Mal wieder etwas, was sicherlich etwas abseits der üblichen Technik wie Smart­phones und Co. liegt, mir aber dennoch ein kurzer Artikel wert war: der Sodastream Crystal. Sodastream kennen die meisten sicherlich noch aus den späten 90ern oder den frühen 2000er Jahren, der Hochzeit von Sodastream. Auch ich besaß damals einen derar­tigen Wasser­sprudler, aller­dings fiel dieser irgendwann der Verges­senheit zum Opfer, denn das Kunst­stoff-Gehäuse und die Kunst­stoff-Flaschen waren nicht gerade langlebig und auf die Nutzung vieler Jahre ausgelegt. Doch als ich nun auf das neuste Modell der Reihe gestoßen bin – dem Sodastream Crystal – keimte das Thema mal wieder auf. Bevor ich meine Gedanken und Beweg­gründe zum Sodastream beschreibe, beschäf­tigen wir uns aber erst einmal mit Gerät und Co. an sich. 

Statt einem billiges Plaste-Gerät und noch billiger anmutenden PET-Flaschen kommt der Crystal in einem doch recht ansehn­lichen, dunkel gehal­tenen Alu-Look daher und auch die Plastik-Flaschen hat man gegen bauchige Glas-Karaffen mit Riffelung an der Außen­seite ausge­tauscht. Dies hat nicht nur den Vorteil, dass sie deutlich schicker aussehen, sondern sie lassen sich auch ohne Probleme in der Spülma­schine reinigen. Letzteres war mit den üblichen PET-Flaschen nicht möglich, daher waren sie auch gerne mal als Keimschleuder verschrieen – noch dazu dürften die Glasfla­schen deutlich langle­biger sein. Einziger kleiner Nachteil der Flaschen: In Sachen Bruch­si­cherheit siegen die PET-Flaschen, des Weiteren beträgt die Füllmenge nur noch 0,6 Liter, statt bis zu einem Liter. Aber: damit kann ich leben, für den Sport oder die Uni fülle in dann eben in andere Flaschen um. 

sodastream-crystal-2

Der Sodastream Crystal selbst ist ebenfalls deutlich moderner geworden und macht sich in der Küche deutlich besser. Zwar besteht auch hier der Großteil des Gehäuses aus Kunst­stoff die Verar­beitung ist aller­dings sehr gut und die einzelnen Teile machen einen stabilen Eindruck. Die Verschleiss­teile, wie zum Beispiel der Verschluss des Flaschen­be­hälters, ist aus Metall gefertigt, dürfte also ein paar Jahre durch­halten. Ansonsten? Jau, gefällt mir wie gesagt optisch sehr gut und sieht um Licht­jahre besser aus, als die ersten Sodastream-Modelle aus weißer Plaste. 

sodastream-crystal-5Bevor man aber loslegt, muss der Sprudler mit einem Kohlen­säure-Zylinder gefüttert werden. 60 Liter, reichen je nach Vorliebe für etwa 60 Liter aus, danach muss dieser ausge­tauscht werden. Zu haben sind die Zylinder in fast jedem Geträn­ke­markt und auch viele Super­märkte tauschen leere Zylinder gegen volle aus, Kosten­punkt etwa 5-6 Euro für den Tausch (bei neuen Zylindern kommt noch ein Batzen Pfand hinzu). Aller­dings empfiehlt es sich, sich einen zusätz­lichen Zylinder anzuschaffen, sodass man nicht auf dem Trockenen sitzt, wenn der Zylinder leer geht. Zum Einsetzen wird einfach die Rückab­de­ckung entfernt, der Zylinder einge­schraubt, fertig. Easy peasy. 

Noch einfacher ist das Besprudeln der Flaschen. Die Flaschen bis zur Markierung mit Wasser füllen, in den Behälter stellen und diesen Verschließen. Geht ganz einfach von der Hand, es ist also kein umständ­liches Einschrauben der Flaschen mehr notwendig. Ist alles verschlossen, drückt man nun ein bis drei oder vier Mal kurz auf den oberen Knopf, woraufhin das Wasser mit Kohlen­säure angerei­chert wird. Je häufiger man drückt, umso mehr Kohlen­säure – müsst ihr also auspro­bieren, wie viel ihr drin haben wollt, ich bevorzuge drei oder vier Schübe. Danach wird die Verrie­gelung wieder geöffnet, der Behälter kippt automa­tisch leicht nach vorne und das war es dann auch schon. Wirklich: Bedienung für doofe.

Joa und schon hat man sein Wasser. Nun bin ich kein großer Freund von Wasser, aber auch dafür gibt es natürlich etwas: die Sirups. Im Grunde lässt sich jedes Sirup ins Wasser geben, Sodastream selbst hat aber rund 30 verschiedene Sorten im Angebot – mit Zucker, ohne Zucker, Bio-Qualität… Von Klassikern wie Cola, Orange, Mandarine und Co. gibt es neuer­dings auch Sorten wie Energy, Ginger Ale, Isodrink (Grape­fruit), „Natural“ für Fruchts­orten und etliches mehr. Tipp: Media Markt und Saturn verkaufen diese für rund vier Euro (zum Beispiel auf eBay), einen günsti­geren Preis habe ich auf meiner Suche nicht auffinden können. 

sodastream-crystal-3

Geschmack der Sirups? Ist natürlich ganz subjektiv und kommt vor allem darauf an, wie viel Sirup ihr ins Wasser gebt. Gerade bei Cola und Energy hat man gerne mal die „großen“ Hersteller im Hinterkopf, an diesen Geschmack werdet ihr mit Sirup aber sicher nicht heran­kommen. Wer aber auf die Eigen­marken der Discounter setzt, der bekommt diesen Geschmack ohne Weiteres hin. Ich mische Cola gerne mit etwas Wasser (dann nicht so süß), nach einiger Zeit hatte ich dann auch die Mischung mit dem Sirup raus. Empfehlung? Energy und Ginger Ale haben mich persönlich vollends überzeugt, gerade ersteres war eine dicke positive Überra­schung. Wer es natür­licher mag: Man kann auch direkt etwas Minze oder Limette ins Wasser geben und mitsprudeln – schmeckt auch nicht schlecht, auch wenn es nur bedingt mein Geschmack ist.

sodastream-crystal-12

Nun stellt sich natürlich die Frage: Wieso einen Sodastream? Betrachten wir mal die Preise für den Liter Wasser, so dürfte sich ein Wasser­sprudler heutzutage nicht mehr wirklich rechnen. Leicht erhöhter Wasser­ver­brauch, die Kosten für die Kohlen­säure-Zylinder und eventuell die Sirups. Vor 10-15 Jahren konnte man den Preis noch als Argument nehmen, damals™ war die 1,5l-Flasche Discount-Wasser für 19 Cent aber auch noch nicht denkbar. Man spart unter Umständen vielleicht ein paar Cents im Jahr, wirklich relevant ist dies aber heutzutage nicht mehr. 

Statt­dessen steht für mich eher der Komfort und der Umwelt­schutz an erster Stelle. Ich muss keine Getränke mehr die Treppe hinauf­tragen und beim Einkaufen daran denken, auch das Lagern und Wegbringen des Leerguts entfällt. Aber auch der Umwelt tut man etwas Gutes. Klar gibt es Wasser in Glasfla­schen, der Großteil aber dürfte sicherlich auf Plastik­fla­schen setzen. Diese werden zum Teil recycled, zum Teil wandern sie nach dem Schreddern aber auch in den Müll. Schaut euch mal an, was so im Ozean herum schwimmt, da wird einem noch echt bange. Ich verzichte seit Monaten bereits auf jegliche Plastik­tüten beim Einkaufen und nun kommen da noch die Plastik­fla­schen hinzu. Nur ein milli­ardstel weniger auf der Welt, aber irgendwo muss man ja mal anfangen.

sodastream-crystal-10

Das nur einmal kurz, wieso ich mich für den Sodastream entschieden habe. Ich habe den Crystal nun schon einige Wochen im Einsatz und kann sagen: bislang habe ich den Kauf nicht bereut. Die Anschaf­fungs­kosten sind am Anfang zwar nicht unerheblich, danach aber spart man aber eben immer etwas und muss keine Kisten oder Sixpacks mehr schleppen. Für rund 105 Euro gibt es das Gerät mit zwei Flaschen und einem Zylinder, für 125 Euro gibt es noch eine dritte Flasche hinzu. Ich habe mir außerdem noch direkt einen zweiten Zylinder und eine weitere Doppel­pa­ckung Glasfla­schen dazu bestellt – passt soweit, aufrüsten kann man später immer noch.