Teufel MOVE BT: Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer ausprobiert und angehört

Marcel Am 17.10.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 8:13 Minuten

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Die Produktkategorie „Kopfhörer mit Bluetooth“ nehmen immer mehr an Fahrt auf und das nicht nur bei Fitness-Freunden. Mit dem iPhone 7 hat Apple eine Weiche gestellt, die zwar zum jetzigen Zeitpunkt noch einige kritische Stimmen hervorruft, dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass auch andere Hersteller mit ihren folgenden Flagschiffen auf den Zug aufspringen werden. Bluetooth ist eben die Zukunft und meiner Meinung nach ist es an der Zeit, den Jahrzehnte alten Standard „Klinkenstecker“ so langsam aber sicher in Rente zu schicken – im privaten Bereich. In den vergangenen Monaten habe ich schon den ein oder anderen Bluetooth-Kopfhörer ausprobiert, nun habe ich auch die Gelegenheit bekommen, das erste Bluetooth-In-Ear-Modell aus dem Hause Teufel – genauer gesagt die MOVE BT – anzuhören. Die Erwartungen sind bei Teufel natürlich immer recht hoch, ob die MOVE BT diese erfüllen können, könnt ihr in den folgenden Zeilen nachlesen.

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Zubehör: What’s inside the box?

Der Teufel MOVE BT kommt in einer Teufel-typischen, schwarzen Verpackung daher, in der sich neben den Kopfhörern selbst und dem üblichen Papierkram auch ein Micro-USB-Kabel, ein Kabelclip, eine etwa 9,5 x 11,5 x 2,5 Zentimeter große Transporttasche, sowie ein Röhrchen mit mehreren Paaren Silikon-Ohrstöpsel und -Auflagen in unterschiedlichen Größen befinden. Die Transporttasche ist zwar sehr gut verarbeitet und macht einen robusten Eindruck, sie hätte für meinen Geschmack aber gerne nochmal ein gutes Stück kleiner ausfallen dürfen. Aber nun ja, kann man eben nichts machen – immerhin ist sie dabei, hätte man auch locker als optionales Zubehör für’n Zwanni loswerden können.

Der erste Eindruck der MOVE BT

Bei den MOVE BT handelt es sich um handelsübliche In-Ear-Kopfhörer, die nicht gänzlich kabellos sind, sondern die mit einem dünnen Kabel (etwa 60 Zentimeter) miteinander verbunden sind – empfinde ich als nicht tragisch, im Gegensatz zu den Apple AirPods dürften sie so deutlich seltener verloren gehen. Bei der Auswahl der Materialien hat man sich für eine Mischung aus Aluminium und Kunststoff entschieden und auch wenn sich der Alu-Teil natürlich um einiges besser anfühlt als das kleinere Plaste-Teil, so sind die Kopfhörer alles in allem Teufel-typisch sehr gut und hochwertig verarbeitet. Was aber auffällt: Die Ohrsteckern fallen im Vergleich zu kabelgebundenen Ohrsteckern etwas größer aus, da man in diesen eben auch den Akku unterbringen musste.

Wie für Kopfhörer üblich besitzen natürlich auch die MOVE BT eine Kabelfernbedienung und im Gegensatz zu Klinkenstecker-Kopfhörern muss man bei den Bluetooth-Varianten nicht darauf achten, dass man nun die richtige Version für iOS oder Android kauft, beide Systeme werden gleich unterstützt. An der Fernbedienung findet man neben einer Taste für Lauter und Leiser auch eine Multifunktionstaste vor; die Buttons besitzen zwar einen angenehmen Druckpunkt, könnten für mich aber etwas weniger Druck benötigen. Außerdem findet sich an der kleinen Kunststoff-Box auch eine kleine Status-LED, ein Mikrofon (auf der Rückseite) und der MicroUSB-Anschluss (schade, dass man nicht schon auf USB-Type-C setzt) zum Laden des Akkus vor, letztere ist hinter einer kleinen Gummiabdeckung versteckt.

Im Gesamtpaket machen die MOVE BT also schonmal einen soliden und schmucken Eindruck, dennoch gibt es drei Dinge, die nicht meinen Geschmack treffen. Die Kabelzuführung an den Ohrhörern dürfte etwas schlichter sein, auch wenn Teufel betont, dass man Kabelbrüche so besser verhindern kann. Außerdem passt die Plaste-Kabelfernbedienung irgendwie so gar nicht zum restlichen Eindruck und vor allem zu Teufel. Und zu guter Letzt hätte ich statt des effen Aufdrucks des Teufel-T an der Front ein ausgestanztes (Alu-)Element bevorzugt. Aber: Jammern auch hohem Niveau, außerdem muss man sich ja auch noch etwas für die MOVE BT II in ein oder zwei Jahren aufsparen.

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Tragekomfort: Wear or fear?

Trotz dessen, dass die Ohrstecker ein wenig größer ausfallen, lassen sie sich sehr angenehm tragen – auch das vergleichsweise höhere Gewicht von 6 Gramm pro Ohrstecker (im Vergleich: Die Apple EarPods wiegen gut die Hälfte) fällt nicht negativ auf. Die MOVE BT sind – wie auch andere BT-Kopfhörer – darauf ausgelegt, am Nacken entlang getragen zu werden. Diesbezüglich dürfte das Kabel dann aber auch gerne mal 10 bis 15 Zentimeter kürzer ausfallen, damit nicht so viel Kabel herumhängt. Ist aber Geschmacksache und das „Problem“ hatte ich bereits bei Sudio VASA BLÅ, währen der gute Gilly das Kabel als zu kurz empfand. Kann man sich aber nach einiger Zeit mit arrangieren, zur Not gibt es ja auch noch den beilegten Clip, mit dem sich das Kabel an der Kleidung fixieren lässt.

Insgesamt aber wie gesagt ein sehr angenehmes Tragen, auch über mehrere Stunden. Voraussetzung hierfür ist aber natürlich, dass ihr die richtigen Aufsätze für euch gefunden habt. Sind die gewählten Aufsätze (übrigens sowohl für den Hörgang, als auch austauschbare Mittelstücke) zu klein oder zu groß, haben die Kopfhörer nicht nur weniger Halt und drücken unter Umständen, sondern auch der Sound macht natürlich weniger Spaß. Daher ein Tipp meinerseits: Nehmt euch einmal 30 Minuten Zeit um alle Größen und Kombinationen (es lassen sich ja nicht nur die Stöpsel austauschen) ausprobieren und sich nicht darauf verfestigen, dass man nun immer zwei gleich große Paare nutzen muss –  bei mir fällt eine Seite immer etwas größer aus.

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Kling und Klang meets Akku

Der (eigentlich) wichtigste Punkt bei einem Kopfhörer: Der Klang. Etwas, mit dem ich mich immer ein wenig schwer tue – ich habe kein besonders ausgeprägtes, audiophiles Gehör, meine Musikquelle heißt Spotify. Außerdem sind technische Werte für das Labor und das Spec-Sheet schön, Musik ist aber letztlich ein rein subjektives Empfinden. Dennoch einmal kurz der Vollständigkeit halber: Die MOVE BT besitzen eine Empfindlichkeit von 100 dB und eine Nennimpendanz von 16 Ohm – die Frequenzbereiche gehen von 20 bis 20.000 Hz. Die verbauten Breitbandlautsprecher werden von einem Neodym-Magneten angetrieben und besitzen einen Durchmesser von 5 Millimeter. Fachleute wissen an dieser Stelle schon so einiges über die Kopfhörer, ich für meinen Teil lege das Datenblatt weg und schalte die Musik ein.

Teufel verspricht für das Setting der MOVE BT einen „linear abgestimmten Sound mit leichter Bassbetonung“. Hierbei liegt die Betonung aber auf leicht, denn nach dem Satz habe ich ein wenig mehr erwartet, insgesamt ist der Sound doch recht neutral gehalten, auch die Höhen und Mitten sind ausgewogen und klar. Diese Ausgewogenheit spiegelt sich auch im Bassdruck wieder, der bei meinem Modell kaum bis gar nicht existent ist – wird einige erfreuen, ich mag es aber mit etwas mehr „Vibrationen“ im Ohr. Ansonsten ist er aber dennoch dynamisch-kraftvoll und es gibt keinen „musikalischen Matsch“: Stimmen sind Stimmen, Gitarren sind Gitarren, alles klar und differenziert. Bei maximaler Lautstärke übersteuern die MOVE BT bei basslastigen Songs ein wenig, hier reicht es aber schon aus, die Lautstärke um den berühmtem letzten Strich zu senken.

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Durch die Abstimmung der MOVE BT hat Teufel auch erreicht, dass sich die Kopfhörer als gute Allrounder präsentieren. Beim Durchhören diverser Spotify-Playlists zeigten die Kopfhörer bei keinem Genre gravierende Schwächen. Rockige Sounds befürworten natürlich den hervorgehobenen Bass, aber auch andere Genre – sei es HipHop, Reggae, Soul, Dance oder was es sonst noch so gibt – präsentieren sich mit den MOVE BT als in sich stimmiges Hörgefühl. Kurzum: Die Klangqualität der Kopfhörer ist in Ordnung, die Abstimmung wie immer eine Frage des subjektiven Geschmacks – und schaut man mal auf die Verkaufszahlen der Beats-Kopfhörer ist ein präsenter Bass gerne in den Ohren. Aber hey: Dafür bietet Teufel ja die bekannten acht Wochen Probehören an.

Übrigens steht und fällt der Klang natürlich (wie erwähnt) mit der Wahl der richtigen Aufsätze, ansonsten wirkt der Sound schnell etwas leer und flach. Hat man aber mal die richtigen Aufsätze erwischt, wird nicht nur der Sound und der Halt besser, sondern auch die Umgebungsgeräusche werden sehr gut gedämpft. Kabelgeräusche (aka Mikrofonie) konnte ich keine vernehmen, auch die Bluetooth-Verbindung war sehr schnell aufgebaut und konstant stabil, selbst wenn das iPhone mal ein paar Meter weg lag. Die Akkulaufzeit gibt Teufel mit rund 20 Stunden an, erreicht habe ich bei mehrmaligen durchläufen auf „erster roter iPhone-Stufe“) gute 16. Einmal leer, müssen die MOVE BT dann etwa zwei Stunden an der Steckdose geparkt werden.

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Notizen. Did I miss something?

  • Besserer Sound: Die MOVE BT unterstützten aptX, ein Audio­co­dier­ver­fahren (inzwischen von Qualcomm), welches eine kabellose Übertragung in CD-Qualität erlaubt. iOS bezie­hungsweise die iPhones unter­stützten diesen Codec allerdings nicht, insgesamt gibt es nur vergleichsweise wenig Smart­phones mit Android, die aptX unter­stützen, weswegen ich zum hörbaren Unter­schied leider nichts sagen kann.
  • Zur Kabelfernbedienung: Ein längerer Druck auf die mittlere Taste (3 Sekunden) schaltet die Kopfhörer ein und aus, ein einfacher kurzer Tap startet oder pausiert die Wiedergabe. Haltet ihr die Lauter- und Leiser-Taste zwei Sekunden lang gedrückt, wird der Song übersprungen beziehungsweise wiederholt.
  • Freisprecheinrichtung: Die MOVE BT haben eine (inzwischen obligatorische) Freisprecheinrichtung eingebaut, das Mikrofon befindet sich wie erwähnt auf der Rückseite der Kabelfernbedienung. Qualität? Ausreichend in Ordnung: Die Kopfhörer geben euren Gesprächspartner ordentlich wieder, ihr selbst seid ebenfalls laut und deutlich genug zu verstehen.
  • Schutz vor Wasser? Jain. Die MOVE BT sind „nur“ nach IP54 zertifiziert. Heißt: Gegen Staub und „allseitiges Spritzwasser“. Regenschauer, Spritzer im Schwimmbad oder auch Schweiß sind nicht schädlich, komplett ins Wasser sollten die Kopfhörer aber eben nicht. Für Kopfhöher aber ausreichend.
  • Sporttauglich? Auch nur bedingt – hier kommt es auf den Sport an. Joggen ist (mit den richtigen Aufsätzen) möglich, ohne dass die Ohrstöpsel herausfallen. Andere Dinge bei denen schnellere und ruckartigere Bewegungen durchgeführt werden (zum Beispiel Zumba) können schnell Probleme machen.
  • Nettes Gimmick: Das Röhrchen mit den Ohrstöpseln dient nicht nur zur Aufbewahrung der nicht genutzten Aufsätze, sondern kann auch als Reinigungshilfe dienen. Einfach lauwarmes Wasser in die Tube geben und kräftig schütteln – schon sind die Silikon-Polster sauber.

Fazit & tl;dr

Mit den MOVE BT hat Teufel nun also den ersten Bluetooth-In-Ear-Kopfhörer im Programm und liefert eine ordentliche Premiere ab. Im Gesamtbild gibt es weder bei der Verarbeitung der Kopfhörer, noch beim Tragekomfort etwas auszusetzen. Dennoch gibt es bei einigen Details Luft nach oben und ich hätte mir bei zwei, drei Dingen gewünscht, dass man sich etwas mehr an den MOVE PRO orientiert hätte. Mag aber mein subjektives Empfinden sein. Das kleine Röhrchen als Reinigungshilfe nutzen zu können ist ein nettes Gimmick, die Transporttasche schützt die Kopfhöher auch dann, wenn sie einmal nicht in Benutzung sind – nutze ich übrigens ohne das Inlay.

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Aber auch im Inneren können die Teufel MOVE BT überzeugen. Dies fängt mit der stabilen Bluetooth-Verbindung an, geht über eine sehr starke Akkulaufzeit und hört beim gefälligen Sound auf. Die MOVE BT sind klanglich sicherlich nicht die stärksten Bluetooth-Kopfhörer auf dem Markt, dafür aber sehr ausgewogen – auch wenn Teufel eine „leichte Bassbetonung“ erwähnt, die aber kaum auffällig ist und irgendwie hat man den „fühlbaren Bass“ vergessen. Trotz dieser kleinen Abzüge in der B-Note bekommt man mit den Teufel MOVE BT einen sehr starken musikalischen Allrounder und ein sehr stimmiges Gesamtpaket. I like.

Info

Amazon oder Teufel Online-Shop? Die Frage stellen sich sicherlich viele. Der Vorteil eines Kaufs im Teufel-eignenen Online-Shop: Ihr bekommt die Bluetooth-Kopfhörer nicht nur aus erster Hand, sondern bekommt dazu auch noch die Möglichkeit, die MOVE BT ausgiebige acht Wochen lang Probehören zu können.

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