Retrobatch für den Mac: Mächtiges Tool zur Bilder-Stapelverarbeitung

Marcel Am 04.07.2018 veröffentlicht Lesezeit etwa 5:29 Minuten

Wer häufiger mal viele Fotos oder andere Bilder verarbeiten muss, zum Beispiel um diese auf eine einheitliche Größe zu bringen oder mit einem Wasserzeichen zu versehen, der wird früher oder später bei einer Software mit Stapelverarbeitung gelandet sein. Mit einem solchen Tool lassen sich blitzschnell eine größere Anzahl an Bildern in einem Durchgang be- und verarbeiten und viel Zeit und vor allem viel nerviges Herumgeklicke ersparen. Photoshop besitzt zum Beispiel ein solches Stapelverarbeitungstool, darüber hinaus gibt es aber auch noch leichtgewichtigere Alternativen für alle Systeme. Ganz frisch im Reigen derartiger Tools für den Mac findet sich nun auch Retrobatch. Dieses ist aus dem Entwicklerhause Flying Meat entsprungen, die sich auch für die recht beliebte Mac-Bildbearbeitung Acorn verantwortlich zeichnen.

Auf den ersten Blick ist Retrobatch ein wenig anders aufgebaut, als es bei den üblichen Tools der Fall ist. In der Regel funktionieren diese nämlich immer nach einem Schema: Man wählt die zu bearbeitenden Bilder aus, sagt was zu tun ist und zum Schluss hat man die entsprechenden Bilder in Ordner X – je nach Tool noch als Kopie, das war es dann aber auch schon. Retrobatch hingegen kann mit Verzweigungen umgehen und so verschiedene Ausgangsbilder für ein und dasselbe Bild erzeugen. Ganz plattes Beispiel: Ein Bild soll in verschiedenen Bildgrößen ausgegeben werden, das größte Bild soll dabei mit einem Wasserzeichen versehen werden. Bei anderen Tools wären hier mindestens zwei Durchläufe notwendig, Retrobatch kann dies dank Verzweigung in einem.

Skalierung der Bildgröße und Setzen von Wasserzeichen sind nur zwei der Dinge, die das Tool mitbringt. Die Vielfalt fängt bereits beim Start an, denn Retrobatch kann nicht nur Bilddateien lesen, sondern Bilder auch aus der Zwischenablage einfügen, auf die Foto-Bibliothek zugreifen, einen Ordner abfragen und auch RAW-Dateien umgehen. Die fertigen Bilder könnt ihr entweder als einfache Bilddatei auf der Festplatte ablegen lassen, in einer vordefinierten Anwendung Y öffnen oder auch einen zusätzlichen Symlink erstellen.

Bei der Bearbeitung eurer Fotos gibt es Retrobatch nicht weniger Möglichkeiten an die Hand. Da wären natürlich zunächst einmal „einfache“ Werkzeuge wie das erwähnte Wasserzeichen (Text oder Bild) und Dinge wie Skalierung, Beschneiden, Drehen und Co. Auch könnt ihr einen Unschärfeeffekt hinzufügen, das Bildrauschen entfernen oder das Bild schärfen. Ebenfalls justieren lassen sich Dinge wie Helligkeit, Kontrast und Sättigung und es lassen sich verschiedene Filter wie zum Beispiel Chrome, Fade, Mono, Noir und Sepia anwenden. Zu jeder Option gibt es natürlich auch eine Reihe an Feineinstellungen an die Hand, beispielsweise kann das Wasserzeichen nach belieben positioniert werden und Bilder auf eine einheitliche maximale Breite mit variabler Höhe gebracht werden.

Mit Metadaten kann Retrobatch ebenso umgehen und Meta-Daten oder auch nur die GPS-Informationen entfernen, eine fehlerhafte EXIF-Drehung korrigieren, die DPI festlegen oder auch allgemeine Bildinformationen wie Titel, Beschreibung, Author und Copyrighthinweise hinzufügen. „Profis“ haben darüber hinaus die Möglichkeit, aus animierten GIFs, PSDs, PNGs und Co. einzelne Frames/Ebenen als gesonderte Dateien zu speichern, können Tiefeninformationen extrahieren, beliebige EXIF-, IPTC- und XMP-Daten hinzufügen und können zwecks noch tiefergehendem Workflow auch auf AppleScript beziehungsweise Shell Script zurückgreifen – was nahezu unendliche Möglichkeiten mit sich bringt. Achtung, jetzt etwas Bullshit-Bingo: Machine Learning gibt es auch. Dank diesem und mit entsprechenden Models könnt ihr Bilder klassifizieren lassen und zum Beispiel in einem Workflow nur Portraits oder Bilder von und mit Hotdogs verarbeiten lassen. Wer damit nichts anfangen kann, der kann auch einfache Regeln nutzen, mit denen sich Bilddateien anhand des Dateinamens, dem Dateiformat, der Größe oder Ausrichtung von der Stapelverarbeitung ausschließen lassen.

Funktionsumfang (Übersicht)

Metadaten

  • Bearbeiten, hinzufügen und löschen
  • Entfernen Sie Standortdaten wie z.B. GPS-Koordinaten
  • Fügen Sie Ihren Bildern Copyright-Tags, Autoreninformationen und mehr hinzu
  • Entfernen Sie alle Metadaten-Tags, bevor Sie Bilder auf Social Media-Seiten hochladen
  • Filtern Sie Bilder nach Bildgröße, Megapixel, Dateiformat oder anderen Kriterien
  • Fügen Sie EXIF-, IPTC- und XMP-Metadaten hinzu
  • Dies alles ohne Änderung und Neukomprimierung der Bilddaten, wobei die Bildtreue zu 100% erhalten bleibt

Transformieren

  • Größe ändern, beschneiden, zuschneiden und drehen
  • Schneiden Sie die gesamte Transparenz von den Rändern der Bilder ab
  • Drehen Sie die Bilder um einen beliebigen Betrag
  • Beschneiden Sie Bilder um einen festen Betrag, Prozentsatz der Breite oder Höhe, verankert an Kanten oder nach Seitenverhältnis
  • Skalieren Sie Ihre Bilder und schreiben Sie optimierte @2x-Versionen Ihrer Bilder neben @1x-Versionen
  • Retrobatch ist ideal für die schnelle Vorbereitung von Bildern für die Web- und App-Entwicklung

Konvertieren

  • Farbprofile, Formate und mehr
  • Konvertieren Sie PSD-Dateien in HEIC, JPEG, PDF, PNG oder TIFF
  • Schreiben Sie HEIC-Bilder in JPEG und andere Formate um
  • Bearbeiten, Zuweisen oder Entfernen von Farbprofilen aus Ihren Bildern
  • Weisen Sie den Bildern Display P3-Profile zu und schreiben Sie die Bilder mit einem _dp3-Suffix
  • Bilder in CMYK, sRGB, Display P3 oder Graustufen konvertieren
  • Brute Force Crush PNG-Dateien, oder erstellen Sie indizierte 8-Bit-PNG-Bilder
  • Teilen und trennen Sie mehrseitige und mehrschichtige Bilder in Einzelbilder

Wasserzeichen

  • Text und Bilder
  • Verwenden Sie Retrobatch, um Ihre Bilder auf verschiedene Weise mit Wasserzeichen zu versehen
  • Erstellen Sie benutzerdefinierten Text, wählen Sie ein Bild aus einer Datei oder machen Sie beides
  • Passen Sie die Transparenz des Wasserzeichens, den Mischmodus und die Platzierung an
  • Verwenden Sie Metadaten-Tags für Wasserzeichen, einschließlich Bildaufnahmedatum, Dateiname, Autor und vieles mehr

Effekte

  • Fotoeffekte, Filter und Unschärfen
  • Fügen Sie Rahmen und Schatten zu Ihren Bildern hinzu
  • Wenden Sie Filter wie Graustufen, Chrome, Fade, Instant, Mono, Noir, Process, Sepia, Tonal und Transfer an
  • Fügen Sie Gauß- oder Kastenunschärfen hinzu
  • Entfernen Sie Rauschen von Fotos oder verwenden Sie Schärfefilter
  • Verwenden Sie den Matte-Knoten, um die Transparenz von Bildern zu entfernen
  • Invertieren Sie Farbnegative oder erstellen Sie Farbnegative

Maschinelles Lernen

  • Klassifizieren und Sortieren
  • Verwenden Sie Regeln, um Bilder basierend auf Attributen wie Farbprofil, Dateiformat, Größe und Ausrichtung aus Ihrem Workflow zu entfernen
  • Nutzen Sie das maschinelle Lernen, um Ihr Bild für die Bearbeitung zu klassifizieren
  • Laden Sie neue domänenspezifische Modelle für präzise Klassifizierungen herunter
  • Ist es ein Hot Dog oder nicht? Verwenden Sie einen Retrobatch-Vorlagen-Workflow, um Ihre Bilder nach Hotdog zu sortieren

Automatisieren

  • AppleScript, immer noch im Jahr 2018
  • Verwenden Sie AppleScript-Knoten, um Bilder zu sortieren oder Aktionen auszuführen
  • Schreiben Sie eigene Shell-Skripte, um Bilder weiterzuverarbeiten
  • Kombinieren Sie Ordneraktionen mit Retrobatch, um Bilder automatisch zu verarbeiten, wenn sie einem Ordner hinzugefügt werden

Mehr

  • Screenshots, Symlinks, Zwischenablage
  • Erstellen Sie einen Workflow, um alle geöffneten Fenster auf Ihrem Mac zu erfassen, und schreiben Sie sie als einzelne PNGs oder mehrschichtige PSDs aus
  • Exportieren Sie alle Ihre Selfies aus Fotos, ändern Sie die Größe und wenden Sie Filter an
  • Teilen Sie Bilder aus animierten GIFs, PNGs, mehrseitigen TIFF-Dateien, PDF-Seiten und ICNS-Dateien in einzelne Bilder auf
  • Lesen Sie ein Bild aus der Zwischenablage, wenden Sie einen Schlagschatten an und schreiben Sie es direkt zurück in die Zwischenablage, um es in eine andere Anwendung einzufügen
  • Lesen Sie ein Bild aus der Zwischenablage, fügen Sie ein Wasserzeichen hinzu und schreiben Sie es in einen Ordner, um es in einen Online-Dienst hochzuladen

Funktionsumfang von Retrobatch übersetzt mit DeepL.

Sicherlich sind gerade die letztgenannten Features weniger für den Heim- oder Bloggergebrauch, sondern richtet sich an (semi-)professionelle Nutzer. Dies schlägt sich auch im Preis nieder, denn die Pro-Version schlägt mit satten 50 US-Dollar (etwa 43 Euro) zu Buche. Selbst die Standard-Version ist umgerechnet rund 25 Euro (oder auch 29,99 US-Dollar) kein Schnapper, für den gebotenen Funktionsumfang und der Möglichkeiten aber durchaus gerechtfertigt. Hinzu kommt, dass Flying Meats nicht gerade dafür bekannt ist, seine Software nicht über einen längeren Zeitraum zu hegen und zu pflegen. Wer also nach einer recht umfangreichen Lösung sucht um seine Bilder und Fotos flott mithilfe verschiedener Workflows zu verarbeiten, der sollte sich Retrobatch einmal anschauen. Gibt es auch als 14-tägige Testversion, ihr müsst also nicht die Katze im Sack kaufen.

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