ECOVACS DEEBOT OZMO T8 AIVI im Test: Mit künstlicher Intelligenz an die Spitze der Hybrid-Saugroboter

Marcel Am 10.10.2020 veröffentlicht Lesezeit etwa 22:25 Minuten

Fast genau sechs Jahre ist es her, dass mit dem Vorwerk VR200 erstmalig ein Saugroboter ohne körperliche Aktivität den Wohnung von Staub und Schmutz gereinigt hat. Inzwischen hat sich auf dem Markt so einiges getan, sowohl was die Technik betrifft, als auch die Auswahl. Viele Hersteller sind inzwischen in die Produktion eingestiegen und werfen in regelmäßigen Abständen neue Modelle auf dem Markt. Technisch revolutionäre Weiterentwicklungen sucht man seit den Laser-Distanz-Sensoren (Lidar) vergeblich, im Gegensatz zu anderen Gadgets entwickeln sich Saugroboter eher punktuell weiter. Verbesserungen ja, aber eben in kleineren Schritten. Ein naheliegender Schritt: Die Kombination von Saug- und Wischroboter. Klar, wo gesaugt wurde, möchte nicht selten natürlich auch noch gewischt werden. Derlei Modelle hat zum Beispiel der Hersteller ECOVACS Robotics im Angebot, dessen derzeitiges Spitzenmodell der DEEBOT OZMO T8 AIVI darstellt.

Auf dem Papier schlägt sich der OZMO T8 AIVI super: Einen leistungsstarken Saugmotor mit automatischer Teppicherkennung, eine lange Akkulaufzeit, verbesserte Lasernavigation, eine 2x schnellere Hindernisserkennung, sowie das Saugen und Nasswischen in einem Arbeitsdurchgang. Darüber hinaus gibt es natürlich weitere Softwarespielereien wie die Nutzung als Überwachungskamera, erweiterte Kartierungsmöglichkeiten mit mehreren Etagen und eine Sprachsteuerung via Alexa oder Google Assistant. Vor drei Jahren konnte mich der DEEBOT M81Pro mich der damalige Midprice-Saugroboter mit Wischfunktion noch nicht so wirklich abholen, die Technik war noch nicht so weit und hier und da haperte es an der Software. Wie sehr sich ECOVACS weiterentwickelt hat und ob der OZMO T8 AIVI die gebotenen Versprechen halten kann, konnte ich in den letzten Wochen herausfinden.

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Ausgepackt und angeschaut

Beginnen wir doch einmal mit dem Lieferumfang, denn dieser hat mich bereits überrascht. Natürlich wäre hier der Roboter mitsamt Ladestation und entsprechendes Netzkabel zu nennen, dazu weiteres notwendiges Zubehör wie die Hauptbürste, zwei Seitenbürsten, Staubauffangbehälter, sowie der fürs Nasswischen notwendige Wassertank samt Wischaufsatz. Bei den meisten Herstellern wäre bei dieser Aufzählung auch schon Schluss, ECOVACS legt seinem OZMO T8 AIVI aber noch zusätzliches Zubehör bei. Hierzu zählt ein Reinigungskamm zum Säubern der Hauptbürste, eine Abdeckung für die Kamera und 20 Einwegwischtücher. Damit aber noch nicht genug, denn Seitenbürsten, Mikrofasertuch und HEPA-Filter liegen in doppelter Ausführung bei, sodass ihr bereits für den ersten Wechsel gewappnet seid. Für den Lieferumfang gibt es schonmal einen Daumen nach oben.

Der T8 AIVI unterscheidet sich in seinem Aussehen auf den ersten Blick nicht sonderlich von seinen Vorgängern oder anderen Modellen. Zum Einsatz kommt die kreisförmige Form, die fast durchgängig von allen Herstellern und Modellen genutzt wird – einzige mir bekannte Ausnahme sind die Saugroboter von Vorwerk und Neato. Passt augenscheinlich wenig zu eher Ecken von Möbeln und Räumen im Allgemeinen, allerdings macht der OZMO dies durch ausreichende Saugkraft und zwei Seitenbürsten ganz gut wett. Der Durchmesser misst rund 35,3 Zentimeter, die Höhe liegt mit 9,3 Zentimetern (inklusive Laserturm) im Rahmen der typischen Höhe eines Saugroboters – da tun sich aktuelle Modelle nicht viel. Die (zum Glück) matt-schwarze Oberfläche macht optisch zwar schon etwas her, allerdings sieht man bereits nach zwei Tagen Staub recht deutlich.

Unter der großflächigen Wartungsklappe findet man den Staubbehälter, das besagte Reinigungswerkzeug, sowie Powerschalter, eine kleinen Resetbutton und eine Info-LED. Powerschalter und Resetknopf werden für die Einrichtung des Saugroboters benötigt, die LED zeigt beispielsweise den Verbindungsstatus zum heimischen WiFi-Netzwerk an – der Powerbutton an der Oberseite des Roboters dient lediglich zum Starten und Beenden eines Reinigungsvorgangs. Auf der Unterseite des Roboters findet man prominent die aus Borsten und Gummilamellen  Quelle: smarthomeassistent.debestehende Kombibürste, zwei Seitenbürsten und Fallsensoren. Die Gummi-Räder besitzen eine Steighilfe, mit der der Sauger Hindernisse von bis zu zwei Zentimetern Höhe überwinden kann. Die Hauptbürste ist eher schmal gehalten und fast zentral untergebracht, was jedoch durch die längeren Seitenbürsten ausgeglichen wird.

Die vordere Hälfte des Saugers ist mit einem Bumper versehen, in denen wiederum die inzwischen üblichen Infrarotsensoren untergebracht sind. Diese werden von einer zentral platzierten 720p-Kamera unterstützt, die die Orientierung im Raum verbessern und Hindernisse klarer erkennen soll. Ist sicherlich nicht jedem gefällig, wer bedenken hat, der kann auch den beiliegenden Aufkleber auf das Kamera-Fenster kleben – muss im Gegenzug aber auf die AIVI-Navigation verzichten. Zu guter Letzt beherbergt das Heck des Roboters den (optional zu nutzenden) Wassertank, der sich über einen Klickmechanismus nach herausziehen lässt, ansonsten aber fest im Sattel sitzt. Mitgeliefert werden wie erwähnt zwei verschiedene Tanks, zu denen ich aber später nochmal gesondert kommen werde.

Der Staubbehälter fasst 430 ml und ist damit vergleichbar zu anderen Modellen – das Volumen wird sicherlich für ein paar Tage der Reinigung ausreichend sein. Die Entnahme und spätere Einsetzen ist ohne Frickelei möglich, gleich gilt auch für die Entleerung: Über einen roten Hebel kann der Deckel geöffnet und der Inhalt einfach über dem Mülleimer entleert werden. Wirklich Allergiefreundlich ist das zwar noch nicht, aber schon um längen besser als das, was ich in der Vergangenheit gesehen habe. Damit der Dreck nicht schon bei Herausnahme des Behälters oder beim Transport zum Mülleimer herausfällt, ist an der Saugöfnnung eine Rückschlagklappe angebracht, die eben genau dies verhindert. Der HEPA-Filter wiederum wird einfach nur in die Klappe eingesetzt, insgesamt eher zweckmäßig.

Die Ladestation fällt mit etwa 17 x 9 x 5 cm sehr kompakt aus, auch wenn die Breite natürlich irgendwo egal ist – immerhin muss der Sauger vor dieser parken können, sodass die geringere Breite letztlich kein wirklicher Pluspunkt ist. Diesen wiederum gibt es für die rückseitige Kabelführung, mit der sich überschüssige Kabellänge aufrollen lässt. Allerdings zwei Kritikpunkte: Zum einen ist die Ladestation leider mit einer schwarzen Hochglanzoberfläche versehen, die Staub noch mehr anzieht, als es die matt-schwarze Lackierung des Saugers selbst tut. Außerdem fehlt der Ladestation eine (optionale) Wasserschutzunterlage, auf der man den Sauger nach dem Reinigungsvorgang mit Wassertank und Wischtuch noch einige Zeit stehen lassen könnte. Muss man also bei Bedarf selbst kreativ werden.

Die erste Einrichtung

Bereits nach dem Auspacken könnte man den Saugroboter bereits über die Powertaste an der Oberseite starten. Allerdings ist das ganze natürlich weniger smart und so muss man sich zunächst die mobile App für iOS und Android aufs Smartphone laden. Kleiner Kritikpunkt, den ich aber inzwischen gefühlt bei fast jedem Gadget anbringe. Ohne Account, keine Nutzung – da macht auch ECOVACS keine Ausnahme und so muss man sich zunächst per Mail und Passwort registrieren. Für die Bedienung aus der Ferne sicherlich notwendig (auch wenn es Alternativen gäbe), sollte meiner Meinung nach aber immer optional sein. Glücklicherweise lässt sich direkt in der App der Account auch wieder löschen, was bei Herstellern außerhalb der EU manchmal ein wirklicher Krampf ist. Soviel einmal dazu.

Die erste Einrichtung ist dann aber simpel: Einen neuen Roboter hinzufügen, das gewünschte Modell auswählen oder den unter der Wartungsklappe aufgebrachten QR-Code mit der Smartphone-Kamera abfotografieren, das heimische WLAN mitsamt des Passworts eingeben, fertig. Dauert keine zwei Minuten und könnte einfacher nicht sein. Hierbei ist lediglich zu beachten, dass sich der OZMO T8 AIVI lediglich auf 2,4 GHz-Netzwerke, nicht aber auf 5 GHz-Funk versteht. Prinzipiell unkritisch, wer aber (ob sinnvoll oder nicht) ein reines 5 GHz-Netzwerk eingerichtet hat, der muss umdenken.

Nach der ersten Einrichtung kann es dann auch schon losgehen mit der Einrichtung 2.0. Denn wie es inzwischen zum guten Ton gehört, benötigt natürlich auch der OZMO T8 eine Karte eurer Wohnung um euch wirklich alle smarten Funktionen anbieten und beispielsweise einzelne Räume gezielt reinigen zu können. Dies wird praktischerweise direkt mit der ersten automatischen Reinigung gemacht, bei der ihr darauf achten solltet, dass alle Türen geöffnet sind und keine Gegenstände herumliegen oder den Weg blockieren. Nur so könnt ihr sicherstellen, dass wirklich die gesamte Wohnfläche ordnungsgemäß kartographieren wird. Im Anschluss könnt ihr  die Fläche nach Zimmern einteilen, wobei die App euch hierzu bereits einen Vorschlag bietet und ihr nur noch kleinere Korrekturen vornehmen müsst.

Die Namenswahl ist auf die Vorgaben von ECOVACS begrenzt, eigene Bezeichnungen sind nicht vorgesehen – etwas blöd, dass Bezeichnungen wie „Flur“ oder „Diele“ fehlen. Neben der Aufteilung eurer Wohnung lassen sich auch Bereiche festlegen, die vom Sauger generell (wie zum Beispiel hochfloorige Teppiche) oder nur beim Wischen ignoriert werden sollen. Hierbei sei angemerkt: Teppiche werden in der Karte bereits zuverlässig als schraffierte Fläche angezeigt und beim feuchten Durchwischen auch ohne euer Zutun ausgelassen. Darüber hinaus ist es möglich, Karten für verschiedene Etagen zu erstellen; dies erfordert dennoch, dass der Sauger immer von der Ladestation starten muss. Also entweder wandert die Ladestation immer von Etage zu Etage oder ihr erwerbt eine zweite Station.

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Der Saugroboter in der Praxis

Roboter ist eingerichtet, die erste Karte ist erstellt und Zuordnungen gemacht – dann kann auch schon der wirkliche Spaß losgehen. Ich habe den Praxisteil der Einfachheit halber in vier Unterthemen gegliedert – auch wenn natürlich alles irgendwo ineinander spielt. Wer nicht so viel lesen möchte: Wohnungstypische Hindernisse wie Wände, Türen und Möbel erkennt der OZMO T8 AIVI zuverlässig und auch der Mehrwert der Kamera und AIVI-Technologie ist andeutungsweise zu erkennen. Kleine und dünne Gegenstände wie herumliegende Socken werden besser erkannt als es zum Beispiel beim Vorwerk VR300 der Fall ist – ein Festfahren an diesen wird aber nicht grundsätzlich ausgemerzt. Die Saugleistung ist absolut in Ordnung und das bei einer wirklich angenehmer Lautstärke. Lediglich die Wischfunktion bleibt auch im Ende 2020 ein Gimmick, auf das ich beim aktuellen Entwicklungsstand noch verzichten könnte.

Navigation und Hindernisse

Früher waren Saugroboter noch recht dumm und fuhren durch den Raum, bis diese an ein Hindernis gestoßen sind, haben dann nach dem Zufallsprinzip eine andere Richtung eingeschlagen und so weiter und so fort. Funktionierte zwar irgendwie, allerdings benötigte dies viel Zeit und auch dann war nicht sichergestellt, dass wirklich alle Flächen gereinigt wurden. Anders hingegen moderne Saugroboter wie der OZMO T8, die mittels Laserdistanzsensor eine virtuelle Karte des Raumes erstellen, dann die Kanten entlangfahren und sich anschließend systematisch Bahn für Bahn um die Mitte kümmern. Hieran gibt es eigentlich nichts zu bemängeln: Einerseits hält der Sauger ausreichend Abstand um beispielsweise Fußleisten nicht zu verkratzen, gleichzeitig fährt er aber nah genug heran, damit die Seitenbürsten jeden Schmutz erreichen können.

Typische Hindernisse wie Schränke, Stühle oder andere Möbel werden zuverlässig erkannt. Hier zeigt sich bereits der Vorteil der Kamera, die als Herzstück der AIVI-Technologie dient. Bisher war der Vorwerk VR300 für mich diesbezüglich der Meister seiner Klasse, denn während andere Sauger Hindernisse zwar nur sanft, aber immerhin doch anfuhren, stoppte dieser dank der Infrarotsensoren in der Front minimal vor Hindernissen. Der OZMO agiert hierbei aber nochmals einen Tick präziser und sanfter, da gibt es absolut nichts zu bemängeln. Zumindest gilt dies dann, wenn der Raum noch halbwegs beleuchtet ist. Denn im Dunkeln erkennt er das ein oder andere Möbelstück erst dann, wenn der Bumper sanft eine Bewegung registriert; wobei die Navigation insgesamt weiterhin sehr gut ist.

Kommen wir aber nochmal auf die AIVI-Technik zu sprechen – ausgeschrieben „Artificial Intelligence and Visual Interpretation“. Klingt sehr technisch, ist es auch – letztlich aber ganz einfach erklärt: Mithilfe der Kamera scannt der Saugroboter auf dem Boden liegende Hindernisse und gleicht diese mit einer Datenbank ab. Auf diese Weise erhält er eine Info darüber, um welche Art von Hindernis des sich handelt (zum Beispiel Schuhe, Socken, Ladekabel oder anderes Gedöns) und kann diese bei der Reinigung gezielt umfahren. Nett hierbei: Der Roboter „merkt“ sich, wo diese Hindernisse angetroffen wurden, markiert diese anschließend auf der Reinigungskarte und bietet euch an, beim nächsten Reinigungsgang an diesen Stellen eine besonders gründliche Reinigung durchzuführen.

Funktioniert AIVI? Ja und nein. Während Schuhe ziemlich zuverlässig erkannt werden, fällt die Erfolgsquote bei Socken schon etwas ab und bei Kabeln ist es fast schon eine Art Glücksspiel. Damit sei aber nicht gesagt, dass AIVI keinen Mehrwert bringt, denn tatsächlich ist das Gegenteil der Fall und auch ECOVACS selbst spricht nur davon, dass das Risiko des Festfahrens um 60 Prozent verringert wurde. Während andere Sauger einfach über Stock und Stein Socke und Kabel fuhren und sich so festgefahren haben, besteht beim OZMO T8 eine nicht geringe Wahrscheinlichkeit, dass die Objekte umfahren werden. Wird sicherlich spannend zu sehen, wie sich das System weiterentwickelt, denn laut ECOVACS soll AIVI regelmäßig aktualisiert und somit stetig intelligenter werden.

Was bleibt sonst noch zum Thema Navigation zu sagen? Hindernisse wie höhere Türschwellen, Gestänge von Schwingstühlen und ähnliches können überfahren beziehungsweise erklommen werden, sofern diese auf 90 Grad gesehen nicht höher als zwei Zentimeter sind. Dennoch hat auch der T8 AIVI sein Kryptonit: Hochflorteppiche. Oder wie ich sie nenne: Der Endgegner aller Sauger (egal ob Handsauger oder Saugroboter) mit rotierenden Bürsten. In diesem Falle bleibt euch tatsächlich nur die die Chance, solche Teppiche in der virtuellen Karte als „No-Go-Zone“ festzulegen. Zumindest solange, bis ECOVACS eine Funktion integriert, die Rotation der Hauptbürste und der Seitenbürsten in bestimmten Bereichen zu stoppen – sofern dann die Kraft des Saugers ausreicht, über diese hinüber zu fahren.

Saugleistung auf Hartböden und Teppich

Ehrlich: Staub und Haare von einer freien Fläche auf Hartböden wie Laminat, Fliesen oder Parkett zu entfernen ist kein Kunststück, das bekommt man auch mit deiner Direktabsaugung ohne Bürsten hin. Da gibt sich auch der T8 AIVI keine Blöße. Ein größeres Kunststück ist schon die Reinigung aller Ränder, Ecken und Teppiche. Und zumindest bei Rändern gibt es hierbei auch nicht viel zu beanstanden, da der Sauger wie schon erwähnt nah genug (und vor allem auch gerade) Sockelleisten und Möbel abfährt, um herumfliegende Krümel, Flusen und anderen unerwünschten Teilchen entfernen zu können. Hierbei konnte ich auf der Standard-Saugstufe kein liegenbleiben oder herausfallen beobachten; auch bei schwereren Teilen wie kleinen Steinen, Katzenstreu oder – in meinem Falle – Linsen.

Etwas anders sieht dies schon bei Ecken aus, die von runden Saugrobotern schon bauartbedingt problematisch sind. In der Theorie ist die Reichweite der beiden Seitenbürsten so, dass diese mit dem Gehäuse des Roboters ein Rechteck bilden. Praktisch aber schafft es auch der OZMO T8 nicht konstant, wirklich alles in den Ecken zu erreichen, da er einen kleinen Tick zu früh abdreht. Dennoch reinigt er im Vergleich zu meinem VR300 auch hier etwas besser, wenngleich die Videos die Wirklichkeit natürlich ein wenig verfälschen, da die Menge an Linsen natürlich bei beiden Modellen durch die Seitenbürsten in alle Richtungen fliegen und es zumeist diese sind, die dann letztlich liegenbleiben. Außerdem reinigt ein Saugroboter idealerweise täglich, sodass sich weniger Schmutz in die Ecken setzt.

Auf Teppichen wiederum muss sich der OZMO T8 dann doch dem Vorwerk-Modell geschlagen geben. Insgesamt ist die Reinigung auch auf normalen Teppichen für Saugroboter sehr gut, auch weil diese zuverlässig erkannt werden, woraufhin die Saugleistung automatisch erhöht wird. Krümel und Co. kann der OZMO zuverlässig aufsaugen, da gibt er sich auch auf Teppichen keine Blöße. Liegen allerdings zu viele Haare herum, sich noch dazu in den Teppich „eingelaufen“ wurden, schafft es der OZMO nicht, sämtliche Haare zu beseitigen. Wie man auf dem Vorher-Nachher-Bild sehen kann, ist dies aber Jammern auf einem hohen Niveau, denn insgesamt ist die Leistung in Ordnung. Der Vorwerk ist hier aber ein My gründlicher, was aber an der wohl stärkeren Motorleistung liegt.

Was mich wirklich positiv überrascht hat, ist die Lautstärke des Saugers. Auf der Standardsaugstufe erreicht er etwa 62-63 dB, mit den deutlich stärkeren Max-Stufen (die unter anderem bei erkannten Teppichen automatisch zum Einsatz kommt) bringt er es auf 68-70 dB. Auf maximaler Stufe ist dies im direkten Vergleich zum VR300 rein zahlenmäßig gar kein so großer Unterschied, dennoch empfand ich den OZMO T8 AIVI als deutlich leiser. Liegt vor allem an der Art des Geräusches, denn der Ozmo brummt mit einem eher tieferen Geräusch konstant vor sich hin, während der VR300 schon deutlich hochfrequenter seine Arbeit verrichtet. Entsprechend ist der OZMO vor allem auf der Standardstufe, aber auch mit mehr Saugleistung, ein gutes Stück angenehmer zu ertragen – auch im Arbeitszimmer.

Wischen: Hey or ney?

An einer Wischfunktion haben sich schon so einige Hersteller versucht, bis vor ein oder zwei Jahren war dies aber maximal ein Punkt auf der theoretischen Habenseite, denn wirklich effektiv war der hinterhergezogene Lappen nicht. Dies ändert sich auch bei Nutzung der Standard-Wischplatte (jene mit dem blauen Mikrofasertuch) mit dem T8 AIVI nicht, die ebenfalls ohne jeglichen Druck am Heck montiert hinterhergezogen wird. Reicht vielleicht für den ein oder anderen aufliegenden Staub, das war es aber auch schon. Eine deutlich bessere Figur liefert jedoch die zweite Wischplatte die dem Lieferumfang beiliegt und von ECOVACS „OZMO Pro“ getauft wurde. Hierbei handelt es sich um eine elektrisch gesteuerte Wischplatte, die hartnäckigeren Verschmutzungen mit etwa 480 Vibrationen pro Minute zu Leibe rückt, was aber entsprechend mit einer höheren Lautstärke einhergeht.

Mit einer händischen Reinigung kann der Roboter zwar auch weiterhin nicht mithalten, das Ergebnis ist aber besser als vieles, was andere Modelle so erzielen. Wirklich großflächige und Verschmutzungen (wie auf dem Bild) kann zwar auch der OZMO Pro nicht beseitigen, kleinere oberflächlichere Flecken wie Wasserflecken lässt er jedoch verschwinden. Je nach Grad der Verschmutzung (und dem zu beschreibendem Bodenbelag) lässt sich der Wasserdurchlauf verringern oder erhöhen. Darüber hinaus steht euch neben dem Standard-Modus „Schnellschrubben“ auch der Modus „Tiefenschrubben“ zur Verfügung; in diesem fährt der Roboter keine „S“-Bahnen durch den Raum, sondern fährt vom Rand quer durch den Raum und wieder zurück, befährt also jede Strecke zweimal. Einen deutlichen Mehrwert bei der Effektivität konnte ich hierbei aber nicht eindeutig beobachten.

Klingt also gar nicht so negativ, aus zweierlei Gründen in der Praxis aber doch eher ein Gimmick. Da wäre zunächst die Tatsache, dass man sich entweder für oder gegen die Nutzung der Wischplatte entscheiden muss. Zumindest der OZMO Pro wird nach Montage erkannt, sodass automatisch der Wischmodus aktiviert wird. Und in diesem werden Teppiche und als „Nicht Wischen“ gekennzeichnete Bereiche zuverlässig ausgelassen. Der zweite Punkt betrifft die Tatsache, dass die Platte mitsamt des feuchten Tuches immer auf dem Boden aufliegt. Soll der Roboter nun in Abwesenheit wischen und man kommt erst Stunden später von der Arbeit heim, liegt das feuchte Tuch also unter Umständen mehrere Stunden auf dem Untergrund, was insbesondere für sensiblere Bodenbeläge wie Laminat, Parkett oder Kork auf Dauer nicht gerade gesund ist.

Der letztgenannte Punkt lässt sich lösen, indem man eine Unterlage für die Ladestation herrichtet, z.B. eine kleine transparente PVC-Unterlage. Einen deutlichen Mehrwert hätte es allerdings, könnte die Wischplatte hoch- und runtergefahren werden. So könnten beide Arbeiten ohne Auslassen von Bereichen in einem Arbeitsgang durchgeführt werden und es wäre auch keine Unterlage für die Ladestation notwendig. Aber wer weiß, vielleicht kommt so etwas ja dann mit dem Nachfolgemodell des OZMO Pro. Auch das Konzept der Einwegtücher sollte man überdenken: ECOVACS begründet es damit, dass durch die stärkere Abnutzung auch bei regelmäßiger Reinigung kein optimales Wischergebnis bei Mehrfachverwendung eines Tuches garantiert werden kann. Meiner Meinung nach könnte man aber optional ein passendes Mehrwegtuch anbieten, gerne auch mit diesem Hinweis. Wobei man auch die Einwegtücher je nach Größe der Wischfläche und der Verschmutzung nicht direkt nach der ersten Verwendung entsorgen muss.

Ein Blick auf die App-Features

Zum Abschluss des (ersten) Praxis-Teils noch einen Blick auf die App-Features, denn natürlich sind die Mapping-Funktionen und das manuelle Starten des Reinigungsvorgangs nur ein Teil der Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten. Die Features rund um die Kamera des OZMO T8 AIVI spare ich hierbei bewusst aus, dazu findet ihr im folgenden Absatz noch ein paar mehr Infos und Details. Alles in allem kann man ohne große Bedenken festhalten, dass die App modern daherkommt und vor allem auch übersichtlich strukturiert ist. Hier und da findet man natürlich ein wenig Potential zur Optimierung, meiner Meinung nach gehört sie aber auf beiden Plattformen zu den besseren Apps, die man so von Herstellern (vor allem mit Hauptsitz in China) an die Hand bekommt.

  • Auto-, Bereichs- und benutzerdefinierte Reinigung: Startet ihr den Reinigungsvorgang automatisch, könnt ihr zwischen drei verschiedenen Modi wählen. Bei der automatischen Reinigung werden sämtliche Bereiche abgefahren (wobei sich die Standard-Reihenfolge der einzelnen Räume festlegen lässt), während ihr bei der Bereichsreinigung gezielt zu reinigende Bereiche (ja, auch mehrere) auswählen könnt. Bei der benutzerdefinierten Reinigung könnt ihr auf der virtuellen Karte einen Bereich markieren, den der Roboter befahren soll.
  • Ruhemodus: In den Einstellungen der ECOVACS-App könnt ihr eine Ruhezeit hinterlegen, zu welcher der Roboter jegliche Aktivitäten einstellt. Hierzu gehören geplante oder kontinuierliche Reinigungen oder auch das automatische Entleeren, sofern eine entsprechende Ladestation hinzugekauft wurde. Mit dem Ruhemodus wird beispielsweise verhindert, dass der Sauger um 17 Uhr eine Reinigung beginnt, diese dann für eine (längere) Ladepause unterbricht und dann plötzlich zu später Abendstunde oder sogar Nachts fortsetzt.
  • Reinigungspläne: Natürlich wäre es wenig smart, wenn der Roboter nur auf manuelles Zutun aktiv werden würde. Aus diesem Grund könnt ihr mite Hilfe der App Pläne für die automatische Reinigung erstellen – jeweils für den Auto- und Bereichsmodus sowie für die „Flächenkontrolle“ (siehe Kamera-Funktionen). Vor allem das Festlegen einzelner Bereiche kann vorteilhaft sein, gerade zur aktuellen „Home Office-Zeit“: So könnten vormittags alle Räume gereinigt werden, das Arbeitszimmer aber erst am Nachmittag.
  • Sprachmeldungen: Der OZMO T8 kann mit euch sprechen – auch in deutscher Sprache. Auf diese Weise werden Befehle wie Start der Reinigung, Wartungshinweise und ähnliches akustisch wiedergegeben. Die Lautstärke dieser Sprachausgabe lässt sich in der App anpassen, wobei man diese auf das Minimum reduzieren muss, möchte man sie explizit deaktivieren.
  • Viele weitere Einstellungen: Insgesamt lohnt sich ein Blick in die Einstellungen zum OZMO, denn teilweise müssen gewohnte Funktionen auch erst manuell aktiviert werden. Hierzu gehört zum Beispiel die intelligente AIVI-Erkennung, die automatische Saugkraft-Verstärkung bei Teppicherkennung oder auch die kontinuierliche Reinigung, bei der der DEEBOT nicht vollständig abgeschlossene Reinigungsvorgänge automatisch fortsetzt, sobald er wieder voll geladen ist – was rund 6,5 Stunden in Anspruch nimmt. Auch gibt es Wascherinnerungen des Reinigungstuches, ein Protokoll der durchgeführten Reinigungen, sowie Informationen über die geschätzte Restdauer der Seitenbürste, Hauptbürste und des Filters.

OZMO als Überwachungskamera?

Bereits mehrfach erwähnt: Die Kamera des OZMO T8 AIVI. Diese dient vornehmlich der besseren Navigation und Hinderniserkennung und auch wenn sie zum jetzigen Stand nicht alle typischen Schwächen eines Saugroboters beseitigen kann, ist der Mehrwert dennoch merklich vorhanden. Wie ECOVACS betont, werden darüber hinaus keine Bilder aufgezeichnet, gespeichert oder an Dritte weitergegeben. Wer dennoch bedenken bezüglich des Datenschutzes hat, der kann den beiliegenden Aufkleber auf die Abdeckung der Kamera anbringen und sie damit vollständig erblinden lassen – im Gegenzug muss man aber natürlich auf einen großen Pluspunkt bei der Navigation verzichten. Wer die Sorgen hingegen nicht teilt, der kann ein weiteres Feature nutzen, dass eigentlich sehr naheliegend ist: den Roboter als Überwachungskamera.

Hierzu gibt es zwei Modi: eine manuelle Kamerafahrt oder die bereits erwähnte Flächenkontrolle. So könnt ihr euren Roboter fernsteuern und erhaltet eine Live-Videoübertragung inklusive Sprachausgabe – allerdings nur in eine Richtung, denn der DEEBOT besitzt nur Lautsprecher, aber kein Mikrofon. Während der Nutzung der Live-Videoaufzeichnung blinkt die LED des Roboters und er gibt alle fünf Minuten eine Sprachmeldung aus, die über diese Tatsache aufklärt. Bei der Flächenkontrolle, die sich über den Reinungsplan durchführen lässt, fährt der OZMO anhand eurer Vorgaben zu bestimmten Orten in der Wohnung und macht anschließend von jeder Position ein Foto aus jeder Himmelsrichtung. Beides wirkt schon durchdacht, ob es aber wirklich genutzt wird? Nunja. Jedenfalls die Qualität der Video- und Bildaufnahmen für den Zwecke ausreichend.

Sprachassistenten & Smart Home

Wie es sich für ein smartes Gadget gehört, erlaubt auch ECOVACS nicht nur die Steuerung via App, sondern bietet auch eine Steuerung per Smart Speaker, wobei aktuell lediglich Amazons Alexa und der Google Home unterstützt werden. Mit beiden Diensten lassen sich per Sprachbefehl Reinigungen beginnen, beenden und zum Laden pausieren. Lediglich dem Alexa-Skill steht auch eine Bereichsreinigung zur Verfügung, sodass ihr dem Roboter auch die Reinigung in einem bestimmten Raum befehlen könnt. Sprachlich sind zweckmäßige Befehle („Alexa, öffne DEEBOT und fordere ihn auf mit dem Staubsaugen zu beginnen“) und lustigere Varianten („Alexa, sage DEEBOT dass das Haus sich nicht von alleine reinigt“) integriert. Bringt wahrlich keinen Mehrwert, ist aber doch ganz nett gemeint. Easter-Egg: Ruft Alexa doch mal ein „Sage DEEBOT: Marco“ zu…

Ecovacs Deebot
Ecovacs Deebot
Entwickler: ECOVACS ROBOTICS
Preis: Kostenlos

Wer eine stärkere Integration des Roboters in sein Smart Home plant, der muss ein wenig Bastelarbeit leisten. Offizielle Schnittstellen gibt es zwar nicht, wer allerdings mit FHEM, Home Assistant oder Homebridge hantiert, der wird das bereits gewohnt sein. In allen Fällen ist aber nur die automatische Reinigung möglich, das gezielte Abfahren einzelner Bereiche zum Beispiel ist aber nicht möglich. Außerdem sollte immer bedacht werden, dass Änderungen seitens ECOVACS immer temporäre oder gar dauerhafte Ausfälle zur Folge haben können. Daher sollte man diesen Punkt nicht als primäres Kaufargument heranziehen, sofern eine Integration ins genutzte Smart Home-System im Lastenheft als Muss-Anforderung aufgeführt ist.

Reinigung & Wartung

So ein Saug- und Wischroboter nimmt euch zwar viel lästige Arbeit im Alltag ab, benötigt aber wiederum auch regelmäßige Pflege und Wartung. Häufigste Aufgabe ist natürlich das Entleeren des Staubbehälters, dass je nach Haushalt unterschiedlich häufig durchgeführt werden muss. In unserem Falle fährt der Sauger täglich seine Runde durch die Wohnung, dennoch reicht eine wöchentliche Leerung des Behälters aus. Bei anderen kann dies aber wiederum ganz anders aussehen, vor allem wenn Kinder im Haushalt leben. Bei der Entleerung reinige ich gewöhnlich auch den HEPA-Filter, indem ich diesen ein wenig ausklopfe – alternativ dazu könnt ihr auch den kleinen Pinsel des beiliegenden Reinigungswerkzeugs nutzen oder den Filter mit dem Handsauger absaugen. Eine Reinigung mit Wasser und Seife ist nicht empfohlen aber nach einigen Wochen durchaus machbar.

Darüber hinaus sollte auch die Hauptbürste in regelmäßigen Abständen gereinigt und vor allem von aufgewickelten Haaren und Fäden befreit werden. Auch hierzu eignet sich das kleine Werkzeug mit seiner Scheidfunktion – alternativ und etwas gröber klappt das ganze auch mit einer Schere. Mache ich alle 4-6 Wochen, wobei ich dann auch gleich den Schacht reinige, die Radantriebe kontrolliere und die Sensoren mit einem trockenen Tuch reinige. ECOVACS gibt für den Filter eine ungefähre Laufzeit von 120, für die Hauptbürste von 300 und für die Seitenbürsten von 150 Stunden an – kann man meiner Erfahrung nach aber auch gerne guten Gewissens erhöhen. Vor allem bei den Bürsten kann man es ja ganz gut erkennen wann diese abgenutzt sind und ersetzt werden sollen – meine Vorwerk-Sauger haben einmal im Jahr eine neue Bürste spendiert bekommen.

Das sollte noch erwähnt werden

Der nicht wechselbare, interne Akku des OZMO T8 AIVI soll laut Ecovacs für rund drei Stunden Dauerbetrieb beziehungsweise 300 Quadratmeter am Stück ausreichen – natürlich unter Laborbedingungen. Eine Stunde ist locker möglich, ich konnte den Sauger sogar mehrmals hintereinander durch die Wohnung jagen. Sollte der Saft dennoch einmal leer sein, keine Sorge: In dem Fall pausiert der Roboter frühzeitig die Reinigung, fährt zurück zur Ladestation und macht dann bei ausreichender Akkuladung dort weiter, wo er aufgehört hat. Da ein Saugroboter idealerweise während eurer Abwesenheit seine Arbeit verrichtet, wäre selbst eine Ladepause (die wohl wirklich selten sein dürfte) in meinen Augen nebensächlich. Eine vollständige Ladung des Akkus benötigt etwa 6½ Stunden.

Aktuelle Gerätschaften sind nie wirklich „fertig“, vor allem softwareseitig werden diese über die Lebenszeit je nach Hersteller mehr oder weniger regelmäßig mit Updates versehen, die entweder gänzlich neue Funktionen liefern oder bestehende Features verbessern. Im Falle des T8 AIVI hat ECOVACS bereits verlauten lassen, dass die AIVI-Navigation nach und nach optimiert wird. Solche Updates kommen glücklicherweise Over-the-Air auf den Roboter; ihr solltet nur immer darauf achten, die aktuellste Version der ECOVACS-Home-App für iOS und Android zu nutzen um über Firmware-Updates der Roboter informiert zu werden. Bleibt zu hoffen, dass man den T8 AIVI lange genug auch mal mit frischen Features versorgt und nach Veröffentlichung eines Nachfolgers links liegen lässt.

Wer es als müßig erachtet, den Staubbehälter des DEEBOT ein- bis zweimal die Woche händisch über dem Mülleimer zu entleeren, für den hat ECOVACS inzwischen auch eine automatische Absaugstation für alle Modelle der T8-Reihe im Angebot. Diese wird mit einem Einweg-Staubbeutel bestückt und muss dann im Schnitt nur noch alle 30 Tage geleert werden – je nach Verschmutzung auch früher oder später. In jedem Fall sorgt sie dafür, dass ihr euch noch weniger Gedanken machen müsst; allerdings sind die eingesparten Handgriffe mit den angeschlagenen 300 Euro für die Absaugstation vergleichsweise teuer erkauft. Übrigens besitzt die Station auch eine Art Schutzunterlage für die Wischtücher, die ich bei der einfachen Ladestation vermisst habe…

tl;dr und Fazit

Der DEEBOT OZMO T8 AIVI ist das aktuelle Flaggschiff der Roboter aus dem Hause ECOVACS – und das merkt an vielen Stellen. Der Lieferumfang fällt mit diversen Ersatzteilen üppig aus, optisch präsentiert sich der Sauger mit seiner matt-schwarzen Oberfläche schick und die Verarbeitung gibt an keinem Punkt wirkliche Angriffsflächen. Die Reinigungsergebnisse auf Hartböden sind tadellos, lediglich auf Teppichen zeigt der Roboter ein paar Schwächen auf hohem Niveau. Die Wischfunktion ist dank der elektrischen „OZMO Pro“-Wischplatte erstmals dem Status eines reinen Gimmicks entsprungen und kann zumindest das schnelle „feucht durchwischen“ erledigen. Dennoch sollte man an der Wischplatte nacharbeiten, denn zum jetzigen Zeitpunkt ist der T8 AIVI zwar ein Kombigerät aus Saug- und Wischroboter, die nahtlose Symbiose ist aber nicht wirklich gegeben.

Überrascht war ich von der Lautstärke des Roboters auf normaler Saugstufe, die im Vergleich zu vielen Modellen nicht nur leiser, sondern aufgrund der niedrigeren Frequenz deutlich angenehmer ist. Richtig Punkte sammeln kann der T8 AIVI bei der Navigation und insbesondere der Erkennung von Hindernissen. Die Kamera beziehungsweise die AIVI-Technologie leistet wirklich gute Dienste, wenn es darum geht, Hindernisse wie Socken, Kabel und anderem herumliegenden Kram zu erkennen und zu umfahren. Natürlich stellt AIVI noch kein Allheilmittel mit 100%iger Erfolgsquote dar, allerdings kann man den Roboter auch mal losschicken, wenn die Bude nicht vollständig aufgeräumt ist – ohne den Roboter sehenden Auges festfahren zu lassen. Einzig und allein Hochflorteppiche sollte man mit einer virtuellen No-Go-Zone versehen, die schafft auch 2020 noch kein Saugroboter.

Bei der Software gibt es auch nicht viel auszusetzen: Die App präsentiert sich mit einer modernen Oberfläche, ist übersichtlich aufgebaut und vor allem auch ohne nennenswerte Fehler bei der Übersetzung ins Deutsche – gerade letzteres ist bei Herstellern mit Hauptsitz in China ja nicht die Regel. Funktionell ist eigentlich alles an Bord, was moderne Saugroboter so an Softwarefunktionen bieten: Kartenerstellung mit Raumeinteilung und mehreren Etagen, virtuelle Sperrzonen und „Nicht wischen“-Zonen, automatische Reinigungspläne und und und. Die Überwachungsfunktion des DEEBOT ist für den ersten Moment ganz spaßig, dürfte in der Praxis aber (zumindest bei mir) nur selten seine Einsatzminuten bekommen – nichts desto trotz ist die gesamte Funktion drumherum durchdacht implementiert.

Tja, was soll ich noch sagen? Für mich stellt der ECOVACS DEEBOT OZMO T8 AIVI (puh, was für ein Name, wenn vollständig ausgeschrieben) aktuell so etwas wie den Benchmark unter den (Hybrid-)Saugrobotern dar. Mit seinem aktuellen Straßenpreis von rund 750 Euro gehört er zwar zu den teuersten Saugrobotern auf dem Markt, dafür gibt es einen durchdachten Saug- und Wischroboter mit dem rundesten Gesamtpaket (fairerweise muss man auch den Gegenwert von Ersatzfilter und Seitenbürsten aufrechnen). Mit Ausnahme ein paar kleineren Wartungsarbeiten werdet ihr den T8 AIVI kaum bemerken – eigentlich das größte Lob für einen Saugroboter. Wer es günstiger bevorzugt, der sollte die Augen nach nicht seltenen Deals offenhalten oder Alternativen ins Auge nehmen: Für 50 Euro weniger gibt es den OZMO T8 ohne AIVI und Kamera und auch der direkte Vorgänger OZMO 950 ist mit rund 450 Euro weiterhin eine Empfehlung.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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