen könnt ihr direkt ein anderes Modell in Augenschein nehmen und auch in dunklen Räumen fällt die Navigationsqualität signifikant ab – idealerweise sollte der Sauger nur in halbwegs ausgeleuchteten Räumen auf Reinigungsreise gehen. Auch bricht der Sauger gerne mal den Vorgang ab, wenn ihr den Roboter, zum Beispiel weil er sich festgefahren hat, hochnehmt und wieder absetzt. Mal machte er anschließend einfach mit der Reinigung weiter und beendete sie wie vorgesehen, mal verweigerte er den Dienst, weil er sich nicht mehr zurechtgefunden hat. Und das passiert gerne mal, denn flache Gegenstände wie Kabel, Socken, Schnürsenkel und anderes Zeugs, was so auf dem Boden liegen kann, werden nicht als Hindernisse erkannt. Auch mit engeren und verwinkelten Ecken hat der Yeedi Vac Hybrid so seine Probleme, was ihm aber gerne auch erst dann auffällt, wenn er nicht mehr herauskommt.

Zu guter Letzt macht der Roboter ausgiebig Nutzen des Frontbumpers: Während hochpreisigere Modelle Hinternisse dank Frontkameras oder anderen Sensoren deutlich früher erkennen, bemerkt der Vac Hybrid diese erst, wenn der Frontbumper einen Kontakt meldet. Nicht mit Vollspeed und vorsichtig genug, um nichts zu beschädigen, aber Kontakt ist Kontakt und je nach Häufigkeit ist das Geräusch nerviger als die eigentliche Lautstärke des Motors. Die Navigationsleistung würde ich nun nicht als Totalausfall bewerten, dafür fährt er unter den gegebenen technischen Bedingungen dann doch zu gut. Aber man muss ehrlich sein: Ein Saugroboter mit LIDAR-Turm ist beim Thema Navigation in fast allen Punkten spürbar überlegen: Sie fahren strukturierter, erkennen große und vor allem auch kleinere Hindernisse deutlich besser und finden sich deutlich besser in engeren und verwinkelteren Räumen zurecht.

Saugleistung: Bei der Navigation musste man aufgrund der verwendeten Technik Abstriche machen, bei der Saugleistung sieht es aber anders aus – diese ist überraschend gut. Die Saugleistung ist mit laut Hersteller 2.500 Pa auf einem hohen Niveau. Zum Vergleich: Der Deebot T8 AIVI brachte es auf 1.500 Pa, der aktuellere T9+ auf 3.000 Pa, der Vorwerk VR300 kommt auf rund 2.000 Pa. Kritisch gesehen habe ich zunächst nur ein der Einzahl vorhandene Seitenbürste, was aber zumindest auf Hartböden kaum Nachteile mit sich bringt. Dadurch, dass Wände und große Hindernisse rechtsseitig abgefahren werden, entstehen hierbei schonmal keine Nachteile und als Ausgleich für die fehlende linke Seitenbürste scheinen mir die Bahnen des Vac Hybrid leicht schmaler gehalten zu sein. Natürlich zieht er im Standardmodus nicht mit den vollen 2.500 Pa, aber auch in diesem Modus ist die Reinigungsleistung ist zufriedenstellend und der Sauger verhältnismäßig leise.

Das Prädikat zufriedenstellend kann man auch für die Saugleistung auf Teppichen ausstellen, sofern die Teppiche nicht zu lang sind – mit solchen haben bekanntlich nahezu alle Saugroboter so ihre Probleme. Sobald der Yeedi Vac Hybrid einen Teppich erkennt (was zuverlässig funktionierte), wird die Saugkraft auf das Maximum erhöht. Bei regelmäßiger Reinigung der Räume und Teppiche müssen sich die Ergebnisse des Low-Budget-Saugroboters nicht verstecken, können aber auch nur bedingt mit einem Handsauger mithalten – angesichts der Kraftunterschiede aber auch Äpfel mit Birnen verglichen. Problematisch wird es aber, wenn zum Beispiel Haare bereits ein, zwei Tage in den Teppich hineingelaufen wurden, da bräuchte der Sauger schon zwei oder drei Reinigungen um fast alles zu beseitigen. Aber auch mein Deebot T8 AIVI braucht dann schonmal zwei Fahrten.

Wischfunktion: Die Wischfunktion spare ich an dieser Stelle mal aus, denn ein Wischen ist es nicht wirklich. Vielmehr wird das aufsteckbare Wischtuch einfach nur ohne Bewegung hintergezogen. Das würde maximal als Staubwischen bezeichnen, irgendwelche Flecken bekommt man auf diese Weise nicht weg. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wieso man eine derartige Funktion überhaupt noch in Saugroboter integriert, denn das ist weder effektiv, noch hygienisch. Wirklich hilfreich wird eine Wischfunktion erst mit vibrierender Bodenplatte, wie sie ECOVACS mit dem Ozmo Pro im Portfolio hat. Angesichts des Preises ist das praktische nicht-vorhandensein einer Wischfunktion aber ok.

Akkulaufzeit: Der integrierte Akku des Vac Hybrid misst rund 5.200 mAh, für die der Hersteller Yeedi eine Laufzeit von rund 110 Minuten auf niedrigster Stufe auslobt. Für die heimischen Quadratmeter ist die Kapazität ausreichend, bei mehreren Läufen hintereinander brachte es der Sauger auf rund 85 Quadratmeter – aber auf Standardstufe und ohne Wischfunktion. Auch hier zeigt sich, dass die LIDAR-Navigation die effizientere Technik ist: Der Deebot T9+ bringt ebenfalls 5.200 mAh mit, kommt aber auf eine deutlich größere Fläche, weil die Flächen ein spürbar intelligenter abgefahren werden. Wer aber den Sauger während Abwesenheit saugen lässt, der wird sich daran weniger stören, denn natürlich fährt der Vac Hybrid automatisch zur Ladestation zurück und setzt nach dem Aufladen wieder dort an, wo er die Reinigung unterbrochen hat. Für eine vollständige Akkuladung benötigt der Sauger etwa fünf bis sechs Stunden.

Reinigung und Wartung: Natürlich kann euch ein Saugroboter viel lästige Arbeit abnehmen, er ist aber nicht wartungsfrei. Je nachdem, wie viel Schmutz bei euch anfällt und wie häufig ihr den Sauger auf die Arbeit schickt, müsst ihr den Staubbehälter regelmäßig wechseln. In unserem Falle etwa alle 5-7 Tage, einiger werden aber sicher mit kürzeren Intervallen besser beraten sein. Denn: Je voller der Behälter, umso schwächer die Saugleistung. Auch die Bürste sollte regelmäßig gereinigt werden, zumindest das Entfernen von Haaren und längeren Fäden sollte alle ein bis zwei Wochen erledigt werden; mit dem beiliegenden Werkzeug aber flott gemacht. Einmal im Monat reinige ich die Bürste intensiver, wobei eine feine Kammbürste für Haustiere gute Dienste leistet. Zu guter Letzt wollen Teile wie Filter, Seitenbürsten und auch die Hauptbürste regelmäßig ausgetauscht werden – die App weist euch nach den empfohlenen Betriebsstunden darauf hin. Auch hier kann ich nur empfehlen, euch die Teile vor dem Austausch anzuschauen, denn oftmals kann man sie deutlich länger nutzen, vor allem die Bürsten.

tl;dr und Fazit

Mit Blick auf die Hardware ist unverkennbar, dass der Yeedi Vac Hybrid in vielerlei Hinsicht vom Mutterkonzern ECOVACS profitiert – vor allem natürlich bei der Verarbeitung, die insgesamt absolut in Ordnung ist. Auch in Sachen Saugleistung auf Hartböden und Teppichen zeigt der Vac Hybrid keine großen Schwäche und das, obwohl der Saugroboter lediglich eine linksseitig platzierte Seitenbürste besitzt. Mit einer Reinigungszeit von 110 Minuten auf niedrigster Stufe dürfte der Sauger auch viele Haushalte in einem Durchgang erledigen können. Die Wischfunktion ignoriere ich hier einmal komplett, da die verwendete Technik des „hinterherziehenden Tuches“ so wirksam ist, als sei sie gar nicht erst an Bord. Die App für iOS und Android lief in meinen Tests ohne Fehler und ist optisch an die ECOVACS-App angelehnt, aber ein wenig verspielter – einiges finde ich in der Yeedi-App sogar besser gelöst, letztlich aber eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Kann man den Yeedi Vac Hybrid also bedingungslos empfehlen? Mitnichten. Ja, der Preis von um 250 Euro (regulärer Preis liegt bei 299 Euro, wobei es immer irgendwo Angebote gibt) ist durchaus interessant. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass man dafür auf die überlegende Laser-Navigation verzichten muss, denn der Vac Hybrid kommt nur mit einer optischen Navigation per Kamera daher. Bei einfachen Grundrissen kaum ein Problem, sobald es aber durch räumliche Begebenheiten oder Möbeln verwinkelter wird, macht sich der Vorteil der Laser-Navigation spürbar bemerkbar. Auch bei der Erkennung von Hindernissen agieren die LIDAR-Sauger um ein Vielfaches souveräner, der Yeedi Vac Hybrid macht zwar nichts kaputt, ist aber grober unterwegs und macht für die Erkennung von Hindernissen rege Gebrauch von dem frontseitig angebrachten Bumper.

Eigentlich wäre der Saugroboter angesichts des Preises ein idealer Einstieg für Saugroboter-Neulinge. Man muss sich aber im Klaren sein: Kommt der Yeedi Vac Hybrid nicht in den Räumlichkeiten zurecht, liegt das nicht an „den Saugrobotern“ per se, sondern an der Wahl. Und wer neu einsteigt, bekommt unter Umständen schnell den falschen Eindruck des Marktes und schiebt schnell alle Modelle in die gleiche Schublade. Andererseits habe ich schon schlechtere Modelle gesehen, aber wer einmal LIDAR kennt, wird so schnell nicht mehr auf einfachere Navigationstechniken zurück wollen. Solltet ihr den Sauger in einer Preisstufe von 200 bis 250 Euro sehen: Ja, kann man mal versuchen – oder als Zweitsauger für eine andere Etage. Für die reguläre UVP von 299 Euro finden sich aber bessere Alternativen auf dem Markt, auch mit Lasernavigation. Es muss nicht immer das aktuellste Modell sein, ältere Flagschiffe der üblichen Hersteller im Reigen der Sauroboter sind nach 1-2 Jahren ebenfalls in Preisklassen von 300 bis 400 Euro angesiedelt. Wohl für viele die bessere Wahl.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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