Sudio VASA und VASA BLÅ: Zwei In-Ear-Kopfhörer mit und ohne Bluetooth ausprobiert

Marcel Am 14.06.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 8:01 Minuten
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Kopfhörer sind so eine Sache für sich. Jeder Jeck ist bekanntlich anders und aus diesem Grunde gibt etliche unterschiedliche Arten von Kopfhörern, am bekanntesten dürften sicherlich die klassischen In- und Over-Ear-Modelle sein. Natürlich unterscheiden sich die Modelle und verfügbaren Kopfhörer vor allem im Klang, wobei sich viele Kopfhörer ab einer bestimmten Preisklasse diesbezüglich irgendwann angeleichen. Ein altes Diskussionsthema, aber mit dem durchschnittlichen Musikmaterial von Spotify, Youtube-Rips und Co. macht auch der beste „High-End“-Kopfhörer nichts und hinzu kommt, dass viele auch erst einmal auf die Optik der Kopfhörer achten – anderenfalls würden nicht so viele Beats-Kopfhörer durch die Gegend getragen werden (Stichwort Preis/Leistung).

Im schwedischem Stockholm findet sich ein kleiner Hersteller namens Sudio, der seine Kopfhörer zu einem großen Teil noch händisch produziert und es sich auf die Fahne geschrieben hat, möglichst wenig Kompromisse zwischen Qualität, Design und Sound zu machen. In Schweden konnte man sich mit den „KLANG“-Kopfhörern bereits einen guten Namen machen, nun möchte man auch in Deutschland etwas mehr Fuß fassen und hat dafür zwei neue Kopfhörer-Kollektionen in petto: Zum einen der kabelgebundene VASA, zum anderen das kabellose Schwestermodell VASA BLÅ. Ob man das Versprechen, zeitloses Design mit einem „unvergesslichen Klangerlebnis“ halten kann? Ich habe mir beide Geschwister einmal angesehen, meine Eindrücke findet ihr nun an dieser Stelle.

Lieferumfang

Der Lieferumfang gestaltet sich bei beiden Kopfhörern sehr ähnlich. So gibt es neben dem jeweiligen Kopfhörer auch vier unterschiedliche Aufsätze, sodass sicherlich jeder seine passende Größe für seinen Gehörgang finden kann. Außerdem gibt es eine recht schicke Transporthülle aus Echtleder und mit einem Klippverschluss und eine Metallklemme, mit der man den Kopfhörer bei Nichtgebrauch entweder ordentlich zusammenhalten kann oder diesen am Shirt oder sonst wo fixieren kann. Dem kabellosen VASA BLÅ liegt natürlich auch noch ein Ladekabel bei, mit dem man den integrierten Akku aufladen kann. Randnotiz: Bei dem Verpackungsdesign hat man sich wohl ein wenig an einem großen Konzern aus Cupertino orientiert…

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Technische Spezifikationen

  • Allgemeines
    • Gehäuse: Verbundmaterial, Aluminium
    • Verarbeitung: Hochglanzpolierte Metallteile
    • Kopfhörer-Typus: In-Ear
  • Gewicht
    • Sudio VASA: 23 Gramm
    • Sudio VASA BLÅ: 14 Gramm
  • Treiber
    • Typ: 10,2 mm Dynamischer Lautsprecher
    • Sensitivität: 112 dB SPL @ 1 kHz
    • Impedanz: 32 Ohm @ 1kHz
    • Frequenzbereich: 18 Hz – 23 kHz
  • Sudio VASA BLÅ
    • Verbindung: Bluetooth 4.1, Reichweite 10 Meter
    • Akkulaufzeit: 8 Stunden aktiv, 10 Tage Standby
    • Aufladedauer: 120 Minuten für volle Akkuladung

Design und Tragekomfort

Die beiden Kopfhörer, der VASA und der VASA BLÅ, entstammen natürlich aus der gleichen Produktfamilie, wie man anhand des Namens nur unschwer erkennen dürfte. Demnach sind sich in Sachen Design beide Modelle sehr ähnlich, zumindest was die grundlegenden Designmerkmale betrifft. Die Ohrstecker selbst sind völlig identisch und sind beiderseits aus Aluminium gefertigt, was die „angefasste Qualität“ recht hoch ansiedeln lässt. Recht dominant ist hier die rosé-goldene Legierung – eine Farbe, die mir persönlich nicht ganz so zusagt. Ist aber sicherlich Geschmacksache, ich hätte es aber nicht schlecht gefunden, wenn man die Kopfhörer auch in Silber oder einer Schwarzen Legierung angeboten hätte. Just my 2 Cents.

Beide Kopfhörer-Modelle kommen außerdem mit einer Kabelfernbedienung daher,  hier aber tun sich ein paar Unterschiede auf. Erst einmal wäre das Design der Kabelfernbedienung zu erwähnen, bei dem VASA handelt es sich um ein kleines Kästchen mit Rosé-goldener Aluminium-Umrahmung, während die Fernbedienung des VASA BLÅ einfach nur ein Kunststoff-Gehäuse besitzt und grundlegend anders gestaltet ist. Außerdem besitzt der VASA BLÅ natürlich auch noch einen zweiten Kasten, in dem der Akku und der MicroUSB-Stecker zum Laden desselbigen versteckt ist. Etwas schade: Die grundsätzliche Verarbeitung der Kopfhörer macht einen sehr guten Eindruck, lediglich die beiden „Kästchen“ am VASA BLÅ trüben diesen ein wenig – hätte man eher im Stile des VASA verarbeiten sollen.

Die Aufsätze für die Ohrstecker lassen sich ohne große Frickelei auswechseln, dank der vier unterschiedlichen Aufsätze dürfte für jeden Gehörgang etwas dabei sein. Man muss eben nur ein wenig Herumprobieren bis man die richtige Größe für sich gefunden hat. Tipp: Links und Rechts muss nicht zwangsläufig die gleiche Aufsatz-Größe zum Einsatz kommen, bei fällt eine Seite immer etwas größer aus. ;) Der Tragekomfort ist bei beiden Kopfhörern recht angenehm, auch bei längerem Tragen drücken sie nicht unbequem. Ebenso sitzen sie, die richtigen Aufsätze vorausgesetzt, bei normalen Bewegungen auch nicht aus dem Ohr – sind aber eben keine Sportkopfhörer.

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Bei beiden Kopfhörer-Modellen kommen übrigens flache Kabel zum Einsatz, was nicht nur die Gefahr eines Kabelbruchs bei längerer Nutzung auf ein Minimum reduziert, sondern auch dafür sorgt, dass sich das Kabel in der Tasche nicht zu sehr ineinander verwurstelt – und wenn es doch mal passieren sollte, lässt sich der Kabelsalat in wenigen Sekunden wieder beseitigen. Der Stecker des VASA-Modells ist ebenfalls flach gehalten, das Kabel geht in einem rechten Winkel ab. Dies reduziert zwar ebenso die Gefahr eines Kabelbruchs, hat aber meiner Meinung nach den kleinen Nachteil, dass der Kopfhörer-Stecker bei Smartphones, die den Stecker an der Unterseite haben, etwas störend wirkt – dreht man den Stecker aber etwas nach hinten, kann man damit aber ganz gut leben.

Ein kleiner Kritikpunkt bezüglich der Kabellänge, die aber rein subjektiver Natur ist: Die Kabel beider Modelle sind mir einen Tick zu lang geraten – das Kabel des VASA misst etwa 125 Zentimeter, die Kabelverbindung beim VASA BLÅ in etwa 55 Zentimeter. Während es beim VASA aber noch in Ordnung geht (es baumelt eben nur etwas mehr Kabel an euch herunter), habe ich beim VASA BLÅ das Problem, dass beide „Kästchen“ auf der Schulter aufliegen und daher immer etwas abstehen – hat etwas von der guten, alten Nickelbrille mit Haltekordel.

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Soundqualität

Der schwedische Hersteller Sudio positioniert sich vor allem im Bereich der Klangqualität selbst als Premium-Hersteller und lobt seine sorgfältig abgestimmten 10,2 mm Treiber, die eigens für den VASA und den VASA BLÅ entwickelt wurden. Ehrliche Antwort: Kann sein, mir persönlich ist es aber egal, wie groß oder klein der Treiber ist und wie die restlichen technischen Spezifikationen sind. Entweder ich empfinde den Klang als subjektiv gut oder eben nicht – und wie der ein oder andere weiß, bin ich wahrlich kein Soundspezialist oder habe besonders feine Ohren, mir persönlich langten immer die Apple Ear-Buds oder auch meine CX300-Kopfhörer aus dem Hause Sennheiser.

Aber: ich bin positiv überrascht worden. Der Sound ist sehr ausgewogen abgestimmt worden, das Verhältnis zwischen Höhen und Tiefen stimmt, die Bässe sind ordentlich, aber nicht zu dominant oder „krachend“. Insgesamt ein sehr detailreicher und klarer Klang, der jedes Instrument heraushören lässt. Besonders positiv: Egal ob nun Podcasts und Hörbücher, trashiger Europop aus den 90ern,der gute, alte Hamburger HipHop oder auch härtere Gangarten wie Rock und Metal – alles klingt mehr als ordentlich und deutlich differenzierter und klarer, als es bei meinen Apple Ear-Buds der Fall ist. Hier hat definitiv gute Arbeit geleistet.

Dies gilt natürlich vor allem für den kabelgebundenen VASA, aber auch die Klangqualität des „kabellosen“ VASA BLÅ muss sich dahinter nicht groß verstecken. Ich konnte keine großen Unterschiede feststellen, lediglich der Bass des Bluetooth-Modells war nicht ganz so stimmig wie bei seinem kabelgebundenen Bruder. Aber: Liegt sicherlich auch aus Quellmaterial, ich habe beide Kopfhörer nur mit Spotify auf höchster Qualität getestet. Bekanntlich geht es noch immer besser und mit einem hochwertigeren Audiomaterial sind die Ergebnisse sicherlich noch stärker – dürfte aber bei Nutzern eher etwas seltener vorkommen, gerippte YouTube-Musik und Spotify sind sicherlich am weitesten verbreitet.

Positiv bei beiden Modellen: Sobald die Musik läuft, hört man keinerlei Umgebungsgeräusche mehr und auch nach Außen hin dringt (zumindest bis zur mittleren Lautstärke) so gut wie nichts von der Musik durch. Ist natürlich ebenso von der Wahl der Aufsätze abhängig. Gleichzeitig ist das aber zumindest beim kabelgebundenen VASA auch ein kleiner Kritikpunkt, da Störgeräusche so leichter übertragen werden können. Hängt das Kabel also beim Gehen locker an euch herunter, hört ihr jeden „Schlag“ und jede  kleinere „Reibung“ des Kabels an eurer Jacke als dumpfes Klopfen direkt im Ohr. Klingt sehr nervig und bedarf schon einer recht hohen Lautstärke, um übertönt zu werden.

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Was es sonst noch zu sagen gibt…

  • Die Akkulaufzeit des VASA BLÅ wird vom Hersteller mit 8 Stunden angegeben. Ist natürlich von der Lautstärke abhängig, bei einer durchgängigen Lautstärke von etwa 3/4 der maximal möglichen iOS-Lautstärke hielt der Kopfhörer aber rund sieben Stunden durch. Eine komplette Akkuladung benötigt etwa 120 Minuten, nach 10 Minuten ist er aber zumindest für die nächste Stunde wieder einsatzbereit.
  • Beide Kopfhörer besitzen natürlich auch ein Mikrofon, welches als Freisprecheinrichtung dient. Anrufe lassen sich über die Kabelfernbedienung annehmen, die Sprachqualität ist zwar nicht überragend, aber durchaus in Ordnung – man wird halt verstanden.
  • Apropos Kabelfernbedienung: Primär besitzen beide Kopfhörermodelle Tasten für Lauter, Leiser und Play/Pause. Beim VASA BLÅ funktioniert die Fernbedienung sowohl mit Android, als auch mit iOS. Tipp: Zum Überspringen/Wiederholen eines Songs müsst ihr hier die Lauter/Leiser-Taste zwei Sekunden gedrückt halten. Beim VASA hingegen müsst ihr euch vor dem Kauf entscheiden, hier gibt es unterschiedliche Varianten für iOS und Android – dafür aber funktioniert das Überspringen von Songs per Doppeltipp (oder Dreifachtipp zum Zurückspringen).

Fazit und tl;dr

Die Verarbeitung der Kopfhörer ist einwandfrei und macht trotz des geringen Gewichts vor allem durch die mit Aluminium überzogenen Ohrsteckern einen hochwertigen Eindruck. Lediglich bei der Farbauswahl muss man(n) sich wohl erst noch ein wenig überzeugen lassen, denn das bei allen Farbvarianten verwendete Roségold ist nicht unbedingt jedermanns Geschmacksache. Das Flachbandkabel ist ein nettes Extra und sorgt für eine gefahrlosere Nutzung und weniger nervigen Kabelsalat, die Kabelfernbedienungen haben einen angenehmen Druckpunkt. Die Akkulaufzeit des kabellosen VASA BLA kam bei mir zwar nicht ganz auf die versprochenen acht Stunden, dennoch sind die erreichten 7 Stunden kein schlechter Wert.

Vor allem aber die Soundqualität kann überzeugen, klasse „Allround-Sound“ für alle Musikeinlagen. Einzig und allein die nervigen „Klopfgeräusche“ des VASA sind hier ein Kritikpunkt – ist aber natürlich der guten Abschirmung im Ohr geschuldet, nur wenige Kopfhörer haben eine derart gute Abschirmung des Kabels, dass man Störgeräusche nahezu beseitigen kann. Der VASA machten vom subjektiven Befinden her einen kleinen Tick besseren Eindruck, als das Bluetooth-Modell VASA BLÅ, dafür aber ist man eben kabellos unterwegs. Ist aber jammern auf hohem Niveau, denn beide Kopfhörer gehören bezüglich des Klangs in ihrer Preisklasse zu den Top-Modellen auf dem Markt.

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Kaufen?

Sowohl der Sudio VASA, als auch der Sudio VASA BLÅ, ist momentan nur als Direktvertrieb direkt über den Hersteller möglich. Beide Modelle sind in den Farben Schwarz, Weiß, Blau und Pink zu haben – jeweils mit den rosé goldenen Aluminium-Akzenten. Der Sudio VASA schlägt dabei mit 70 Euro zu Buche, der kabellose VASA BLÅ mit runden 90 Euro – der Versand ist kostenfrei. Tipp: Gebt bei eurer Bestellung den Promocode „blogtogo15“ an, dadurch erhaltet ihr 15% Rabatt – und zahlt so etwas mehr als 10 Euro weniger.

Sudio VASA und VASA BLÅ kaufen

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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