Kopfhörer sind so eine Sache für sich. Jeder Jeck ist bekanntlich anders und aus diesem Grunde gibt etliche unter­schied­liche Arten von Kopfhörern, am bekann­testen dürften sicherlich die klassi­schen In- und Over-Ear-Modelle sein. Natürlich unter­scheiden sich die Modelle und verfüg­baren Kopfhörer vor allem im Klang, wobei sich viele Kopfhörer ab einer bestimmten Preis­klasse diesbe­züglich irgendwann angeleichen. Ein altes Diskus­si­ons­thema, aber mit dem durch­schnitt­lichen Musik­ma­terial von Spotify, Youtube-Rips und Co. macht auch der beste „High-End“-Kopfhörer nichts und hinzu kommt, dass viele auch erst einmal auf die Optik der Kopfhörer achten – anderen­falls würden nicht so viele Beats-Kopfhörer durch die Gegend getragen werden (Stichwort Preis/Leistung).

Im schwe­di­schem Stockholm findet sich ein kleiner Hersteller namens Sudio, der seine Kopfhörer zu einem großen Teil noch händisch produ­ziert und es sich auf die Fahne geschrieben hat, möglichst wenig Kompro­misse zwischen Qualität, Design und Sound zu machen. In Schweden konnte man sich mit den „KLANG“-Kopfhörern bereits einen guten Namen machen, nun möchte man auch in Deutschland etwas mehr Fuß fassen und hat dafür zwei neue Kopfhörer-Kollek­tionen in petto: Zum einen der kabel­ge­bundene VASA, zum anderen das kabellose Schwes­ter­modell VASA BLÅ. Ob man das Versprechen, zeitloses Design mit einem „unver­gess­lichen Klang­er­lebnis“ halten kann? Ich habe mir beide Geschwister einmal angesehen, meine Eindrücke findet ihr nun an dieser Stelle. 

Liefer­umfang

Der Liefer­umfang gestaltet sich bei beiden Kopfhörern sehr ähnlich. So gibt es neben dem jewei­ligen Kopfhörer auch vier unter­schied­liche Aufsätze, sodass sicherlich jeder seine passende Größe für seinen Gehörgang finden kann. Außerdem gibt es eine recht schicke Trans­port­hülle aus Echtleder und mit einem Klipp­ver­schluss und eine Metall­klemme, mit der man den Kopfhörer bei Nicht­ge­brauch entweder ordentlich zusam­men­halten kann oder diesen am Shirt oder sonst wo fixieren kann. Dem kabel­losen VASA BLÅ liegt natürlich auch noch ein Ladekabel bei, mit dem man den integrierten Akku aufladen kann. Randnotiz: Bei dem Verpa­ckungs­design hat man sich wohl ein wenig an einem großen Konzern aus Cupertino orien­tiert…

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Technische Spezi­fi­ka­tionen

  • Allge­meines
    • Gehäuse: Verbund­ma­terial, Aluminium
    • Verar­beitung: Hochglanz­po­lierte Metall­teile
    • Kopfhörer-Typus: In-Ear
  • Gewicht
    • Sudio VASA: 23 Gramm
    • Sudio VASA BLÅ: 14 Gramm
  • Treiber
    • Typ: 10,2 mm Dynami­scher Lautsprecher
    • Sensi­ti­vität: 112 dB SPL @ 1 kHz
    • Impedanz: 32 Ohm @ 1kHz
    • Frequenz­be­reich: 18 Hz – 23 kHz
  • Sudio VASA BLÅ
    • Verbindung: Bluetooth 4.1, Reich­weite 10 Meter
    • Akkulaufzeit: 8 Stunden aktiv, 10 Tage Standby
    • Aufla­de­dauer: 120 Minuten für volle Akkuladung

Design und Trage­komfort

Die beiden Kopfhörer, der VASA und der VASA BLÅ, entstammen natürlich aus der gleichen Produkt­fa­milie, wie man anhand des Namens nur unschwer erkennen dürfte. Demnach sind sich in Sachen Design beide Modelle sehr ähnlich, zumindest was die grund­le­genden Design­merkmale betrifft. Die Ohrstecker selbst sind völlig identisch und sind beider­seits aus Aluminium gefertigt, was die „angefasste Qualität“ recht hoch ansiedeln lässt. Recht dominant ist hier die rosé-goldene Legierung – eine Farbe, die mir persönlich nicht ganz so zusagt. Ist aber sicherlich Geschmack­sache, ich hätte es aber nicht schlecht gefunden, wenn man die Kopfhörer auch in Silber oder einer Schwarzen Legierung angeboten hätte. Just my 2 Cents.

Beide Kopfhörer-Modelle kommen außerdem mit einer Kabel­fern­be­dienung daher, hier aber tun sich ein paar Unter­schiede auf. Erst einmal wäre das Design der Kabel­fern­be­dienung zu erwähnen, bei dem VASA handelt es sich um ein kleines Kästchen mit Rosé-goldener Aluminium-Umrahmung, während die Fernbe­dienung des VASA BLÅ einfach nur ein Kunst­stoff-Gehäuse besitzt und grund­legend anders gestaltet ist. Außerdem besitzt der VASA BLÅ natürlich auch noch einen zweiten Kasten, in dem der Akku und der MicroUSB-Stecker zum Laden dessel­bigen versteckt ist. Etwas schade: Die grund­sätz­liche Verar­beitung der Kopfhörer macht einen sehr guten Eindruck, lediglich die beiden „Kästchen“ am VASA BLÅ trüben diesen ein wenig – hätte man eher im Stile des VASA verar­beiten sollen. 

Die Aufsätze für die Ohrstecker lassen sich ohne große Frickelei auswechseln, dank der vier unter­schied­lichen Aufsätze dürfte für jeden Gehörgang etwas dabei sein. Man muss eben nur ein wenig Herum­pro­bieren bis man die richtige Größe für sich gefunden hat. Tipp: Links und Rechts muss nicht zwangs­läufig die gleiche Aufsatz-Größe zum Einsatz kommen, bei fällt eine Seite immer etwas größer aus. ;) Der Trage­komfort ist bei beiden Kopfhörern recht angenehm, auch bei längerem Tragen drücken sie nicht unbequem. Ebenso sitzen sie, die richtigen Aufsätze voraus­ge­setzt, bei normalen Bewegungen auch nicht aus dem Ohr – sind aber eben keine Sport­kopf­hörer.

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Bei beiden Kopfhörer-Modellen kommen übrigens flache Kabel zum Einsatz, was nicht nur die Gefahr eines Kabel­bruchs bei längerer Nutzung auf ein Minimum reduziert, sondern auch dafür sorgt, dass sich das Kabel in der Tasche nicht zu sehr inein­ander verwurstelt – und wenn es doch mal passieren sollte, lässt sich der Kabel­salat in wenigen Sekunden wieder besei­tigen. Der Stecker des VASA-Modells ist ebenfalls flach gehalten, das Kabel geht in einem rechten Winkel ab. Dies reduziert zwar ebenso die Gefahr eines Kabel­bruchs, hat aber meiner Meinung nach den kleinen Nachteil, dass der Kopfhörer-Stecker bei Smart­phones, die den Stecker an der Unter­seite haben, etwas störend wirkt – dreht man den Stecker aber etwas nach hinten, kann man damit aber ganz gut leben.

Ein kleiner Kritik­punkt bezüglich der Kabel­länge, die aber rein subjek­tiver Natur ist: Die Kabel beider Modelle sind mir einen Tick zu lang geraten – das Kabel des VASA misst etwa 125 Zenti­meter, die Kabel­ver­bindung beim VASA BLÅ in etwa 55 Zenti­meter. Während es beim VASA aber noch in Ordnung geht (es baumelt eben nur etwas mehr Kabel an euch herunter), habe ich beim VASA BLÅ das Problem, dass beide „Kästchen“ auf der Schulter aufliegen und daher immer etwas abstehen – hat etwas von der guten, alten Nickel­brille mit Halte­kordel.

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Sound­qua­lität

Der schwe­dische Hersteller Sudio positio­niert sich vor allem im Bereich der Klang­qua­lität selbst als Premium-Hersteller und lobt seine sorgfältig abgestimmten 10,2 mm Treiber, die eigens für den VASA und den VASA BLÅ entwi­ckelt wurden. Ehrliche Antwort: Kann sein, mir persönlich ist es aber egal, wie groß oder klein der Treiber ist und wie die restlichen techni­schen Spezi­fi­ka­tionen sind. Entweder ich empfinde den Klang als subjektiv gut oder eben nicht – und wie der ein oder andere weiß, bin ich wahrlich kein Sound­spe­zialist oder habe besonders feine Ohren, mir persönlich langten immer die Apple Ear-Buds oder auch meine CX300-Kopfhörer aus dem Hause Sennheiser.

Aber: ich bin positiv überrascht worden. Der Sound ist sehr ausge­wogen abgestimmt worden, das Verhältnis zwischen Höhen und Tiefen stimmt, die Bässe sind ordentlich, aber nicht zu dominant oder „krachend“. Insgesamt ein sehr detail­reicher und klarer Klang, der jedes Instrument heraus­hören lässt. Besonders positiv: Egal ob nun Podcasts und Hörbücher, trashiger Europop aus den 90ern,der gute, alte Hamburger HipHop oder auch härtere Gangarten wie Rock und Metal – alles klingt mehr als ordentlich und deutlich diffe­ren­zierter und klarer, als es bei meinen Apple Ear-Buds der Fall ist. Hier hat definitiv gute Arbeit geleistet. 

Dies gilt natürlich vor allem für den kabel­ge­bun­denen VASA, aber auch die Klang­qua­lität des „kabel­losen“ VASA BLÅ muss sich dahinter nicht groß verstecken. Ich konnte keine großen Unter­schiede feststellen, lediglich der Bass des Bluetooth-Modells war nicht ganz so stimmig wie bei seinem kabel­ge­bun­denen Bruder. Aber: Liegt sicherlich auch aus Quell­ma­terial, ich habe beide Kopfhörer nur mit Spotify auf höchster Qualität getestet. Bekanntlich geht es noch immer besser und mit einem hochwer­ti­geren Audio­ma­terial sind die Ergeb­nisse sicherlich noch stärker – dürfte aber bei Nutzern eher etwas seltener vorkommen, gerippte YouTube-Musik und Spotify sind sicherlich am weitesten verbreitet.

Positiv bei beiden Modellen: Sobald die Musik läuft, hört man keinerlei Umgebungs­ge­räusche mehr und auch nach Außen hin dringt (zumindest bis zur mittleren Lautstärke) so gut wie nichts von der Musik durch. Ist natürlich ebenso von der Wahl der Aufsätze abhängig. Gleich­zeitig ist das aber zumindest beim kabel­ge­bun­denen VASA auch ein kleiner Kritik­punkt, da Störge­räusche so leichter übertragen werden können. Hängt das Kabel also beim Gehen locker an euch herunter, hört ihr jeden „Schlag“ und jede kleinere „Reibung“ des Kabels an eurer Jacke als dumpfes Klopfen direkt im Ohr. Klingt sehr nervig und bedarf schon einer recht hohen Lautstärke, um übertönt zu werden. 

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Was es sonst noch zu sagen gibt…

  • Die Akkulaufzeit des VASA BLÅ wird vom Hersteller mit 8 Stunden angegeben. Ist natürlich von der Lautstärke abhängig, bei einer durch­gän­gigen Lautstärke von etwa 3/4 der maximal möglichen iOS-Lautstärke hielt der Kopfhörer aber rund sieben Stunden durch. Eine komplette Akkuladung benötigt etwa 120 Minuten, nach 10 Minuten ist er aber zumindest für die nächste Stunde wieder einsatz­bereit.
  • Beide Kopfhörer besitzen natürlich auch ein Mikrofon, welches als Freisprech­ein­richtung dient. Anrufe lassen sich über die Kabel­fern­be­dienung annehmen, die Sprach­qua­lität ist zwar nicht überragend, aber durchaus in Ordnung – man wird halt verstanden. 
  • Apropos Kabel­fern­be­dienung: Primär besitzen beide Kopfhör­er­mo­delle Tasten für Lauter, Leiser und Play/Pause. Beim VASA BLÅ funktio­niert die Fernbe­dienung sowohl mit Android, als auch mit iOS. Tipp: Zum Überspringen/Wiederholen eines Songs müsst ihr hier die Lauter/Leiser-Taste zwei Sekunden gedrückt halten. Beim VASA hingegen müsst ihr euch vor dem Kauf entscheiden, hier gibt es unter­schied­liche Varianten für iOS und Android – dafür aber funktio­niert das Überspringen von Songs per Doppeltipp (oder Dreifachtipp zum Zurück­springen).

Fazit und tl;dr

Die Verar­beitung der Kopfhörer ist einwandfrei und macht trotz des geringen Gewichts vor allem durch die mit Aluminium überzo­genen Ohrste­ckern einen hochwer­tigen Eindruck. Lediglich bei der Farbauswahl muss man(n) sich wohl erst noch ein wenig überzeugen lassen, denn das bei allen Farbva­ri­anten verwendete Roségold ist nicht unbedingt jeder­manns Geschmack­sache. Das Flach­band­kabel ist ein nettes Extra und sorgt für eine gefahr­losere Nutzung und weniger nervigen Kabel­salat, die Kabel­fern­be­die­nungen haben einen angenehmen Druck­punkt. Die Akkulaufzeit des kabel­losen VASA BLA kam bei mir zwar nicht ganz auf die verspro­chenen acht Stunden, dennoch sind die erreichten 7 Stunden kein schlechter Wert. 

Vor allem aber die Sound­qua­lität kann überzeugen, klasse „Allround-Sound“ für alle Musik­ein­lagen. Einzig und allein die nervigen „Klopf­ge­räusche“ des VASA sind hier ein Kritik­punkt – ist aber natürlich der guten Abschirmung im Ohr geschuldet, nur wenige Kopfhörer haben eine derart gute Abschirmung des Kabels, dass man Störge­räusche nahezu besei­tigen kann. Der VASA machten vom subjek­tiven Befinden her einen kleinen Tick besseren Eindruck, als das Bluetooth-Modell VASA BLÅ, dafür aber ist man eben kabellos unterwegs. Ist aber jammern auf hohem Niveau, denn beide Kopfhörer gehören bezüglich des Klangs in ihrer Preis­klasse zu den Top-Modellen auf dem Markt. 

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Kaufen?

Sowohl der Sudio VASA, als auch der Sudio VASA BLÅ, ist momentan nur als Direkt­ver­trieb direkt über den Hersteller möglich. Beide Modelle sind in den Farben Schwarz, Weiß, Blau und Pink zu haben – jeweils mit den rosé goldenen Aluminium-Akzenten. Der Sudio VASA schlägt dabei mit 70 Euro zu Buche, der kabellose VASA BLÅ mit runden 90 Euro – der Versand ist kostenfrei. Tipp: Gebt bei eurer Bestellung den Promocode „blogtogo15“ an, dadurch erhaltet ihr 15% Rabatt – und zahlt so etwas mehr als 10 Euro weniger.

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