JBL Pulse 2 angehört: Bluetooth-Lautsprecher mit Lichteffekten und starkem Klang

Marcel Am 08.04.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 7:16 Minuten
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Bluetooth-Lautsprecher für unterwegs gibt es zur Genüge, egal in welcher Preiskategorie man sich auch bewegen möchte. Von günstigen 30 Euro Böllern bis hin zu mobilen Lautsprechern in der Preisklasse um 100 Euro – und dann wäre da noch die „Premium-Preisklasse“, aus der ich zuletzt den Teufel Rockster XS vorgestellt habe und der vor allem durch einen absoluten starken Sound punkten konnte – mit rund 180 Euro aber auch klar im oberen Preissegment angeordnet.

Nun folgt ein weiterer Premium-Lautsprecher aus dem Hause der Audio-Spezialisten von JBL: der Pulse 2. Bereits das Vorgängermodell hat mit einem ziemlich einzigartigem Feature auf sich aufmerksam gemacht, denn der Pulse-Lautsprecher ist mit einer musikgesteuerten LED-Beleuchtung ausgestattet, die (soviel vorab) wirklich sehr cool ist. Wie sich der Lautsprecher im Komplettpaket schlägt, dazu die folgenden Zeilen.

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Design und Verarbeitung

Das Gehäuse des Pulse 2 erinnert im ersten Moment ein wenig an einen Thermobecher oder ein Kamera-Objektiv, was aber definitiv nicht als negative Kritik gelten soll. Denn ganz im Gegenteil: mir persönlich gefällt das zylinderartig geformte Gehäuse sehr gut – zwar etwas weniger markant als der Rockster XS, aber nicht weniger auffällig, modern und zeitlos. Fast die gesamte „Röhre“ ist dabei von einem feinmaschigen Metallgitter umgeben, was aus optischer Sicht natürlich Sinn ergibt – dazu aber später mehr. Der obere und untere Rand des Pulse 2 ist mit einem hochwertigen Silikon überzogen, an beiden Enden findet sich, etwas ins Gehäuse hineinversetzt, jeweils ein Passivmembran verbaut.

Das angesprochene Gitter wird lediglich durch eine Soft-Touch-Leiste unterbrochen, in der sämtliche Bedienelemente, mit Ausnahme der Beleuchtungstaste, die man am oberen Rand findet, untergebracht sind. Dies wären im Einzelnen die Prism-Kamera (dazu kommen wir später), sowie Buttons für Power, Bluetooth, Helligkeit, Lautstärke, JBL Connect (Verbindung zweier Lautsprecher) und Play/Pause. Die Buttons sehen zwar nach Touchbuttons aus, hinter der Leiste steckt aber ein ganz normaler „Druckknopf“.

Ebenso findet sich in der Leiste, hinter einer Silikonabdeckung versteckt, der MicroUSB- und Klinkenstecker. Jene Leiste ist nicht nur der Optik wegen über die Stecker platziert worden, sondern auch aus Gründen des Schutzes vor Spritzwasser und Regen. Zwei kleine Kritikpunkte: Während alle Buttons beleuchtet sind, sind es die Lautstärke-Tasten (unverständlicherweise) nicht und die Schutzkappe der Stecker setzt sehr fest und ein Öffnen ist mit etwas Gefriemel verbunden.

Letzter Punkt ist aber Jammern auf sehr hohem Niveau, denn sowohl die Wahl der Materialien, als auch die Verarbeitung des JBL Pulse 2 ist absolut hochwertig und könnte eigentlich nicht besser sein: keine Spaltmaße, kein knarzen, keine Stellen, die irgendwie Sorgen bereiten würden. Bei der Preisklasse des Lautsprechers kann man dies aber wohl auch verlangen. Mit seiner Höhe von etwa 19,4 Zentimetern und einem Durchmesser von etwa 8,4 Zentimetern lässt sich der Pulse 2 noch gut mobil transportieren, passt fast genau in die Seitentaschen von Rucksäcken wie Dakine und Co. Das Gewicht fällt mit 775 Gramm recht stolz aus, ist meiner Meinung nach aber noch absolut im Rahmen des machbaren.

Klanggefühl: Der Laut-Sprecher

Bevor wir zum eigentlichen Alleinstellungsmerkmal des Pulse 2 kommen, erst einmal ein paar Worte zum Klang des Lautsprechers. Immer eine sehr subjektive Geschichte. Testlabore könne zwar Frequenzen auswerten, Klang ist aber immer vom recht individuellen Geschmack abhängig. Die einen bevorzugen mehr Bass, andere mögen es lieber ausgeglichen – noch dazu kommt es auch immer auf das Quellmaterial und die Musik an. Ich habe mich mal quer durch verschiedenste Arten von Audio-Dateien gehört, von Hörspielen und Hörbüchern über poppige und elektronische Tracks und HipHop, bis zu dem von mir bevorzugten dreckigem Gitarren-Rock und brachialen Metal.

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Nun ist mein Gehör zugegeben nicht derart geschult, als dass ich große Unterschiede ausmachen kann, dennoch ist der Klang des Pulse 2 durch die Bank als nahezu perfekt zu betrachten – vor allem, wenn man die kompakte Bauform des mobilen Lautsprechers bedenkt. Bässe sind druckvoll, Höhen und Mitten sind klar, dank der 360 Grad besitzt der Pulse 2 auch ein ordentliches Volumen. Einzig und allein bei hoher Lautstärke gibt es etwas zu kritisieren: ein Übersteuern und Knarzen sucht man zwar vergeblich, es „scheppert“ also nicht. Dennoch wirkt vor allem der Bass hier etwas unsauber und der Klang insgesamt etwas schwammig.

Aber: Auch dies ist wieder jammern auf einem sehr hohen Niveau, im Bereich der mobilen Lautsprecher gehört der Pulse 2 klanglich zu den Besten auf dem Markt. Die maximale Lautstärke ist ordentlich, rein gefühlt dürfte dies der lauteste Bluetooth-Lautsprecher sein, den ich in den Händen hielt: für den chilligen Abend auf der Terrasse, im Garten oder am See mehr als genug – sogar kleinere Hauspartys mit ein bis zwei Händen voll Leuten kann der Pulse 2 beschallen. Zu guter Letzt lassen sich auch zwei Pulse 2-Lautsprecher mit Hilfe des Connect-Buttons am Lautsprecher miteinander koppeln, wodurch der Sound nochmals kräftiger und voluminöser wird – klingt dann schon sehr geil, vor allem eben im Stereo-Modus.

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Es werde Licht

In puncto Klang kann der Pulse 2 also fast die volle Punktzahl einsammeln, aber ein weiteres Feature sorgt dafür, dass der Lautsprecher aus dem Hause JBL im Ladenregal direkt ins Auge springt: Die Light Show. Wie erwähnt befinden sich hinter dem fast 360 Grad umfassenden Metallgitter rund 100 LEDs, die zu Leuchten beginnen, sobald der Pulse 2 eingeschaltet wird. Beginnen wir erst einmal mit den grundlegenden Lichtmodi, denn von diesen besitzt der Lautsprecher neben dem handelsüblichen Equalizer-Modus gleich acht an der Zahl: Feuer, Regen, Leuchtkäfer, Sterne, Feuerwerk, Sanduhr, Verkehr und Leinwand. Bei jedem der Modi ist der Name Begriff: so sieht „Feuer“ zum Beispiel wirklich aus wie ein kleines „Lagerfeuer in der Dose“, während man bei „Verkehr“ sich kreuzende Objekte beobachten kann. Mein Favorit? Ehrlich – keine Ahnung, jeder Modus hat etwas für sich.

Natürlich lassen sich die Leuchtmodi auch direkt am Lautsprecher wechseln (oder auch komplett deaktivieren), es gibt aber auch eine passende JBL Connect App für iOS und für Android. Diese dient nicht nur der Verwaltung verbundener Lautsprecher, sondern eben auch zum Wechsel der Lichtmodi – inklusive einer kleinen Visualisierung und der ein oder anderen Option, das Feuer kann zum Beispiel unterschiedliche Größen annehmen, während man im Sterne-Modus kleine Meteore aufpoppen lassen kann. Des Weiteren gibt es für eine Hand voll Lichtmodi, die auch leichte Umgebungsgeräusche erzeugen können – ganz klassisch natürlich Feuer, aber auch Regen, huh und dsdsd.

JBL Connect
JBL Connect
Preis: Kostenlos
JBL Connect
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Zu guter Letzt bietet der Pulse 2 aber noch drei weitere Spielereien. Natürlich reagieren die Lichtmodi auf unterschiedliche Musik beziehungsweise unterschiedliche Lautstärken, unschwer zu erraten. Eine kurze Spielerei ist auch das Schütteln des Lautsprechers, wodurch kleine „Special-Effects“ entstehen – sieht nett aus, die wenigsten werden den Lautsprecher aber durchgehend schütteln. Ein letztes Licht-Feature hört auf den Namen JBL Prism, mit dem man die Beleuchtung des Pulse 2 an Objekte in der Umgebung anpassen kann. Dazu wird die Linse über den Bedienungselementen ein paar Zentimeter vor das Objekt gehalten, der Farb-Auswahlbutton auf der Vorderseite des Lautsprechers gedrückt und schon wird die Objektfarbe übernommen. Scannt man mehrere Farben hintereinander, behält der Pulse 2 die vorhergehenden und bietet einen eigenen Farbeffekt. Ebenfalls ein cooles Gimmick.

Ein paar Notizen zum Pulse 2

  • Der Pulse 2 kommt mit einem fest verbauten Akku mit 6.000 mAh und soll laut JBL rund 10 Stunden Musikgenuss bieten. Dies gilt allerdings bei etwa halber Maximallautstärke, dafür ist die LED-Beleuchtung mit einkalkuliert. Effektiv kam ich auf etwa 8-9 Stunden Laufzeit, je nach Lautstärke. Ist der Akku einmal leer, braucht er etwa fünf Stunden.
  • Gefunkt wird mittels Bluetooth 4.1, als Protokolle können A2DP v1.3, AVRCP v1.5, HFP v1.6 und HSP v1.2 genutzt werden. Interessanter Punkt: Der Pulse 2 kann mit bis zu drei Smartphones gleichzeitig gekoppelt werden, sodass genug Musikquellen zur Verfügung stehen und der DJ munter gewechselt werden kann.
  • Ist der Pulse 2 mit einem Smartphone verbunden, dient der Lautsprecher auch als Freisprecheinrichtung. Nichts außergewöhnliches, liefert aber solide und zweckmäßige Telefonqualität.
  • Der Pulse 2 ist wie erwähnt gegen Spritzwasser und Regen geschützt, also perfekt für entspannte und fröhliche Ausflüge ins Freie. Lediglich untertauchen sollte man den Lautsprecher nicht.
  • „Fun“-Fact: Ich habe eine Yeelight Smart Lamp von Xiaomi auf dem Tisch stehen. Kurioserweise stellt der Lautsprecher jegliche Bluetooth-Funktionalität (egal ob Paring oder „Verbindung halten“) ein, sobald die Xiaomi-Lampe auch nur am Netzteil hängt. Stecker in die Lampe – stille und kein Bluetooth. Stecker raus aus der Lampe: Der Pulse 2 arbeitet wie er soll. Harman konnte mir dazu keine Infos oder ähnliches geben. Kuriose Sache, lässt sich aber beliebig oft reproduzieren und ist bei keinem anderen Bluetooth-Lautsprecher ein Problem. O_o

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Fazit und tl;dr

Mit dem Pulse 2 hat Audio-Spezialist JBL einen Lautsprecher der Extraklasse auf den Markt gebracht – nicht nur in puncto Preis. Mit einem Straßenpreis von etwa 190 bis 200 Euro liegt der mobile Bluetooth-Lautsprecher definitiv an der oberen Grenze, dafür aber bekommt man eine absolut perfekte Verarbeitung und hochwertige Materialien an die Hand. Der Sound des Lautsprechers ist ebenfalls absolut spitze und gehört sicherlich mit zu den besten auf dem Markt. Ordentliches Bassvolumen, klare Höhen und Mitteln, eine starke maximale Lautstärke.

Einzig und allein bei hoher Lautstärke und sehr basslastiger Musik ließen sich minimale Schwächen erkennen. Dies ist allerdings jammern auf sehr, sehr hohem Niveau und wohl auch ein wenig Geschmacksache: Meine Freundin fand den Sound des Pulse 2 besser, ich persönlich hätte eher den etwas druckvolleren Klang des Teufel Rockster XS bevorzugt – wirkliche Unterschiede lassen sich aber nur im direkten Vergleich ausmachen.

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Dafür aber kann der Pulse 2 mit einem anderen Feature überzeugen, denn die LED-Beleuchtung dürfte ein kleines Alleinstellungsmerkmal des Lautsprechers darstellen. Egal, welchen Modus man nun nutzt, während man sich musikalisch beschallen lässt: Es sieht einfach geil aus, im Freien am See oder im Garten nochmals mehr, als zuhause auf der Kommode. Ist definitiv ein Blickfang und absoluter Style-Pluspunkt, mit dem man sicherlich noch einige Schwächen hätte kaschieren können. Somit kann JBL nicht nur Nutzer für sich gewinnen, die auch von einem mobilen Lautsprecher einen starken Klang erwarten – sondern auch jene Nutzer, die es beim Klang etwas weniger genau nehmen, sondern verstärkt auf den „Lifestyle-Faktor“ achten. Ja, 200 Tacken für einen Lautsprecher sind nicht wenig, ich aber habe mich vor allem aufgrund des Lichteffekts schnell in den Pulse 2 verliebt.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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