Bluetooth-Lautsprecher für unterwegs gibt es zur Genüge, egal in welcher Preis­ka­te­gorie man sich auch bewegen möchte. Von günstigen 30 Euro Böllern bis hin zu mobilen Lautspre­chern in der Preis­klasse um 100 Euro – und dann wäre da noch die "Premium-Preis­klasse", aus der ich zuletzt den Teufel Rockster XS vorge­stellt habe und der vor allem durch einen absoluten starken Sound punkten konnte – mit rund 180 Euro aber auch klar im oberen Preis­segment angeordnet. 

Nun folgt ein weiterer Premium-Lautsprecher aus dem Hause der Audio-Spezia­listen von JBL: der Pulse 2. Bereits das Vorgän­ger­modell hat mit einem ziemlich einzig­ar­tigem Feature auf sich aufmerksam gemacht, denn der Pulse-Lautsprecher ist mit einer musik­ge­steu­erten LED-Beleuchtung ausge­stattet, die (soviel vorab) wirklich sehr cool ist. Wie sich der Lautsprecher im Komplett­paket schlägt, dazu die folgenden Zeilen. 

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Design und Verar­beitung

Das Gehäuse des Pulse 2 erinnert im ersten Moment ein wenig an einen Thermo­becher oder ein Kamera-Objektiv, was aber definitiv nicht als negative Kritik gelten soll. Denn ganz im Gegenteil: mir persönlich gefällt das zylin­der­artig geformte Gehäuse sehr gut – zwar etwas weniger markant als der Rockster XS, aber nicht weniger auffällig, modern und zeitlos. Fast die gesamte "Röhre" ist dabei von einem feinma­schigen Metall­gitter umgeben, was aus optischer Sicht natürlich Sinn ergibt – dazu aber später mehr. Der obere und untere Rand des Pulse 2 ist mit einem hochwer­tigen Silikon überzogen, an beiden Enden findet sich, etwas ins Gehäuse hinein­ver­setzt, jeweils ein Passiv­membran verbaut. 

Das angespro­chene Gitter wird lediglich durch eine Soft-Touch-Leiste unter­brochen, in der sämtliche Bedien­ele­mente, mit Ausnahme der Beleuch­tungs­taste, die man am oberen Rand findet, unter­ge­bracht sind. Dies wären im Einzelnen die Prism-Kamera (dazu kommen wir später), sowie Buttons für Power, Bluetooth, Helligkeit, Lautstärke, JBL Connect (Verbindung zweier Lautsprecher) und Play/Pause. Die Buttons sehen zwar nach Touch­buttons aus, hinter der Leiste steckt aber ein ganz normaler "Druck­knopf".

Ebenso findet sich in der Leiste, hinter einer Silikon­ab­de­ckung versteckt, der MicroUSB- und Klinken­stecker. Jene Leiste ist nicht nur der Optik wegen über die Stecker platziert worden, sondern auch aus Gründen des Schutzes vor Spritz­wasser und Regen. Zwei kleine Kritik­punkte: Während alle Buttons beleuchtet sind, sind es die Lautstärke-Tasten (unver­ständ­li­cher­weise) nicht und die Schutz­kappe der Stecker setzt sehr fest und ein Öffnen ist mit etwas Gefriemel verbunden. 

Letzter Punkt ist aber Jammern auf sehr hohem Niveau, denn sowohl die Wahl der Materialien, als auch die Verar­beitung des JBL Pulse 2 ist absolut hochwertig und könnte eigentlich nicht besser sein: keine Spaltmaße, kein knarzen, keine Stellen, die irgendwie Sorgen bereiten würden. Bei der Preis­klasse des Lautspre­chers kann man dies aber wohl auch verlangen. Mit seiner Höhe von etwa 19,4 Zenti­metern und einem Durch­messer von etwa 8,4 Zenti­metern lässt sich der Pulse 2 noch gut mobil trans­por­tieren, passt fast genau in die Seiten­ta­schen von Rucksäcken wie Dakine und Co. Das Gewicht fällt mit 775 Gramm recht stolz aus, ist meiner Meinung nach aber noch absolut im Rahmen des machbaren.

Klang­gefühl: Der Laut-Sprecher

Bevor wir zum eigent­lichen Allein­stel­lungs­merkmal des Pulse 2 kommen, erst einmal ein paar Worte zum Klang des Lautspre­chers. Immer eine sehr subjektive Geschichte. Testlabore könne zwar Frequenzen auswerten, Klang ist aber immer vom recht indivi­du­ellen Geschmack abhängig. Die einen bevor­zugen mehr Bass, andere mögen es lieber ausge­glichen – noch dazu kommt es auch immer auf das Quell­ma­terial und die Musik an. Ich habe mich mal quer durch verschie­denste Arten von Audio-Dateien gehört, von Hörspielen und Hörbü­chern über poppige und elektro­nische Tracks und HipHop, bis zu dem von mir bevor­zugten dreckigem Gitarren-Rock und brachialen Metal. 

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Nun ist mein Gehör zugegeben nicht derart geschult, als dass ich große Unter­schiede ausmachen kann, dennoch ist der Klang des Pulse 2 durch die Bank als nahezu perfekt zu betrachten – vor allem, wenn man die kompakte Bauform des mobilen Lautspre­chers bedenkt. Bässe sind druckvoll, Höhen und Mitten sind klar, dank der 360 Grad besitzt der Pulse 2 auch ein ordent­liches Volumen. Einzig und allein bei hoher Lautstärke gibt es etwas zu kriti­sieren: ein Übersteuern und Knarzen sucht man zwar vergeblich, es "scheppert" also nicht. Dennoch wirkt vor allem der Bass hier etwas unsauber und der Klang insgesamt etwas schwammig. 

Aber: Auch dies ist wieder jammern auf einem sehr hohen Niveau, im Bereich der mobilen Lautsprecher gehört der Pulse 2 klanglich zu den Besten auf dem Markt. Die maximale Lautstärke ist ordentlich, rein gefühlt dürfte dies der lauteste Bluetooth-Lautsprecher sein, den ich in den Händen hielt: für den chilligen Abend auf der Terrasse, im Garten oder am See mehr als genug – sogar kleinere Hauspartys mit ein bis zwei Händen voll Leuten kann der Pulse 2 beschallen. Zu guter Letzt lassen sich auch zwei Pulse 2-Lautsprecher mit Hilfe des Connect-Buttons am Lautsprecher mitein­ander koppeln, wodurch der Sound nochmals kräftiger und volumi­nöser wird – klingt dann schon sehr geil, vor allem eben im Stereo-Modus. 

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Es werde Licht

In puncto Klang kann der Pulse 2 also fast die volle Punktzahl einsammeln, aber ein weiteres Feature sorgt dafür, dass der Lautsprecher aus dem Hause JBL im Laden­regal direkt ins Auge springt: Die Light Show. Wie erwähnt befinden sich hinter dem fast 360 Grad umfas­senden Metall­gitter rund 100 LEDs, die zu Leuchten beginnen, sobald der Pulse 2 einge­schaltet wird. Beginnen wir erst einmal mit den grund­le­genden Lichtmodi, denn von diesen besitzt der Lautsprecher neben dem handels­üb­lichen Equalizer-Modus gleich acht an der Zahl: Feuer, Regen, Leucht­käfer, Sterne, Feuerwerk, Sanduhr, Verkehr und Leinwand. Bei jedem der Modi ist der Name Begriff: so sieht "Feuer" zum Beispiel wirklich aus wie ein kleines "Lager­feuer in der Dose", während man bei "Verkehr" sich kreuzende Objekte beobachten kann. Mein Favorit? Ehrlich – keine Ahnung, jeder Modus hat etwas für sich. 

Natürlich lassen sich die Leuchtmodi auch direkt am Lautsprecher wechseln (oder auch komplett deakti­vieren), es gibt aber auch eine passende JBL Connect App für iOS und für Android. Diese dient nicht nur der Verwaltung verbun­dener Lautsprecher, sondern eben auch zum Wechsel der Lichtmodi – inklusive einer kleinen Visua­li­sierung und der ein oder anderen Option, das Feuer kann zum Beispiel unter­schied­liche Größen annehmen, während man im Sterne-Modus kleine Meteore aufpoppen lassen kann. Des Weiteren gibt es für eine Hand voll Lichtmodi, die auch leichte Umgebungs­ge­räusche erzeugen können – ganz klassisch natürlich Feuer, aber auch Regen, huh und dsdsd. 

JBL Connect
JBL Connect
Preis: Kostenlos

Zu guter Letzt bietet der Pulse 2 aber noch drei weitere Spiele­reien. Natürlich reagieren die Lichtmodi auf unter­schied­liche Musik bezie­hungs­weise unter­schied­liche Lautstärken, unschwer zu erraten. Eine kurze Spielerei ist auch das Schütteln des Lautspre­chers, wodurch kleine "Special-Effects" entstehen – sieht nett aus, die wenigsten werden den Lautsprecher aber durch­gehend schütteln. Ein letztes Licht-Feature hört auf den Namen JBL Prism, mit dem man die Beleuchtung des Pulse 2 an Objekte in der Umgebung anpassen kann. Dazu wird die Linse über den Bedie­nungs­ele­menten ein paar Zenti­meter vor das Objekt gehalten, der Farb-Auswahl­button auf der Vorder­seite des Lautspre­chers gedrückt und schon wird die Objekt­farbe übernommen. Scannt man mehrere Farben hinter­ein­ander, behält der Pulse 2 die vorher­ge­henden und bietet einen eigenen Farbeffekt. Ebenfalls ein cooles Gimmick. 

Ein paar Notizen zum Pulse 2

  • Der Pulse 2 kommt mit einem fest verbauten Akku mit 6.000 mAh und soll laut JBL rund 10 Stunden Musik­genuss bieten. Dies gilt aller­dings bei etwa halber Maximallaut­stärke, dafür ist die LED-Beleuchtung mit einkal­ku­liert. Effektiv kam ich auf etwa 8–9 Stunden Laufzeit, je nach Lautstärke. Ist der Akku einmal leer, braucht er etwa fünf Stunden.
  • Gefunkt wird mittels Bluetooth 4.1, als Proto­kolle können A2DP v1.3, AVRCP v1.5, HFP v1.6 und HSP v1.2 genutzt werden. Inter­es­santer Punkt: Der Pulse 2 kann mit bis zu drei Smart­phones gleich­zeitig gekoppelt werden, sodass genug Musik­quellen zur Verfügung stehen und der DJ munter gewechselt werden kann.
  • Ist der Pulse 2 mit einem Smart­phone verbunden, dient der Lautsprecher auch als Freisprech­ein­richtung. Nichts außer­ge­wöhn­liches, liefert aber solide und zweck­mäßige Telefon­qua­lität.
  • Der Pulse 2 ist wie erwähnt gegen Spritz­wasser und Regen geschützt, also perfekt für entspannte und fröhliche Ausflüge ins Freie. Lediglich unter­tauchen sollte man den Lautsprecher nicht.
  • "Fun"-Fact: Ich habe eine Yeelight Smart Lamp von Xiaomi auf dem Tisch stehen. Kurio­ser­weise stellt der Lautsprecher jegliche Bluetooth-Funktio­na­lität (egal ob Paring oder "Verbindung halten") ein, sobald die Xiaomi-Lampe auch nur am Netzteil hängt. Stecker in die Lampe – stille und kein Bluetooth. Stecker raus aus der Lampe: Der Pulse 2 arbeitet wie er soll. Harman konnte mir dazu keine Infos oder ähnliches geben. Kuriose Sache, lässt sich aber beliebig oft repro­du­zieren und ist bei keinem anderen Bluetooth-Lautsprecher ein Problem. O_o

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Fazit und tl;dr

Mit dem Pulse 2 hat Audio-Spezialist JBL einen Lautsprecher der Extra­klasse auf den Markt gebracht – nicht nur in puncto Preis. Mit einem Straßen­preis von etwa 190 bis 200 Euro liegt der mobile Bluetooth-Lautsprecher definitiv an der oberen Grenze, dafür aber bekommt man eine absolut perfekte Verar­beitung und hochwertige Materialien an die Hand. Der Sound des Lautspre­chers ist ebenfalls absolut spitze und gehört sicherlich mit zu den besten auf dem Markt. Ordent­liches Bassvo­lumen, klare Höhen und Mitteln, eine starke maximale Lautstärke. 

Einzig und allein bei hoher Lautstärke und sehr basslas­tiger Musik ließen sich minimale Schwächen erkennen. Dies ist aller­dings jammern auf sehr, sehr hohem Niveau und wohl auch ein wenig Geschmack­sache: Meine Freundin fand den Sound des Pulse 2 besser, ich persönlich hätte eher den etwas druck­vol­leren Klang des Teufel Rockster XS bevorzugt – wirkliche Unter­schiede lassen sich aber nur im direkten Vergleich ausmachen. 

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Dafür aber kann der Pulse 2 mit einem anderen Feature überzeugen, denn die LED-Beleuchtung dürfte ein kleines Allein­stel­lungs­merkmal des Lautspre­chers darstellen. Egal, welchen Modus man nun nutzt, während man sich musika­lisch beschallen lässt: Es sieht einfach geil aus, im Freien am See oder im Garten nochmals mehr, als zuhause auf der Kommode. Ist definitiv ein Blickfang und absoluter Style-Pluspunkt, mit dem man sicherlich noch einige Schwächen hätte kaschieren können. Somit kann JBL nicht nur Nutzer für sich gewinnen, die auch von einem mobilen Lautsprecher einen starken Klang erwarten – sondern auch jene Nutzer, die es beim Klang etwas weniger genau nehmen, sondern verstärkt auf den "Lifestyle-Faktor" achten. Ja, 200 Tacken für einen Lautsprecher sind nicht wenig, ich aber habe mich vor allem aufgrund des Licht­ef­fekts schnell in den Pulse 2 verliebt.