Opera Browser zukünftig mit nativem Adblocker als Browser-Feature

Am 11.03.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 2:00 Minuten

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Werbung auf Webseiten spaltet seit jeher die Gemüter. Auf der einen Seite ein Teil der Kostenlos-Menta­lität im Netz, finan­zieren sich doch gerade viele kleinere Webseiten über Werbe­banner und Co. Auf der anderen Seite kann aber auch ich Nutzer verstehen, denn nicht gerade wenig Webseiten sind wahrlich derart zugepflastert, dass der Inhalt verloren geht – hinzu kommen zahlreiche „Fake-Download-Buttons“ und irgend­welchen Pop-Ups, Pop-Overs und Pop-Unders. Laut Opera wäre das Surfen im Netz im Schnitt rund 40% schneller, würde es keine Werbung geben. Aus diesem Grund hat man, passend zur seit jeher gepflegten Idee eines schlanken und schnellen Browsers und Web, der Developer-Version seines Desktop-Browsers ein neues Feature gegönnt: einen nativen Adblocker. Es wird also zukünftig nicht mehr notwendig sein, auf nicht weniger dubiose Erwei­te­rungen zurück­zu­greifen, statt­dessen ist ein Blocker direkt im Browser verankert. 

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Bereits beim ersten Aufruf einer Webseite wird der Nutzer auf das neue Feature hinge­wiesen und kann den Werbe-Blocker deakti­vieren, fortan wird alles rausge­blockt, was nicht zum eigentlich Inhalt der Webseite gehört – Opera setzt hierbei übrigens auf fertige Listen aus dem Hause EasyList. Über einen Button in der Adress­leiste lässt sich ein kleines Overlay einblenden, über das sich die aktuelle Webseite zu den Ausnahmen hinzu­fügen lässt, ebenso wird eine kurze Statistik angezeigt, wieviele Anzeigen auf der Seite geblockt wurden und wieviele Anzeigen insgesamt in den letzten Tagen, Wochen oder Gesamt bereits gefiltert worden sind. Besonders inter­essant dürfte hier (für Spiel­kinder) auch ein Benchmark sein, bei dem die Ladezeit der Seite mit und ohne aktivierten Werbe­blocker verglichen wird. 

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Was meiner Meinung nach aber ein wenig unschön ist: In den Einstel­lungen zum Adblocker gibt es bereits eine mit diversen URLs gefüllte Whitelist, darunter AliEx­press, eBay, Booking.com und weitere Suchma­schinen, Shops und andere Webseiten. Laut Opera hat man aber nicht vor, auf den Adblock-Plus-Zug aufzu­springen und Whitelist-Eintra­gungen zu verkaufen – statt­dessen sind es handver­lesene Seiten, die nicht groß störende Werbung nutzen oder trotz Werbung schnell laden. Für die mobilen Versionen von Opera gibt es zwar noch keine ähnliche Entwicklung, laut den Entwicklern ist es aber durchaus möglich, dass der Werbe­blocker früher oder später auch dort zu finden sein wird. Kuriose Sache, immerhin ist Opera selbst auch im Werbe­ge­schäft tätig. 

We play a bit with white­listing, and we white­listed websites that have either native non-intrusive ads (e.g. google.com) or very fast loading websites (e.g. zdnet.com), where no visible gain in perfor­mance. But it is still under development and there is no final decisions about it.Opera Devs

Bislang ist der Build-in-Adblocker nur in der Developer-Version des Opera Browsers vorzu­finden, in den nächsten Wochen dürfte diese dann aber erst in den Beta- und dann in den Stable-Channel springen. Was haltet ihr von einem fest instal­lierten Werbe­blocker direkt im Browser?

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Quelle Opera