Review: IRIScan Mouse Executive 2 · Maus und Scanner in einem Gerät

Am 28.05.2015 veröffentlicht Lesezeit etwa 5:42 Minuten

In den letzten Tagen hatte ich ein auf den ersten Blick etwas unschein­bares Gadget auf meinem Schreib­tisch, welches erst einmal wie eine alltäg­liche Maus ausschaut, sich auf dem zweiten Blick aber als inter­es­sante Kombi­nation aus Maus und Scanner zu erkennen gibt: Der Mouse Executive 2 von IRIScan, einem Scan-Spezia­listen, der seit ein paar Jahren zu Canon gehört. Die Hardware läuft sowohl unter Windows, als auch auf dem Mac und so habe ich mir das Gerät einmal etwas genauer angesehen. Wie die Qualität der einzelnen Elemente – Maus und Scanner – ist und ob ich die Scanner-Maus weiter­emp­fehlen kann? Das erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

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Der Liefer­umfang der Mouse Executive 2 fällt nicht überra­schend groß aus, dennoch beher­bergt dieser mehr, als ich mir zu Beginn gedacht habe. So gibt es neben der Maus als solche, einer CD mit Software und den üblichen Beschrei­bungen auch noch eine Unterlage, die zum einen als Mauspad, zum anderen aber auch als Scanun­terlage dienen kann. Ebenso vorhanden: Ein kleines (!) Mikro­faser-Tuch und eine Schwarz-samtige Trans­port­tasche.

An dieser Stelle eine kleine Randnotiz: Wer die Maus an einem aktuellen iMac nutzen möchte und kein Laufwerk besitzt (so wie ich zum Beispiel), der hat es schwer. An dieser Stelle gibt es zwar einen Download-Bereich. Für Windows kann man auf die Software und Treiber der Scan Mouse (2) setzen, für OS X wird hier aber nichts angeboten. Nach kurzem Kontakt mit dem Support gab es dann aber doch einen Link – dennoch unver­ständlich, dass der Download-Bereich so grausam umgesetzt ist, irgendwie typisch Canon.

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Eine Maus, egal ob sie nun einen Zusatz­nutzen besitzt oder nicht, muss natürlich auch als Maus Punkte sammeln können – immerhin bringt es nicht, wenn man mit dieser zwar scannen kann, ansonsten aber lieber ein anderes Modell nutzt. In diesem Falle muss ich aber sagen, dass ich positiv überrascht bin. Die komplett aus Kunst­stoff gefer­tigte Maus kommt mit den Abmes­sungen von etwa 11 x 6 x 3 Zenti­metern daher und entspricht zumindest in Sachen Größe einer herkömm­lichen Büro-Maus. Während der untere Teil der Maus in matt-weißer Lackierung daher kommt und einen blau-grünen „Trenn­be­reich“ besitzt, ist die Oberseite der Maus leicht glänzend – aller­dings nicht so stark, dass man Finger­ab­drücke jederzeit darauf sehen würde. 

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Die Maus besitzt die obliga­to­ri­schen zwei Maustasten, dazu ein Scrollrad, sowie eine seitliche Taste zum Starten des Scanners, welcher sich wie zu erwarten an der Unter­seite der Maus befindet. Die beiden Maustasten haben einen angenehmen Druck­punkt, könnten aller­dings ein klein wenig leiser sein – kommt aber sicherlich darauf an, wie empfindlich man persönlich ist. Das Mausrad lässt sich flüssig und mit einem leichten Raster bewegen – lediglich der Druck­punkt des Mausrads als Dritte Maustaste könnte etwas besser sein, ist vergleichs­weise schwer­gängig.

Auf der Unter­seite befindet sich wie erwähnt der Scanner, der Bereich ist seitlich nochmals mit zwei kleinen Pfeilen markiert, damit ihr die Maus einfacher positio­nieren könnt. Der Laser­sensor der Maus besitzt eine Auflösung von 1.200 dpi. Im Grunde gibt es wenig auszu­setzen: Sicherlich konkur­riert die Maus nicht mit hochprei­sigen und hochwer­tigen Mäuse von Microsoft, Logitech oder anderen „Premium-Herstellern“, statt­dessen handelt es sich bei der Mouse Executive 2 um eine typische Maus, wie sie auch gerne in Büros verwendet wird. 

Das Herzstück der Maus ist aber natürlich der angespro­chene Scanner auf der Unter­seite der Maus, der es auf eine maximale Scanauf­lösung von 300 dpi bringt. Zum Starten des Scanvor­gangs muss (bei instal­lierter Anwendung natürlich), einfach die entspre­chende Taste an der Maus betätigt werden. Das Scannen funktio­niert eigentlich recht simpel: Ihr müsst einfach nur mit der Maus über das entspre­chende Papier fahren lassen – auf dem Bildschirm erhaltet ihr eine Vorschau inklusive eurer Mauspo­sition. Der Scanvorgang ist recht schnell, aller­dings sollte man schon etwas darauf achten, die Maus nicht allzu flott über das Papier zu schieben, ansonsten ist fast alles egal. Die Richtung wird automa­tisch erkannt und solltet ihr die Maus einmal aus Versehen hochnehmen, kann sie einfach wieder in einen bereits gescannten Bereich abgesetzt werden und schon kann es weiter gehen. Per Mausrad lässt sich übrigens auch hinein zoomen. 

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Habt ihr alle Bereiche erfasst kann der Vorgang mittels des Scanbuttons beendet werden. Im nachfol­genden Fenster kann und sollte der Scan noch etwas optimiert werden – vor allem in Sachen Ausrichtung und Freistellung muss leider (obwohl einer leichten automa­ti­schen Korrektur während des Scanvor­gangs) manuell Hand angelegt werden, was aufgrund der simplen Oberfläche aber eigentlich schnell gemacht ist. Auch die Helligkeit, der Kontrast und die Sättigung kann auf Wunsch manuell verändert werden. 

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Im letzten Schritt erhaltet ihr dann nochmals eine kurze Vorschau des gescannten Dokuments und könnt dieses in verschie­denen Datei­for­maten speichern. Zur Auswahl stehen hierbei JPG, Word, PDF und weitere Formate – im Falle von Word- und PDF-Dokumenten gibt es natürlich auch eine OCR-Texter­kennung, sodass die Dokumente später durch­suchbar sind. Funktio­niert erwar­tungs­gemäß gut und korrekt, kennt man ja. Auf Wunsch hin kann der Scan auch mit den weiteren mitge­lie­ferten IRIScan-Apps wie Readiris oder Cardiris weiter­ver­ar­beitet werden. 

Die Scanqua­lität ist aufgrund der maximalen Auflösung von 300dpi natürlich nicht mit einem hochprei­sigen Scanner zu vergleichen. Für Bilder zum Beispiel eignet sich die Scanner-Maus nur bedingt, was aber auch gar nicht die Motivation der Maus darstellt. Für Visiten­karten und einfache Textdo­ku­mente ist die Qualität aber durchaus ausrei­chend, ich war sogar von der (Text-)Qualität leicht positiv überrascht. Aller­dings gibt es beim Scannen auch ein paar kleine Haken. Während sich kleinere Dokumente wie Visiten­karten oder A5-Dokumente ohne größere Probleme bereits nach kurzer Einge­wöhnung erfassen lassen, hatte ich mit A4-Dokumenten so meine Probleme. 

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Denn wie man sich denken kann, darf das Papier nicht zu sehr unter der Maus hin und her rutschen – kleinere Bewegungen kann die Software zwar korri­gieren, größere führen aber zu einem unschö­neren Ergebnis. So erfordert es nicht nur mehr Übung und eine ruhige Bewegung, ein weiteres Problem liegt darin, dass der Speicher des Scanners bei A4 häufiger voll ist, bevor man das gesamte Dokument erfasst hat – mir fehlten oftmals ein paar kleinere Bereiche wie zum Beispiel Fußnoten oder ähnlichem. Fixiert man das Dokument so ist das Ergebnis schon etwas besser, das Problem mit dem Scan-Speicher bleibt aber weiterhin. 

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Zum Scannen von kleineren Dokumenten legt der Hersteller auch ein kleines Scan-Pad bei, welches die Fixierung des Papiers ermög­licht. Das Ergebnis schaut zwar minimal etwas besser aus, wirklich notwendig ist das Pad für Visiten­karten aber nicht – zumal die Qualität etwas besser sein dürfte, denn es liegt bereits aus der Verpa­ckung heraus nicht gänzlich flach auf. Aber wie gesagt: Kleinere Dinge lassen sich auch ohne Probleme ohne das Pad erfassen, Probleme gab es lediglich bei A4-Dokumenten. Ich habe mal ein paar Scans durch­ge­führt und diese in verschiedene Datei­formate expor­tiert, das komplette Paket mit allen Test-Scans könnt ihr über diesen Link als ZIP-Archiv herun­ter­laden.

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Fassen wir mal alles nochmal kurz zusammen: Die Maus selbst ist schlicht und unspek­ta­kulär gehalten und kann zwar nicht mit Premium-Geräten mithalten, ist aber durchaus von solider Qualität – ich würde sie mit mittel­prei­sigen Mäusen im Rahmen von 20 bis 30 Euro vergleichen. In so fern gibt es beim reinen Maus-Einsatz eigentlich nicht viel zu meckern, minder­wertig und billig ist jeden­falls anders. Anders hingegen sieht es bei der Verwendung als Scanner aus, denn ohne diese Funktio­na­lität könnte man natürlich auch auf eine günstigere Maus ohne Kabel und Zusatz­funktion setzen. 

Und in diesem Falle muss man diffe­ren­zieren und schauen, was man selbst mit der Maus vorhat. Wer seine sämtlichen Dokumente im A4-Format digita­li­sieren möchte, der bekommt sicherlich etwas teurere, aber auch prakti­schere und bessere Lösungen in Form von entspre­chenden Dokumenten-Scannern. Wer hingegen kleinere Format, Visiten­karten oder auch nur einzelne Textpas­sagen schnell erfassen möchte, der erhält mit der Mouse Executive 2 eine praktische Alter­native wortwörtlich an die Hand gegeben. Vor allem aber dürfte die Maus auf Geschäfts­reisen ein prakti­scher Helfer sein, da man mit dem Gerät eben zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann. 

In meinen Augen ist die Maus eher für das kleinere (Heim-)Büro und den mobilen Einsatz ausgelegt, statt zuhause beim Privat­an­wender.

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