Teufel AIRY: Bluetooth On-Ear-Kopfhörer mit starter Akkulaufzeit ausprobiert und angehört

Marcel Am 01.08.2016 veröffentlicht Lesezeit etwa 9:29 Minuten
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Wer unterwegs gerne Musik hört – und das werden sicherlich die meisten sein – der hat die Qual der Wahl, was Kopfhörer betrifft. Da wäre zuerst einmal die Frage nach der Baumform: Earbuds oder In-Ears? Oder doch die auffälligeren und größeren On- oder Over-Ear-Kopfhörer? Dazu kommt dann auch noch die Frage, ob man nun lieber einen kabelgebundenen Kopfhörer oder doch lieber ein kabelloses Modell mit Bluetooth nutzen möchte? Und zu guter Letzt spielen natürlich auch noch immer der Klang und der Preis eine große Rolle. Das Angebot an Kopfhörern ist tief und breit, was die Auswahl erschwert, andererseits aber auch für jeden Topf irgendwo den passenden Deckel bereithält.

In den letzten Wochen konnte ich mir einen On-Ear-Kopfhörer aus dem Hause Teufel genauer anschauen beziehungsweise anhören – genauer gesagt den kabellosen Teufel AIRY. Nachdem ich in der Vergangenheit bereits von Teufel ROCKSTER XS und dem Teufel BAMSTER XS positiv überrascht worden bin, waren natürlich auch die Erwartungen an die ersten Bluetooth-Kopfhörer aus dem Hause Teufel recht hoch, denn die beiden mobilen Lautsprecher konnten nicht nur durch Design und Verarbeitung, sondern auch durch den starken Klang punkten. Ob der Teufel AIRY diesen Erwartungen stand halten konnte oder ob die gewohnt hohe Teufel-Qualität hier etwas federn lassen musste – lest selbst.

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Design und Verarbeitung

Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern hat sich Teufel beim Design des AIRY-Kopfhörers einer gewissen Portion Minimalismus bedient. Statt auffälliger Formen kommt der AIRY mit einem ganz dezenten und unaufdringlichem Design daher, wahlweise in den Farben Anthrazit, Weiß oder Elfenbein. Gefällt mir richtig gut, vor allem aber die Schlankheit des Kopfhörers, verglichen mit etlichen anderen On- oder Over-Ear-Kopfhörern. Der Bügel ist etwa 2,5 Zentimeter breit, die Ohrmuscheln haben einen Durchmesser von etwa 6,5 Zentimetern. Natürlich hat man es sich im Hause Teufel nicht nehmen lassen, das typische Teufel-„T-“ auf die Außenseiten der Ohrhörer zu bringen, aber auch diese gliedern sich wunderbar in den Gesamtlook ein.

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Bezüglich der Materialwahl hat man sich für Kunststoff entschieden, was erst einmal den Vorteil hat, dass es den Kopfhörer überraschend leicht macht: gerade einmal 150 Gramm bringt der AIRY auf die Waage. Gleichzeitig macht das geringe Gewicht aber subjektiv einen etwas minderwertigen Eindruck, auch wenn dieser trübt. Natürlich ist Kunststoff in Sachen Haltbarkeit und Stabilität vor allem auf lange Zeit gesehen immer etwas anfällig, dennoch stimmt die Verarbeitung wie von Teufel gewohnt und immerhin gibt es ja auch 2 Jahre Garantie. Die wenigen Teile sind sauber montiert, Spaltmaße sind auf ein Minimum reduziert, insgesamt macht der AIRY trotz Kunststoff nicht unbedingt den Eindruck, als würde er bei der nächstbesten Gelegenheit auseinanderfallen.

Der innere, weiße Streifen ist aus Silikon und dient natürlich dazu, den Tragekomfort ein wenig zu erhöhen. Gleichzeitig lässt er sich aber auch abnehmen und so zum Beispiel reinigen oder austauschen. Gleiches gilt auch für die beiden Ohrpolster aus einem Kunstleder-artigen Material, die sich mittels kurzer Drehbewegung vom Kopfhörer lösen können. Was eine nette Idee ist: Teufel bietet ein optional erhältlich AIRY Color Kit für rund 40 Euro an, welches Ohrpolster (und Silikonringe) in vier verschiedenen Farben enthält und dem AIRY so eine Akzentfarbe spendiert. Leider gibt es nur das Paket für 40 Euro – schade, dass man die Farben nicht einzeln anbietet, so ist man immer gezwungen, alle vier Farben zu kaufen.

An der rechten Seite des Bügels findet man alle Bedienelemente des Kopfhörers vor – genauer gesagt Play/Pause-Button (schaltet den AIRY bei längerem Druck auch ein und aus), ein Rad zum Verändern der Lautstärke und jeweils einen Button zum Zurück- oder Vorspringen innerhalb eurer Playlist. Die Idee, das Teufel-Logo mit einem Rad zur Änderung der Lautstärke zu versehen finde ich ganz cool, leider wirken die Buttons, verglichen mit dem Kopfhörer etwas billig und irgendwie ganz und gar nicht Teufel-typisch. Zwar wackeln die Taster nicht, sie geben aber bei Betätigung einen recht lauten „Klick“-Ton von sich, erinnerte mich irgendwie an einen Knackfrosch oder Hunde-Clicker. Dafür aber reagieren sie sofort und sind auch blind nach kurzer Eingewöhnung blind zu treffen.

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Zu guter Letzt findet sich an der linken Seite auch noch ein MicroUSB-Stecker zum Aufladen des internen Akkus und ein Anschluss für ein 3,5mm-Klinkenkabel, denn sollte euch unterwegs einmal der Saft ausgehen, könnt ihr den Kopfhörer auch mittels Kabel mit einem Wiedergabegerät verbinden und weiter Musik hören. Im kabelgebundenen Betrieb funktionieren jedoch die Bedienelemente des AIRY nicht mehr, sehr schade. Teufel liefert jedenfalls ein entsprechendes Klinkenkabel bereits mit, genauso wie ein USB-Ladekabel und eine Transporttasche. Letztere macht einen stabilen Eindruck und ist im klassischen Teufel-Design gehalten, fällt allerdings recht groß aus, da sich der AIRY nicht zusammenfalten lässt. Für mich nur bedingt ein Kritikpunkt, da man ihn unterwegs eben auf die Schnelle um den Hals legen kann und ansonsten bin ich immer mit meinem Dakine Wonder unterwegs.

Tragekomfort des AIRY

Bei dem Teufel AIRY handelt es sich um einen On-Ear-Kopfhörer, die Ohrmuscheln sitzen also direkt auf dem Ohr und umschließen es nicht, wie es eben Over-Ear-Kopfhörer machen. Dies hat oftmals zur Folge, dass die Kopfhörer nach längerer Tragezeit zu drücken beginnen, was ich beim Teufel AIRY aber nicht sagen kann. Auch nach längerer Zeit ist der Kopfhörer angenehm zu tragen und dank einem gut bemessenen Anpressdruck der Bügel hält der AIRY auch bei etwas stärkeren Bewegungen rutschsicher auf dem Kopf. Ist aber immer eine Frage der Sensibilität, bekanntlich bietet Teufel aber eine achtwöchige Testmöglichkeit, in der ihr den Tragekomfort selbst ausprobieren könnt.

Was für On-Ear-Kopfhörer recht gut ist, ist die Geräuschunterdrückung auf der Straße oder (wichtiger) in öffentlichen Verkehrsmitteln. Bereits nach dem Aufsetzen sind Außengeräusche deutlich gedämmter, spätestens dann, wenn Musik läuft, ist nichts mehr zu hören. Einziges kleines Manko könnten Leute haben, deren Kopf etwas größer ausfällt, denn die Verstellmöglichkeit des AIRY ist relativ gering, genauer gesagt lässt sich die Größe nur um etwa 2,5 Zentimeter verstellen (Kleinste Größe: zirka x Zentimeter). Könnte also zu Problemen führen, mir reichte allerdings die erste „Verlängerungsstufe“, sodass ich damit keinerlei Komplikationen hatte.

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Verbindungsqualität und Akku

Die Verbindung des AIRY geschieht, wie bereits erwähnt, in erster Linie via Bluetooth, was auch völlig unproblematisch ist. Die Verbindung ist schnell hergestellt, die Verbindung ist stabil – auch wenn ich das Smartphone einmal im Rucksack transportiert habe, Teufel selbst gibt eine Reichweite von 10 Metern an. Wer ein Android-Phone mit NFC-Chip sein eigen nennt, der kann die Verbindung auch via Nahfeldkommunikation herstellen: dazu hat Teufel im linken Teil des Bügels einen NFC-Chip verbaut, einmal kurz das Smartphone an diese Stelle gehalten, schon werden Handy und Kopfhörer miteinander verbunden. Ganz praktisch: Der AIRY merkt sich bis zu sechs verbundene Geräte, sodass ein Wechsel zwischen den Abspielgeräten schnell erledigt ist – der AIRY verbindet sich nach dem Einschalten automatisch mit dem bekannten Gerät.

Teufel selbst gibt beim AIRY eine mögliche Akkulaufzeit von „bis zu 20 Stunden“ an, bei mittleren Lautstärken. Ist immer recht schwer zu vergleichen, ich aber kam auf etwa 16-18 Stunden und habe es gerne etwas lauter, außerdem dürfte auch die Qualität der Bluetooth-Verbindung eine Rolle spielen. Aber wie es auch sein mag: Selbst ein Wert von 15+ Stunden wäre noch immer sehr gut, an der Akkulaufzeit ist also nichts auszusetzen. Ist der Akku einmal leer, so ist er innerhalb 2-3 Stunden wieder geladen – Teufel hat dem AIRY eine Schnellladefunktion spendiert.

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Die Klangqualität

Die Klangqualität dürfte bei einem Kopfhörer trotz Design, Tragekomfort und Co. noch immer einer der wichtigsten Faktoren sein. Zuerst einmal aber mal ein paar technische Informationen: Der AIRY besitzt einen Linear-HD-Treiber mit einem Durchmesser von 40 Millimetern, welcher einen Frequenzbereich von 20 bis 21.000 Hz abdecken kann und einen maximalen Schalldruck von 100 dB bietet. Unterstützt wird der Treiber von starken Neodym-Magnete, die für einen bassstarken Klang sorgen sollen. Sagt euch alles nicht viel als Entscheidungsmerkmale? Gut, mir nämlich ehrlich gesagt auch nicht sonderlich viel, hier verlasse ich mich dann doch lieber auf mein subjektives Gefühl, denn Vorlieben sind auch bei Bass und Co. nicht selten unterschiedlich, anderenfalls würde niemand zu Beats-Kopfhörern greifen.

Und bezüglich des Klangs haben mich die Teufel AIRY keinesfalls enttäuscht. Ob man nun eher Pop, HipHop, Rap, Electro, Soul, Jazz oder die von mir präferierten Genre Rock, Metall und Co. hört – der Klang ist bei eigentlich jedem Genre lebendig und ausgewogen – sogar bei „Problemmusik“ mit viel Orchester, wie zum Beispiel die älteren Nummern von Nightwish oder Apocalyptica. Die  Höhen und Mitten sind stark aber ausgeglichen, die unterschiedlichen Instrumente sind als solche getrennt voneinander herauszuhören, bilden also keinen „Matsch“ und auch Stimmen sind klar und verständlich. Teufel-typisch (und wie versprochen) besitzt der AIRY einen ordentlichen wummenden Bass, ohne dabei aber völlig übertrieben und künstlich erhöht zu wirken – im Gegensatz zu den angesprochenen Beats-Modellen.

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Verzerrungen sucht man ebenfalls vergeblich, auch bei aufgedrehter Lautstärke bietet der AIRY ein hervorragendes und spaßiges Klangerlebnis. Apropos Lautstärke: Liegt der AIRY vor einem, kann man den Kopfhörer auf maximaler Stufe fast schon als Bozenersatz nutzen. Soll heißen: die maximale Lautstärke ist schon sehr derbe, wem sein Gehör etwas lieb ist, der sollte es mit dem Pegel nicht übertreiben. Wie angesprochen schirmt der AIRY durch den Anpressdruck und die geschlossene Bauform Umgebungsgeräusche sehr gut ab, dies gilt aber auch für eure Mitreisende, die auch bei höheren Lautstärkepegeln nicht viel von euren Musikexzessen mitbekommen.

Was ich noch sagen wollte…

Der Teufel AIRY unterstützt übrigens aptX, ein Audiocodierverfahren (inzwischen von Qualcomm), welches eine kabellose Übertragung in CD-Qualität erlaubt. iOS beziehungsweise die iPhones unterstützten diesen Codec allerdings nicht, insgesamt gibt es nur vergleichsweise wenig Smartphones mit Android, die aptX unterstützen, weswegen ich zum hörbaren Unterschied leider nichts sagen kann. Vermutung: Hängt sicher auch mit dem verwendeten Ausgangsmaterial ab, wer seine Mp3s mit 256 KBit/s von YouTube gerippt hat oder unterwegs Spotify auf niedrigster Qualität hört, der wird sicherlich durch eine aptX-unterstützung keinen Vorteil erhalten.

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Wie bereits erwähnt lässt sich der AIRY im Zweifelsfall auch mittels 3,5mm-Klinkenkabel mit einem Wiedergabegerät verbunden und nutzen, wofür Teufel ein 1,3 Meter langes Kabel in den Lieferumfang gepackt hat. Dieses ist optisch zwar schick, war für mich aber zumindest unterwegs und vor allem beim Laufen eigentlich nicht zu gebrauchen, da sich Bewegungsgeräusche und Reibungen ihren Weg ins Ohr suchen – Stichwort „Mikrofonie“, vor allem bei etwas leiserer Musik störend und auf Dauer unangenehm. Mit einem anderen Kabel war dieser Effekt deutlich geringer zu vernehmen, eben eine Frage der Abschirmung.

Zu guter Letzt könnt ihr den AIRY auch als Freisprechfunktion nutzen. Eingehende Anrufe lassen sich über den Play-/Pause-Button annehmen, das Telefonat kann ohne weitere Probleme geführt werden – ohne den Kopfhörer beziehungsweise dessen Mikrofon immer an den Mund führen zu müssen. Ergebnis: Ihr hört euren Gesprächspartner sehr gut und euer Gesprächspartner kann auch euch verstehen. Die Sprachqualität hat mich nun nicht vom Hocker fallen lassen, ist aber für kurze Telefonate unterwegs ausreichend. Immerhin telefoniert ja eh kaum noch jemand, oder?

Fazit und tl;dr

Der Teufel AIRY bietet ein dezentes und fast schon zeitloses Design ohne viele Auffälligkeiten, gefällt mir sehr gut. Als Material findet bei dem Kopfhörer Kunststoff zum Einsatz, was den AIRY zwar sehr leicht macht, sich aber eben auch nicht so hochwertig anfühlt, wie Metall- oder Aluminiumelemente. Dennoch ist die Verarbeitung des Kopfhörers Teufel-typisch sehr hoch, sieht man einmal von den etwas billig wirkenden Plastik-Buttons ab – diese versprühen weniger Teufel-Qualität, sondern vielmehr leichten China-Charme. Der Anpressdruck der Bügel ist ideal und hält den Kopfhörer sicher auf dem Kopf, die Ohrpolster erfüllen ihren Zweck und sorgen dafür, dass man den AIRY auch mehrere Stunden tragen kann, ohne dass dieser unangenehm wird. Das i-Tüpfelchen wäre noch ein Faltmechanismus zum platzspurenderen Transport gewesen, Teufel legt aber eine stabile Transporttasche bei.

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Beim Klang hat man sich seitens Teufel keinerlei Blöße gegeben und zaubert einen belebten und ausgewogenen Klang in die Ohren – mit einem deutlichen aber sehr angenehmen Bass. Auch hohe Lautstärken macht der AIRY ohne große Verzerrungen mit und dank der Bauart bekommen Dritte auch nicht viel mit – umgekehrt ist dies aber natürlich ebenso der Fall. Mit einer Akkulaufzeit von (bei mir möglichen) 18 Stunden dürfte man auch längere Reisen ohne musikalische Unterbrechungen erfolgreich meistern, zur Not lässt sich der Bluetooth-Kopfhörer auch mittels Klinkenkabel mit dem Smartphone verbinden, wobei das beiliegende Kabel zumindest bei mir wohl etwas schlecht abgeschirmt war.

Preislich ruft man für den AIRY etwa 140 Euro auf, meiner Meinung nach trotz der kleineren Schwächen bei der Verarbeitung ein sehr gutes Verhältnis von Preis zu Leistung.  Das tolle bei Teufel ist ja immer, dass man Boxen, Lautsprecher immer acht Wochen lang ausprobieren und bei Nichtgefallen auch kurz vor Fristablauf eine unproblematische Rückgabe durchführen kann (nur, wenn direkt über Teufel bestellt). Und solltet ihr euch dann für den AIRY entscheiden und der verbaute Kunststoff doch mal das zeitliche segnen, so gewährt Teufel noch immer zwei Jahre Garantie – erfahrungsgemäß ist auch die Garantieabwicklung bei Teufel sehr kundenfreundlich eingestellt. Wer also einen schlanken On-Ear-Kopfhörer mit starkem Klang sucht: Von mir gibt es den Daumen nach oben.

Dieser Artikel wurde mir vom Hersteller als Testmuster zur Verfügung gestellt. Mehr Infos

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