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Blaupunkt, ein Name, an den sich vor allem Freunde der automo­bilen Unter­hal­tungs­elek­tronik gerne erinnern – immerhin zeichnete sich Blaupunkt für zahlreiche innovative, technische Entwick­lungen (vor allem im Bereich der Autoradios) verant­wortlich. Mitte der ersten 2000er-Dekade aber geriet das Unter­nehmen mehr und mehr in finan­zielle Probleme, letztlich ist man nach einigen Übernahmen und einer Insol­venz­an­meldung dort gelandet, wo auch einstige „Vorzei­ge­firmen“ wie Grundig und Telefunken gelandet sind: als lizen­zier­barer Name. Sprich: Blaupunkt selbst produ­ziert also nicht mehr, sondern verkauft nur noch einen vertrau­ens­er­we­ckenden Namen für Firmen, die genug auf den Tisch legen. 

Muss nicht unbedingt etwas grund­sätz­liches machen, immerhin produ­zieren auch andere, unbekanntere Firmen solide Hardware. So zum Beispiel die MAX Power Products GmbH & Co. KG, die nun einen mobilen Bluetooth-Lautsprecher mit dem Namen Blaupunkt BTL100 auf den Markt geworfen haben, der nicht nur mit einem Akku daher­kommt, sondern auch eine LED-Beleuchtung besitzt. Ob man hier etwas brauch­bares auf die Kunden loslässt oder nur unter dem Label der Tradi­ti­ons­marke Blaupunkt abkas­sieren möchte? Ich habe mir den Blaupunkt BTL100 einmal angeschaut und angehört. 

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Auf den ersten Blick verbreitet der BTL100 Licht und Schatten. Grund­sätzlich schaut die Kunst­stoff-Milchglas-Haube mit dem verbauten Speaker ganz schick aus, leider wirkt die rundfah­rende Leiste mit ihren Buttons und Anschlüssen deutlich billiger: Die Leiste besteht aus zwei zusam­men­ge­fügten Kunst­stoff­leisten, der Übergang zwischen diesen beiden und zur „Haube“ ist nicht nur zu erfühlen, sondern bereits mit dem Auge sichtbar. Der Anschluss für das MicroUSB-Kabel ist etwas tief versetzt, sodass das Kabel nicht allzu fest sitzt. Auch bei dem blauen Ein-/Aus-Schieberegler und den Buttons hat man irgendwie nicht das Blaupunkt-Gefühl, wirken vor allem beim Drücken recht billig. Ihr kennt dieses ängstlich gedrückte „Knack“…

Musik lässt sich entweder via Bluetooth-fähigem Wieder­ga­be­gerät, über eine 3,5mm-Klinke oder mittels microSD-Speicher­karte auf dem Lautsprecher ausgeben, was beides ohne größere Probleme funktio­nierte. Der Sound? Bei leiseren Tönen noch ganz in Ordnung, bei größeren Lautstärken lässt der Lautsprecher deutlich Bass vermissen, der ganze Sound wirkt ein wenig übersteuert und blechern. Und die Lautstärke muss man ein wenig anheben wenn man den Lautsprecher zur Beschallung von fünf, sechs Leuten nutzen möchte. Klingt irgendwie eher nach einem Smart­phone-Lautsprecher, als nach einem Bluetooth-Lautsprecher. Mit Speicher­karte oder Klinke? Nicht wirklich besser. 

Leider hat man dem BTL100 zwar ein Buttons zur Wieder­ga­be­steuerung spendiert, nicht aber zum lauter bzw. leiser stellen der Lautstärke. Ein nettes Gimmick ist jedoch die erwähnte integrierte LED-Beleuchtung, die sich per Tap auf den oberen Lautsprecher einschalten lässt. Diese Beleuchtung bietet drei unter­schied­liche Hellig­keits­stufen und ja: sieht ganz nett aus, wobei ich immer einen Equalizer-Modus erwarte, sodass die Helligkeit von der Musik­wie­dergabe beein­flusst wird. Auch eine Freisprech­ein­richtung ist vorhanden, die Sprach­qua­lität war hier in Ordnung. Die Akkulaufzeit (1800 mAh) wird von Blaupunkt mit bis zu sechs Stunden bei 50% Lautstärke angegeben – ich in meinem Test bin bei maximaler Beleuchtung (130 Lumen) auf etwa 4-5 Stunden gekommen. 

Fazit zum Blaupunkt BTL100? „Es leuchtet“. Oder so ähnlich, die Beleuchtung ist ganz nett. Fast schon hätte ich gesagt, der Lautsprecher wäre so etwas wie das Lager­feuer mit Gitar­ren­musik der Neuzeit. Schaut und hört man sich den Lautsprecher aber einmal an, merkt man gleich: Nö. Die Verar­beitung dürfte besser sein, gleiches gilt auch für den Sound. 70 Euro ruft man für den Lautsprecher auf, gefühlt hätte ich gesagt wäre die Hälfte irgendwo in Ordnung gewesen. Und siehe da: Gibt es sogar mehrfach, es fehlt zwar der Ein-/Aus-Schalter und die Anschlüsse sind etwas anders angeordnet, ansonsten dürfte der Rest aber nahezu baugleich sein. Das Blaupunkt-Label kostet also einen Aufschlag von 100%.

Für 70 Euro definitiv durch­ge­fallen, auch aufgrund der wie der minimal teurere aber deutlich stärkere Teufel BAMSTER XS – da rettet dann auch die LED nicht. Für die Hälfte wäre er als Nacht­tisch­lampe mit Lautsprecher und gelegent­licher Nutzung auf der Terrasse „in Ordnung“.

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